Freiwillig länger Arbeiten gegen den Fachkräftemangel?

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Die Zusammenfassung im Newsletter für das neue OTX World hat mich echt zum lachen gebracht:

Arbeiten nach 65? Wenig Interesse
Seit Herbst 2016 hat die Stadt Zürich ihren Angestellten im Ge­sundheitsbereich mit dem Pilotprojekt «66+» die Möglichkeit ge­boten, auch nach 65 Jahren noch weiter zu arbeiten. Die Nach­frage ist jedoch gering. Nur zwei Pfleger, ein Arzt und ein Veterinär hätten sich dazu bereit erklärt. So konnte das Ziel des Projekts, etwas gegen den Fachkräftemangel zu unternehmen, nicht er­reicht werden. Bei den Tram- und Buschauffeuren der VBZ ist das Interesse, bis 70 zu arbeiten, hingegen viel grösser.

Überraschung??

Ehrlich: Fachkräftemangel ist ein Problem. Die Ärzte haben Mühe Nachfolger zu finden (und viele von ihnen kommen jetzt ins Pensionsalter).

Aber: Ich glaube, die sind auch echt froh, wenn sie aufhören dürfen zu arbeiten.

Und: die „müssen“ das auch nicht unbedingt weiter, zum Beispiel weil die Pension nicht reicht (vielleicht im Gegensatz zu den Chauffeuren?).

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13 comments on “Freiwillig länger Arbeiten gegen den Fachkräftemangel?

  1. Idgie sagt:

    Ich als Krankenschwester glaub jetzt mit 36 Jahren schon lange nicht mehr das ich diesen Beruf schon bis zur Rente körperlich schaffe. Geschweige denn noch länger. Selbst wenn es finanziell dann eng werden würde, Nachtschichten mit 67, Mobilisation, drehen, und was mich alles dazu gehört. Das wird schwierig.

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  2. Tja, während ein Krankenkassenchef in D mit 61 freiwiliig in Frührente geht https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/09/12/kkh-chef-kailuweit-geht-in-fruehrente , ich vermute jetzt mal, er hat sich auf seinem Bürostuhl überarbeitet und deswegen Burnout oder so, sollen Dachdecker mit >67 noch aufs Dach klettern, Krankenschwestern >67 noch Menschen pflegen wie mit 27 etc. etc.

    Ich kenne 2 Ärzte, die mit >70 noch gearbeitet haben, weil sie keinen Nachfolger fanden und die Praxis schon aus moralischer Sicht nicht aufgeben konnten und/oder wollten. Ewig geht das aber auch nicht.

    Aber die Digitalisierung wird den Fachkräftemangel schon richten… Dann kann ich mit Mr.Ed in England meine Therapie besprechen (Bezahlung natürlich mit Heu, Stroh und Kraftfutterpeletts), und der Versandhandel aus Holland liefert mir dann das Antibiotikum / Asthmaspray / Nitrorachenspray just in time and on demand Sekunden nach der Diagnose ins hinterste Tief-Tiefenbach an der Tiefe, und ne Scheibe Leerdammer gibs als Warenporobe mit in den nicht temperaturüberwachten Lieferkarton. Und das alles machen die Akteure dann aus Philanthropie, logisch. Und die Pflege übernimmt der Pflegeroboter (den es kostenlos von VW gibt – ganz ohne Dieselmotor!), der Dachdecker schickt ne Drohne, die 3 kaputte Ziegel austauscht (kostenlos natürlich), und wenn ich irgendwo hin will werde ich kostenlos uberfördert. Dass die Welt ne Hohlscheibe ist und innen Reptiliennazis in Mondflugscheiben wohnen, ist ja sowieso bekannt… facepalm

    Wenn sich unsere Politik nicht bald was ausdenkt zum Thema „Einschränkung des Turbokapitalismus“ – gerade in Bezug auf die Übernahme von Gesundheitswesen, Grundversorgung (z.B. mit Wasser / Strom / Wohnraum) sowie Überwachung und Datensammlung betreffend jedes Individuum in jeder Lebenslage werden in den nächsten 10-20 Jahren interessante Zeiten anbrechen – Zeiten, über deren Auswirkung auf die Gesellschaft und deren Umgang mit dem einzelnen Individuum meinen Urgroßvater zu Kaisers Zeiten zu ungläubigen Lachkrämpfen getrieben hätten (und damals war sicherlich nicht alles „gut“). Wohin der Hase derzeit läuft sieht man an der Einladungsliste der SPD zur ländlichen Versorgung in NRW: Mäxchen Müller ist dabei – der Arme musste ja seinen Gürtel in letzter Zeit viel enger schnallen – ein deutscher Vor-Ort-Apotheker wurde nicht eingeladen. https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/politik/michels-protestiert-bei-spd-chef-hochsauerlandgespraeche-friedrich-ebert-stiftung-apotheke/ Vielleicht sollte die Landbevölkerung mal altes Liedgut reanimieren: Wer hat uns verraten? Die Sozialdemo… Da schließt sich der Kreis zu den Zeiten meines Urgroßvaters.

