Ferienmitbringsel: Grippeimpfung?

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südländisch aussehende Frau (süFra) in der Apotheke: „Bekomme ich von Ihnen die Grippeimpfung?“

Pharmama: „Sie wollen sich impfen lassen?“

süFra (abwehrend): „Nein, ich soll meiner Mutter eine in die Türkei mitnehmen.“

Pharmama: „Nun – wenn Sie mir ein Rezept dafür bringen, dann kann ich Ihnen eine abgeben.“

süFra: „Ich denke, Sie machen Grippeimpfungen?“

Pharmama: „Wir spritzen die, wir geben nicht einfach Packungen ab. Die Grippeimpfung ist sonst auch rezeptpflichtig.“

süFra: „Sie ist? Aber wie machen Sie das mit den Impfungen?“

Pharmama: „Entweder kantonale Ausnahmeregelung oder indem der Arzt in der Apotheke impft.“

süFra: „Oh.“

Pharmama: „Ausserdem … Sie sagten, das ist für in die Türkei?“

süFra: „Ja?“

Pharmama: „Das könnte noch ein Problem geben mit dem Transport. Die muss gekühlt gelagert und transportiert werden – und Spritzen sehen sie im Flugzeug auch nicht so gern.“

süFra: „Oh.“

Überraschung? Aber: Haben die dort auch Lieferprobleme, dass sie eine von hier mitbringen soll?

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4 comments on “Ferienmitbringsel: Grippeimpfung?

  1. Haben die dort auch Lieferprobleme, dass sie eine von hier mitbringen soll?
    Ich habe eher den Verdacht, dass da jemand Angst vor Qualitätsproblemen hat. Oder dass die da so exorbitant teuer ist (Aufgrund von Transport & Lagerung sowie der eventuell nicht staatlich ge- und unterstützten Versorgung & Prävention), dass die Schweiz da billig erscheint.

    Moment – Schweiz und billig? Klar! Hängt halt auch von Zöllen und MwSt. ab. Ne Canon EOS 5D Mk IV kostet in CH knapp 1.000€ weniger als in D. (Man darf sich bei der anschließenden Einfuhr nach D natürlich nicht erwischen lassen, sonst wirds noch teurer… 😉 )

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  2. Hufflepuff sagt:

    Die Nachfrage haben wir in einem Berliner Stadtteil von türkischstämmigen Mitbürgern oder deren Verwandtschaft, die zu Besuch in Deutschland ist, sehr häufig.

    Für die Anfragen werden vier Gründe genannt: Entweder die Medikamente sind in der Türkei wirklich nicht erhältlich oder nicht lieferbar – das scheint dort bei vielen Zytostatika der Fall zu sein. Viele türkische Bürger misstrauen auch der Qualität der dort hergestellten Medikamente (nochmal: speziell bei Zytostatika oder anderen lebenswichtigen Medikamenten).
    Bei verschreibungsfreien Medikamenten (besonders bei Paracetamol) ist anscheinend der Preis in Deutschland auch deutlich niedriger als in der Türkei, so dass hier regelrechte Sammelbestellungen getätigt werden. Und last but not least nutzen viele Türken auch die Möglichkeit, sich die deutsche Mehrwertsteuer am Flughafen erstatten zu lassen.

    Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten schicken wir die Kundschaft zu Ärzten türkischstämmiger Herkunft in der näheren Umgebung. Diese kennen die Problematik mit der mangelhaften Qualität und den Lieferschwierigkeiten türkischer Medikamente.

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    • kicher Da erzählt mir meine Kundschaft immer, wie preiswert und unbürokratisch bestimmte in D verschreibungspflichtige, bevorzugt blau eingefärbte und rombenförmige Arzneimittel in der Türkei zu erwerben seien. So hat halt jeder was von der Globalisierung… ( Und ich persönlich weigere mich, zu techisch und polnisch bedrucken Arzneimitteln kostenlose Beratungen durchzuführen. 😛 )

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  3. Mr. Gaunt sagt:

    Schliesse mich der Vermutung an, dass es eher die Angst vor Qualitätsproblemen ist. Die Türkei ist eigentlich recht gut versorgt, aber „Made in Switzerland“ oder „Made in Germany“ zählen doch mehr. Dabei kommen gerade die Impfstoffe weltweit aus nur sehr wenigen extrem spezialisierten Fabriken und werden in die ganze Welt verteilt. Die Chance dass die Türkei die exakt gleichen Impfstoffe hat nur mit anderssprachiger Artwort ist sehr hoch.
    Viel teurer dürfte es in der Türkei nicht sein, die werden eher mit geringeren Preisen quersubventioniert über die Hochpreisländer.

    Eine andere Vermutung: In der Türkei muss man möglicherweise einiges selbst zahlen. Wenn dann die in der Schweiz lebende Verwandte erzählt: „Wir müssen da nichts zahlen in der Apotheke“, dann kann man die Gelegenheit nutzen… Klar, das ist eine Milchmädchenrechnung weil man schliesslich die Krankenkasse zahlt. Aber diese ist ja quasi eine Flatrate, da kann man die Mama in der Türkei gleich mitversorgen.

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