Apotheken in aller Welt, 194: Kiew, Ukraine

Besten Dank an die Tänzerin, dass sie an mich gedacht hat und für die Fotos:

als ich letztes Jahr auf einem Schüleraustausch in der Ukraine war habe ich auch an dich gedacht und in der Nähe der U-Bahn Station in der Stadt eine Apotheke mit meinem Handy fotographiert. Entsprechend schlecht ist die Bildqualität. Leider war ich nicht in der Apotheke, da ich keine Zeit hatte, aber insgesamt sahen dort alle Apotheken eigentlich recht modern und ähnlich wie hier aus.

Apotheke in kyrillisch sieht für mich irgendwie aus wie „Antik“ …  und grad eben habe ich noch gelernt, dass Ukrainisch und Russisch etwas anders geschrieben wird.

Übrigens: Innenansichten von Ukrainischen Apotheken habe ich auch schon bekommen. Spannend.

Tag der seltsamen Kundenwünsche

Das hatten wir letzthin. An einem Tag gleich mehrere Anfragen von … ungewöhnlichem.

Dass die Kunden zur Weihnachtszeit nach Kerzen in der Drogerie fragen, kenne ich schon – das liegt daran, dass das früher mal so üblich war. Genauso wie manche noch fragen, ob wir Fotos entwickeln, oder Holzbeize haben …

Aber eben, letzthin an einem Tag gleich drei seltsame Anfragen.

Frau: „Könnten sie mir die Adresse von jemandem anhand der Telefonnumer heraussuchen?“

Naja, ich könnte im Internet nachschauen, ob ich etwas finde. Aber, wenn Sie die Nummer oder den Namen haben, können Sie auch selbst beim Auskunftsdienst anrufen. Ich habe nämlich im Moment keine Zeit für derartige Recherchen.

…

Frau: „Ich brauche homöopathische Placebo-Globuli“ – Ja. Ernsthaft, Mit gar nichts drin (nicht mal Vakuum :-)

Wofür: Ihre Katze bekommt demnächst homöopathische Medikamente und sie will sie jetzt schon daran gewöhnen, die zu nehmen. Katzen sind nur schwierig dazu zu bringen Medikamente zu nehmen – und mit dem Essen soll man homöopathische Mittel ja auch nicht nehmen … Das haben wir ihr übrigens besorgen können. Hier der Beweis.

…

Mann: „Ich hätte gerne Kräuter Zigaretten aber ohne Tabak … – zum aufhören rauchen.“

Hmmm. Es gab tatsächlich einmal Zigaretten ohne Tabak, die wir bestellen konnten. Die sind inzwischen ausser Handel. Im Internet fand ich ein paar Vertreiber für so „Kräuterzigaretten“ – mit den absonderlichsten Geschmacksrichtungen. Menthol und Schokolade sind da noch die normalsten. Aber erstens kann ich die nicht bestellen und zweitens … widerspricht das Rauchen von Kräuterzigaretten nicht der Aussage „aufhören rauchen“?

Was hattet ihr bei Euch schon für seltsame Anfragen?

a pain in the ass …

Von der Website Not Always Right: (Übersetzung von mir)

Deutschland. Ein älterer Herr kommt in die Apotheke.

Pharmassistentin (PA): „Wie kann ich ihnen helfen?“

Kunde: „Mein Hinter tut weh! Ich brauche Medizin!“

PA: „In Ordnung, haben Sie ein Rezept? Oder, können Sie mir sagen, was genau das Problem ist, damit ich ihnen etwas empfehlen kann, das nicht rezeptpflichtig ist?“

Kunde: „Ich weiss nicht, was nicht in Ordnung ist. Aber mein Hinter tut weh!“

PA: „Dann sollten sie besser einen Arzt aufsuchen. Wenn ich die Ursache für ihre Schmerzen nicht kenne, kann ich nicht viel machen.“

Kunde: „Aber ich will nicht beim Arzt warten mit all den kranken Leuten! Da fange ich mir noch irgendetwas ein!“

PA: „Das ist verständlich. Vielleicht könnten sie frühmorgens gehen, wenn weniger Leute dort sind?“

Kunde: „Nein, ich will das nicht! Ich möchte, dass sie mir sagen, was nicht gut ist! Schauen sie sich meinen Hinter an!“

PA: „Entschuldigen Sie, aber das machen wir nicht -„

Der Mann hört nicht zu. Vor der Apothekerin und drei anderen Kunden lässt er seine Hosen und Unterhosen herunter, dreht sich um und steckt seinen Hintern in Richtung Apothekerin.

