Original vs. Generikum oder Arzt vs. Apotheke (und Patient)

Vorausschickend: Ich habe nichts gegen Generika und empfehle sie wo möglich auch aktiv. Aber: es gibt Situationen, wo Generika nicht angebracht sind … aus medizinischen Gründen – oder manchmal auch bei wirklich älteren Leuten, die mit einem Wechsel nicht mehr zurechtkommen. Beispiel? Hier:

Im Moment haben wir einen Arzt, der versucht Machtspielchen zu spielen, was eher nervig ist als wirklich beeinträchtigend.
Der Arzt hat einen Patienten, der auch zu uns kommt. Selbiger Patient ist schon älter und langsamer und bekommt seit Jahren dieselben Medikamente – darunter auch Plavix.
Seit das Generikum herausgekommen ist, habe ich ihn darauf hingewiesen; mehrmals– aber er will nicht wechseln. Offenbar hat es auch der Arzt schon versucht – und im Januar hat er es ihm auch so aufs Rezept aufgeschrieben: „Clopidogrel“.

Ich habe dem Patienten damals die Packung Clopidogrel gegeben und ihm, als er fragte, was das neues sei, erklärt: „Das ist das Generikum vom Plavix, das sie schon haben – nichts neues. Es sieht nur etwas anders aus.“

Was soll ich sagen? Er weigerte sich, das zu nehmen: „Lieber zahle ich die 40% Selbstbehalt, das ist mir egal. Das andere nehme ich nicht! Ich bin die Plavix gewohnt – und nur die will ich!“

Alles beteuern, dass es dasselbe sei, nutzte nix.

Nun haben wir die Situation, dass er entweder die Original-Plavix nimmt – oder die Tabletten gar nicht einnimmt.

Ich habe ihm dann seine Plavix gegeben.

Nun kam er Anfang April wieder, als der Arzt gerade in den Ferien war und wir haben ihm für seine benötigten Dauer-Medikamente einen Vorbezug gemacht. Ja, auch für die Plavix.

Und was schreibt der Arzt auf den Vorbezug, den wir ihm gefaxt haben?
„Diesen Vorbezug unterschreibe ich nicht! Ich habe ihnen schon im Januar gesagt, er soll die Clopidogrel bekommen! Offenbar sind sie nicht in der Lage ihm das richtig abzugeben!“

In einem anderen Land wäre ich jetzt angeschmissen und trüge einen finanziellen Schaden. Aber hier und jetzt  beeindruckt mich das mässig. Das Gesetz erlaubt mir in der Schweiz nämlich in begründeten Ausnahmefällen eine Packung von maximal der gleichen Grösse, wie schon auf Rezept einmal zu wiederholen. Es ist ja nicht so, als wären die Medikamente hier nicht angebracht, also gibt das auch keine Probleme mit der Krankenkasse.

Ich freue mich schon auf das nächste Rezept für den Kunden mit Clopidogrel drauf (Nicht.). Ich habe Anweisung gegeben an meine Kolleginnen, in dem Fall sofort den Arzt anzurufen und den Kunden das gleich selbst mit ihm ausdiskutieren zu lassen.

Update Juli: auf dem neuen Rezept steht wieder Plavix.

:-P – lieber Arzt … musste das sein?

53 Kommentare zu „Original vs. Generikum oder Arzt vs. Apotheke (und Patient)

  1. Ein wunderbarer Artikel! Medikamente sind ja mehr als nur „Wirkstoffe“. Sie sind das „Beziehungsmittel“ zwischen Arzt und Patient oder Apotheker und Patient.

    Das Medikament hat immer auch eine „Bedeutung“ für den Patienten. Gewohnheit, Aussehen und Form des Medikamentes sind einfach wichtig. Man kann es mit dem „Übergangsobjekt“ von Kindern vergleichen: Selbst, wenn man exakt denselben Teddy neu kauft, ist es eben nicht der alte, geliebte Teddy. Was für Erwachsene zum Schmunzeln ist, ist für Kinder eine ernste Angelegenheit.

