7up – Lithiated Lemon Soda

Darüber bin ich gestern gestolpert: 7up hiess am Anfang einmal „Bib-Label Lithiated Lemon-Lime Soda“

Unpraktischer Name. Kein Wunder haben sie ihn gewechselt. Erst mal auf „7up Lithiated Lemon Soda“ und dann auf nur noch 7up.

Aber … Moment … „Lithiated“? 

Tatsächlich: 7up enthielt von seiner Entwicklung 1929 bis 1950 Lithium citrat – ein natürlich vorkommender Stoff, gefunden in kleinsten Mengen vor allem im Wasser von Quellen aus der Tiefe, von dem man sich gesundheitsfördernde Eigenschaften erhoffte.

Lithium hat Wirkung auf …. wenn nicht die Gesundheit, so doch zumindest die Psyche. Heute wird es in Medikamenten verwendet gegen starke Stimmungsschwankungen wie sie bei manisch-Depressiven auftreten. Aber es absichtlich einem Soft-drink zuzusetzen (und das zu einer Zeit, wo man noch nicht so genau wusste, was genau das bewirkt ..) finde ich … bedenklich.

Quellen: snopes, wikipedia,

Ich sollte ja nicht so überrascht sein. Immerhin hat Coca Cola am Anfang auch Extrakte der Coca-Blätter enthalten – allerdings nur bis 1929 … was lustigerweise das Erscheinungsdatum von 7up ist. Nach dem Aufputschen das Beruhigen?

Und nicht zu vergessen: Lithium findet sich auch heute noch teilweise in unserem Trinkwasser – und wo es vorkommt sei die Selbstmordrate niedriger, sagen ein paar Wissenschaftler.

10 Kommentare zu „7up – Lithiated Lemon Soda

  1. Coca-Cola hat immer noch Kokablätter-Extrakte drin. Das berichten die deutsche und die englische Wikipedia, aber ohne Quellenangaben… Die Stepan Company extrahiert das Kokain (für die Firma Mallinckrodt), und liefert die Blätter sans Kokain an Coca-Cola.

    Zum Lithium in 7up und Kokain Coca-Colagibts noch einen anderen lustigen Zufall: 1929 war der grosse Börsencrash… ein Schelm, wer böses dabei denkt.

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    1. Vor drei Jahren gab es das Riesen-Theater um Red Bull Cola, wo auch Cocaextrakt als Zutat drin ist. Es wurde sogar Kokain in der Red Bull Cola gefunden, was in einem vorübergehenden Verbot in ein paar Bundesländern endete (http://de.wikipedia.org/wiki/Red_Bull_Cola), obwohl die gefundene Menge nur im Spurenbereich war. Mit der heutigen Analytik kann man so ziemlich jeden Rückstand aufspüren. Das ist so, als würden wir hören, wenn in China ein Sack Reis umfällt.
      Immerhin kann ich jetzt behaupten, ich hätte schon einmal wissentlich Kokain zu mir genommen. ;-)

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  2. Hm, warst du letzte Woche auf der gleichen Konferenz wie ich – ne wohl kaum, da ging’s um Energieforschung und Speichertechnologien (u.a. Lithium-Batterien/Akkus) – mit einer Folie dazu schloss der Referent seinen Vortrag. Wir haben alle herzlich gelacht und doch noch etwas (neues) gelernt.

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  3. Ich habe gar nichts gegen Stimmungsaufheller in Getränken. Das Problem bei Lithium ist aber, das es ab einer bestimmten Menge giftig wirkt (ca. 30 mmol Lithium oder ca. 2,5 g Citrat) Wie will man sicherstellen, das sich jemand nicht vergiftet, der einfachmal ein par Flaschen mehr (oder Dosen) am Stück vernichtet?

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