Nasensprays mal wieder

Ich kontrolliere die Rezepte vom Vortag – neben mir bedient die Pharmaassistentin (PA) die Kunden. Ich höre (wie immer) mit mindestens einem halben Ohr zu.

Geschäftsmann: „Ein Xylo Mepha für Erwachsene und ein Nasic.“

PA: „Sind beide für sie selber?“

Mann: „Ja – ich wechsle ab.“

Die PA holt die Nasensprays und legt sie auf die Theke: „Hier bitte – Sie wissen aber, dass das beide abschwellende Nasensprays sind?“

Mann: „Ja, ja, ich weiss … und man soll sie nicht länger anwenden. Aber ich nehme den Xylo nur für eine Woche, danach nehme ich den Nasic, der ist ja nicht so schlimm.“

PA: „Der macht genau dasselbe – abschwellen und darum …“

Mann: Jaja, schon klar. Aber wissen Sie, ich nehme die schon eine Zeitlang. Ich habe nämlich chronische Nasennebenhöhlenentzündung und Schnupfen und will nicht den Cortison-Spray, den mir mein Arzt verschrieben hat benutzen. Der ist nämlich sicher schädlicher als das hier!“

PA: „Eigentlich wäre der vom Arzt verschriebene Spray vor allem bei längerer Anwendung weniger problematisch als diese hier … Sie brauchen vor dem Cortison hier auch keine Angst zu haben, bei der Anwendung in der Nase wird das kaum vom Körper aufgenommen und …“

Mann: „Schon gut. Ich nehme lieber die hier.“

Die Pharmaassistentin schluckt, nickt und kassiert wortlos ein.

Als der Kunde draussen ist, dreht sie sich nur zu mir um und schüttelt den Kopf.

Böses Cortison, richtig? Ich frage mich, wann das aus den Köpfen der Leute endlich raus ist. Dafür ist er offensichtlich auch schon abhängig von den Nasensprays. Denn auch wenn der Nasic als „sanft“ gilt … der enthält genau dasselbe Xylometazolin; das Dexpanthenol, dass das zusätzlich enthält (zur Pflege und zum Beruhigen der Schleimhaut) hebt das nicht auf.

27 Antworten auf „Nasensprays mal wieder

  1. Hmmm meine Ärztin hat mir jetzt gerade bei einer Nebenhölenentzündung mit sehr starken Ohrenschmerzen empfohlen, dass ich das abschwellende Nasenspray auch länger als eine Woche und öfter als 3 mal täglich nehmen soll. Allerdings jetzt auch in Kombination mit einem kortisolhaltigem Nasenspray. Ist das jetzt falsch? Wie schnell werde ich da jetzt abhängig?

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    1. Das mit der Woche, das ist ein Richtwert. Ich muss ja auch etwas sagen, damit den Leuten das Problem wirklich bewusst wird. Wenn Du eine Nebenhöhlenentzündung hast, dann brauchst Du ihn auch. Ich würde einfach nach der Woche mal anfangen abzubauen und zu schauen, dass das bald wieder ohne geht. Eine andere Möglichkeit ist auch ersatzweise eine Zeitlang statt dem Nasenspray abschwellende Kapseln einzunehmen.

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  2. Ich habe ebenfalls chronische Nasennebenhöhlenentzündungen und nehme schon seit Jahren entsprechend ein Cortisonspray.
    Allerdings hilft mir das alleine nicht „sofort“. Wenn ich Nasic und Co. nehme, kann ich danach meist innerhalb von wenigen Minuten frei atmen, bei dem Cortisonspray dauert das meist wesentlich länger, wenn nicht sogar Tage.
    Aber regelmäßig nehme ich es natürlich dennoch und versuche auch denen klar zu machen, denen ich sage, dass ich das Cortisonspray nehmen muss, dass es keineswegs so zu verteufeln ist wie viele es tun.

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    1. kurzfristig macht die Kombi Sinn – langfristig muss man eben aufpassen mit dem abschwellenden. Aber: kein Problem, wenn Du den abschwellenden am Anfang dazu nimmst.