    So ist es auch mit Gesunden und Kranken. Wer krank ist, dem ist Vertrautes wichtig – besonders, wenn es etwas ist, das man körperlich aufnimmt. Ich finde es sehr wichtig, den Patienten hier ernst zu nehmen und wenn möglich, ihm sein Gewohntes zu lassen. Schön, wenn der Patient dann einen so verständnisvollen Apotheker hat!

    Dr. med. Dunja Voos, medizin-im-text

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    1. Ich bitte um Entschuldigung, dass der Kommentar erst jetzt auftaucht – aus irgendeinem Grund ist er im Spam Ordner gelandet, da habe ich ihn jetzt rausgefischt.
      Danke jedenfalls für die erklärenden Worte – sicher wahr.

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  2. Der kriegt vieleicht von der Generikaherstellerfirma seine Kugelschreiber…

    Ich finds nervig, dass ich bei jedem Arztbesuch mein Medikament von einem anderen hersteller verschrieben bekomme. Da habe ich endlich ein Generikum gefunden was Laktosefrei ist, da kriege ich wieder ein anderes aufgeschrieben was nicht frei von Laktose ist. *narf* weil ich nicht drauf geachtet hatte, darf ich nun um ein neues Rezept bitten und muss denen glaubhaft versichern, dass ich die Dinger (Panto) nicht an der Straßenecke verticke sondern lediglich versuche die Bauchschmerzen in Schach zu halten.

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    1. Ja, in Deutschland ist das Problem da noch etwas grösser, weil die Krankenkassen da praktisch diktieren, welches Generikum man jetzt nehmen muss – und das eben ständig wechselt, je nach Rabattvertrag, den sie neu gemacht haben. Da ist die Apotheke, die das nicht „richtig“ abgibt dann wirklich finanziell betroffen – die Kasse retaxiert sie einfach nachher. Nett.

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    2. Wie viel Laktose ist denn an so einer Tablette? Macht das denn wirklich einen Unterschied? Auch in „laktosefreien“ Produkten ist ja immer noch ein bisschen Laktose drin….

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      1. In der Regel (!) macht das bisschen Lactose (im niedrigen mg-Bereich) nichts aus. Bei vielen ist es einfach ein psychisches Problem – ich bin lactoseintolerant = ich vertrage 0,0000 Lactose.

        Sicherlich gibt es auch Menschen, die vertragen kleinste Mengen Lactose nicht, aber die sind äußerst selten.

        Wo man meist merkt, dass das mit der diagnostizierten Lactose-Intoleranz oftmals nicht ganz so tragisch ist, was Tabletten betrifft? Im Krankenhaus, denn da passt niemand darauf auf, dass lactose-intolerante Patienten keine lactose-haltigen Präparate bekommen. Da gibts das, was vorrätig ist. Und oh wunder, die allermeisten haben keine Probleme. (hab selbst ein halbes Jahr Tabletten gestellt auf einer Station)

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      2. im Großen und Ganzen vertrage ich geringe Mengen. Bei mir scheint sich das zu „sammeln“ bis ich irgendwann die Schwelle erreicht habe, wo ich mit Krämpfen unzurechnugnsfähig am Boden liege.

        Meine Schwelle sinkt immer weiter ab, ich vertrage immer weniger. Bei gelegentlichen Medikamenten ist es nicht so tragisch, bei regelmäßigen Sachen merke ich den ganzen Tag über ein leichtes Grummeln.
        Manche Pillen (Anti-Baby-Pille) sind mit einer Schicht aus Laktose überzogen. Das ist toll für junge Mädels, die schlucken es dann lieber weil es a) süßlich schmeckt und b) besser flutscht. Das sind aber die Präparate nach denen ich direkt Krämpfe kriege.

        Am allerbesten fahre ich damit, Laktose wo es geht zu vermeiden. Das gilt auch für Tabletten denn wieviel Laktose da drin steckt steht selten drauf.

