Honigsüsse Nachfragen

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„Für was braucht man Palmhonig?“

Fragt mich der ältere Mann in der Apotheke.

„Mein Enkel hat mir das aus Jamaica mitgebracht und das soll gut sein.“

Pharmama: „Ich muss zugeben, ich kenne das gar nicht. Aber wenn sie einen Moment warten, mache ich mich schlau.“

Google hilft.

Palmhonig: Aus dem eingedickten Zuckersaft einer Palmpflanze.

… Anwendung … ich suche nach medizinischer Anwendung und finde: nichts.

Ich gehe wieder nach vorne. Die Kurzrecherche muss reichen.

Ich erkläre ihm, wo Palmhonig herkommt, dass das also kein wirklicher Honig von Bienen ist, und dass man ihn zum kochen brauchen kann wie normaler Honig. Medizinische Anwendung habe ich nichts gescheites gefunden, was ich noch einmal betone – immerhin fragt er hier in der Apotheke, also …?

„Ach – das habe ich auch nicht erwartet. Ich verwende das also in der Küche wie normaler Honig, ja?“

„Ja.“

„Danke, wiedersehen!“

Ummm … und dafür geht man in die Apotheke? Also … ich bin ja für Rezepte zuständig, aber nicht für die Küche.

Andererseits betreibe ich hier echt Grundlagen.. naja -bildung.

Letztens hatte ich eine, die kam in die Apotheke um zu fragen, ob wir Honig haben. Hatten wir tatsächlich – ich zeige ihn ihr. (ja, wir haben nur eine Variante, nicht den medizinischen, den man für Wundpflege einsetzt, sondern stinknormalen)

Frau: „Da steht drauf Akazienhonig. Haben Sie denn keinen richtigen?“

Pharmama: „Wie meinen Sie richtig?“

Frau: „Na, Bienenhonig. Auch im Kaufhaus nebenan, da haben sie nur Waldhonig oder Blütenhonig oder eben Akazienhonig.“

Pharmama: „Aber … das ist alles Honig – das zeigt nur, wo die Bienen dafür gesammelt haben.“

Frau: „Wirklich? Oh. Dann kann ich den auch nehmen?“

„Ja.“

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35 comments on “Honigsüsse Nachfragen

  1. MediMaus sagt:

    Hihi,
    Sie sorgen also für die Allgemeinbildung Ihrer Kunden… 🙂

    Tja, beim Waldhonig ist da im Namen tatsächlich nur die Aussage, WO die Bienen gesammelt haben, aber nicht woraus… 🙂

    Ähmja, als vor einer Weile ein Imker bei uns anfragte, ob er an unserem Waldrand ein paar Bienenvölker hinstellen dürfte, haben wir den natürlich mal ausgequetscht zum Thema Bienen und Honig.
    Unter anderem hatte ich eben die Frage, aus welchen Waldblüten denn der Waldhonig käme. Ich meine, soooo viele gibt es da ja nicht.

    Nun ja, Waldhonig wird nicht aus Blüten gemacht. 🙂
    Die Bienen „melken“ eine Art Baumläuse, die sich wiederum aus dem Saft von Nadelbäumen ernähren. Ja, die Ausscheidungen, die diese Läuse von sich geben, werden eingesammelt und im Bienenstock eingedickt – und – naja – ergeben halt den allseits bekannten Waldhonig.

    ich musste damals kurz schlucken, hab dann aber beschlossen, dass mir der Waldhonig weiterhin schmeckt. 😀

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    • Pharmama sagt:

      Das ist so (und wusste ich dank Biounterricht sogar 🙂 ) … und unser Biolehrer sagte zu Honig immer „Bienenkotze“ … denn eigentlich ist es auch das.
      Trotzdem lecker.

