7up – Lithiated Lemon Soda

Darüber bin ich gestern gestolpert: 7up hiess am Anfang einmal „Bib-Label Lithiated Lemon-Lime Soda“

Unpraktischer Name. Kein Wunder haben sie ihn gewechselt. Erst mal auf „7up Lithiated Lemon Soda“ und dann auf nur noch 7up.

Aber … Moment … „Lithiated“? 

Tatsächlich: 7up enthielt von seiner Entwicklung 1929 bis 1950 Lithium citrat – ein natürlich vorkommender Stoff, gefunden in kleinsten Mengen vor allem im Wasser von Quellen aus der Tiefe, von dem man sich gesundheitsfördernde Eigenschaften erhoffte.

Lithium hat Wirkung auf …. wenn nicht die Gesundheit, so doch zumindest die Psyche. Heute wird es in Medikamenten verwendet gegen starke Stimmungsschwankungen wie sie bei manisch-Depressiven auftreten. Aber es absichtlich einem Soft-drink zuzusetzen (und das zu einer Zeit, wo man noch nicht so genau wusste, was genau das bewirkt ..) finde ich … bedenklich.

Quellen: snopes, wikipedia,

Ich sollte ja nicht so überrascht sein. Immerhin hat Coca Cola am Anfang auch Extrakte der Coca-Blätter enthalten – allerdings nur bis 1929 … was lustigerweise das Erscheinungsdatum von 7up ist. Nach dem Aufputschen das Beruhigen?

Und nicht zu vergessen: Lithium findet sich auch heute noch teilweise in unserem Trinkwasser – und wo es vorkommt sei die Selbstmordrate niedriger, sagen ein paar Wissenschaftler.

Kunst: Apotheke

Apotheken in der Kunst? Erbärmlich wenig. Aber als ich über dieses Bild gestolpert bin,da dachte ich… *das* kommt mir jetzt bekannt vor.

Es ist „Drug store“ von Edward Hopper. Gemalt 1927

Beschreibung: Um die Apotheke ist eine Leere, sind ausgeblichene Farben, aber das hell beleuchtete Schaufenster hat rote und blaue Dekoration und die traditionellen grossen Gefässe mit farbiger Lösung, die aussehen wie Portwein und Crème de Menthe. Ein Idealer Platz für einen Alkoholschmuggler (es ist die Zeit der Prohibition). Oben am Fenster ist Werbung für Ex Lax – nötig für viele Amerikaner, deren Diät zu wenig Ballaststoffe enthielt und für die es enorm wichtig ist regelmässig zu können …

Das Bild hängt in einem Museum in Boston – das habe ich also noch nicht direkt gesehen, aber … an was erinnert es mich? Ach ja, genau. An dies:

Und kein Wunder, das Bild ist vom selben Maler (Hopper): „Night Hawks“ (1942) und wohl eines seiner bekanntesten – und meist kopierten.

Nacht. Dieselbe Art Beleuchtung … irgendwie … magisch.

Mal wieder: die Pille d-a-n-a-c-h

Kundin: „Ich komme zwar gerade vom Arzt, aber ich habe vergessen zu fragen wegen der Pille danach. Bekomme ich die auch in der Apotheke?“

Pharmama: „Ja, nach einem Gespräch mit mir. Sie wissen aber, dass die wirklich für danach ist? Davor kann ich sie nicht geben.“ *

Kundin (winkt ab): „Ah, ja schon klar, ich brauche sie.“

Beim Gespräch, 2. Frage: „Wie verhüten Sie normalerweise?“

Kundin: „Mit der Drei-Monatsspritze, jetzt aber nicht mehr und bis mein Mann sich unterbinden lässt habe ich nichts.“

Pharmama: „Wann war der ungeschützte Geschlechtsverkehr?“

Kundin (überlegt): „Das war also vor den Spritzen… vor etwa 6 Jahren.“

Pharmama: „Ich meinte eigentlich jetzt – weshalb sie die Pille danach jetzt brauchen.“

Kundin: „Ah, nein, wir haben noch nicht …“

Pharmama: „Dann wollen sie die Pille danach  nur für den Fall, dass?“

Kundin: „Ja … wieso?“

Pharmama: „Weil ich vorher genau das schon gesagt habe: Ich kann die Pille danach nicht vor dem Vorfall geben. Wenn Sie die auf Vorrat wollen, dann brauchen Sie dafür ein Rezept vom Arzt.“

Dann hielt ich noch eine kleine Rede über die Wirksamkeit und dass die Pille danach eben nicht so wirksam ist wie zum Beispiel die normale Pille, oder wie Kondome und von wegen der Nebenwirkungen … und dass sie doch, bis er die Unterbindung hatte, Kondome benutzen.

Als die Kundin rausgeht, hat sie noch eine letzte Frage: „Wie lange habe ich danach denn Zeit, sie zu holen?“

Pharmama: „Bis 72 Stunden“.

Kundin: „Oh, gut. Dann bis später!“

Äh ….. Wiedersehen?

 

*Nein, ich weiss nicht genau, warum ich genau da so deutlich darauf hingewiesen habe. Bauchgefühl mal wieder.

Apotheken in aller Welt, 220: Wetzlar, Deutschland

Danke an Beate für ihren Beitrag!

ich bin eine treue Mitleserin deines Blogs und amüsiere mich immer wieder königlich darüber was du so alles in deiner Apotheke erlebst. Ich komme aus Wetzlar und wir haben neben historischen Schmankerln- hier lebte Goethe einen Sommer lang, verliebte sich in Charlotte von Buff, die ganze Geschichte was er im Wetzlarer Sommer erlebte inspirierte ihn zu seinem „Werther“ -einer allgemein hübschen Altstadt und zwei hübsche historische Apotheken.
Die Hauptapotheke gibt es seit 1703, hat eine sehr hübsche antike Inneneinrichtung- ich konnte leider keine Fotos von innen machen weil es Sonntagnachmittag war.. Aber das dritte Bild gibt dir sicher einen hübschen Eindruck was drinnen steht.. :-)
Falls du weitere Informationen haben willst: http://www.haupt-apo.de/index-Dateien/Page361.htm

Die Schwanenapotheke hat leider geschlossen als ich noch ein kleines Kind war, seit etlichen Jahren ist in den Räumen ein Gardinengeschäft.. Also zählt es nur noch halb als Apothekenbild.. ;-)

Keine Hilfe

Telefon.

Frau: „Ich habe hier 2 wirklich alte Packungen Amoxicillin und sie riechen auch nicht besonders gut – die Tabletten, meine ich. Kann ich sie trotzdem nehmen?“

Pharmama: „Ich würde das nicht machen, nein.“

Frau: „Aber, mein Arzt hat sie mir damals aufgeschrieben!“

Pharmama: „Wenn sie über dem Verfall sind und sie nicht sicher sein können, dass das das richtige Antibiotikum ist – nochmals, Nein, ich kann ihnen nicht empfehlen, dass sie die nehmen sollen.“

Frau: „Sie waren mir nicht gerade eine Hilfe.“

Sagt’s und hängt auf.

Bitte.

Bin ich denn nur eine Hilfe, wenn ich sage, was sie hören wollen?