Der Frage ging eine Gruppe Forscher nach. Maschinen können ja heute schon erstaunliches – und da wird weiter-entwickelt. Alles werden sie dennoch nicht können. Ein Job ist umso sicherer vor Automatisierung je mehr man dabei mit (eigenen) Lösungen auf Probleme aufwarten muss, es nicht ohne persönlichen Kontakt mit anderen Menschen geht, man Verhandeln muss und je weniger man sich dabei in enge Stellen quetschen muss …
Daraus haben die Forscher dann eine Formel entwickelt und die sagt, dass ich als Apothekerin …
Yay – … nur eine 1.2 % Chancen habe in dem nächsten 20 Jahren durch einen Roboter ersetzt zu werden. Naja – Roboter gibt es in der Apotheke ja schon … aber die sind dann wirklich nur für den Teil „in enge Stellen quetschen“ und die Ware rausholen zuständig.
Nicht so schön steht es um meinen Mann, der Mechaniker ist:
Hoppala – naja, in dem Fall gut, ist er selbstständig (und hat noch eine Frau, die arbeiten kann).
Wer selber nachschauen will, wie es um seinen Job steht, kann das hier: Will Your Job Be Done By A Machine?
(Ah ja – das sind natürlich grobe Schätzungen … und es können sich noch einige Sachen verändern, ausserdem gingen sie von den Verhältnissen in den USA aus), aber es ist doch Interessant zu sehen, wie sich manche die Zukunft vorstellen. … Jetzt bist Du vorgewarnt ;-)



Das reine Medikamente-raussuchen wird bei uns in zumindest einer Apotheke schon von einer Maschine erledigt. Anhand des Namens die richtige Packung aus dem Regal zu greifen ist auch nicht sonderlich schwierig und bestimmt nicht der Teil des Jobs, für den ihr studieren müsst.
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Als sichereren Job hab ich auf die schnelle nur den Vorschullehrer mit 0,7% gefunden…
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Was? Mit einer blechernen Stimme den Frontalunterricht abspulen und einem quietschenden mechanischen Arm das Zeuchs auf die Schandtafel schreiben geht nicht mehr? o.O
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Ich habe 20.7% als Epidemiologe. o.O
„Does your job require negotiation?“ ist ein Knackpunkt. Wenn es darum geht, an einem Preis zu feilschen (recht triviales Problem allerdings…), kann ein Computer sehr wohl besser auf Datenbanken – zum Beispiel auf Datenbestände über diesen Kunden – zurückgreifen und auch neuronale Netzwerke benutzen, um zu einer Entscheidung zu gelangen.
Wenn Medikamenten-Preise in einer Apo verhandelt werden müssten, hätte der Computer die Nase vorn. Dank einer Abmachung mit Feissbuck wissen sie, wo man in den Ferien war, daraus berechnen sie eine Bereitschaft, ein bisschen höhere Preise zu verlangen… dann die Historie der letzten Medikamentenbezüge, die auch einen Aufschluss zulässt, ob jemand auf tiefere Preise bestehen könnte… und ein Computer hätte da auch keine Ermüdungserscheinungen.
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Stell dir das mal vor – das wäre wie wenn Du einen Flug buchst. Mein Kollege aus der Computerwelt (:-) ) hat mir mal erzählt, wie er einen Flug gebucht hat. Er hat mit 3 verschiedenen Computern gleichzeitig gesucht – MAC, windows PC und ein Windows PC, der so eingestellt war, dass der Seitenbetreiber denken musste, er wäre in den USA stationiert. Die Preise (gleiche Seite) für den MAC waren die höchsten, die für den PC aus den USA die günstigsten. Dabei ging es gleich um ein paar hundert Franken. Schöne neue Welt (ich komme mir bei so was ein bisschen verarscht vor).