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  2. Als kleines Kind (nicht zu verwechseln mit Kleinkind) habe ich mich immer wieder gefragt, wie man den Bienen denn vorschreiben will, was sie sammeln. Auf die Idee, dass man die Völker so setzt, dass sie in der Nähe der erwünschten Quelle stehen bzw. es nach „Blühzeiten“ geht, bin ich nie gekommen. 😀 Ich dachte immer, Imker rennen den Bienchen hinterher und rufen „REEEEECHTS WEITER REEEECHTS! NEIN JETZT LINKS“ JA GENAU DIE BLUME!“

    Gefällt 3 Personen

  3. hajo sagt:

    „Da steht drauf Akazienhonig. Haben Sie denn keinen richtigen?“
    heilige Einfalt
    die glaubt wohl auch, dass eine bestimmte Schokolade nur von lila Kühen produziert wird ;-D

    Gefällt 1 Person

  4. PTAmHH sagt:

    Hallo,
    Zum Honig: Zumindest in Deutschland ist das so, das wenn man seine Bienenkörbe z.b. Neben ein Rapsfeld stellt und die Bienen dementsprechend fast nur vom Raps sammeln, dann darf ich den Honig Rapshonig nennen. Wenn ich nicht weiß was meine Bienen hauptsächlich sammeln oder ich den bunt mische, dann muss ich den Bienenhonig nennen.

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  5. So doof kann doch keiner sein? Da brauchts doch nicht mal wirklich Bildung, um auf die Idee zu kommen, dass es um die besuchten Pflanzen geht.

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  6. alita80 sagt:

    Ihr habt keinen Manuca Honig? Den hätte ich jetzt noch am ehesten in der Apotheke erwartet… hier in D kann man häufig Honig in Apotheken kaufen, wenngleich sich mir der Zweck nicht erschließt.

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  7. sakasiru sagt:

    Naja, wenn ich nicht gerade einen Lebensmittelchemiker kenne, ist eine Apotheke eben die erste Anlaufstelle für solche Fragen. Ich hatte mal ein Kuchenrezept, in das Glyzerin rein sollte. Da hab ich dann auch in der Apotheke gefragt, wofür das eigentlich gut sein soll, und nicht nur eine befriedigende Auskunft bekommen, sondern gleich noch ein Fläschchen Glyzerin 😉

    Heutzutage googlen viele Leute die Informationen eben selber, da sind es die Fachleute nicht mehr gewohnt, dass Leute auch mal (aus Sicht der Fachleute) banale Fragen haben. Aber im Internet steht auch viel Mist. Hätte der Enkel ihm MMS empfohlen, wärst du froh gewesen, dass er statt zu Google zu dir kommt.

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  8. Denkt denn niemand an die Bienen? Klar, Tierschützer fordern ein Ende der Massentierhaltung: http://www.der-postillon.com/2011/07/tierschutzer-fordern-boykott-von-honig.html

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  9. Ach je… Bienenhonig besteht aus ausgequetschten Bienen, oder wie hat sie sich das vorgestellt? Herrlich.
    (Warum kommt mir da jetzt nur die „Albanerwurst“ aus dem türkischen Supermarkt in den Sinn? 😜)

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  10. Antara sagt:

    oder gar Kinderschokolade und Babyöl…

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  11. An Si Ga sagt:

    Hihi…unser Biolehrer sagte zu Tannen- bzw Waldhonig „ausgektze Läusekcke“

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  12. MediMaus sagt:

    Wie war das nochmals:
    Auch Wein ist nur Traubensaft, in den Bakterien reingepieselt haben… 😉

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  13. Wo wir grad bei „honigsüß“ sind, fällt mir ja spontan noch was anderes zu ein… Und gelb ist es dann auch… grübel

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  14. herrtaxifahrer sagt:

    Eine Nachbarin benutzt keine Pferdesalbe!
    „Wegen der armen Tiere darin!“

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  15. Murmel sagt:

    Murmeltieröl und Murmeltierbalsam finde ich auch nicht gut. 😦

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