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  3. Warum musst Du das dem Arzt erklären, Blogolade? Wenn er Dich kennt, sollte er von Deiner Laktoseintolleranz wissen und dann auch kein Medikament verordnen, in dem Laktose enthalten ist.

    Ich kann verstehen, dass der ältere Herr kein neues Medikament möchte. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Was den Arzt betrifft: der hält sich für unfehlbar, noch aus der Ecke „Halbgötter in Weiss“.

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    1. Der Arzt sucht ungerne das raus, das bedeutet für ihn einen größeren Aufwand (Rote Liste, alle Generika nachschlagen). Außerdem denkt er oft genug nicht daran, dass in Medikamenten Laktose ist. Leider.
      Wenn ich einmal was habe, was frei ist, denke ich auch nicht mehr dran und wenn er es wieder verschreibt, schaue ich oft nicht aufs Rezept weil ich zunächst gar nicht auf die Idee komme, dass er diesmal ein anderes Generikum aufgeschrieben haben könnte. :-/

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  4. Naja, hier in D ist das durch Rabattverträge ja noch schärfer. Und dann gibt es Ärzte, die setzen mal das „aut idem“-Kreuz (dann darf ich das verordnete Medikament nicht austauschen) und mal auch wieder nicht (dann muss ich den derzeit gültigen Rabattvertrag erfüllen – soweit die Firma liefern kann).

    Die Verwirrung beim Patienten ist komplett und die meisten Ärzte wissen das mit der ganzen Rumtauscherei nach 4 Jahren immer noch nicht…

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  5. Ich finde, wenn ein Arzt ein „neues“ Medikament verschreibt, also eines von einer anderen Firma, dann sollte er das dem Patienten auch erklären und notfalls mit ihm aisdiskutieren. Meine Hausärztin tut das auch. Aber auch wenn ich zu einem Facharzt gehe, und er mir etwas verschreibt, das ich nicht kenne, weil vorher etwas anderes eingenomme, dann erwarte ich von ihm, dass er mir das erklärt, mich überzeugt oder mir mein gewohntes, gewünschtes Produkt verschreibt

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    1. Hier in der Schweiz ist es so, dass eine Menge Ärzte und vor allem die Spitäler (!) häufig die Originale aufschreiben – und die Apotheke darf sich dann anschliessend darum kümmern, das auszutauschen.

      Das ist einerseits gut, können wir dann doch basierend auf Fachwissen (ja und auch betriebswirtschaftlichen Grundlagen wie Verfügbarkeit, Lager …) ein geeignetes Generikum abgeben,

      andererseits braucht es auch ziemlich Überredungsarbeit und Erklärungen – speziell ungut ist das bei Leuten, die der Sprache nicht so mächtig sind, oder eben bei manch älteren Leuten – eben wegen der Gewohnheit. Aber dafür sind wir da.

      Der Arzt wird übrigens von einem Austausch informiert (das übernimmt bei uns die Abrechnungsstelle).

      Ganz daneben finde ich Bestrebungen, die uns vorschreiben wollen, dass wir immer das billigste Generikum abzugeben hätten – mal abgesehen, dass das ständig wechselt hätten wir auch hier wieder das Problem der Gewohnheit des Patienten und gelegentlich auch der Qualität.

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      1. Das mit dem Original – das hab ich hier auch. Und eine Apothekerin, die mir dann auf die Schachtel nicht nur (wie grundsätzlich) die Einnahmevorschriften noch mal aufschreibt, sondern auch unter den Markennamen in Klammern „=§Originalprodukt§“. Was natürlich auch nur in den Regeln der Generikaverordnungen stimmt, aber ich weiß dann eben, daß Produkt X auf dem Rezept dem Produkt Y in der Tüte entspricht.
        Ob die „Sécu“ da Schwierigkeiten macht, wenn nicht das günstigste Produkt abgegeben wird, weiß ich allerdings nicht. Die Zuzahlungen werden mir ja von den Erstattungen für die Arztbesuche abgezogen.

