Minigrippe

(Kein Covid-Post trotz Titel)

Wir haben eine alte Patientin mit zunehmend Problemen betreffend der korrekten Einnahme der Medikamente. Sie bekommt seit ein paar Wochen ein Wochen-Dosett durch uns gerichtet – aber auch damit kommt sie noch nicht so wirklich zu schlage. Wir hatten schon manches Telefonat wegen wegen seltsamen Problemen, zum Beispiel weil sie darauf bestanden hat die Medikamente aus dem Dosett zu nehmen und sie anders zu ordnen. Das letzte Telefon war dass eine Tablette gefehlt habe. Die Dosette werden bei uns vor Ausgabe kontrolliert, aber – es könnte ja sein. Auch wenn sie die Tabletten nur verloren hat, sie braucht eine neue.

Also haben wir ihr die Tablette, die sie als fehlend gemeldet hat nachgeliefert. Es handelt sich um ein Antibiotikum, das sie nur 3 x pro Woche einnehmen muss. Die Abgabe erfolgte als einzelne Tablette in einem kleinen Plastiksäcklein (mit Ziploc-Verschluss) statt im Dosett.

Beim nächsten Anruf nur 2 Tage später beklagt sie sich bei uns, dass ihr Blutdruck entgleist sei. Wegen der Tablette, die sie von uns bekommen hat. Ihr Blutdruck sei auf einmal viel höher! Sie habe wahrscheinlich eine falsche Tablette von uns bekommen, das sei ein Medikament gegen Grippe gewesen!

Seltsam. Wie kommt sie wohl darauf? Auf dem Säcklein war nur eine Etikette mit dem Medikamentennamen und ihrem Namen. Es war das, was sie schon länger regelmässig hat. Ich versuche herauszufinden was das Problem ist.

„Das war die einzelne grosse Tablette, oder? Das Antibiotikum. Das ist nicht gegen Grippe, das wirkt gegen Bakterien.“

„Aber so war es angeschrieben! Irgendetwas mit Grippe.“

… Sie hat von uns die Tablette in so einem Plastiksäcklein bekommen (siehe Bild). Es war mit einer Etikette beklebt, aber … Seht ihr das Problem?

Der Plastiksack/ Ziplock nennt sich Minigrip.

Sie ist trotz Erklärung bis heute davon überzeugt, dass sie von uns eine falsche Tablette bekommen hat.

2 Kommentare zu „Minigrippe

  1. Ich hatte neulich ne Patientin, die war überzeugt, ich habe sie unterdosiert versorgt, denn….
    – Verordnung: „Monuril 3000mg Granulat 1x8g N1“
    – Rabattarzeimittel der KrankenKasse: „Fosfomycin AL 3g Gran.z.Herst.e.Lsg.z.Einn. 1St. N1“

    Gedankengang der Patientin war logischerweise: verordnet wurden 8g, bekommen hat sie aber nur 3g. Dass in einem Granulatbeutel der Firma Aliud enthalten sind:
    – Fosfomycintrometamol 5,63g (entspricht 3g Fosfomycin)
    – Saccharose 2,21g
    – noch ein paar Hilfsstoffe
    und damit der Gesamtbeutel-Inhalt auch auf circa 8g kommt, war ihr nicht zu erklären. Schließlich steht auf der einen Packung 8g, und auf der anderen Packung 3g, und damit wäre die ausgehändigte Packung 63% unterdosiert.

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