Gesundheits-Informations-Quelle Internet

Interessante Frage einer nicht mit medizinischem Hintergrund belasteten Freundin letzthin:

„Ist das Internet eigentlich etwas gutes für Patienten und Ärzte?“

Hintergrund der Frage war, dass sie eine Kollegin hat mit diversen Beschwerden, wo der Arzt nicht herausfinden konnte an was das liegt. Schliesslich hat sie einfach im Internet die ganzen Symptome eingegeben … und landete auf einer Seite für Fructose-Intolerante Leute.

Sie las sich ein, fand das passt unglaublich und ging dann zurück zum Arzt mit der Frage: „Könnte es sein, dass ich Fructose Intolerant bin?“

Der Arzt dazu (nach etwas überlegen): „Das könnte sein. Testen wir das doch.“

Und sie war’s.

Das ist toll. Dass der Arzt da nicht drauf gekommen ist, würde ich ihm nicht mal vorwerfen. Es ist wie überall: was häufig ist ist häufig. Was selten ist, fehlt einem häufig im Erfahrungsschatz … dann wird es schwierig, darauf zu kommen, dass es das sein könnte. Gut fand ich auch, dass sie wieder zum Arzt gegangen ist, um das mit dem neuen Ansatz abklären zu lassen – von einer Fachperson. Da hat nicht nur sie die Sicherheit – auch der Arzt hat etwas gelernt.

Von daher ist es gut. Leider steht im Internet soviel – und nicht alles davon ist korrekt oder fällt unter zuverlässige Info. Tatsächlich ist es sehr schwer, da die Spreu vom Weizen zu trennen. Und gerade bei Gesundheits-Foren sollte man sich bewusst sein, dass da viel nur Meinungen und Einzelerfahrungen sind … man das aber vielleicht nicht unbedingt auf seine eigene Situation beziehen sollte. Oft gibt es da auch Angstmacher und Verschwörungstheoretiker.

 

Was sind Eure Erfahrungen mit Gesundheitsthemen und dem Internet?

Haltet Ihr das für eher nützlich oder eher schädlich?

Sollte man dan Zugang zu Informationen über Gesundheit und Medikamente beschränken – auf Fachleute?

Sollte man medizinischen Laien verbieten, im Internet über Gesundheitsthemen zu schreiben?

Nach was für Kriterien entscheidet ihr, ob die Information auf einer Seite zuverlässig ist?

47 Kommentare zu „Gesundheits-Informations-Quelle Internet

  1. Nur Fachleute fänd ich quatsch. Aber wenn der ganze Bullshit rausfliegen würde, wäre ich nicht traurig. Irgendwo habe ich mal eine Seite entdeckt, wo man Symptome eingeben kann und das Ding spuckte mögliche Diagnosen aus. Ich hab was simples eingegeben dessen Diagnose ich schon wusste. Raus gekommen ist nicht die sondern eine ellenlange Liste schwerer, zumeist unbehandelbarer und tödlicher Krankheiten. Sowas ist nicht sinnvoll und macht Leuten, die wirklich Hilfe suchen, mehr Angst als nötig. Die Seite war so einfach dass jeder sie benutzen kann, es war einfacher als googlen und dann kommen so abwegige Krankheiten raus, auf die sonst nur Dr. House kommt.
    Wenn dann noch Seiten rausfliegen würden die Leuten einreden, man könne zB Krebs mit Pendel und oder Globoli loswerden, wäre ich auch nicht traurig.

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    1. OT In Dr. House gab es sicherlich auch seltene Krankheiten, meist jedoch waren es ganz banale Dinge, die sich nur mit sehr ungewöhnlichen Symptomen gezeigt haben. Die Krankheiten waren jedoch stets hervorragend recherchiert! /OT :)

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      1. Ja, das ist sicher nicht der übliche Weg dass jemand mit fester Diagnose googelt. Normalerweise ist es ja umgekehrt.

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  2. Ich schreibe schon seit Jahren in einem großen deutschen Gesundheitsforum mit. Was da streckenweise an Dummheit der User, Inkompetenz von Sprechstundenhilfen und Ignoranz von Ärzten zusammenkommt … lässt einen staunen.

    Am besten fand ich noch: Pillle vergessen in Woche zwei. An sich kein Problem und kein Einnahmefehler. Wir haben die Dame auch beruhigt, das sie sich keine Sorgen machen muss. Dummerweise sah der Arzt zu dem sie dann noch ging das anders und verschrieb ihr die Ella One als Pille Danach. Sowas blödes aber auch das die mit der Pille wechselwirkt und die Dame auf zusätzliche Verhütung verzichtet hatte weil sie auch niemand darauf hingewiesen hat.
    Der Schwangerschaftstest war dann auch ziemlich bald positiv.

