Updates

Manchmal ist es so: ich schreibe etwas hier im Blog und später (manchmal viel, manchmal weniger) gibt es eine Änderung der Umstände. Die Frage ist: sollte ich das anbringen? Ein Blog-Post ist immer auch eine Moment-Aufnahme. Aber die Dinge ändern sich. Und ich will eigentlich mit der Info aktuell bleiben (auch wenn das bei über 2000 Blogposts schwierig ist).

Hier also die updates, die ich neu angebracht habe. Wahrscheinlich gäbe es noch mehr, aber das sind die akutesten:

Alli nicht mehr erhältlich: Originalartikel Alli in der Schweiz

Nach Monatelangen Lieferproblemen haben wir jetzt einen Brief von der Firma bekommen, dass sie sich entschlossen haben, Alli vom Schweizer Markt zurückzuziehen. Aber …. es gibt inzwischen ein Generikum, das auch in der Schweiz erhältlich ist. Das gibt es – und es ist erst noch günstiger. Es hat bei der Abgabe die selben Bedingungen wie Alli.

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Mottenkugeln bald nicht mehr frei verkaufbar: Originalartikel: Totgesagte leben länger

Wir haben inzwischen regelmässig Mottenkugeln gebraucht – eben, weil es die anderen Dinger von Chlorokampfer nicht mehr gibt. Es gibt tatsächlich Leute, die das lieber haben als zum Beispiel die Gesal Mottenpapiere oder die Dinger, die man in den Schrank hängt … obwohl die bei weitem (oder gar nicht) so stinken wie die Mottenkugeln. Jetzt haben wir aber die neuste Revision des Chemikaliengesetzes- im Zuge einer weltweiten Vereinheitlichung. Und da drin steht unter anderem, dass Biozidprodukte (als alles, was zum schädigen, abhalten etc. von Insekten oder anderen Tierchen und auch Bakterien gedacht ist) eine spezielle Kennzeichnung braucht, sonst darf man es nicht verkaufen. Da fallen auch verschiedene ätherische Öle drunter, die zum abhalten von Mücken gedacht sind … und eben Mottenkugeln. Die darf ich also nicht mehr verkaufen. Oder … zumindest nicht als Mottenkugeln – als Naphtalin zum „beduften“ oder so :-/ schon. Oder?

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Cannabisextrakt auch in anderen Apotheken erhältlich. Originalartikel: Cannabis via Rezept

Es ist inzwischen auch für andere Apotheken möglich an Cannabis-Extrakt zu kommen, auch wenn das immer noch sehr aufwendig ist und eine Spezial-Bewilligung braucht, die man aber beantragen kann. Für den Patienten gelten noch immer dieselben Bedingungen wie oben im Artikel beschrieben.

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Wieder erhältlich: grosse Packung KCl – Originalartikel: kleines Medikamentensterben

Vom KCl haben sie inzwischen wieder eine Grosspackung auf den Markt gebracht. Viel Lärm um nichts? Entweder hatten sie sowieso vor das auf Blister zu wechseln – aber dann hätten sie das als Packungsänderung ankünden können … oder sie hatten zu viele Reklamationen, weil es die grosse nicht mehr gab. Wie auch immer: die 200er Packung ist wieder da.

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Falls Euch sonst hier irgendwo etwas aufgefallen ist, wo es eine Änderung gab (z.Bsp. der Gesetze) – teilt mir das doch mit!

Apothekenmuseum in Kuopio

Das ist das gestern erwähnte Apothekenmuseum von Lena:

In Kuopio besuchten wir ein Museum über alte Häuser aus der Stadt (Das Ballenberg Finnlands sozusagen). Einige wurden schon dort erbaut, andere (wie auch die Apotheke) wurden später dorthin versetzt zu Ausstellungszwecken. Ist auf jeden Fall einen Besuch wert, dieses Museum in Kuopio.

     

 

 

 

 

Autsch.

 

Quelle: webfail.at

Och, die Ärmste hat mein Mitleid. Aber es hat auch sicher da auf der Packung geheissen: erst an unauffälliger Stelle testen (am besten in der Armbeuge).

Aber wieso eigentlich Latex? Ich dachte dafür nimmt man Kolloidem? Das ist ein lustiges Zeug: wenn das Lösungsmittel verdampft, bildet sich eine feine „Haut“. In der Apotheke habe ich das schon gebraucht um Hühneraugentinktur herzustellen. Ob ich das allerdings im Gesicht haben wollte, weiss ich auch nicht.

Apotheken aus aller Welt, 288: Kuopio, Finnland

Lena hat sehr fleissig Apotheken fotografiert: Danke!

Aus dem mitteleuropäischen Bern hat es meine Familie und mich diesen Sommer nach Finnland verschlagen, und ich hielt die Augen offen nach Apotheken. Erstaunlich, wie viele man sieht wenn man sich ein wenig achtet (gesucht habe ich sie nie) – die Kamera war leider nicht immer dabei, und von einer Apotheke weiss ich den Ort nicht mehr.
In Kuopio besuchten wir ein Museum über alte Häuser aus der Stadt(Das Ballenberg Finnlands sozusagen). Einige wurden schon dort erbaut, andere (wie auch die Apotheke) wurden später dorthin versetzt zu Ausstellungszwecken.

