Explosive Retouren

Wir nehmen in der Apotheker Medikamente retour zum entsorgen – und gelegentlich auch Chemikalien. Eigentlich hauptsächlich Putzmittelartiges, aber gelegentlich kommt auch nach einer Haushaltsauflösung …. interessantes anderes zu uns.

Sowas wie im Bild oben. Da stehen 3 Fläschchen, von Hand angeschrieben mit „Berlinerblau„, „Natriumbichromat -Poison/Gift“ und „Vorsicht Zündstoff

Es stammt aus einem alten Labor (Privat?) und ist zwar angeschrieben, aber weit vom heutigen Standard entfernt. Das meiste was da zurückkam musste ich nachschauen, ob und wie giftig das ist – und ich hatte einen guten Teil Chemie in der Ausbildung. Als die Sachen abgegeben wurde, habe ich gefragt, ob da etwas explosives drin sei, vor allem, nachdem ich gehört hatte, dass er meinte, dass das meiste flüssige verdunstet sei. … Ich dachte an Pikrinsäure, die trocken sehr explosiv ist und schon für die Räumung diverser Labors und auch Apotheken gesorgt hat.

Pikrinsäure habe ich zum Glück nicht gefunden, aber was den „Zündstoff“ in dem langen, schmalen Glas angeht, bin ich doch unsicher. Ich habe keine Ahnung, was das ist. Ganz ungefährlich scheint es nicht zu sein, wenn schon „Vorsicht“ mit drauf steht. Es scheint aber zumindest nicht ausgetrocknet zu sein, sondern von Anfang an als grobkörniges Pulver vorgelegen zu haben. Es sind grobe, sandartige Kristalle in durchgehend silbrig-grau-schwarzer Farbe. Sie glänzen sogar leicht metallisch.

Ich dachte erst an Schwarzpulver, aber das müsste eine heterogenes Gemisch mit schwarzen Kristallen drin sein. Jemand eine Ahnung hier, was das sein könnte?

11 Kommentare zu „Explosive Retouren

  1. Ja, ich würde auch auf Schwarzpulver tippen. In alten Vorderladern wird ein mehr pulverförmiges Schwarzpulver als Zündsatz für die Hauptladung benutzt („Zündkraut“). Das schüttet man da auf die Zündpfanne (während man im Lauf ein gröber gekörntes Pulver nutzt). Das würde sowohl zu dem Aussehen (soweit über das Bild zu beurteilen) als auch halbwegs zur Beschriftung passen. Dass Du aber besser Leben und Gesundheit nicht auf die Aussage eines Wildfremden im Internet verwetten solltest, muss ich Dir ja nicht erklären… :-)

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  2. Moin, das rechte Glas stammt wahrscheinlich aus einem Kosmos Chemiebaukasten aus dem 70er Jahren. Im Kasten „C1“ befanden sich Eisenfeilspäne, das sah damals genau so aus. Leider gibt es so etwas heute nicht mehr, ist jetzt alles zu gefährlich. Ich habe damals viele Stunden in meinem Chemiekeller zugebracht und viele spannende Experimente durchgeführt….

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  3. Ach ja, mit dem Bichromat (Mittleres Glas) und konzentrierter Schwefelsäure (Chromschwefelsäure) haben wir später im Studium die Büretten gereinigt.

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