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Tja… die IP-Adresse und der sogenannte „User Agent“ des Browsers. Wo Späne fliegen, wird gehobelt, wo Daten anfallen, wird etwas ausgewertet…
Und damit du heute Abend nicht mehr schlafen kannst, gehst du mal dahin: http://panopticlick.eff.org/ – die werten als Experiment alle Daten aus, die dein Browser der Webseite sendet. Mein Laptop ist nach wie vor einzigartig (!) unter den rund 5.4 Millionen Computern, die diesen Test schon gemacht haben. So braucht man kaum mehr Benutzerkonten oder Cookies, um Leute im Web wiederzuerkennen…
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Du kümmerst Dich um meinen guten Schlaf (der Link funktioniert nicht) …
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Hier geht der Link. :-P
Ansonsten nach „Panopticlick“ googeln… das Dings von der Electronic Frontier Foundation, einer Bürgerrechtsorganisation fürs WWW.
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Gerade Handwerker, die zu einem nach Hause kommen, Treppen rauf und runter laufen (mit Material), um dann geplatzte Rohre, unter Putz verlegte verschmorte Kabel und in Küchenzeilen atombombensicher verbaute defekte Waschmaschinen reparieren sollen, nur um festzustellen, dass das mitgebrachte Ersatzteil vom Distributor für das „Gerät eine Generation später“ in den Wagen geschmissen wurde – und die dann eine „kreative Lösung“ zu finden, um den Kunden zufrieden zu stellen und nicht selbst 3x anrücken zu müssen – halte ich für wenig automatisierungsgefährdet. Roboter können einiges, aber eben (noch) nicht a) kreativ sein, b) komplexe Bewegungsabläufe bei unklarer Teilebeschaffenheit meistern, und c) autonomes Bewegen durch inbekanntes(!) Terrain…
Wenn ich da MEINEN „Job“ anschaue:
1) Komplexe Befehle (der GKV) umsetzen… Nichts können Roboter so gut wie eine pogrammierte komplexe Befehlsfolge abarbeiten,
2) Formale Ausstellungsfehler bei Rezepten suchen..? Na wie arbeiten wohl die Retax-Rechenzentren im Auftrag für die KrankenKassen…
3) Im Falle eines gefundenen Formfehlers den Patienten einfach zurück zum Arzt schicken..? Na da soll der Patient mal den Roboter erzählen, dass er bettlägrig sei und nicht noch mal von München bis zur Charité fahren kann, um das Rezept ändern zu lassen… Ein feuchter Traum der GKV!
4) „3% Aufschlag + 6,58€“ umwandeln zu „0,30€ Stromkostenverbrauch“ pro Packungsabgabe..? Ein weiterer feuchter Traum der GKV. Denn die wird ja des Betonens nicht müde, dass von den (in D 2013) 30,09 Millarden € Ausgaben für Arzneimittel nicht etwa der Industrieanteil der Größte ist (ca. 21,28Millard€; incl. GH; 70,7%), und auch nicht die 19% MwSt. (4,81Millard€; 16%), nein die Apotheken mit einem Anteil von ca. 4Millard€ (13,3%) haben eindeutig den höchsten Anteil an den Arzneimittelkosten und damit natürlich auch das größte Sparpotenzial. Dabei muss man wissen, dass die Apotheken größtenteils über die „Packungszahl“ vergütet werden, welche seit Jahren (entgegen allen Prognosen) Rückläufig ist, weswegen (auch wegen weiteren „Sparprogrammen“ bei den Apotheken) der Kostenanteil der Apotheke seit Jahren rückläufig ist. Aus der Gesamtzahl 30,09Millard€ sind übrigens Herstellerrabatte, Apothekenrabatte, Rabattvertragsrabatte sowie höchstwahrscheinlich auch alle Retaxationen nicht herausgerechnet. Die GKV zahlt also im Endeffekt wesentlich weniger…
5) Beratung in der Apotheke bei Rx-Abgabe? Laut GKV braucht das kein Mensch!