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  3. Ich habe seit meiner Kindheit Atemwegsprobleme. Immer wieder kann ich kaum durch die Nase atmen, habe ständig Schnupfen (auch durch Allergien) und meine Nebenhöhlen nehmen jede Erkältungswelle mit Freuden mit (mein alter Hausarzt meinte mal im Scherz, bei mir könne man nur noch den Kopf abschrauben und einen neuen drauf setzen). Natürlich landete ich auch irgendwann bei abschwellenden Nasensprays und ja, es war toll mal richtig durch atmen zu können. Vor allem Nachts mal nicht schnarchen weil die Nase verstopft war – toll. Aber nach einiger Zeit merkte ich, dass ich schon in Panik geriet, wenn das Spray nicht da war und ohne Spray konnte ich nicht mehr durch die Nase atmen, sie schwoll ohne richtig zu. Was mich dann aufschrecken lies, war die Tatsache, dass meine Nase innen ständig blutige Krusten hatte, weh tat wenn ich sie nur berührte und ich hatte immer häufiger Nasenbluten. Das Absetzen der Sprays war dann auch die Hölle, ich hatte Panik ohne Ende und glaubte zu ersticken. Nun ist der Zustand von Vorher wieder da, Dauerschnupfen, aber die Nase ist selten ganz dicht. Cortison hat leider auch gar nichts gebracht und auch alle anderen Versuche der Ärzte das Problem in den Griff zu kriegen, blieben erfolglos (und ich bin da nicht zimperlich, ich habe keine Vorurteile gegenüber evidenzbasierter Medizin). Ich kann jeden Verstehen, der solche Probleme hat und dann nicht auf das Nasenspray verzichten will. Ich habe allerdings mittlerweile fast Angst Nasenspray zu nehmen und nehme es jetzt nur noch, bei wirklich fiesen Erkältungen… aber manchmal, ja manchmal vermisse ich es doch dieses Wunder der Medizin, dass mir das Gefühl gibt, eine ganz normale Nase zu haben die mal tut was sie soll ;)

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    1. Meine Freundin hat sehr enge Nasennebenhöhlen und dann auch noch eine Engstelle. Resultat sind bei allergischen Reaktionen oder Schnupfen starke Kopfschmerzen, manchmal Zahnweh. Wird auch mit Cortisonspray behandelt, zusätzlich eine Diclophenac-Creme zur Aussenbehandlung (hilft schneller anscheinend).

      Der HNO-Arzt hat vorgeschlagen, die Engstelle zu erweitern. Vor der Operation hätte ich auch Panik. Wenn ich mir dann auf der anderen Seite praktisch 2-mal wöchentliche Kopfschmerzen vorstelle…

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    2. Selbst bei wirklich fiesen Erkältungen hab ich immer nur Salzwasserspray genommen. Ich bin für so Suchtgeschichten wahnsinnig anfällig, selbst ohne Blistex konnte ich irgendwann nicht mehr(und das hat meines Wissens keinen Labelloeffekt) und hab davon zwei Tuben pro Woche verbraucht. Deswegen hab ich vor dem Nasenspray wirklich Schiss. Zum Glück bin ich nicht soooo oft ernsthaft erkältet.

      Wenn, dann schmier ich mir Blistex in und an die Nase(ja, ich benutz es wieder, weil es so gut hilft, aber in normalen Mengen und erst, wenn die Lippen/die Haut an der Nase blutig rissig ist) und halt das Salzwasserspray. Gibt es eigentlich auch ein „Bepanthen“-Nasenspray? Also nur mit Dexpanthenol OHNE die abschwellende Geschichte? Ich vergess das immer zu fragen, wenn ich mal bei der Apotheke bin

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      1. Es gibt:
        * Bepanthen Nasensalbe (Salbe mit Dexpanthenol)
        * Emser Nasensalbe (Salbe auf Kochsalzbasis)
        * Nisita Nasensalbe (Salbe auf Kochsalzbasis)
        * Hysan Nasensalbe (Salbe mit Vitamin A)
        * Coldastop Nasenöl (Öl mit Vitamin E); dafür gibt es auch zusätzlich noch einen Dispenser, mit dem man sich das Öl in die Nase sprühen kann (dann läuft es auch nicht wieder raus).

