Hokuspokus aus der Apotheke: die Spezialmischung

Erzählt mir die Apothekerkollegin von der sehr wirksamen Lösung, die sie für die Freundin eines älteren Mannes gefunden hat. Der hatte ein weitverbreitetes Problem: Wie viele andere im höheren Alter nahm der nämlich zu wenig Flüssigkeit zu sich. Das Durstgefühl geht teils verloren. Die Dehydration (Asutrocknen), die daraus folgt ist nicht ganz ungefährlich. Unter anderem wird „zu wenig trinken“ als Ursache von vielen Änderungen im mentalen Status angenommen, lies: Vergesslichkeit, Aggressivität etc.

Jedenfalls hat sie versucht ihn dazu zu bringen, mehr zu trinken, aber das funktionierte so nicht … bis in der Apotheke dafür eine Medizin fand.

Die Tropfen wurden speziell für sie hergestellt.

Von diesen hochwirksamen Tropfen musste ihr Freund jeweils genau 3 in ein grosses Glas Wasser geben. Sie mussten unbedingt so verdünnt werden. Und das musste unbedingt pro Tag 3 x gemacht werden, damit es ihm half.

Und es half. Seine Stimmungsschwankungen verschwanden und sein Allgemeinzustand besserte sich auch laut eigener Aussage wesentlich.

Was war in den super-hochwirksamen Tropfen? … auch nur Wasser. Als Spezialmischung abgepackt und professionell beschriftet. Aber damit hat er zumindest 3 Gläser Wasser getrunken pro Tag.

Natürlich … das geht in die selbe Richtung, wie der Monster-Spray:

monsterspray

Wenn’s hilft? Wieso nicht. Überzeugung ist dabei mehr als die halbe Wirkung.

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Über Pharmama

Wie bringt man die Arbeit in der Apotheke und die Familie unter eine Haube? Mit viel Humor natürlich! Ich bin Apothekerin aus der Schweiz schreibe über Interessantes und lustiges in und um die Apotheke. unter: Pharmama.ch

Veröffentlicht am 19/02/2017 in Apotheke und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 14 Kommentare.

  1. Wobei das Monsterspray gerne mit Lavendelöl ist. Da kann man wenigstens noch Aromatherapie reininterpretieren…;-)
    Ich erinnere mich an früher bei den Pfadfindern: Da haben wir öfter Heimweh-Tropfen verteilt…

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    • sprinterfreund

      Wir hatten Heimweh-Pastillen, das waren auch Salbeibonbons, der Geschmack beruhigt auch noch etwas.
      Tropfen waren dann zu scharf.

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  2. Natürlich … das geht in die selbe Richtung wie Homöopathie.

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    • turtle of doom

      …das ist Homöopathie. Die Fläschchen mit dem Heilmittel unterscheiden sich nur durchs Etikett. Sonst nicht. 🙂

      Die Heilkraft kommt aus dem Drucker…

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  3. eine interessante Variante des Placebos
    .. nd noch dazu recht kostengünstig 😉

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    • Gar nicht so sehr Placebo, sondern quasi umgekehrter Trägerstoff für die eigentliche Medizin, das gute alte HaZweiOhZwei. Gewirkt hat hier schon was, nur halt nicht die 3 Tropfen (bzw. deren Wirkanteil war sehr gering).
      Wer den Effekt der Rehydrierung von dehydrierten älteren Menschen noch nicht erlebt hat, den wird erstaunen dass das ein Unterschied wie Tag und Nacht ist. Halluzinationen, Nichterkennen bekannter Personen, keine Reaktion auf Ansprache… Wie weggewischt wenn die Flüssigkeit wieder im Körper ist. Natürlich zeigt sich Dehydrierung nicht immer so extrem, aber solche Zustände sind durchaus drin.

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      • Ja… das ist teilweise schon echt erstaunlich. Da bekommt der internistische Kollege einen Patienten aus einem nahegelegenem (leider… warscheinlich eher schlechtem) Altenheim mit „AZ-Verschlechterung“, guckt den Patienten an. Der Patient ist nahe am Zustand „mentales Gemüse“. Nimmt Blut ab (um festzustellen ob er mal eben Flüssigkeit in den Patienten tun kann), lässt ein oder zwei Liter Ringer einlaufen und schickt den fröhlich plappernden Patienten wieder heim. Die alten Leutchen die in einem Altenheim landen, wo nicht auf ausreichende Trinkmenge geachtet wird, tun mir schon echt leid…

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      • H2O, denke ich mal, sonst gibt’s wirklich wilde Wirkungen…

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        • Oha, natürlich nur ein „O“. Da hatte ich wohl noch den anderen Blogpost „auffallende Kundenwünsche“ im Kopf. Obwohl…. so ein bisschen sehr gering konzentriertes prickelndes H2O2 würde bestimmt als Placebo auch gut helfen.

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  4. Also wenn ich mal solche Tropfen brauche, will ich aber etwas, das beim Verdünnen lustig reagiert.

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  5. Würde bei mir nicht gut wirken. Ich gebe alle Medikamente, die man in einem Glas Wasser anrühren soll in ein Viertel Glas wasser….

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  6. Sollte in beiden Fällen aber „Aqua conservata“ verwendet werden. Sonst wachsen da innerhalb des Jahres Aufbrauchfrist Dinge drin, die man weder sehen noch kennen lernen möchte…

    Andererseits: Lustig, dass da ein „Rx“-Label, also verschreibungspflichtig, drauf gedruckt ist. Ich unterstelle allerdings mal, dass das da beim Ediketten-Design-Programm als „default“ hinterlegt ist… 😉

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    • turtle of doom

      Pharmama verkauft zu einem bescheidenen Aufpreis Wasser-Brausetabletten. Einfach eine Brausetablette ins Glas, Wasser dazu, und du hast dein lange haltbares Wasser. 🙂

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      • Erinnert mich an die „Tablette, die den Durst löscht“.
        Stell Dir vor, die bist in der Wüste und am Verdursten. Du nimmst eine Tablette, und der Durst ist weg! – Das ist ja toll! – Ja, aber man muss die Tablette mit einem Glas Wasser runterspülen… 😉

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