6) Kreative Problemlösungen rund um Rx? Wozu? Anweisung der GKV: „Problem (Nichtlieferbarkeit, Nichtteilbarkeit, Formfehler, Handhabungsprobleme usw.) => Patient zurück auf LOS… ähm… zur Arztpraxis“
usw.
Die GKVen wollen keine „guten Apotheker“, und wenn sie sowas behaupten sind das Lippenbekenntnisse. Die GKVen wollen eine möglichst kostenlose Arzneimitteldistribution, und die um jeden Preis! Dazu werden auch ohne weiteres Gesetze an jeder Logik (und wissenschaftlichen Erkenntnis) vorbei umgeschrieben; z.B.: 14 Tabl. N1 -> Rabattvertrag 10Tabl. N1 (ganz besonders sinnvoll bei z.B. Antibiotika); oder Kapseln = Filmtabletten = Tabletten = Weichkapseln. Dass durch die Apotheken viele Probleme gelöst werden (oder gar nicht erst entstehen) und dadurch Millionen und Millarden€ jährlich eingespart werden, spielt bei dieser Milchmädchenbetrachtung überhaupt keine Rolle. Leider.
Und wenn ich mir die neusten Ergüsse unserer Polotikerkaste anschaue (Hr. Grohe, Gesundheitsminister: Ärzte werden für Medikationsplan-Erstellung [zuzätzlich] vergütet. Apotheker dürfen [müssen?] diese dann kostenlos ergänzen – dies ist in einer „guten Beratung“ ja enthalten. Ah ja, eine weitere zusätzliche Pflichtaufgabe, die schon im Jahr 2004 in der „Beratungspauschale“ mit eingepreist war, welche ja in 10 Jahren um dramatische 3% erhöht wurde, und damit der wirtschaftlichen Entwicklung der BRD nicht nur angepasst wurde sondern dieser wohl sogar vorauseilt! Aber dieser Satz birgt noch viel mehr Sprengkraft – denn das gesamte Konzept „Apotheke 2030“, welches im großen und ganzen die Patientenbetreuung mittels vergüteter Erstellung, Weiterführung und regelmäßiger Auswertung des Medikationsplans durch die Apotheken vorsieht, ist damit politisch ad absurdum erklärt und ad akta gelegt. Und das nicht mal 1 Jahr, nachdem es beschlossen wurde; und schon mal 15 Jahre, bevor es „beferkt umgesetzt worden sein wird“… Naja, ich fand in diesem Wahnsinnspapier sowieso mehr Quark-Anteile als Rosinen und Zuckerguss, insofern ist DAS aus meiner Sicht nicht Schade. Allein es fehlt an sinnvoller Kommunikation seiten der Standesführung der deutschen Apotheker, um das alles dem Endverbraucher (=Patient) und der Politik klar und deutlich vor Augenzu führen.
Ansonsten – Backflash: https://pharmama.ch/2013/04/13/apotheken-roboter/
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Huch – autonomes Bewegen durch UNbekanntes Terrain war natürlich gemeint. Ein Problem, an dessen Lösung die US-Army schon seit Jahren selbst und via Ausschreibung arbeitet… und welches noch kein Uni-Entwicklerteam schon für ein Fahrzeug, welches „nur“ eine Wüste durchqueren soll, bisher zufriedenstellend lösen konnte.
Ansonsten bitte ich meine endlosen Ergüsse zu entschuldigen… ;-)
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Wertester Knick, beim Lesen dachte ich spontan an den Roboter „Nummer 5“, der fiepend in der Apotheke rumfährt und mit der Laserkanone auf Pharmavertreter, Versicherungsvertreter, Arztvertreter und sonstige Trampeltiere schiesst…
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So viel hollywoodscher Technikfakes bedarf es gar nicht gemäß GKV. Es würde reichen:
1 Rezeptscanner;
1 Kommissionierungsautomat (mit automatischer Einlagerung und Auslagerung, eventuell mit Kühlbereich);
1 Bildschirm;
1 Kleinrechner mit Netzanschluss, der die Rezeptauswertungssoftware im Browser laufen lässt und die Scnittstelle zur Lagerdatenbank des Kommissionierers bildet;
1 EC-Terminal zum bezahlen (samt Ziffernblock-Tastatur);
1 Thermotransferdrucker fürs Bon-Drucken
-> Internetanschluss für Rezeptauswertungssoftware und Warenbestellung;
-> Stromanschluss fürs System;
-> Warenrutsche zum Wareneingangsbereich des Kommissionierers, wo der Lieferant die Kisten drauf auskippt.
