Phantom-Läuse

Es ist nicht gerade Läuse – Hoch – Zeit (die ist eher jeweils nach den grossen Ferien), trotzdem hatte ich letztens eine beunruhigte Mutter mit Kind in der Apotheke, deren „Käfer“ auf dem Kopf ich mir unbedingt anschauen sollte.

Im Normalfall mache ich das nicht – wer Läuse finden will, kann das am besten in den nassen Haaren mit einem Lauskamm, denn dann bewegen sich die sonst sehr flinken Tierchen auch nicht mehr. Aber die Mutter war sehr beunruhigt und überzeugt, dass es irgend ein anderes Insekt war … eben weil man Läuse ja meist nicht so gut sieht.

Stellt sich heraus, dass es wirklich Läuse waren. Massenhaft Läuse. Mit Handschuh konnte ich  mit einem kürzeren Blick schon 2 herauspicken (und zerquetschen).

Ich kann inzwischen ziemlich gut beraten, was Läuse angeht. Wie man sie findet, wie und mit was man sie bekämpft. Wie man die Mittel anwendet. Wen man sonst noch anschauen, behandeln und informieren sollte.

Und ich bin gut darin, die betroffenen Eltern zu beruhigen. Das ist nämlich nicht ein Hygiene Problem und manche Eltern denken dann sie hätten irgendwie nicht aufgepasst oder etwas falsch gemacht, dass ihr Kind jetzt Läuse hat.

Nur gegen etwas habe ich noch nichts gefunden: Dass es mich nach so einer Beratung regelmässig an der Kopfhaut juckt und beisst: Phantomläuse. Ich weiss, es ist nur meine Einbildung, aber kratz …. kratz … ihr wisst schon.

Mehr lesen über Läuse:

Die Rückkehr der Läuse

Läuse – immer noch

Läuse und der Coiffeur

Da ‚unten‘

Parasiten bei der Familie Pharmama (ja, auch wir hatten schon Läuse)

Per Anhalter durch die Packungsbeilage

Über Pharmama

Wie bringt man die Arbeit in der Apotheke und die Familie unter eine Haube? Mit viel Humor natürlich! Ich bin Apothekerin aus der Schweiz schreibe über Interessantes und lustiges in und um die Apotheke. unter: Pharmama.ch

Veröffentlicht am 11/03/2015 in Apotheke und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 29 Kommentare.

  1. Hihi wie passend. In der Kita in der ich wegen Elternzeit grade nicht arbeite sind gestern wieder die Läuse „eingezogen“. Die Kolleginnen werden grad auch von Phantomläusen geplagt, hoffentlich bleibt es nur bei denen.
    Blöd, dass die Läuse so extrem negativ behaftet sind, die Eltern sagen uns nicht Bescheid aus Scham, oder weil es grad nicht passt das Kind bis zur erfolgten Behandlung zu Hause zu lassen, behandeln zwar ihr eigenes Kind, aber das die Läuse lustig Ping-Pong auf den Kinderköpfen spielen und sich so ihr eigenes Kind auch wieder ansteckt checken die nicht. Dabei klären wir jedes Mal so umfassend darüber auf. Grrr. Aber meistens erzählen die Kinder eh, dass sie wieder Kopfbewohner hatten oder riechen doch noch verdächtig nach Läusemitteln.
    Gerne entdecke ich die Tierchen auch, wenn ich grad mit einem Kind in der Leseecke Kuschel (bin verwunderlicher Weise bisher verschont geblieben) . Und wenn die so groß und zahlreich sind, dass ich sie mit bloßem Auge und ohne die Haare auch nur berührt zu haben schon entdecke, sind die nicht erst seit gestern da.
    So das musste mal grade raus und hoffentlich bleibt Töchterchen verschont, wenn sie nächstes Jahr auch die Kita besucht.