PA: „Bitte ziehen Sie ihre Hosen wieder hoch! Ich kann ihnen nicht sagen, was das Problem ist und wenn sie so weitermachen müssen sie den Laden verlassen.“

Kunde: „Unsinn! Wenn Sie von dort aus nicht sehen können, was nicht gut ist, kommen sie näher und schauen sie das an!“

Der Apotheker kommt um zu sehen, was vorgeht und schmeisst den Mann schliesslich aus der Apotheke.

Kunde *auf dem Weg aus der Tür*: „Warum will sich niemand meinen Hinter ansehen?!“

Pausenunterhaltung

Heute nur ein paar Witze über / mit Apotheken, die ich mal gesammelt habe:

…

Ein Mann kommt in die Apotheke und fragt: “Haben Sie etwas Zucker?”

Der Apotheker geht nach hinten und kommt mit einem Beutel Zucker wieder.

“Haben Sie vielleicht auch einen Löffel?” fragt der Mann.

Der Apotheker langt unter die Theke und holt einen Löffel hervor. Der Mann holt einen Löffel voll Zucker aus dem Beutel, zieht ein kleines Fläschchen aus der Tasche und träufelt vorsichtig zwanzig Tropfen auf den Zucker.

“Probieren Sie doch mal”, sagt er zum Apotheker.

Der probiert den beträufelten Zucker und fragt: “Und was soll das jetzt bedeuten?”

“Ach, nichts weiter, mein Arzt hat zu mir gesagt: Gehen Sie in die Apotheke und lassen Sie Ihren Urin auf Zucker testen …”

….

Der Polizist kommt früher als gewöhnlich vom Nachtdienst nach Hause. Die Ehefrau hat Mühe, ihren Liebhaber zu verstecken und ruft ihrem Mann zu: „Bitte mache kein Licht, ich habe so entsetzliche Kopfschmerzen.“

Rücksichtsvoll zieht sich der Gatte im Dunkeln aus.

Gerade als er ins Bett steigen will, jammert sie: „Bitte geh doch noch zur Apotheke und hole mir paar Schmerztabletten.“

Der Polizist zieht sich im Dunkeln wieder an und läuft zur Apotheke.

„Was starren Sie mich denn an?“, fragt er den Apotheker, als der ihm die Tabletten gibt. „Kennen Sie mich nicht mehr?“

„Natürlich kenne ich Sie“, antwortet der Apotheker, „Sie sind der Polizist Walther.“

„Und warum schauen Sie dann so?“

„Ich wundere mich nur, wieso ein Polizist in der Uniform eines Briefträgers herumläuft.“

…

Dr.Schmitt hat seine Antwort auf die Einladung zu einem Abendessen
schriftlich geschickt.

Die Gastgeberin stöhnt: „Warum müssen Ärzte nur immer so eine unleserliche
Handschrift haben! Ich kann kein einziges Wort entziffern. Kommt er nun
oder sagt er ab?“


Der Ehemann versucht es ebenfalls vergeblich. Schließlich meint er: „Geh
rüber zum Apotheker! Der hat Erfahrung im Lesen von Arzthandschriften.“

Wenige Minuten später steht sie vor dem Apotheker: „Hier, das ist von
Dr.Schmitt. Können Sie uns nicht helfen, es zu entziffern?“

Der Apotheker studiert das Papier aufmerksam mit gerunzelter Stirn.
Schließlich hellt sich seine Miene auf, und er sagt: „Jetzt hab ich’s,
gnädige Frau; nehmen Sie bitte einen Augenblick Platz! Ich mach Ihnen das
Rezept gleich fertig.“

…

Ein Mann geht zum Arzt und erzählt ihm, dass er sich in letzter Zeit nicht so wohl fühle. Der Arzt untersucht ihm und verschreibt ihm ein Rezept. In der Apotheke löst der Mann das Rezept ein.

Apotheker: „Nehmen Sie die grünen Tabletten mit einem grossen Glas Wasser gleich nach dem aufstehen. Nehmen Sie die roten Tabletten mit einem grossen Glas Wasser nach dem Mittagessen. Und dann kurz vor dem Zubettgehen nehmen sie eine blaue Tablette mit noch einem grossen Glas Wasser.“

Mann leicht entsetzt, dass er auf einmal soviele Medikamente nehmen muss: „Oh je, … aber, was ist denn genau mein Problem?“

Apotheker: „So wie das aussieht, trinken Sie nicht genug Wasser.“

…

Woher kommen unsere Medikamente – vom Wirkstoff zum Medikament

Nachdem ich im letzten Post über die Suche nach möglichen Wirkstoffen geschrieben habe, kommt jetzt der 2. Teil: vom Wirkstoff zum Medikament.