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  6. Klar, für manche Patienten ist das sicher verwirrend, wenn immer mal wieder ein anderer Name auf der Packung steht und für Apotheker vielleicht auch nervig, aber eigentlich macht es nur Sinn immer das billigste Generikum zu nehmen (und in manchen Fällen wie z.B. Laktoseintoleranz dann nur eine Ausnahme zu machen.).
    Es gibt keinen Grund, warum Firma A mehr an einem Medikament verdienen sollte als Firma B, wenn nur der Name anders ist. Die Medizin kann heute unglaublich viel, aber das kostet auch alles Geld und wenn Kassenpatienten dann noch MRTs bezahlt kriegen sollen ohne, dass die Beiträge immer weiter steigen, dann muss eben an anderer Stelle gespart werden und nicht unnötig Geld ausgegeben werden. Wer aus Gewohnheit doch das alte haben will, kann doch glaube ich auch in Deutschland die Differenz dann selber zahlen, oder? Wenn nicht wäre das ja vielleicht eine Alternative.
    Aber abgesehen davon, hat der Arzt sich in dem Fall schon ziemlich im Ton vergriffen, auch wenn er vielleicht ursprünglich das richtige wollte.

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    1. Naja, nur, weil der Preis der Originale höher ist als der Preis der Generika, heißt es ja nicht, dass die Originalhersteller auch mehr daran verdienen. Denn die müssen die gesamte Entwicklung, Studien etc. bezahlen, was bei den Generika nicht anfällt.

      In Deutschland können Patienten übrigens auch das Original nehmen, müssen dann nur einen gewissen Teil selber zahlen.

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      1. @H1667 ganz so einfach ist das in Deutschland leider nicht. Denn wenn ein Rabattvertrag greift, muss der Patient erst mal alles zahlen. Er kann dann mit Rezeptkopie und Kassenbeleg zu seiner Krankenkasse gehen und sich einen Teil des Geldes zurückerstatten lassen (siehe auch hier beim Kollegen: http://goo.gl/GiMkt

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      2. Ja aber dafür gibt es ja Patente: Die ersten Jahre nach Entwicklung eines Medikamentes gibt es ja gar keine Generika, die kommen erst wenn die Patente auslaufen und bis dahin sind die Unternehmen mit Sicherheit schon im grünen Bereich da wird schon drauf geachtet ;).
        Ich bin niemand der immer von der bösen „Pharmalobby“ redet aber Verluste macht ein Unternehmen nicht wenn es Aspirin zum gleichen Preis wie ASS Ratiopharm verkauft o.ä.. Die Preise werden ja extra auf die Zeit die noch bleibt bevor es lauter gleiche Präparate gibt ausgelegt.

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        1. Ja, aber Bayer wäre schon ja schön blöd, wenn es den bekannten Markennamen „Aspirin“ zum selben Preis wie ASS Irgendwaspharm verkaufen würde.
          Das ist wie bei T-Shirts: Wenn Du da ein Shirt von Esprit oder P&C kaufst, dann zahlst Du für ein Shirt gleicher Qualität auch mehr als für ein No-Name-Shirt bei nem anderen Händler. Da zahlt man für den Markennamen mit.

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          1. Ja und gerade darum finde ich sollte man immer das billigere Generikum nehmen, für einen Markennamen zahle ich meine Kassenbeiträge nicht;).

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          2. Ja, der Austausch von Original gegen Generikum macht schon Sinn.