    Andererseits, wenn ich mir die derzeitieg Lieferfähigkeit mit Arzneimitteln und Impfstoffen in D angucke fühle ich mich irgendwie auch fatal in die Mangelverwaltung des Sozialismus rückversetzt. Geschichte wiederholt sich wohl halt…

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  3. Sebastian sagt:

    Ganz praktische Erfahrung: Meine Mutter (OP-Schwester) hat das Angebot dankend angenommen, auch als Renterin auf Abruf weiter zu arbeiten. Ersatz war kaum zu finden (ist auch nicht viel besser geworden) und schlagartig von Stress am OP-Tisch auf Rentnerin hätte sie wohl auch nicht verkraftet. So konnte sie noch ein paar Jahre mit abnehmenden Stundenzahlen „am Tisch stehen“.
    Das ist natürlich berufsabhängig und sollte auch keine finanzielle Frage sein – die Realität sieht natürlich nicht immer so aus.

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  4. stuttgarterapothekerin sagt:

    Pharmama, Der Fachkräftemangel in de Schweiz dürfte zum Teil doch hausgemacht sein, oder?
    Die Volksabstimmung begrenzt doch die Anzahl der Arbeitsgenehmigungen,oder hab ich da was falsch verstanden?
    Ob sich das Volk vorher darüber Gedanken gemacht hat? #duckandcover#

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    • Das siehst Du falsch. Die schweizer Politiker sind da einfach cleverer als die deutschen, die unseren findigsten Kopf zur DeutschenBahn abgeschoben haben. Und so wie einst Herr Po-Falla den NSA-Affäre einfach per Redeeinwurf beendete, genau so werden die Schweizer Politiker demnächst eine Volksabstimmung machen:

      Will das Schweizer Volk Fachkräftemangel? o Ja. _ o Nein.

      Und wenn mehr als 50% der Wählenden NEIN ankreuzen, gibt es keinen Fachkräftemangel mehr. Demokratisch abgeschafft. Und wenn mehr als 50% JA ankreuzen, ist der Fachkräftemangel vom Volke gewollt und bleibt eben.

      Unübersichtlich wirds nur, wenn mehr als 50% JA und gleichzeitig mehr als 50% NEIN angekreuzt haben. Aber dafür haben wir ja dann wieder die Politiker… 😉

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      • Der Flo sagt:

        Ja klar, dasselbe Stimmvolk, dass 2009 beschlossen hat, dass Homöopathie funktioniert, ganz demokratisch.

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        • Auf diese Weise ließen sich viele gesellschaftliche Probleme lösen:
          Klimawandel; Korruption; Nachts ist es dunkel; Winter ist kälter als Sommer; NonLeathalWeapons töten tatsächlich nicht; etc pp.
          kann man alles demokratisch entscheiden, und damit ist es abgearbeitet.

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    • Gru sagt:

      Ja, das Problem mag hausgemacht sein, kommt aber davon dass man hier leider in vielen Branchen eine zum Teil drastische Reduktion des Durchschnittlohns zu spüren bekommt hat, dies auch wegen Grenzgänger oder eingewanderten Fachpersonal die zwar in der Schweiz arbeiten aber kaum Geld ausgeben. Wie im übrigen unseren heissgeliebten Auslandseinkäufer. Die hatte zum Beispiel die Folge dass im Beruf der Optiker, das habe ich ursprünglich mal gelernt, der durchschnittlich zu erwartende Einstiegslohn um 1000Fr gesunken ist (in den 4 Jahren in denen ich die Ausbildung gemacht habe!!) und mit Meister /Bsc um rund 2000Fr. Und hier war es halt wirklich so das eine gewisse Kette mit Zentrale irgendwo in /um Hamburg schlecht bezahlt hat, kaum Schweizer gefunden hat für den Hungerlohn und dann wirklich viele Leute aus den umliegendenen Ländern geholt hat. Damals hätte ich als ungelernte bei Aldi an der Kasse mehr verdient! DANN ist doch klar dass die Leute irgendwann n’en Hals bekommen und einfach so abstimmen. Das Problem wäre aber wesentlich besser gelöst wenn festgelegt werden würde dass man Grenzgänger, ect nicht mehr zu Dumpinglöhnen anstellen darf..

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      • Der Flo sagt:

        Dann bekommt die Schweiz aber in einigen Branchen ganz schön heftige Personalengpässe. Da müsste man dann schon zurück zur alten Regelung, dass jeder Schweizer Arbeitgeber beim Einstellen eines Ausländers NACHWEISEN muss, für diesen Job keinen Schweizer gefunden zu haben. Und das führt wieder zu überbordender Bürokratie. Ob es das wert ist?

        Nebenbei: Billiglöhner aus dem Ausland gibt es schon seit ewigen Zeiten, das ist wahrlich kein ausschliesslich aktuelles „Problem“.

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  5. Meinereiner weiß nicht einmal genau, wann ich überhaupt in Rente gehen darf – mit 67? Oder darf ich länger arbeiten?
    Wobei ich gerne arbeite und mir auch vorstellen könnte auch länger zu arbeiten (in Teilzeit versteht sich)

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  6. Apomi sagt:

    Ich kann mir noch nicht mal vorstellen bis zum Rentenalter zu arbeiten. Der Job ist zwar toll, brennt einen aber aus. Mich zumindest.

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