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    • Nein, wenn sie gross und zahlreich sind, hatten sie gut Zeit zu wachsen und sich zu vermehren.
      Zumindest: auch wenn die Viechlein etwas eklig sind – ausser, dass es etwas beisst und juckt trägt man keine gesundheitlichen Schäden davon.

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  2. Mich wundert, dass ich seit Jahren von Läusebefall lese, dass das normal und alltäglich ist – aber weder mein Mann (Jg. 1957) noch ich (Jg. 1965) hatten jemals Läuse.
    Ich erinnere mich, dass einmal in meiner Schulzeit eine „Läusetante“ vorbeikam und unsere Köpfe untersucht hat, aber ich meine, es sei niemand befallen gewesen (Dorf! garantiert hätten wir mitbekommen, wenn jemand Läuse gehabt hätte).

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    • Selbst hatte ich bisher auch noch keine, aber als Familie mit kleinen aber auch größeren Kindern und in den entsprechenden Berufsgruppen, Erziehungs- und Gesundheitswesen, ist es leider ziemlich alltäglich. Jetzt juckt es mich auch. Blöde Phantomläuse.

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    • Irene: bis ich Junior hatte und der sie vom Tagi nach Hause gebracht hat, hatte ich auch nie Läuse. In der Schule gab es einmal ein paar Freunde, die das hatten, mich hat es nie erwischt.
      Aber ich bezweifle, dass das so viele mitbekommen, wenn jemand Läuse hat. Die sieht man kaum, behindern einen nicht und wenn man sie diskret wieder los wird … nein.

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  3. Ja, das mit den „Phantom-Läusen“ kenn ich auch. Das schlägt bei mir schon zu, wenn ich in Schule oder KiGa nen Zettel sehe:
    In der …-Gruppe sind Läuse aufgetreten. Bitte kontrollieren sie … etc. etc.
    Und bei mir in der Schule (Bin Jg 69, DDR-Kind) kam nach meiner Erinnerung mindestens einmal jährlich jemand vorbei und hat die Köpfe aller Kinder untersucht.
    Gefunden wurde fast nie etwas! Und ich hatte auch noch nie welche.
    Da frag ich mich auch, wieso das jetzt so alltäglich/häufig erscheint …!

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    • Ich kann mir vorstellen, dass es zum einen mit den Resistenzen zusammenhängt aber auch mit dem Trend, sich nicht mit so viel Chemie behandeln zu wollen. Hier werden in einer Familie (allerdings vorbeugend) gerne Globulis und Weidenrindenschampoo verwendet, die Kinder hatten auch bisher nie was, aber die haben auch nicht so viel Kontakt zu den „üblichen Verdächtigen“ und sind auch eher nicht so verschmust, würde es eher darauf zurückführen.
      Aber jetzt wo ich nochmal drüber nachdenke, als ich 2003 meine Ausbildung angefangen hatte hab ich auch nichts von Läusen mitbekommen. Mittlerweile kehren sie aber alle paar Wochen wieder. Hmm.
      Was bei uns auch schon vorkam waren Behandlungsfehler weil die Eltern die Gebrauchsanweisung nicht lesen konnten oder einfach nicht gelesen haben oder eine wiederholte Behandlung zu lästig war. Ich habe dann nochmal darauf hingewiesen, dass die Behandlung nochmals wiederholt werden muss. Ja, auch wenn der Arzt bescheinigt hat, dass dass Mittel angewendet wurde und keine Läuse mehr zu sehen sind, aber auch der Arzt kann nicht in die Eier hineinschauen und sagen, ob da noch was schlüpft oder nicht.

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      • Richtig. Entweder man behandelt nicht ein zweites Mal, oder man steckt sich wieder an. Angeblich beliebtester Wiederansteckungsvektor: der Papa. (Ich? Ich hab doch keine Läuse!): Immer alle Familienmitglieder auf Läuse kontrollieren!

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    • Weshalb das so häufig erscheint – eben weil heute mehr Kinder in Stätten wie Tages, Kitas, KiGa und Schule aufeinander-hocken?