Ist meine Arbeit gar nichts wert? Nachtrag.

Nachtrag.

Nur eine Woche nach dem Vorfall, den ich hier beschrieben habe und der Kunde kommt mit einem Rezept vom Arzt. Für Schmerzmittel und ein Schmerzpflaster.

Ich erinnere mich an ihn, verhalte mich aber, als sei nichts.

Ich lege ihm das Schmerzmittel hin – erst die Tabletten.

„Ist das wie Voltaren?“ fragt er, noch bevor ich dazu komme etwas dazu zu sagen.

Pharmama: „Es ist ein anderer Wirkstoff, meist besser Magenverträglich, aber auch schmerzstillend und entzündungshemmend“

Mann: „Und was ist das für ein Pflaster?“

Pharmama: „Das enthält den gleichen Wirkstoff wie Voltaren. Sie können es 12 Stunden auf der Haut lassen. Es ist auch Schmerzstillend und entzündungshemmend“.

Mann: „Aber das habe ich ja schon in den Tabletten, das brauche ich nicht.“

Pharmama: „Okay, dann können wir das auch weg lassen. Möchten Sie es selber zahlen und einschicken, oder soll ich es über ihre Krankenkasse abrechnen?“

(Das ist mein sanfter Hinweis daran, dass ich mich an das letzte Gespräch erinnere.)

Mann: „Nehmen sie es über die Krankenkasse. Wissen sie, wenn ich nicht so Rückenschmerzen hätte, hätte ich das im Internet bestellt.“

Danke für die Erinnerung.

Ich lächle nur leicht, als ich es ihm einpacke. Und denke:  Ja … nur hätten sie es dort erst in 1, 2 Tagen bekommen. Frühestens, denn es ist Wochenende.

Und sie brauchen ja auch keine Beratung – was sollten dann die Fragen oben?

Das Pflaster wäre natürlich mitgeliefert worden – und verrechnet.

Aber ich rechne das für sie mit der Krankenkasse ab.

Auf Wiedersehen?

Preisdiskussionen – oder: ist meine Arbeit gar nichts wert?

Ich mag Diskussionen nach der Abgabe von Medikamenten auf Rezept über die Preise der Medikamente und die LOA gar nicht. Ich mache die Preise nicht, das sind hauptsächlich die Hersteller und bei den Sachen, die von der Grundversicherung übernommen werden – da hat der Gesetzgeber seine Hand drin, was die Preise angeht.

Für unsere Arbeit haben wir die Pauschalen, die zwischen den Krankenkassen und den Apotheken aushandelt wurden: den Vertrag nennt man von der LOA – Leistungs-Orientierten-Abgabe. Diese Pauschalen sind nicht wirklich hoch. Beide Pauschalen zusammen etwa CHF 7.30. Tatsächlich sind sie niedrig genug, dass etwa jede 4. Apotheke in der Schweiz sehr zu kämpfen hat. Dazu kommt noch, dass sie Nur für rezeptpflichtige Medikamente gelten, die von der Grundversicherung übernommen werden. Mehr über sparen an der Apotheke hier.

Trotzdem hatte ich wieder einen Kunden, der fand, er brauche für seine Medikamente keine „Beratungstaxe“ zu zahlen –schliesslich schaut der Arzt ja welche Medikamente er bekommt und erklärt ihm das. Also will er, dass wir ihm gar keine „Taxen“ verrechnen, ansonsten gehe er halt seine Medikamente via Internet besorgen.

Au ja. Das sind keine „Taxen“, das hat nichts mit Steuern zu tun. Das ist auch bei weitem nicht nur für eine „Beratung“. Das ist für unsere Ganze Arbeit, angefangen vom Medikament bestellen, an Lager halten, Patienten- Dossier führen, Interaktionen abklären, Nachfragen beim Arzt, Nebenwirkungen festhalten, mit Generika austauschen, Dosierungen kontrollieren, Medikamente und Anwendung erklären, Hauslieferungen, mit der Krankenkasse abrechnen und so weiter und so fort.

„Aber“ (sage ich ihm nach der Erklärung) „… ich könnte ihnen anbieten, auf eine der beiden Pauschalen (die für 3 Franken) zu verzichten, wenn Sie bereit sind, dafür die Medikamente gleich zu bezahlen und die Rezepte selbst der Krankenkasse zum Zahlen einzuschicken. Dann habe ich auch weniger Arbeit damit. Auf die ganzen Pauschalen kann ich nicht verzichten, denn DAS IST MEIN LOHN! Die Abgeltung für meine Arbeit! Arbeiten Sie etwa gratis??“

Ach, Sie sind pensioniert.

Ja, es tut mir leid, wenn Sie das nicht verstehen können.

In dem Fall gehen Sie von jetzt an ihre Medikamente im Internet bestellen. Das ist sicher auch viel weniger Arbeit für sie.

Danke dass Sie hier waren.

(Sehe ich den wieder?)