Für was ist das schon wieder?

Ruft eine ältere Frau in der Apotheke an.

„Ich habe vom Arzt ein Medikament aufgeschrieben bekommen, habe aber keine Ahnung, für was das ist. Könnten sie mir das sagen?“

Das Medikament um das sie sich sorgte war Aricept, sie hatte keine Ahnung weshalb sie die nehmen muss.

Der Apotheker erklärt ihr für was es ist – sie sagt, sie begreift nicht, warum ihr Arzt ihr das verschreiben würde, das Problem habe sie gar nicht.

Der Apotheker erklärt ihr, dass manche Medikamente auch für andere Probleme eingesetzt werden als das sie ursprünglich sind (z.B. Antiepileptika bei Migräne), er sich aber bei Aricept keiner sogenannten off-label Anwendung bewusst ist.

Frau: „Dann muss ich am Montag wohl den Arzt anrufen und das besprechen.“

Keine 5 Minuten später ruft sie wieder in der Apotheke an: „Für was haben sie gesagt ist das Aricept noch mal?“.

Und dann nach weiteren 5 Minuten nochmals „Entschuldigen sie, für was haben sie gesagt, braucht man das?“

Der Apotheker wundert sich jedenfalls nicht mehr, warum der Arzt ihr das verschrieben hat.

Aricept ist ein Mittel gegen Alzheimer.

Manchmal finde ich sowas echt tragisch.

6 Kommentare zu „Für was ist das schon wieder?

  1. Tragisch ist es schon, dennoch konnte ich mir beim Lesen ein Schmunzeln nicht verkneifen. Ist das jetzt verwerflich? Immerhin hat es ja etwas von Realsatire.

    Ich habe eine Patientin, die alle paar Monate zu mir kommt, um mit mir über ihre zunehmende Vergesslichkeit zu sprechen. Wir haben schon dreimal einen Mini-Mental-Status (MMS, ein einfacher Vortest zur Demenzdiagnostik) gemacht, jeweils mit unauffälligem Ergebnis. Ausserdem war die Patientin auf unsere Veranlassung schon in der Memory-Clinic; auch dort wurde nichts Pathologisches gefunden. Was soll man da noch machen?

    (Nebenbei: ich hoffe, der im Text genannte Arzt hat die Alzheimer-Diagnose sauber und lege artis gestellt – die Versicherungen stellen sich nämlich bei diesem Medikament total an, wenn der Verschreiber das nicht genau nachweisen kann.)

    Like

    1. Dass sich die Versicherungen da „total anstellen“, könnte vielleicht mit dem Preis zu tun haben. Während das Original 10mg 98Tabletten in D über 400€ kosten, liegt das Generikum dazu zwischen je nachdem zwischenb 37€ und 67€ auf 98 Tabletten.

      Aber seit Memantin-Generika 10mg und 20mg im selben Preisbereich liegen wie Donazepil, ist die Abgabe von Donazepil bei uns stark rückläufig.

      Like

    2. Ich weiß nicht, ob das hilft, aber mein Vater bekam seine zunehmende Vergesslichkeit aufgrund einer Depression. Wenn er zum Beispiel unterwegs ist, mal was Neues erlebt, ist sein Gedächtnis auch wieder gut. Vielleicht liegt hier auch so etwas vor.

      Like

        1. Absolut. Mein Vater ist glücklicherweise mittlerweile in Therapie und eine Demenz konnte ausgeschlossen werden.

          Like

Was meinst Du dazu? (Wenn Du kommentierst, stimmst Du der Datenschutzerklärung dieses Blogs zu)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..