Reiseapotheke fix und fertig

Kunde in der Apotheke: „Habt ihr auch fertige Reiseapotheken?“

Pharmama: „Nein, ich habe nur Autoapotheken. Und da sind keine Medikamente drin.“

Mann: „Gibt es das denn nicht?“

Pharmama: „Jedenfalls habe ich schon länger keine mehr gesehen.“

Mann: „Weshalb denn? Das wäre doch noch praktisch!“

Pharmama: „Na – ich könnte mir vorstellen, dass das daran liegt, dass man die individuell sowieso anpassen muss – manches hat man schon zu Hause und braucht es nicht noch einmal, anderes braucht nicht jeder. Für in die Arktis brauchen sie keinen Mückenschutz und für die Schweiz nicht zwingend ein Durchfallmittel.“

Mann: „Ah – das macht Sinn.“

Das war vor ein paar Wochen, offenbar hat aber jemand gefunden, das ist eine Marktlücke, die man füllen muss.

Jedenfalls hat man in der Drogerie einer Kaufhauskette, die hier ungenannt bleiben soll, tatsächlich so Reiseapotheken als Aktion verkauft.

Eine Reiseapotheke mit Medikamenten drin (Liste D zwar, aber … Medikamente: Dafalgan, Imodium, Fenistil etc.) im Griffverkauf (lies: Schütte) nahe beim Eingang – Halt da wo es am meisten auffällt und läuft.

Nun … offenbar ist das auch dem Kantonsapotheker aufgefallen :-)  Jetzt darf das Kaufhaus alle diese fertigen Apotheken zurückziehen und muss eine Strafe zahlen, zusätzlich zu den Kosten für den Besuch des Kantonsapothekers.

Medikamente gehören halt nicht in die Selbstbedienung. Schön, dass dem nachgegangen wurde.

Ich hoffe auch das Kaufhaus hat etwas dadurch gelernt.

24 Kommentare zu „Reiseapotheke fix und fertig

  1. Ich finde das Vorgehen gut.

    In Drogerien bekommt man meiner Ansicht nach eher schon zu viel, das ganz nebenbei im Einkaufskorb landen kann, sodass nicht mehr wirklich darüber nachgedacht wird. (Mein Lieblingsthema in dem Zusammenhang: Abführmittel…)

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  2. Liebe Pharmama
    Diese Reisesets gibt es – so viel mir ist – schon seit Jahren. Es sind eben eigentlich keine Reiseapotheken mit Medikamenten, sondern Sets mit Drogerieartikeln – dies im Unterschied zu den Sets mit reinen Kosmetikartikeln/Kleingrössen – sie enthalten: Pflaster, Sonneschutz, Insektenschutz, Händedesifektion und was man halt so braucht für die Ferien. Soweit finde ich das sehr praktisch.
    Die Sets enthalten kein Dafalgan, Imodium (Liste C im Übrigen..) oder Fenistil. Was sie enthalten ist eine Wundsalbe und ein Desinfektionsmittel, sowie 2 Muster von zwei Schmerzmitteln und eines Schmerzgels. Aus diesem Grund auch die Weisung sie so zu Platzieren wie es die kantonale Gesetzgebung vorschreibt, die ist nämlich im Aargau anders als in Solothurn oder im Tessin, somit werden auch nicht alles Sets zurückgezogen.
    Die Sets direkt am Haupteingang zu platzieren ist natürlich eine schlechte Idee.
    Aber ich bin sicher, auch in deiner Apotheke findet man Sonnenschutz und Insektenschutz in den Sommermonaten an prominenter Lage. Und da es für dich in eine Reiseapotheke gehört, wird auch Imodium auf den ersten Blick ersichtlich sein (wenn auch nicht in der Selbstbedienung) für mich gehört es nur in seltenen Fällen in eine Reiseapotheke, wie auch Abführmittel da nicht grundsätzlich rein gehören.

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    1. Das war eine mit Medikamenten drin, so ich weiss – ansonsten wäre da kaum reklamiert worden. Und: Sonnenschutz und Insektenspray okay – das sind keine Medikamente, die sind nicht gelistet. Und die findet man (auch Liste D) bei mir nicht an prominenter Lage ….

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      1. Ja, wie geschrieben, Wundsalbe und Desinfektionsmittel (Bepanthen plus) plus Muster (Algifor 2 Tabl, Saridon 3 Tabl und Voltaren Emugel) der Rest bzw. Hauptbestandteil sind keine Medikamente.

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  3. Vorbestückte Reiseapotheken gabs hier auch mal (für Apotheken) zum ein- und verkaufen. Unter anderem von der Generikafirma des Zementmoguls&Pharmagroßhändlers. Hatten wir uns aber nicht ins Sortiment gelegt. Allen Menschen recht getan ist eine Kunst, die niemand kann. Dementsprechend war – fand ich – für jeden was im Päckchen, was er nicht brauchte. Und für jeden hat irgendwas dazu gefehlt. Ehe ich nun das „große Packungstauschen“ abwimmeln musste habe ich lieber mit dem Patienten individuell ermittelt, was denn für die Reise wohin so gebraucht würde. Zumal vieles – wenn man nachhakt- meist schon vorhanden ist.