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  4. Da Erwachsene deutlich mehr „Zusatzstoffe“ im Haar herumtragen, sprich Haarspray und Ähnliches, was wiederum von den Läusen nicht so geliebt wird, ist es wahrscheinich, dass sich Erwachsene eher nicht anstecken.
    Außerdem sind es doch eher die Kinder untereinander, die die „Köpfe zusammenstecken“ wenn irgendwas angeschaut wird.

    Wieso juckt’s mich jetzt am Kopf?!?! 😉

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  5. Super, jetzt auch bei mir😉

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  6. Phantomläuse hatte ich auch schon! Meine Kinder brauchten bloß über Läuse in der Schule zu erzählen und schon ging das los.
    Ich selbst hatte auch noch nie welche. Meine jüngste Tochter hatte mal welche und hat es mir erst viele Jahre später erzählt. Sie wusste, wie ich mich ekeln würde.
    In meiner Schulzeit kam auch noch die „Läusetante“. Bin Ü70.

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  7. Zu uns kam letztens eine Kundin mit ihren fünf befallenen Kindern. Da hat es Chefin und mich noch Stunden später gejuckt.
    Und jetzt schau ich mal, wie ich die Phantomläuse wieder los werde…

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  8. Waaaah! Jetzt juckt’s MICH! Leider sind Phantomläuse auch per Internet übertragbar…

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  9. Ja, das kenne ich gut mit den Phantomläusen – ich bin inzwischen leider auch sehr gut im Entfernen der Biester und hatte sie selbst schon ein, zweimal.😦 Meine Tochter war letztes Jahr in einer Klasse mit verlausten Zwillingen (gleich zwei davon!), deren Mutter es leider nicht für nötig hielt, etwas gegen die Tierchen zu unternehmen. Und hier ist es inzwischen so, dass die Schulen absolut nichts dagegen unternehmen dürfen (also Kinder nachhause schicken oder die Eltern ansprechen und bitten, etwas gegen die Läuse zu tun = Fehlanzeige), ausser einen sehr allgemein gehaltenen Brief nachhause zu schicken – so im Stil „in der Klasse Ihres Kindes gab es einen Fall von Läusen, bitte checken Sie Ihr Kind“. Ein Hygieneproblem ist es nicht, das stimmt. In manchen Fällen wie diesem eher ein Faulheitsproblem oder aber reine Ueberforderung…

    Es gibt aber auch Kinder, die Läuse irgendwie anziehen. Die beste Freundin meiner Tochter z.B. hat sie immer wieder, und da weiss ich, dass sie zuhause ständig behandelt und gecheckt wird. Die Biesterchen mögen sie bzw. ihre Haare einfach verdammt gerne.

    Ich habe die Läuse bislang übrigens immer nur mit Pflegespülung und viel Kämmen (ein guter Laus-Kamm ist das A und O!) wieder weggebracht. Wie schon erwähnt wurde, können die Viecher resistent werden – das gilt allerdings auch für „natürliche“ Mittel wie z.B. Teebaumöl.

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  10. Katzenpapa

    Gibt es auch Phantomflöhe? Weil, wenn sich meine Katze hinterm Ohr kratzt, muss ich mich immer solidarisch im Bart kratzen. Dabei weiß ich doch, dass Katzenflöhe (normalerweise) nicht auf Menschen gehen. Wir schauen uns dann immer verschwörerisch an, und wenn wir beide lustig aufgelegt sind, kratzen wir dann nochmal auf der anderen Seite. Hat das etwas mit den berühmten Spiegelneuronen zu tun, von denen so oft die Rede ist?