-> gegebenenfalls Techniker (Wartung des Systems, Abholung verfallener & nicht benötiger Ware), wird vom System im Bedarfsfall online angefordet
Den Bildschirm brauchst Du, um solche Dinge anzeigen zu lassen wie:
– Kostet XY€. Bitte bezahlen.
– Muss bestellt werden, ist um XY Uhr zum abholen bereit. Der Bezahlbon gilt als Abholschein.
– Rezept fehelerhaft / unklar / nicht lesbar. Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt.
– EC-Karte fehlerhaft, bitte wenden Sie sich an Ihre Bank.
Mehr muss das Teil gemäß GKV-Mindestanforderungen NICHT können… Insbesondere in Zeiten von Securepharm, wo Chargenangaben und Verwendenbarkeitsfristen elektronisch auslesbar werden. Alle von mir genannten Technikbestandteile existieren und würden – passend zusammengeschraubt – innerhalb eines kleinsten Zeitraums einsatzbereit sein. (Hier sei mal an das teilautomatisierte, vermaledeite Projekt „Visivia“ erinnert.) Mal davon abgesehen, dass die Meldung „3“ gefühlt wohl bei derzeit jedem zweiten bis dritten Rezept angezeigt werden würde – würden dann wohl die Arztpraxen „lernen“, Rezepte „korrekt“ auszustellen, um nicht mehr dem Ansturm wütender Patienten ausgesetzt zu sein… (Was natürlich DANN besonders lustig wird, wenn die Arztpraxis nicht mal weiß, welche Fehler es auf dem Rezept auszumerzen gilt…)
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Der letzte Satz gefällt mir besonders. Hrrrhrrrhrrhr. :)
Aber der Leidtragende wird der Patient sein. Ausser man entwickelt einen Roboter, der beim Arzt – vorzugsweise fiepend – vorbeigeht und a) die Beschwerden des Patienten und gegebenenfalls b) die Proteste des Apothekers vorträgt.
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Ja, der Leidtragende wird der Patient sein, weil die vielen Dienstleistungen rund um die Rezeptbelieferung, die dem Patienten bisher „kostenlos hinterhergeworfen“ werden, da ja „bereits von der KrankenKasse mitbezahlt“, wie z.B. Rezeptkorrekturen beim Arzt holen, Arzneimittel kostenlos liefern, landesweit nicht lieferbaren AM hinterherjagen usw. DANN wird es entweder so sein, dass solch „Serviceleistungen“ einfach wegfallen – oder extra bezahlt werden (müssen), vom Patienten natürlich und nicht von der Kasse.
Das ist aber abzusehen. Die Schaffung von großen Mono- oder Oligopolen führt (fast) immer zu einer Benachteiligung des Verbrauchers. Man sehe ich die großen Stromkonzerne an, die großen Nahrungsmittelkonzerne (wenn es um Trinkwasser geht), oder die beiden (verbliebenen) Apothekenketten Schwedens… Aber was weiß ich schon, ich bin ja nicht mal Betriebswirt…
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Aber gedankenknick – dass die Krankenkassen uns für überflüssige Zwischenhändler halten, wissen wir … aber die hätten ja am liebsten auch Kunden, die nie Patienten werden …
Und bei mir (wenn ich das neue Debakel mit den Medikationsplänen bei Euch ansehe) regt sich der Verdacht, dass die Politiker bisher selber kaum die Hilfe ihres Gesundheitssystems gebraucht haben respektive keinen Kontakt mehr zu aktuellen Patienten haben (Eltern, die sie pflegen müssen zum Beispiel). Derart abgehobene Beschlüsse kann ich einfach nicht begreifen.