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    1. … hatte sicher auch für jeden etwas dabei, aber … eben.
      Wir machen das inzwischen so, dass wir leere Reiseapothekentaschen haben zum füllen, die es beim Einkauf von 20 Franken gratis dazu gibt.

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  4. Sinn oder Unsinn hin oder her: Ich würd`s wahrscheinlich kaufen, :-D
    Ausser, mir fällt vorher auf, dass wir eh alles schon zu Hause haben: Magentropfen, Kohletabletten, Kopfschmerztabletten, Anti-Mückenzeugs, Kühlakku, Pflaster, Wundheilsalbe, Juchu-Saft …
    Im Ernst: Als Minireisepakungen zusammengestellt, das fände ich echt nicht schlecht! Dann müsste man sich auch nicht so ärgern, wenn man was anbrechen muss unterwegs und dann nur 3 mal braucht oder so. Nee, find ich gut, macht doch mal, ich wette, da ist gut Geld mit zu machen!

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  5. Fänd ich auch gut als kleine handliche Tasche (oder Kästchen). Mit den wichtigsten Medikamenten und Platz zum selber was dazupacken. Aber nicht in der Drogerieabteilung eines Kaufhauses natürlich…

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    1. Wieso nicht liebe Wolpertingerin?
      In der Schweiz verkaufen auch Drogerien Medikamente (was denn sonst?)
      Wer also Schmerzmittel, etwas gegen Sonnebrand und Insektenstiche, bei Reiseübelkeit, Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Husten, Heiserkeit, Halsschmerzen, Rückenschmerzen, Muskelkater oder eine Wundsalbe, ein Desinfektionsmittel oder einen Nasenspray etc. braucht, ist in einer Drogerie ob im Warenhause, Drogeriemarkt, Gruppierung oder Dorfdrogerie gut beraten.
      Wer Imodium, Motilium, Itinerol B6, Antiallergika, Schlaftabletten, Kortisoncreme, Ohrentropfen oder so braucht, der geht besser in die Apotheke.
       

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      1. In der Schweiz sind Drogerien allerdings auch noch richtige Drogerien, mit Drogisten (gibt’s den Beruf in Deutschland eigentlich so noch?) mit der entsprechenden Ausbildung. Für Medikamente ist allerdings die Apotheke immer noch die geeignete Ansprechstelle.

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  6. Unsere Cevikinder mussten sich jeweils für eines ihrer Brevets eine kleine Blechschachtel als 1. Hilfe Schachtel zusammenstellen. Das hat uns immer ungemein Spass gemacht. Eine schöne Blechschachtel zu kaufen, dann zu überlegen was wichtiges hineingehört, in welcher Grösse es passt, etc..das könnte ich eigentlich für unsere nächsten Tauchferien auch wiederholen…das würde sicher wieder Spass machen und Sinn, man könnte danach die Ohrentropfen fürs nächste Mal drin lassen und würde gleich alles finden.

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  7. Die Kommerzialisierung von Medikamenten wäre sicherlich das falsche Signal. Teilweise kann man das in den USA beobachten. Dort sind viele Medikamente im Drug Store erhältlich die bei uns rezeptpflichtig sind. Für die Reiseapotheke überlässt meine Frau nichts dem Zufall und bespricht vorher mit dem Arzt und mit dem Apotheker, welche wichtigen Medikamente Sinn machen. Bei zwei Kindern, hat immer irgendjemand was. Ein absolutes Muss für Kinder sind die SOS Arnika-Globoli. Für uns unverzichtbar.

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      1. Schon die Vitamin-Gummifrüchte von Supradyn (ab 12 Jahren) probiert? Die sind lecker, zu lecker als das die Tagesdosis 1 Stück ist.

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    1. In den USA gibt es eigentlich nur 2 Kategorien bei den Medikamenten: rezeptpflichtig oder frei (im Supermarkt) erhältlich. Werbung ist für beide Arten erlaubt. Das ist darum auch das Land, wo wohl die meisten wegen Wechselwirkungen im Spital landen …

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  8. Hat sein Dafür und sein Dagegen.
    Ne Kiste mit kleineren Einheiten fänd ich teilweise auch nicht schlecht – jedenfalls als Überbrückung, bis man einen Arzt oder Apotheker vor Ort gefunden hat.
    Andererseits bräucht ich eher kein Antihistaminikum oder Sportsalbe bei ner Strandreise, im Gegensatz zum Wanderausflug. So wär die Zusammenstellung doch schwieriger, als gedacht. Und schlussendlich läuft die hälfte der Medis dann auch noch ab, wenn man die nächste Reise plant.

    Dabei sein muss: gute Pflaster (was bringen die billigdinger aus der Auto-Apotheke, wenn sie nicht kleben?), Schmerzmedis, was gegen Übelkeit.. Anti-Dünnpfiff, Fenistil, usw. kommt auf die Destination an. Nur dass man eben für jedes Präparat ne eigene „Grosspackung“ mitschleppen muss, ist umständlich. (10-20 Tbl. summieren sich dann doch, ausser man packt um – ohne Beipackzettel)

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