Noch so ein dringender Fall

Die Patientin verlangt etwas von einem schon lange abgelaufenen Dauerrezept. Da wir schon das letzte Mal bei ihr eine Ausnahme-abgabe gemacht haben – erkläre ich ihr (noch einmal), dass sie für diese jetzt vor der Abgabe ein neues Rezept braucht, und dass der Arzt sie vielleicht dafür vorher sehen muss.

Die Frau ruft in der Folge alle Stunde an, um nachzufragen, ob der Arzt das verlangte Rezept schon gefaxt hat – und das auch weiterhin, nachdem ich ihr sage, dass wir uns melden, sobald wir vom Arzt etwas gehört haben.

Und was war so wahnsinnig wichtig?

Eine Packung Losartan, ein Blutdruckmittel, das sie – wenn sie es regelmässig nehmen würde, wie vorgeschrieben – vor 2 Monaten schon hätte verlangen müssen …

15 Kommentare zu „Noch so ein dringender Fall

  1. Ihr ist aber gerade jetzt eingefallen, dass sie da was vergessen hat ^^ oder sie nimmt die falschen Dosis, weil sie z.b. die Tabletten teilt, sofern das bei den verordneten Tabletten geht.

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  2. Die Apotheker und Apothekerinen sollten nicht vegessen genügend Volieren für sich selbst und ihre Angestellten anzuschaffen, damit die vielen Vögel die sie kriegen, stets ausreichend Platz haben und nicht noch der Aerger mit dem Tierschutzgesetz auf sie zu kommt. :-)

    Beste Grüsse
    Thomas

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  3. Das erinnert mich grade wieder an einen Fall den ich vor einigen Jahren mal in der Praxis hatte. Mittwoch vor Ostern und für die gesamte Praxis letzter Arbeitstag vor dem Osterwochenende. Der Chef ging ausnahmsweise mal pünktlich um 13:00 da auch kein Patient mehr da war. Eine halbe Stunde später, ich war nur noch alleine da und hatte die Computer grade aus, rüttelt es mit Hilferuf an der Tür. Als Brave MFA schaue ich nach, es könnte ja ein echter Notfall sein. Folgender Dialog ergab sich dann (sinngemäß):

    „Wie kann ich Ihnen helfen?“

    „Meine Schwester braucht hierfür dringend ein Rezept und unser Arzt hat schon zu!“

    „Das tut mir leid, aber ich habe die Rechner grade aus und ein Arzt zum unterschreiben ist auch nicht mehr da.“

    „Aber sie braucht das dringend, sie muss die ab heute wieder nehmen. Können sie den Computer nicht noch einmal an machen?“ fleht sie mich mit Rehaugen an.

    „Das könnte ich, bringt uns aber nichts da, wie schon gesagt, der Arzt nicht mehr da ist.“

    „Aber ich brauche das Rezept ganz dringend!“

    Langsam werde ich ungeduldig da sie auch auf einen erneuten Hinweis auf den fehlenden Arzt nicht einsehen will das ich ihr das Rezept nicht geben kann. Dann frage ich sie ob ihre Schwester das Rezept denn schon öfter hatte und ob sie immer zur gleichen Apotheke gehen. Die Antwort lautet Ja.

    „Dann wäre es eine Möglichkeit in der Apotheke zu fragen ob sie das Präparat ausnahmsweise schon bekommen und das Rezept am Dienstag nach Ostern nachreichen.“

    Nach einigen hin und her bereits mehrfach ausgetauschter Argumente ging sie dann auf den Vorschlag ein, zumal es ihre einzige Möglichkeit war evtl. vor Ostern zu bekommen was ihre Schwester so dringend braucht. Es handelte sich übrigens um die Pille zur Kontrazeption. Man sollte meinen dass die Woche Pause seit Einnahme der letzten Pille ausreicht um sich ein neues Rezept zu holen, zumal sie anscheinen schon während der Einnahme wusste dass es der letzte vorhandene Blister ist. Doch da setze ich anscheinend zu viel voraus…
    Im Rahmen unser Diskussion habe ich ihr auch gesagt dass ihre Schwester sonst ja ggf. auf gute alte Kondom zurück greifen kann, doch damit war sie nicht wirklich zufrieden.

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    1. Hat sich das in Deutschland zugetragen? Denn in dem Falle kann es auch für die Apotheke nur eine richtige Antwort geben: Nein. Ohne Rezept gibts nix.

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        1. Nein. Wir haben tatsächlich mehr Kompetenzen. Wir dürfen „in Begründeten Ausnahmefällen“ auch rezeptpflichtiges abgeben. Aber wehe ich merke, dass das missbraucht wird. Dann gibt’s für die Person gar nichts mehr.

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      1. Erfahrungsgemäß gibt es unter Umständen doch was. Als mir das mal passiert ist (ich hätte schwören können, dass noch ein Blister im Schrank liegt), bekam ich gegen Zahlung der gesamten 3-Monats-Packung einen der 3 Blister aus der Schachtel. Den Rest konnte ich mir dann eine Woche später gegen Vorlage des Rezeptes abholen.

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      2. Ja, das hat sich in Deutschland zugetragen. Ich weiß auch nicht warum man dann so einen Stress machen muss. Bei aus gesundheitlicher Sicht notwendigen Medis könnte ich es ja noch ein wenig verstehen, aber spätestens bei der Pille bin ich der Meinung „Pech gehabt, dann geht’s für nen Monat halt nur mit Gummi!“

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        1. Manchmal wird sie ja aber nicht nur zur Verhütung benutzt…. sie kann auch echte Schmerzen lindern… oder eben andere Beschwerden in dem Zusammenhang.
          Dennoch sollte man natürlich trotzdem rechtzeitig an Nachschub denken…

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