Aber ich wollte etwas anderes!

2011 Ok, ok, Sie sind also Krankenpfleger von Beruf und „kennen sich mit Medikamenten aus!“

Aber … das ist trotzdem kein Grund auf mich stinkig zu werden, sobald ich ihnen die Oculac Augentropfen, die der Augenarzt ihnen verschrieben hat gebe.

Ja, ich weiss auch, dass das sogenannte „künstliche Tränen“ sind – also eher zum Befeuchten des Auges geeignet als bei Augenreizungen wegen Allergie.

Nein, ich weiss nicht, warum der Augenarzt ihnen nichts gegen Allergie aufgeschrieben hat. Vielleicht hat er gedacht, es reicht, wenn sie die Augen mit ein paar Tropfen von diesen jeweils spülen?

Ja, ich glaube ihnen, dass sie ihm das „richtige“ gesagt haben.

Vielleicht kann ich Ihnen etwas nicht rezeptpflichtiges gegen Allergien anbieten? Da gibt es ein paar sehr wirksame Mittel, die ich abgeben darf … Spersallerg oder auch Emadine … Sie kennen sie sicher?

Ah, Sie nehmen die Oculac und gehen damit gleich selbst wieder zum Arzt. Ich denke, das ist die beste Idee – auch wenn sie dann wieder warten müssen.

Warum fragen diese Leute nicht den Arzt, was er auf das Rezept schreibt? Ich meine … wenn sie sich schon „mit Medikamenten auskennen!“ ? Und warum bin ich dann schuld, wenn dann nicht draufsteht, was sie gern gehabt hätten?

13 Kommentare zu „Aber ich wollte etwas anderes!

  1. Oh wie gut kenne ich das. Um auf deine Frage zu antworten, warum du denn schuld bist: Wir in der Apotheke sind immer schuld und es gibt auch ein weltweit geltendes Gesetz, das besagt, dass man uns ungestraft ständig beschimpfen darf. (Vielleicht merkt man es, ich hatte die Woche schon wieder ein paar von der Sorte in der Offizin …)

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    1. Ich glaube, dass „immer Schuld“ gilt leider für viele verkaufende und serviceleistende Geschäfte. Z.B. in der Bäckerei, wenn 1 Minute vor Geschäftsschluß nicht mehr alle Brotsorten verfügbar sind.

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    2. Das war vor kurzem der Grund, warum mein Chef bei der Kammer jemanden ansprach, wie man denn seine Mitarbeiter bzw. der Mitarbeiter sich selbst, vor dem, durch die Gesundheitsreform völlig (zu recht ?) verägerten Kunden, schützen könnte ……

      Und mal ehrlich, wenn ich nicht sooo verdammt nette Arbeitskollegen und dazu noch einen tollen Chef hätte, hätte ich schon längst die Flucht ergriffen. Denn allmählich bekomme ich Angst wenn ich so gewisse Komentare hier lese !!!!

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        1. Der Post von Kati (ganz oben) hat mich doch sehr ins grübeln gebracht ….. Das, was sie geschildert hat, trifft nämlich genau die Situation, die ich 5 Tage die Woche für 8 Stunden erlebe …. grusel

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  2. ja, liebe Pharmama, das ist nun mal die Folge der Erziehung (dem Arzt widerspricht man nicht ;-) )
    .. da bleibt nur das Ende der Kette übrig, um seinen Frust abzulassen:
    Das Leben ist nicht fair :-(

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  3. die rezepttinte des allwissenden, gottähnlichen arztes, dem man nie widersprechen darf, wird erst in der apotheke sichtbar!

    beruhigt mich aber, dass das diese sorte an kunde/patient überall gibt. „wie? der arzt hat nur xyz aufgeschrieben? zeigen sie mal her!“ (und *ratsch* wird einem das rezept weggerissen) […]

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  4. Mit welcher Hirnverrenkung schafft man es, dem Apotheker die Schuld zu geben, weil der Arzt vielleicht etwas falsch gemacht hat (vielleicht aber auch nicht)?
    Ich staune wirklich, wie viel schlechte Laune Leute ertragen müssen, nur weil sie genau das tun, was sie tun sollen.

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    1. Willkommen im Alltag der Apotheke Claudia,

      Wir sind am HV-Tisch der absolute Prellbock was den Unmut der Patienten angeht. Selbst wenn der Arzt was „falsches“ verordnet hat, und der Patient das einsieht, bekommen wir das einfach ab bzw, zu spüren …. zum Beispiel hatte ich vor ein paar Tagen eine Kunden, die die Apotheke mit folgenden Worten verließ: „Diesmal geh ich hier unzufrieden raus, auch wenn sie dafür nichts können“ …. das bleibt einfach hängen :-( (Grund war, das der Arzt ihr ihre Augentropfen von einem anderen Hersteller als sonst verordnet hatte, und wir ihr zu Zweit erlärt haben, das wir weder das Medikament umtauschen können, noch ihr einfach die Augentropfen von der Firma aushändigen, von der sie die vorher hatte )

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      1. Ich erlebe Apotheken in aller Regel als Orte, wo man gut beraten wird und bekommt, was man braucht – auch wenn es gelegentlich nicht sofort da ist, aber das ist ja kein Drama.
        Allerdings müssen Apotheker wohl auch Verständnis haben, wenn Leute überreizt und maulig sind, die schlichtweg ernste Beschwerden haben, Schmerzen, gerade eine unschöne Diagnose gehört haben oder dergleichen. Aber die hier vorgestellten Glanzleistungen von Kunden sind ja oft nicht so zu erklären, sondern eher mit allgemeiner Arroganz und schlechter Laune.

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  5. Das Problem ist durch das E-Rezept jetzt aktueller denn je. Früher konnte man ja einfach aufs Rezept gucken und noch in der Praxis prüfen.

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    1. Deshalb drucken wir auch – ganz altmodisch – immer noch die Rezepte aus und geben sie den Patienten mit.

      Nur wenn der Patient in der Apo steht und etwas möchte und dann die Apo bei uns anruft, machen wir es elektronisch.

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