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    • ähem. Aus leidvoller persönlicher Erfahrung muss ich sagen, Katzenflöhe gehen sehr wohl auf Menschen. Sie bleiben nur nicht da. Wenn du zwei bis vier Stiche in einer Reihe hast, ist Katzen entflohen angesagt.😉 Und auch da gibt es Resistenzen, ich habe letztes Jahr schwer gekämpft. Mistviecher elende! (die Flöhe)😦

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      • Katzenpapa

        Die Erfahrung habe ich nicht gemacht, obwohl ich einige Monate auf einem Bauernhof voller verflohter Katzen wohnte. Also, so verfloht, dass man die Flöhe rumhüpfen sah, und einige sprangen auch auf meinem Arm rum. Bisse: null.

        Eine der Katzen habe ich dann später adoptiert und erst einmal gebadet. Also, eher so: Man nehme einen Fahrradkorb (weißt schon, fürs Gepäck), eine Katze und eine Dusche. Man setze die Katze in die Duschkabine, stülpe den Fahrradkorb drüber, ziehe sich kratzfeste Handschuhe an und drehe lauwarmes Wasser auf. Wenn man das sehr, sehr sanft macht, dann denkt die Katze irgendwann, naja, Mist, es regnet, ergibt sich in ihr Schicksal und lässt sich dann auch mit Antiflohshampoo einseifen. Ich hate wirklich nur geringfügige Verletzungen an den Oberarmen, und die Katze war auch weniger als drei Tage beleidigt.

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      • Ja, kenne ich von meinem Sohn – bei seinem Vater zuhause hatte die Katze Flöhe und er hatte -zig Bisse – seltsamerweise haben sie nur ihn gebissen, und alle anderen (menschlichen) Mitglieder des Haushaltes blieben verschont. Vielleicht gibt’s da auch Vorlieben, wie bei den Läusen?

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        • Ja da gibt es auf jeden Fall Vorlieben, seit ich mit meinem Freund zusammen bin, ist der mein Indikator fürs entflohen, ich glaub auf den gehen die Flöhe noch lieber als auf die Katzen.😛

          Katzenpapa, das Problem ist glaub ich, wenn die Katze dir die Flöhe in die Wohnung geschleppt hat, also Eier verloren, dann springen die jungen Flöhe nach dem Schlupf auf den ersten Warmblüter der des Weges kommt. Ein Spaß kann ich nur sagen.

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          • Katzenpapa

            dann springen die jungen Flöhe nach dem Schlupf auf den ersten Warmblüter der des Weges kommt

            Ja, klingt logisch, würde ich auch so machen. Also, als Floh. :o)

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  11. Ja, das kenne ich. Ich hatte sie vor zwei oder drei Jahren mal und es war ein riesiger Krampf, bis sie endlich weg waren. Und jetzt, wenn ich deinen Beitrag lese (oder auch sonst – habe generell eine etwas gereizte Kopfhaut) fängt es wieder an… grml
    kratz

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  12. Komisch, Phantomläuse kriege ich gar nicht mehr. Da scheint ein gewisser Gewöhnungseffekt aufzutreten. Obwohl die Nummer mit den Monsterläusen im Notdienst, die die Kundschaft extra für mich in einer Minitupperdose eingefroren hatte, die fand ich auch ekelig. Nur jucken tuts nicht mehr.
    Wir haben seit 1,5 Jahren vermehrt immer wieder Krätze Fälle, da fängst mich viel eher an zu jucken!
    LG Boreal

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    • Das stimmt, lieber Läuse als Krätze. Ist hier bei Jugendlichen grad auf dem Vormarsch. Der Sohn meiner Kollegin hat sich das in einem Jugendzentrum eingefangen. Traurigerweise hat es relativ lange gedauert und mehrere Ärzte gebraucht, bis einer endlich die richtige Diagnose zum Ausschlag gestellt hat. Vermutlich kannten die anderen das nur aus dem Lehrbuch?

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  13. Wenn es hier nur Krätze als Alternative zu den Läusen gibt nehm ich lieber Läuse, die bekommt man mit Sicherheit besser wieder los. Obwohl es mit Sicherheit immer schwerer wird, gegen Läuse zu kämpfen. Besonders bei der politischen Situation in der letzten Zeit.

    Gruß Peter

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