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Unsere Polit-Kaste ist größtenteils privat krankenversichert. Oder – noch besser – bei der DEBEKA mit 50% Privatversicherung und 50% Beihilfe (staatlicherseits, weil es die Versicherten so schwer haben). Die Politiker sind größtenteils von ihren eigenen Entscheidungen nicht betroffen – oder nur insofern, als die die Durchsetzung des Kassenwillens zu einem Kassen-Aufsichtsratspöstchen nach Beendigung der Politikkarriere führt…
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Planloses Politikerbashing, wie ich das liebe. Fast so gut, wie „die da oben“ (=alle, die scheinbar oder tatsächlich mehr Geld haben als man selbst).
Schaut man mal bei Google, sind unterschiedlichen Quellen zufolge „mehr als die Hälfte“ gesetzlich oder „42% privat versichert“.
Was hatte das eigentlich mit der ursprünglichen Frage zu tun? ;)
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Zugegeben, ich hätte auf eine höhere Quote getippt. Gibt es eine Statistik, die besagt, wie sich der Versicherungsstatus in Abhängigkeit zur „Berufsebene“ darstellt? Ich hätte da ja eine Theorie, will aber nicht weiter planlos bashen…
„Planloses Blitikerbashing“. Sorry, aber alle Politiker, die ich bisher zu Themen, die meinen Beruf betrafen, gehört habe, waren in ihren Aussagen planlos. Dass ich da bashe ist leider nur zielgerichtet.
-Ich zitiere hier mal Herrn Jens Spahn: „Die Zitrone Apotheke ist noch nicht ausgepresst.“
-Oder den damaligen FDP/CDU-Koalitionsvertrag: „PickUp-Stellen werden verboten.“
-Oder Frau Ulla Schmidt: „Versandtapotheken und Vor-Ort-Apotheken werden mit gleich langen Spießen kämpfen.“ Frau Schmidt saß in ihrer Zeit als Gesundheitsministerin übrigens im Aufsichtsrad von 8 gesetzlichen Krankenversicherungen gleichzeitig! Sehe nur ich da einen Interessenkonflickt?
-Oder Herrn Hecken: „Fremdbesitz von Apotheken ist in Deutschland zulässig. Eine Studie beweist dies.“ Ein Verfahren gegen ihn wegen Rechtsbeugung wurde vom Oberstaatsanwalt eingestellt, weil jener gegen seinen obersten Dienstherren nicht ermitteln konnte – Herr Hecken war nämlich Gesundheits- UND Justisminister in seinem Land.
-verschiedenste Abgeordnete der Grünen: „Apothekenketten machen alles billiger.“ lol
Soll ich wirklich weiter machen?
Was das mit der ursprünglichen Frage zu tun hat? Nun: Die Abschaffung der niedergelassenen Apotheken wird von einigen Global-Playern unter Ausnutzung ganzer Politiker-Arbeitskreise schon seit Jahren vorangetrieben in D. Unglaubliche Behauptung? Na dann mal lesen: http://www.amazon.de/Das-Schleppnetz-Angriff-deutschen-Apothekenmarkt/dp/3000427953
Übrigens hat sich der Bundestag eine „eigene Apotheke“ gegönnt. Im Mietvertrag ist angeblich eine bevorzugte Behandlung von Abgeordneten geregelt. Komisch, wo doch außenstehende wie Vermieter laut ApoBtrO keinen Einfluss auf die Apotheke nehmen dürfen…
Und zum Thema „planloses Bashing“ – da kann ich als Apotheker ein Lied von singen. So wie es in den Wald reinruft, schallt es eben auch raus. Oder?
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0,3% ich glaub mit dem Risiko kann ich leben :-)
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2,1% als Physiotherapeut … ich geh das Risiko ein :D .