            Ich wende mich nur gegen Deine Argumentation, dass es immer das „billigste“ sein soll. Die Preise ändern sich monatlich, so dass der Patient bei einer Dauermedikation auch alle drei Monate dann ein neues Medikament von einer anderen Firma bekommt.
            Ich habe weiter unten schon geschrieben, dass die Spanne bei der Bioverfügbarkeit von 80%-120% vgl. zum Original beträgt. Wenn man Pech hat, tauscht man 80% gegen 120%. Und das ist ein klinischer Unterschied.
            Und glaube mir weiterhin: Opa Meier, der leicht tütelig ist, checkt das nicht, wenn er da mal ne blaue Schachtel und dann beim nächsten Mal ne gelbe Schachtel bekommt. Der weiß, dass die gelbe Schachtel für seinen Blutdruck ist und er da morgens und abends je eine Tablette nehmen soll. Gib ihm eine zweite gelbe Schachtel für sein Herzproblem (die er halbieren soll und nur morgens einnehmen soll) und er schluckt diese Tabletten ebenfalls morgens und abends („Es steht doch auf beiden schließlich die Firma „Sandoz“ drauf, wird schon dasselbe sein.“).

            Und ab und wann muss man trotzdem das teuere Original abgeben: Zum Beispiel im Beispiel von Pharmama. Manche Rentner können verdammt stur sein, die würden das Generikum nicht nehmen. Da können sowohl Arzt als auch Apotheker sich einen Wolf reden.
            Ein anderes Beispiel ist z.B. Omeprazol bei Sondenernährung. Nur das Originalpräparat ist aufgrund der Formulierung sondengängig (weil mörserbar), die Generika werden im Magen durch die Magensäure inaktiviert, da der magensaftresistente Filmüberzug durch das Mörsern zerstört wird.

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  7. Könnte es sein, daß Sie so sehr für Ihren älteren Patienten mit seinen Vorbehalten so extrem eintreten, daß das Originalpräparat 80 (!!!) mal so teuer wie das Generikum ist?

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    1. Sie meinen *weil* das Originalpräparat teurer ist?
      Nein. Finanziell habe ich dank unserem Abgeltungssystem keine (oder kaum) Vorteile, wenn ich ein Original abgebe -egal wieviel teurer. Wir werden hauptsächlich über die Pauschalen entlöhnt und die sind gleich hoch, egal wie teuer oder günstig ein Medikament ist.
      Tatsächlich bekomme ich sogar das erste Mal, wenn ich den Patienten überzeugen kann vom Original zu einem Generikum zu wechseln etwas für die Überzeugungsarbeit .

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        1. Da muss ich Dich teilweise enttäuschen :) Auch in Deutschland wird pro vreschreibungspflichtigem Medikament eine feste Pauschale berechnet – egal, wie teuer das Medikament ist. Die Apotheke bekommt 8,10 Euro, und davon gehen wiederum 2.05 Euro (bis 2010: 1.75 Euro) als gesetzlich festgelegter Kassenrabatt an die gesetzlichen Krankenkassen. Dazu kommt ein Aufschlag von 3% – und dadurch unterscheiden sich dann die Generika oft so geringfügig voneinander, das man dort kaum (es gibt Ausnahmen, ja) ein bestimmtes bevorzugen wird. Und Originale werden schon von Arztseite aus immer weniger verschrieben aus Kostengründen…

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          1. Privatpatienten zahlen erst einmal alles selbst und müssen dann mit ihrer Kasse und gegebenenfalls auch noch der Beihilfe verhandeln, ob die das übernimmt. Die übernimmt nicht mal unbedingt alle Produkte, die die GKV bezahlen. Tja…

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    1. Ich verstehe die Frage nicht ganz?
      Für das günstigere Generikum hätte er nur 10% Selbstbehalt. Für das Original halt jetzt, wo es ein Generikum gibt 20%. Das ist ein weiterer Anreiz zu wechseln. Er „muss“ aber nicht wechseln, nur dann zahlt er halt mehr.

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      1. Ich meine: Der Arzt macht ihn auf das Generikum aufmerksam, Sie machen ihn darauf aufmerksam, er will weiterhin das Originalprodukt.
        Warum sollte der Arzt da weiterhin auf das Generikum bestehen und warum müssen sie bei Vorbezug irgendwelche Ausnahmeregelungen nutzen? Sie dürfen den Wirkstoff doch abgeben oder dürfen Sie (normalerweise) nur genau das auf dem Rezept verordnete Medikament und nicht das Original abgeben?