        Alle angegebenen Arzneimittel enthalten keinen abschwellenden Arzneistoff.
        Das Dexpanthenol halte ich eher für nen Werbegag. Wenn, dann hat das eher ne schwache Wirkung. Oben angegebene Medikamente/Medizinprodukte helfen grob bei trockener Nase.

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        1. Nasensalbe hilft aber halt nur da, wo man ankommt. Brennen tut es aber weiter oben, wenn ich dauernd niesen muss während einer Erkältung.

          Und ob Werbegag oder nicht. Einen Versuch ist es wert. Auf der Haut hilft es mir ja auch

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        2. Für die Schweiz noch:
          Fluimare (ev. Plus mit Dexpanthenol)
          Nasmer (plus mit Dexpanthenol)
          Rhinomer mini
          Naaprep spray

          Auf Nasentropfen oder -sprays mit Öl sollte man eigentlich auch verzichten, da die die Flimmerhäärchen verkleben, die Bakterien und Verunreinigungen abtransportieren sollen.

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          1. Pharmama, korrigier mich bitte, wenn ich falsch liege (Du bist mehr dran an der Materie als ich): Dann darf man eigentlich aber auch keine Salbe/Creme nehmen. Beides enthält lipophile Bestandteile. Es sollte eigentlich für die Zilientätigkeit egal sein, ob das nun ein Öl oder eine Creme/Salbe ist. Die hydrophilen Bestandteile einer Creme sollten durch die Atmung nach ca. 15 Minuten verdunstet sein, da bleibt auch nur die lipophile Phase übrig.

            Zugelassen ist Coldastop für die längere Anwendung (gerade auf Fachinfo.de nachgesehen). Ich denke, dass bei vorliegendem Privinismus Coldastop Nasenöl eine ganz gute Alternative ist. Besser ist natürlich ganz ohne Creme/Salbe oder Öl.

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        3. mir fällt spontan noch Gelositin ein – mit Orangen- und Citronenöl und auf Sesamölbasis – ich finde es angenehmer als Coldastop…

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  4. Meine Nase jammert schon, wenn ich das nur Lese. Aber wer nicht will, der will nicht.
    Bei Erkältung habe ich Abends Nasenspray für Kinder verwendet und selbst das hat bei mir gebrannt und ausgetrocknet – jetzt bin ich auf das Wick-Schmierzeug runter, weils die Nase auch frei macht und nicht so brennt.

    Ich habe mich aber auch nicht getraut ein Cortison-Inhalationszeug zu nehmen, das der Arzt mir gegen meinen Bronchitis-Reizhusten aufgeschrieben hatte. Hauptsächlich aber wegen der Beschreibung, dass man es dauerhaft nehmen soll und es erst nach Wochen vernünftig wirkt… 3 Tage später war nämlich das Schlimmste schon durch, ich kenne meinen Husten ja *seufz* klingt tödlich, ist aber halb so wild.

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  5. Nasic hat Dexpanthenol drin – gut dass ich das für die Zukunft weiss. Mir wird nämlich übel, wenn ich das Zeug intensiv rieche. Deshalb war ich auch sauer, als mir mal in einer Apotheke Bepanthen Meerwasserspray verkauft wurde (ich habe nicht aufgepasst, gefragt wurde auch nicht, und ich hatte lediglich nach „Meerwasserspray“ verlangt und nicht spezifiziert…)

    Jaja… ;-)

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    1. Nach was soll Dexpanthenol denn riechen? Bist du sicher, dass du nicht die Konservierungsmittel E216/218 meinst, die z.B. in der Bepanthen-Lösung drin sind? Die beiden sind ziemlich penetrant… :-(

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      1. Was weiss ich, welche Komponente da riecht – eben dieser typische Bepanthen-Geruch. Als Creme ist sie prima, aber in der Nase *würg*
        Ich vertrage übrigens die Lotio auch nicht, aber nicht wegen des Geruchs ;-) – dabei gibt es so viele Leute, die darauf schwören.