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Als Chemiker werde ich mit knapp über 10% ersetzt. Da frag ich mich, ob da CTAs und Laboranten auch mit reingerechnet werden, denn bei dem, was ich tue, sind die Maschinen noch erfreulich mies :) An enge stellen quetschen kann ich mich auch ganz gut ;)
Den Job meines Freundes gibts nichtmal, der sollte also sicher sein.
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Ich sehe das nicht ganz so optimistisch.
Zwecks Automatisation ein Einwand: Hier in D ist ja bekanntermaßen der Versandhandel zugelassen. Das Rezepteinscannen lässt sich automatisieren, zumal die Texterkennungssoftware mittlerweile sehr gut ist. Die Medikation raussuchen kann ein Roboter. Die Verpackung selbst lässt sich durch angelernte Kräfte erledigen.
Sofern man die Texterkennungssoftware so qualifizieren kann, dass sichergestellt ist, dass die gesendete Ware mit dem übereinstimmt, was verschrieben worden ist, braucht man eigentlich dort den Apotheker nur noch pro forma. Gerade im Versand dürfte die Wahrscheinlichkeit der Automatisation daher deutlich höher sein.
Aber auch öffentliche Apotheke: Irgendwann gibt es die Gesundheitskarte, auf der die verschriebene Medikation gespeichert wird. Was hindert einen dann daran, ein Terminal zu installieren, in welches man diese einsteckt? Der Roboter sucht die Medikation raus und wirft die Ware in den Ausgabeschacht.
Klar, mit persönlicher Beratung ist dann natürlich nichts mehr.
Ich halte es aber für möglich, dass in mittelfristiger Zukunft der Apotheker nur noch in der Selbstmedikation gefragt ist, wo die persönliche Beratung und das persönliche Gespräch notwendig ist.
Das ist jetzt eine pessimistische Denkweise. Ich möchte aber diese Denkweise gerne zur Diskussion stellen.
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Nein – ernsthaft: wenn ich sehe, was ich bei den gelieferten Rezepten oft kreativ werden muss (dazu gehört bei uns auch Generikaasuwahl) oder falsche / fehlende Dosierungen abklären (die sind ja auch nicht überall gleich) oder nicht lieferbares / ausser Handel gegangenes einen Ersatz suchen muss, oder für etwas, das die Krankenkasse nicht übernimmt, oder (immer noch) nicht lesbar verschriebenem hinterher telefonieren, oder bei der kontrollierten Abgabe (wenn Patient nur X Packungen in Y Zeit beziehen darf), oder Änderungen weil mehrere Ärzte den gleichen Patienten medikamentieren, oder auch nur die Wechselwirkungen: es zeigt mir bei fast jedem Rezept welche an – wird dann auch der Computer bestimmen, wie relevant die jetzt sind?
Da habe ich tatsächlich wenig Bedenken, dass ich demnächst ersetzt werde.
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Da hast Du sicher Recht, wenn man das auf die Gegenwart bezieht. Da ich selbst Apotheker bin, ist das auch wirklich kein Angriff auf den eigenen Beruf.
Ich denke jetzt aber eher mittelfristig. Mit „mittelfristig“ meine ich einen Zeitraum von 20-30 Jahren. Letztendlich kann eine Software sicher auch irgendwann dem Arzt mitteilen, dass es ein Interaktionsproblem gibt oder ein passendes Ersatzpräparat für AV gegangene Präparate heraus suchen. Der Arzt entscheidet dann, ob das, was ihm die Software via EMail vorgeschlagen hat, seinem Willen entspricht. Das ist alles nur eine Sache davon, eine Software entsprechend zu qualifizieren. Im Moment ist das – auch meiner Ansicht nach – nicht möglich. In 20-30 Jahren könnte/dürfte das möglich sein.
Was sicher auch in 20-30 Jahren nicht möglich sein wird:
a) Eine Individualrezeptur automatisiert herstellen zu lassen.
b) Individuelle Beratung in der Selbstmedikation.
