Apotheken aus aller Welt, 292: Oldenburg, Deutschland

Besten Dank an Daniela für dieses Schmuckstück einer Apotheke:

Ich lese seit etwa einem halben Jahr deinen sehr interessanten Blog mit und habe seit dem auch  vermehrt auf interessante Apotheken geachtet. :-)
Dabei ist mir diese hier in Oldenburg (Niedersachsen) ins Auge gesprungen. Besonders interessant fand ich dabei die Allegorien(?) mit Apothekermotiven an der neobarocken Fassade. Laut einem Hinweisschild wurde die Apotheke 1907 erbaut.

 

Unbeabsichtigte Überdosierung?

Die ältere Stammkundin kauft 2 Packungen Dafalgan Brausetabletten.

Pharmama: „Wissen Sie, wie man sie anwendet?“

Ich frage grundsätzlich etwas nach – speziell, wenn mehr als 1 Packung von etwas verlangt wird. Das hat seine Gründe – und bei Paracetamol ist das fast noch wichtiger als sonst.

Kundin: „Die sind nicht für mich, sondern für meinen Mann. Er nimmt die noch gerne. Nachts. Er denkt, sie tun ihm gut.“

Pharmama: „Wieviel nimmt er denn?“

Kundin: „Das weiss ich nicht so genau.“

Pharmama: „Er soll, vor allem, wenn er er häufiger nimmt, nicht mehr als 3 g, also maximal 6 Tabletten in 24 Stunden nehmen. Ansonsten ist das nicht gut für die Leber.“

Kundin: „Oh. Das ist nicht gut. Er hat schon Leber-Probleme.“

Pharmama: „Hmm … sie sollten ihm das unbedingt sagen. So harmlos ist das Medikament nämlich nicht – auch wenn es so günstig ist.“

Kundin: „Das bringt nicht viel. Er hat … Probleme mit dem Gedächtnis. Altersdemenz oder Alzheimer.“

Jetzt wo sie es sagt: das erklärt, warum ich ihn selber noch nie hier gesehen habe.

Pharmama: „Oh. Und sie sagten, er steht Nachts auf, um sie zu nehmen?“

Kundin: „Ja, ich glaube mehrmals.“

Pharmama: „Dann … könnte es sein, dass er mehr nimmt, weil er vergessen hat, dass er schon gehabt hat?“

Kundin: „Oh. Ja, das könnte sein.“

Pharmama: „Und wenn sie die Brausetabletten verstecken würden? Oder nur so viele herauslegen abends, wie er nehmen darf in einer Nacht? – Also … maximal 3?“

Kundin: „Das habe ich mit anderen Sachen schon versucht, das mit dem Verstecken. Er fängt dann an zu suchen, wenn sie nicht mehr da sind.“

Pharmama: „Ja, aber wenn Sie nur eine bestimmte Menge herauslegen, dann wissen Sie – wenn er zu suchen anfängt- dass die jetzt weg sind. Dann wissen wir zumindest, wieviel er da genommen hat.“

Kundin: „Das könnte ich machen. Aber was, wenn er dann mehr will?“

Pharmama: „Ich würde sie ihm nicht geben, wie gesagt, das ist nicht gut für die Leber – und damit für ihn selber.“        

Kundin: „Hmm. Und wenn ich etwas anderes in Brausetablettenform hinlegen würde?“

Pharmama: „Vielleicht niedrig dosierte Vitamin Brausetabletten?“

Irgendwelche Gedanken dazu?

Apotheken aus aller Welt, 291: Rovaniemi, Ranua, NilsiÑ – Finnland

Und ein letztes Mal von Lena: Row!
Die Apotheken in Finnland sind meist in alten Backsteingebäuden untergebracht (welche mir persönlich gar nicht gefallen), und deshalb von der Architektur her nichts Spezielles. Das schräge Dach der Apotheke von Ranua gefällt mir jedoch besonders gut!
Im Süden sind (wie alle öffentlichen Gebäude und Strassen) alle Apotheken zweisprachig angeschrieben, also auf finnisch und schwedisch.Sieht dann so aus:  Apeekki- Apotek

NilsiÑ:

 

 

Ranua

 

Rovaniemi

 

??

Es gibt keinen Grund auf mich ärgerlich zu werden.

Lieber Kunde. Kein Grund auf mich ärgerlich zu werden, nur weil ich Ihnen nicht einfach ein anderes Antibiotikum als das, was der Arzt auf Rezept geschrieben hat, abgeben kann.

Ich frage Sie dafür auch nicht, warum sie jetzt am Samstag mittag bei mir damit in der Apotheke stehen, wenn das Rezept schon vorgestern ausgestellt wurde.

Oder warum das ein Rezept aus Frankreich ist – und zwar nicht von einer Notfallstation oder so – sie sind offensichtlich (dem Dialekt nach) Schweizer -und jetzt auch in der Schweiz.

Oder warum der Arzt ausgerechnet ein Mittel aufgeschrieben hat, das es in der Schweiz seit Jahren nicht mehr gibt. Nicht einmal mehr den Inhaltsstoff.

Nein, ich kann das Ihnen nicht einfach durch „irgendein anderes“ ersetzen.

Das tut mir auch leid.

Was Sie jetzt machen sollen?

Da gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Zum Beispiel den ausstellenden Arzt anrufen, wegen einem Ersatz – das kann er uns auch faxen … falls er am Samstag erreichbar ist.

Das Medikament in Frankreich kaufen gehen – wenn er es aufschreibt scheint es das dort noch zu geben. Ist aber vielleicht ein bisschen zu weit für jetzt.

In der Schweiz zu einem Arzt gehen und einen geeigneten Ersatz aufschreiben lassen – wir haben auch ein paar „Walk-in-Kliniken“ in der Nähe.

Ja, ich weiss, das ist alles mit Aufwand für Sie verbunden. Und es ist Samstag. Und das kostet sicher etwas – ja, leider.

Aber vielleicht ist es auch nicht so dringend? Immerhin scheint es (*Blick aufs Rezept*) vorgestern und gestern noch nicht dringend gewesen zu sein … wieso heute auf einmal?

Hoppla, jetzt habe ich es doch erwähnt.

Er stürmt raus.

Schönes Wochenende!

:-(

Ja, das ist auch für mich unbefriedigend. Ich helfe gerne – wenn ich kann. Ein Antibiotikum aber einfach durch ein irgendein anderes auszutauschen liegt nicht in meinem Verantwortungsbereich – immerhin kenne ich die Diagnose nicht.