Es kostet etwa 800 Millionen Dollar und dauert 10 bis 15 Jahre um ein neues Medikament zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.

Weil es so viel Geld und Geduld braucht, setzt man alles ein, um dem Glück -das es bei der Suche nach einem geeigneten Wirkstoff auch braucht (siehe letzter Post) – auf die Sprünge zu helfen.

Am Anfang steht die Idee. Nachdem medizinische, finanzielle und technischen Faktoren abgewogen werden, wird die Entscheidung getroffen ein Medikament für eine spezifische Krankheit zu finden.

Ein typischer Prozess fängt damit an, mögliche Ziele für das Medikament zu identifizieren und zu bestätigen, dass das Ziel auch wirklich wichtig ist im Mechanismus der Krankheit. Dafür wird Wissen aus Pharmakologie, Biochemie und Molekularbiologie gebraucht.

 

Ein solches Ziel ist ein Makromolekül (ein grosses Molekül, ein Protein) – meist ein Rezeptor und es wird oft mit einem Schloss verglichen. Ist das Ziel identifiziert ist der nächste Schritt einen geeigneten Schlüssel dafür zu finden – und möglichst nur dafür. Ein Schlüssel, der auch in andere Schlösser passt, würde unerwünschte Nebenwirkungen produzieren.

Leitsubstanzen sind aufgrund Berechnungen angenommene Vorlagen für den Schlüssel. Um den Schlüssel aber zu optimieren müssen sie erst verfeinert werden. Man synthetisiert hunderte Chemikalien die eine ähnliche Struktur haben wie die Leitsubstanz und testet sie in Tierversuchen. Neben der therapeutischen Wirksamkeit und Toxizität sucht man auch nach Varianten, die besser aufgenommen werden, verstoffwechselt, verteilt und ausgeschieden.

Nach vielen Versuchen und Tests findet man hoffentlich einen Kandidaten, der bereit ist für den Test am Menschen.

Diese Präklinische Phase der Medikamentenentwicklung dauert etwa 5 Jahre und verschlingt ein Drittel der Kosten.

Die Klinischen Versuche, die in 3 Phasen kommen – jede davon enthält 10x mehr Menschen als die vorherige, brauchen noch einmal 5 –6 Jahre und etwa die Hälfte der Gesamtkosten. Dabei fallen etwa 90% der Kandidaten raus. Von 10 Substanzen überlebt nur 1. Was in Mäusen funktioniert, muss nicht notwendigerweise bei Menschen wirken. Gründe für das Rausfallen von Substanzen können sein: zu heftige Nebenwirkungen: wir erinnern uns, das Medikament soll sicher sein; zu geringe Wirksamkeit: es wird wenn möglich mit bereits existierenden Medikamenten verglichen.  …

Endlich bekommen die erfolgreichen wenigen nach Einreichung aller Unterlagen der Studien über Wirksamkeit und Sicherheit eine Zulassung der Regierung um an Ärzte und Patienten zu gehen. Das neue Medikament bleibt aber trotzdem noch sozusagen unter Aufsicht. Es werden weiter Daten gesammelt über Nebenwirkungen, die man bei den kleineren Versuchspopulationen vorher eventuell nicht gesehen hat. Auch hat man noch nicht viel Ahnung, wie sich eine eventuelle längere (Dauer-?) Anwendung auswirkt.

…

Die Produktivität der Entdeckung neuer Medikamente nimmt in letzter Zeit ab. Eine Zunahme der Forschungsgelder geht nicht einher mit einer Zunahme der Menge Medikamente. Vielleicht liegt das daran, dass viele einfachere Ziele schon erreicht wurden und die jetzt noch übrigen – Chronische Krankheiten und Krebs – viel schwieriger sind zum behandeln.

Molekular Biologie, Biotechnologie und Genetik verursachen immer wieder optimistische Ausrufe, die sich auch in der Laienpresse wieder finden, aber auch spektakuläre wissenschaftliche Erfolge haben bisher nur zu eher bescheidenen therapeutischen Erfolgen geführt.

Auch haben wir das Problem, dass z.B. kaum neue Antibiotika in der Entwicklung sind. Dies, obwohl eigentlich Handlungsbedarf bestünde – das Problem hier ist die Rentabilität – Antibiotika werden immer nur relativ kurz eingesetzt … und das zahlt natürlich nie soviel zurück, wie z.B. ein Mittel gegen Bluthochdruck.

Trotzdem – wenn man sich das so ansieht ist jedes Medikament, das wir heute haben ein kleines Wunder, zu dessen Entstehung es Innovation, Glück, Fleiss … und viel Geld gebraucht hat.