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  8. Mein Hauptproblem mit Generika ist eben das sie NICHT gleich sind.
    Oder jedenfalls nicht immer.
    Ich merke das Generika A besser wirkt als das Original, Generika B aber länger braucht zum wirken und Generika C eben was drin hat auf das ich allergisch reagiere.
    Der Arzt hat meist keine Ahnung was überhaupt drin ist in dem Zeug, geschweige denn das der auf Wechselwirkungen achtet!

    Liebe PharMama, ich überlege langsam wirklich ob ich nicht in die Schweiz ziehe….

    Und sechstelgott, je nach Schwere der Unverträglichkeit kann 1 Milligramm mehr an Laktose schon einen großen Unterschied ausmachen!

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    1. Ich weiß nicht, was Sie für Ärzte haben, aber die, die ich kenne, passen durchaus, wenn nötig, das Schema nach dem die Tabletten genommen werden müssen an.
      Die Wirkung kann sich per Definition nicht unterscheiden, nur Dinge wie die Dauer bis zum Wirkeintritt etc.. Wer trotzdem die anderen haben will, soll die von mir aus haben, nur die Differenz für diesen „Luxus“ sollte man dann selber zahlen müssen.
      Also auf dem Joghurt bei uns im Kühlschrank steht nur, dass die Laktose unter der Bestimmungsgrenze von 0,1g/100g liegt. Sprich in einem solchen Töpfchen können noch gut 99 mg Laktose sein, trotzdem sind die ja gerade für laktoseintolerante Menschen gedacht….

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      1. Richtig. Aber gegessen wird der Joghurt nur von denjenigen Laktoseintoleraten, die kleine Restmengen Laktose immer noch vertragen können (so wie ich). Andere, bei denen schon die kleinste Kleinstmenge Laktose zu allerschwersten Symptomen führt, müssen leider ganz auf Milchprodukte verzichten und vertragen auch Tabletten, in denen kleinste Mengen Laktose enthalten sind, überhaupt nicht.

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        1. Kann ich so nicht bestätigen. Meine inzwischen 18jährige Tochter landete mehrmals auf der Intensiv, weil „Spuren“ von Lactose in Lebensmitteln oder, noch krasser, in Medikamenten. Joghurt konnte sie dagegen immer essen. Als sie 18 wurde, glaubte sie auch, das sei alles übertrieben (vielleicht hat sie vorher mit Ihnen gesprochen?) wurde etwas nachlässiger und bekam die Quittung prompt.

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          1. Was die Laktose im Joghurt angeht, gibt es ja auch die Ansicht, das diese durch den… öhm… Gärprozess oder so (also das, wo aus Milch Joghurt wird) abgebaut wird und darum für Laktoseintolerante wieder besser verträglich ist. Bei mir ist das inzwischen so, das ich eigentlich nur die laktosefreie Milch kaufe und benutze und alles andere (Sauermilchprodukte, Käse) in „normal“ und das so auch gut vertrage. UNd es schmeckt auch einfach besser als das laktosefreie Zeug. :-)

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          2. Mit was für Symptomen kam sie denn da auch die Intensiv? „Aua ich habe Blähungen ich bin in akuter Lebensgefahr!“?
            Klingt für mich nicht gerade nach einem Notfall….

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        2. Kleinste Mengen Laktose können überhaupt nicht zu „allerschwersten“ Symptomen führen. Die Symptome kommen daher, dass Bakterien im Dickdarm (wo normalerweise keine Laktose mehr ankommen sollte.) die Laktose „verarbeiten“, wobei Gase anfallen. Pro Molekül Laktose kann da nur eine ganz bestimmte Menge Gas bei entstehen. Dieses Gas führt dann zu Blähungen, Flatulenz und den damit eben verbundenen abdominellen Beschwerden. Irgendwann werden die Mengen der Laktose dann so gering, dass das bisschen Gas keinen Unterschied mehr macht.