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  3. Es hat hier sicherlich zwei Seiten: auf der einen Seite tatsächlich die, die alles glauben, was sie hören und auch von Ärzten, Apothekern oder Wissenschaftlern nicht von einer falschen Meinung abbringen lassen.

    Aber auf der anderen Seite steht eben der durch das Internet aufgeklärte, gut informierte Patient, der aktiv an seiner Behandlung mitarbeitet. Ärzte neigen tatsächlich dazu, überhaupt nicht richtig hinzuhören, nicht nachzufragen, weil es nicht extra bezahlt wird. Lieber schnell ein Rezept und fertig. Ich habe mittlerweile mehrmals einfach vermeidbare Fehlbehandlungen durch Ärzte erlebt. Deshalb ist zu große Ehrfurcht vor den Göttern in weiß fehl am Platz. Es braucht den Mut, sich falls nötig eine zweite Meinung einzuholen. Es hilft, wenn man die Behandlungsrichtlinien mal liest, weil Ärzte die Möglichkeiten in der Regel nicht erklären und die weiteren Erkrankungen eines Patienten nicht genug berücksichtigen. Wenn man dann mit Behandlungsvorschlägen wieder beim Arzt ist, kommt dann meistens: „ach, das wusste ich ja gar nicht. Dieses oder jenes Symptom/Vorerkrankung ist mir gar nicht aufgefallen“.

    Für mich heißt das, ich lese nicht in irgendwelchen Foren/Frage-Antwort-Seiten. Ich kann qualifizierte von unqualifizierten Quellen unterscheiden. Zu den qualifizierten Quellen zähle ich Foren, in denen explizit Ärzte auf spezifische Fragen eingehen. Dazu zähle ich die veröffentlichen Behandlungsrichtlinien sowie Fachartikel und digitalisierte Fachbücher. Solche qualifizierten Quellen müssten mehr gefördert werden und besser gekennzeichnet werden.

    Ich denke, das ist die Basis für einen echten Dialog zwischen Arzt und Patient. Patienten würden mutiger, Fragen zu stellen. Allerdings: Ärzte müssten auch für das Erklären von Diagnosen und Behandlungen entlohnt werden. Zugangsbeschränkungen für Nichtfachleute können aus meiner Sicht keine Lösung sein, es wäre ein falscher Schritt auf dem Weg zum mündigen Patienten.

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    1. Ich frag‘ mich immer, ob ich wohl unter „qualifizierte Seite“ falle. Wobei … siehe Disclaimer: alle Info hier dient v.a. der Unterhaltung. Fragen Sie bitte IHREN Arzt oder Apotheker :-)

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  4. Bei den Foren finde ich es einfach: Dort wird so viel dummes Zeug geschrieben, meist auch mit unzähligen Fehlern und Hinweisen auf „Bei meiner Oma war das auch so…“, dass auf den ersten Blick klar sein sollte, dass sie keine zuverlässigen Informationsquellen sind. Vielleicht müsste man für die ganz Naiven noch einen grossen Warnhinweis anbringen, damit diese nach der Lektüre nicht heulend zum Arzt rennen.
    Schwieriger finde ich es, die seriösen Ratgeberseiten von irgendwelchen quasi-sektiererischen Seiten zu unterscheiden, da diese auf den ersten Blick ziemlich seriös daherkommen. Hier hilft wohl nur genaues Lesen und Nachfragen bei einem Arzt. Hier finde ich die telemedizinische Beratung ziemlich nützlich, obschon man natürlich auch dort an einen Berater gelangen kann, der einen mit einer unverständlichen Erklärung abspeist. Würde man die Online-Beratung dieser Dienste etwas niederschwelliger machen – all die Angaben, die man dort machen muss, schrecken wohl viele ab -, wäre schon sehr viel getan.

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  5. Meine Erfahrung mit Foren allgemein: Es gibt für jedes Problem, sei es ein technisches, medizinisches, aquaristisches oder sonstwelches Thema immer mindestens zwei Diagnosen/Lösungen. Wie findet man heraus welche die richtige für meinen Fall ist?! Antworten, die mit „ich habe mal gehört/gelesen…, bei einem Beaknnten war mal…, man sagt doch immer..“ kann man direkt ignorieren. Wenn man auf mehreren Seiten nachliest, kristalisiert sich meistens eine Diagnose heraus. Vieles wird auch teils wörtlich einfach immer wieder kopiert, ob es stimmt oder nicht. Bei medizinischen Dingen sollte man das aber nur als Denk-Hilfe nehmen und so verfahren, wie die Person aus dem Bespiel. Wobei manche Ärzte beleidigt sind, wenn man seine Diagnose vor-gestellt hat und manche das scheinbar voraussetzen.