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  6. Manche sind wohl unbelehrbar.
    Benutze auch einen Nasenspray, wenn ich stark erkältet bin. Zum Glück ist das nur selten der Fall, dann aber leide ich immer sehr. Benutze dann meist für ein paar Tage so ein Meerwasserspray von DM. Das hilft gut und länger als 5 Tage habe ich das noch nie benötigt.

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  7. Mir brennen die Nasensprays immer grässlich, deshalb benutze ich sie nur im schlimmsten Notfall ca einmal im Jahr.
    Meine Familie braucht die Sprays auch selten, aber nach Benützung entsorgen wir die immer, bzw jeder hat einen Persönlichen.
    Wenn ich Anfang Winter für uns 5 je einen Nasenspray kaufen will, kiege ich nur einen…in meiner Hausapotheke…Sowas nervt, ich tingelte dann von Apo zu Apo. Jetzt bestelle ich alle auf einmal in Deutschland, mit weniger generve und billiger auch…

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    1. Ja, die Internetapotheken die kümmert das gar nicht. Nasenspraypackungen im Multi-Sparpack. Find ich persönlich zum kotzen.
      Warum nicht die Situation der Hausapotheke erklären? Wenn die wissen, um was es geht, reagieren die sicher vernünftiger.

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  8. Ich benutze ganz normale Kochsalzlösung und tropfe die ein, bzw. ich gebe die in einen Sprüher und sprüh das ein – hilft auch recht gut. Und ansonsten hilft da der gute, alte Pari-Boy mit der Kochsalzlösung – oder in ganz argen Fällen, wenn die Lunge auch ziemlich dicht ist, hilft auch Salbutamol und Bepanthen in die Nase, damit die von vielen Putzen auch mal Erholung bekommt. Nasenspühlung mit Kamillentee (kalt bis lauwarm) sollen ja auch helfen, aber da ich Kamille gegenüber eine starke Abneigung hege… und bei ner Erkältung immer ganz wichtig, denn der Schleim soll ja raus: trinken, trinken, trinken! Das verwässert den Schleim und befreit auch zu nem großen Teil!

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      1. Ich finde Kamillentee eh ein wenig… na, sagen wir es so: wenn ich das Zeug schon nicht trinken mag, muss ich es mir auch nicht durch die Nase laufen lassen – da ist ne Spüllösung mit Emser Salz doch geschmacklich nicht besser, aber von dem Zeug wird mir wenigstens nicht übel. Soso, wirkt austrocknend – sollte ich das dann lieber äusserlich gegen Ekzeme anwenden, eh? o.o wusste ich auch noch nicht. Jedenfalls werde ich meinem Ratgeber, sprich Oma, mal die Austrocknung ausrichten – die meint das ja immer gut, nicht, aber jetzt weiß ich auch, wozu sie das Bepanthen hinterher braucht. Nämlich gegen das Austrocknen und nicht wie ich, gegen das Wundsein. Die einzigen Allergien, die derzeit bestehen, sind ne leichte Lactose-Intolleranz, ne Abneigung gegen Fleisch im Allgemeinen, Übelkeit bei dem Geruch von Gewürznelken und sofortiges Erbrechen bei Einname von Kümmel und Anis… das Übliche, wie Birken- und Gräserpollen ist bis zu meinen Schwangerschaftshormonen noch nicht durchgedrungen – mein Körper sammelt dafür fleißig komische andere Sachen, die er nicht mag. Kümmel- und Nelkenunverträglichkeit habe ich sonst auch, aber jetzt grade ist das extrem -.-°

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  9. Kann es auch nicht nachvollziehen, weshalb sich die Leute so gegen Kortison-Sprays wehren oft. Scheint nicht selten ein Problem zu sein, das von den Medien befeuert wird. Böses Kortison und so…

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