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          1. Sag mal, weißt Du eigentlich, wovon Du hier sprichst, lieber sechstelgott? Verarschen kann ich mich auch selber. Und wenn für Dich schwerer Asthmaanfall, Zusammenbruch des Stoffwechsels, Apathie bis Ohnmacht, und das innerhalb weniger Minuten nach dem „Fehlgriff“ keine Gründe sind, auf der Intensiv zu landen….
            Damit verabschiede ich mich aus dieser Diskussionsrunde, ich dachte, ich hab es hier mit Leuten zu tun, die an einem ernsthaften Meinungsaustausch interessiert sind.

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          2. Aha… Sagen Sie mal, wissen Sie eigentlich wovon Sie hier sprechen? Asthmaanfälle werden ausgelöst durch eine Typ I Hypersensibilität. Also so eine „klassische Allergie“. Laktoseintoleranz ist eine Intoleranz. Keine Allergie. Bei der Typ I Hypersensibilität reagieren Mastzellen auf einen an sich harmlosen Reiz mit der Ausschüttung diverser Mediatoren wie z.B. Histamin. Dadurch kommt es zur Vasodilatation, Erhöhung der Permeabilität der Gefäße (–> Ödem) und zur Bronchokonstriktion (–> Asthma).
            Laktoseintoleranz beruht auf dem Mangel an Laktase, der dazu führt, dass Laktose statt im Dünndarm abgebaut zu werden in den Dickdarm gelangt und dort von Bakterien abgebaut wird, wobei Gase entstehen, die zu den typischen Symptomen führen.
            Also entweder Ihre Tochter hat keine Laktoseintoleranz sondern eine Allergie (was schon eine Sensation wäre, wenn sie auf ein Zuckermolekül allergisch wäre….), oder es war etwas anderes, worauf sie reagiert hat, oder das ganze war psychosomatisch…..

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      2. Der Satz von Sechstelgott, dass sich die Wirkung nicht unterscheiden kann, ist nicht ganz korrekt. Die Bioverfügbarkeit muss beim Generikum zwischen 80%-120% verglichen zum Original liegen. Das ist oftmals kein Problem, es gibt aber durchaus Arzneistofffe, die eine enge therapeutische Breite haben (Schilddrüsenhormone, Marcumar, Herzglykoside, etc.), da wirds mit dem Austausch schwierig.

        Bei dem Fall, den Pharmama geschildert hat, hat man ein Problem mit der Compliance (am besten zu übersetzen mit: Einhaltung der Medikation durch den Patienten), sprich: Wenn der Patient (Pharmama schreibt „etwas älter“, ich würde mal vermuten: daher etwas renitent) nur das Plavix nimmt und Clopidrogelgenerika daheim in die Mülltonne wirft, dann hilft das seiner Medikation nicht.

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        1. Danke, McCloud!

          Und Sechstelgott, vielleicht solltest du dich einfach mal etwas mehr informieren bevor du hier „laberst“.
          Fang am besten bei den Generika an, also Wirkweise und „Gleichheit“, arbeite dich vor zu Intoleranzen und Allergien (achte besonders auf die Milchallergie, die auch im Team mit Laktoseintoleranz auftreten kann) und am Schluß besuchst du mal ein paar mehr als bisher Ärzte um zu sehen ob sie alle aufpassen bei dem was sie verschreiben.
          Wenn du damit fertig bist wirst du über das, was du hier geschrieben hast, nur den Kopf schütteln.

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          1. Milchallergie kann nichts mit Laktose zu tun haben (vielleicht sind laktosintolerante Menschen prädisponiert dafür, aber das ist etwas anderes). Allergien kann man nur auf Proteinehaben. Hätte Sie sich mal zu Allergien „vorgearbeitet“, wüssten Sie, dass für die „klassische Allergie“ IgE Antikörper verantwortlich sind. Dafür muss die entsprechende B – Zelle zum Klassenswitch von IgM auf IgE angeregt werden. Dafür braucht es die Hilfe von T – Zellen, denen die entsprechenden Antigene präsentiert werden müssen, was wiederum nur bei Proteinen möglich ist.
            Bitte unterstellen Sie mir nicht zu „labern“, wenn Sie sleber scheinbar kaum eine Ahnung vom Thema haben und noch weniger wissen, was ich darüber weiß.