Ich will da noch etwas hinzufügen, was mir gerade noch einfiel: Auch im Moment wird die Tätigkeit des Apothekers schon häufig ersetzt: In Deutschland namentlich durch den Beruf der PTA. Viele Mädels sind da fit, keine Frage. Und hier in Deutschland schwappt immer mal wieder die Diskussion auf, der PTA die Vertretungsbefugnis zu geben.
Zusammenfassend: Entsprechend qualifiziert halte ich es für durchaus möglich, dass ein Computer irgendwann mal die Entscheidung trifft, ob eine Interaktion klinisch relevant ist. Nicht heute, sondern irgendwann mal – vielleicht in 20-30 Jahren.
So grob schließe ich mir der Argumentation von Gedankenknick an (der Argumentation gemeinsam mit Turtle; die Diskussion mit Sebastian finde ich auch etwas über das Ziel hinaus geschossen (Sorry, Knick! :-) ))
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Ja, manchmal geht es einfach mir mir durch. Tut mir leid. Dr. Pawlow ist schuld! ;-)
2004 fand ich die Einführung der Packungspauschale auch als großen Wurf. Als Ende 2006 die abgegebenen Packungszahlen (wider Erwarten der KrankenKassen) gesunken waren, und die gesamte Apothekerschaft Deutschlands eine Nachvergütung von 300.000€ erhalten sollte (was damals pro Apotheke 13,63€ Nachzahlung gewesen wären) – und nach dem Aufschrei der dadurch schwer insolvenzgefährdeten Kassen (auch via Bild und „Neiddebatte“) diese 300.000€ gegen 10 Jahre Planungssicherheit verkauft wurden – fand ich das auch noch gut. Als bereits Mitte 2007 die 10jährige Planungssicherheitsfrist verstrichen war, und es zu ersten dramatischen Einschnitten bei der Apothekenvergütung kam – habe ich das erste Mal gezuckt. Seit dem wurde die Apothekenvergütung so oft direkt und indirekt nach unten angepasst, dass vor lauter Zuckungen schon Tremor bei mir diagnostiziert wurde. Mein Beißreflex gegen die Bundestagspolitiker – von denen NICHT EINER sich mal mit auswirkbaren Konsequenzen vor die Apotheken gestellt hat (es waren immer nur Lippenbekenntnisse), davon hätte ich bei ApothekeAdhoc wohl sonst gelesen – ist nun ein pawlowscher. Finde ich aber schon spannend, dass die Hand, die mich seit Jahren schlägt, mein Beißen als ungehörig empfindet…
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Meinen Beruf gab es nicht, nur den meiner Vorgesetzten. Und die haben eine 64,9%ige Chance ersetzt zu werden. Habe ich vor ein paar Tagen in Holland erst „bestaunen“ dürfen: Selbstverbuchung, Selbstbezahlung, grobe Selbstvorsortierung der Bücher…
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17% für Mittelschullehrer.Würde gerne andersrum mal sehen was 14-Jährige mit einem Robo-Lehrer machen…… Und Schülerstreiche a la LehrerIn hacken-ich freu mich drauf
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Mit 98,3% einen sehr hohen Wert fand ich bei Schiedsrichtern (umpires and referees). Wobei ich überzeugt bin, dass hier eine Automation am widerstand der Zuschauer und Sportler scheitert. Auch dass Dancers mit 12,75 eher von Automation bedroht sind als Writers and Authors mit 3,8% oder Photographers mit 2,1%, halte ich für absurd.
Ich halte deshalb diese Seite für ein Musterbeispiel einer misslungenen Automation. Da die automatische Berechnung nur anhand von 4 Faktoren stattfand und alle anderen Faktoren (Akzeptanz, Schwierigkeiten (bewegen in unbekanntem Terrain), Kosten…) vernachlässigt werden, ist das Ergebnis unbrauchbar.
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