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  6. Beschränkung auf Fachleute ist natürlich völlig indiskutabel. Und wenn sich die halbe Bevölkerung totgooglet, rechtfertigt das nicht, Informationen zurückzuhalten.

    Zur Frage selbst: Natürlich sind die meisten Foren völliger Blödsinn. Ich finde das aber nicht schwer zu erkennen. Die meisten scheitern schon an grundlegender Logik, wie z.B. bei Homöopathie. Diejenigen, die sinnvoll sind, liefern gewöhnlich Anhaltspunkt zur Veri- oder zumindest Falsifizierung. In Deinem Beispiel z.B. „Geh zum Arzt und lass Dich auf Fructoseintoleranz testen.“ Da schadet nichts und im Zweifelsfall kann der Arzt immer noch sagen „Nein, das ist nach meinem beruflichen Erfahrungsschatz nicht anzunehmen.“
    Alternativ kann man sich nach Studien umsehen. Die gibts ja nunmal auch im Internet und gewöhnlich sind Abstracts mit Fazit auch frei lesbar.

    Und zu guter Letzt war da noch der Internist, der mir sagte „Das könnte Sarkoidose sein, sie können ja mal im Internet nachlesen, was das genau ist. Wir machen in 3 Monaten nochmal ein Röntgenbild.“

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      1. Nö, keine weiteren Infos. Habe dann im Internet festgestellt, dass das quasi alles von kaum Beeinträchtigungen bis zum Bedarf für Selbsthilfegruppen bedeuten kann, hab’s ausgesessen und bin zum nächsten Termin mit einem „It’s not Lupus“-T-Shirt gekommen.
        Jedenfalls war dann bei dem Termin fast gar keine Rede mehr davon, und er vermutete Reflux. Der Husten hat sich dann mit Pantoprazol gelegt. In letzter Zeit fange ich wieder an, muss wohl mal wieder hinterher.

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  7. Symptome googeln macht garantierten Krebs…

    Auf der anderen Seite habe ich beim googeln zufällig das Thema Autismus gefunden, mich in genau dem einen Bericht wiedergefunden mit meinen Problemen(was bei den Artikeln und Büchern danach dann nicht mehr in solcher Komplettheit war) und hab mittlerweile eine Diagnose, dass ich eine ASS habe. Zwar am „leichten Ende“, aber es hilft mir in vielen Situationen schon, dass ich mittlerweile weiß, dass ich anders denke. Ohne Internet wäre das wohl nie diagnostiziert worden und ich wäre weiter an meinen Mitmenschen verzweifelt und gegen Depressionen behandelt worden.

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    1. Ich glaube für das ist das Internet schon gut: es kann Menschen mit gleichen Interessen und Problemen zusammenbringen – es zeigt auch sehr, dass man meist nicht alleine dasteht mit einem Problem.

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      1. Gar nicht mal, dass ich nicht alleine bin. Aber dass es eben nicht zielführend ist mich gegen Depressionen zu behandeln, wenn die so gar nicht mein Problem sind. Wenn man quietschvergnügt in einer Runde Selbstmordgefährdeter sitzt, dann ist das schon etwas seltsam. Da ändert es auch nix, wenn man wegen Kommunikationsproblemen beim nächsten Mal dann doch wieder heult. Trotzdem war mir die ganze Zeit klar, dass das mein Problem nicht lösen wird. Und nachdem ich dann den Bericht eines anderen Aspergers gelesen habe, war ich so unendlich glücklich. Das passte soooo viel besser, als das, was ich zu Depressionen gelesen hatte. Ich hab dann die Psychobetreuung gewechselt. Auf der Überweisung stand nur „Lebenskrise“ und nachdem die Therapeutin das erste Mal Asperger erwähnt hat, hab ich ihr davon erzählt, dass ich halt was im Internet gefunden hatte und so und die hat mir auch wirklich gut geholfen das besser zu verstehen und damit umzugehen.

        Ohne das Internet wäre ich wohl mein Leben lang wegen Depressionen behandelt worden und hätte mich trotzdem nicht besser gefühlt.

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  8. Krankheiten zu googeln und dann hysterisch zu werden, weil Tante google einem erzählt, dass man bald sterben wird, halte ich für ziemlichen Quatsch. Das Problem liegt hier m.E. aber bei den Leuten, die absolut jedes Wort im Internet glauben und am besten noch ihre Symptome in die jeweilige Krankheit hineininterpretieren. Kritisches Hinterfragen wäre hier manchmal mal nicht schlecht.
    Wenn man aber schon eine Diagnose hat, kann es vielleicht praktisch sein, sich im Internet nochmal zu informieren- wenn man seriöse Informationsquellen findet.
    Außerdem sollte man im Hintergrund behalten, dass jeder Mensch anders ist und Schema X dementsprechend nicht auf alle zu 100% zutrifft (sonst wäre meine Oma wohl schon tot ;) ).