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  9. Klingt bisschen so, als wäre primär der Patient hier das renitente Element…
    Es gibt für ihn (noch) keinen objektiven Grund, das neue Präparat zu verweigern, da er es noch nicht mal probiert hat. Außerdem: Warum besteht er nicht beim Arzt darauf, sein Original zu erhalten, und lässt dieses Machtspielchenstatt dessen die Apothekerin mit dem Arzt ausfechten?! Beim Arzt hat der die KLappe anscheinend nicht weit genug aufbekommen, um auf „stur“ zu schalten…Das ist auch nicht gerade nett…

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  10. Ich stimme Pharmama zu.
    Ich hatte selbst um 18:33 Uhr noch was dazugeschrieben, da das weiter oben eine sinnvolle Diskussion war. Leider hatte ich den Rest weiter unten erst danach gelesen.

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  11. @Tintenfischchen: die Kalkulation ist bei Privatpatienten nicht anders. Auch hier darf die deutsche Apotheke 3% auf ihren Einkaufspreis plus die 8,10 Euro aufschlagen. Dazu kommt dann noch die Mehrwertsteuer. Einzig die Abrechnung unterscheidet sich: der Privatpatient streckt den kompletten Betrag, den das Medikament kostet, vor, der Kassenpatient zahlt „nur“ die Zuzahlung. Die Zuzahlung geht aber nicht an die Apotheke, sondern an die Krankenkasse.

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  12. Also, die Apotheke bekommt 8,10 Euro pro Rezept? Und die 3%?
    Aber von den 8.10 gehen nochmal mehr als 2 Euro an die Krankenkassen?

    Das ist verdammt wenig, finde ich!
    Kein Wunder das die meisten Apotheken überquellen vor Komsetika und ähnlichem, das man immer „nur“ die PTA am Tresen hat und die einem am liebsten das homöopathische Zeug verkaufen will. Mit den Medikamenten machen die ja jeden Monat nur Minus, wenn man die Kosten für Lagerung, Kühlung und so bedenkt.

    Noch ein Grund mehr für mich auch weiterhin jede „Kleinigkeit“ wie Sonnencreme, Fußcreme oder auch nur den Labello lieber in der Apotheke als im Supermarkt zu kaufen.

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  13. Das ist ja nett. Die meisten Leute denken aber anders. Da wird erst das Wissen abgefragt (das geht ja nicht so einfach im Netz) und dann über Internet bestellt. Oder um den Preis gefeilscht, weil wir ja so gut betucht sind und zu viel verdienen….

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  14. Gluecklicherweise haben wir in Italien keine solche Probleme: mein Arzt schreibt den Namen vom Medikament. Wenn ich das gratis von der K-Kasse bekomme, fragt mich die Apothekerin: „Willst du das Original oder das Generikum? Im ersten Fall, bezahlst du den Preisunterschied“
    Ich vertraue auf meine Apothekerin :-)

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  15. Ich hab das gleiche Problem (als Patient) gerade mit meinem Neurologen und der Apotheke unten im Haus. Allerdings „Original“ vs. Re-Import.

    Der Arzt verschreibt Re-Import, die Apotheke hat gerade nur das „Original“ im Kühlschrank für mich gelagert. Beim nächsten Mal: andersrum. Da das bei Copaxone gut 100 Euro Unterschied sind, kann die Apotheke dann auch nicht einfach nach Gutdünken das Medikament mitgeben. Ärgerlich für mich weil die Apotheke im Gegensatz zu anderen keinen Lieferdienst hat und nicht gerade um die Ecke liegt.

    Mittlerweile scheinen die sich aber geeinigt zu haben mit dem Arzt, die letzten Packungen konnte ich wieder richtig abholen :) .

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