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  9. Das Internet ist wie immer Fluch und Segen zugleich. Hier darf jeder Scharlatan seinen Blödsinn verbreiten und Menschen in Panik versetzen, in jedem Forum gibt es jede Menge nutzloser bis gefährlicher Hinweise und man findet jede Menge selbsternannte Experten. Aber: Man bekommt auch viele viele nützliche Informationen, vor allem auch Hintergrundinformationen zu Krankheiten und zu möglichen Behandlungen. Diesen Zugang zu beschränken fände ich grundsätzlich falsch. Nicht nur Ärzte können Informationen zu Krankheiten gut aufarbeiten und verstehen. Ich bin kein Arzt, habe aber mit Kleintierkrankheiten zu tun und muss mich in dem Bereich intensiv fortbilden. Natürlich lese ich viele Bücher, aber das Internet hat dann dazu die Hintergrundinformationen, zu fast jedem Medikament findet man den Beipackzettel (anders als bei Medikamenten für Menschen, bekommt man den Beipackzettel beim Tierarzt nur ausgesprochen selten mit, da man hier fast nur abgefüllte Medikamente bekommt). Ich gebe mein Wissen auf meiner HP weiter und versuche da immer auf dem neusten Stand zu sein und ich weiß, dass ich damit vielen Tierhaltern die Angst nehme und ihnen damit etwas an die Hand gebe um besser mit dem Problem klar zu kommen und die Krankheiten ihrer Tiere zu verstehen. Auch wenn der Tierarzt mal keine Diagnose stellen kann, ist es gut und sinnvoll, dass die Tierhalter sich selbst informieren können um dann mit diesen Informationen zu ihrem Tierarzt gehen. Sich mit Betroffenen austauschen finde ich ebenfalls wichtig. Was ich ablehne sind allerdings Anleitungen zur Eigenmedikation (leider ja an der Tagesordnung, besonders mit Zuckerkügelchen und Wässerchen). Grundsätzlich sollte jede Behandlung mit einem Arzt abgesprochen werden, egal ob beim Menschen oder beim Tier. Die Informationen im Internet sollten immer nur zur Erlangung von Hintergrundwissen dienen. Mir hat es bei eigenen gesundheitlichen Problemen auch immer sehr geholfen, dass ich mich im Internet weiter informieren konnte, genau genommen beruhigt mich das Wissen auch sehr. Als mein Arzt mir sagte, dass ich eine heftige Schilddrüsenunterfunktion habe und nun Medikamente nehmen muss, war ich erst sehr geschockt. Durch intensive Recherche habe ich nun viel darüber erfahren, auch darüber, dass mein Arzt völlig richtig vorgeht und kann damit gut leben. Auch das ich laktoseintollerant bin, habe ich durch das Internet und das Abgleichen meiner Symptome heraus gefunden – ich wußte zwar schon lange, dass ich mit Milch ein Problem habe, aber das die heftigen Reaktionen meines Körpers auf Milchzucker z. B. im Brötchen zurück zu führen sind, auf die Idee wäre ich nie gekommen. Ein Test beim Arzt hat die Sache bestätigt, dank Internetinfo kann ich auch super damit umgehen und schon war wieder die Angst vor einem Problem beseitigt und mir geht es besser (kein Arzt kam drauf, dass meine Probleme daher rühren konnten… ).
    Das Internet kann ja nun nichts dafür, dass viele Menschen ihr Hirn abschalten und es nicht sinnvoll nutzen. Den Zugang aber für die zu beschränken, die es sinnvoll nutzen, fände ich sehr falsch.

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  10. Ich kann den Ausführungen von mik nur zustimmen. Ärzte sind eben nur Menschen. Da gibts auf der einen Seite genauso Trottel und auf der anderen Seite die wirklich kompetenten Ärzte, die ihr Handwerk gelernt haben, sich regelmäßig weiterbilden und auch über den Tellerand (Richtung Chemie, Pharmazie, etc) schauen können und wollen!

    Du hast die „Fachleute“ angesprochen, Pharmama. Wer sind denn alles „Fachleute“? Nur Mediziner? Pharmazeuten? Was ist mit Chemikern, Biologen, Physikern, Ingenieuren? Egal wie man die Gruppe einschränkt, es wird immer ein Ungleichgewicht zwischen den Infomierten (die auf Fachinformationen zugreifen können) und den Uninformierten (die es nicht können) geben. Sprich: Du schaffst eine (unnötige) privilegierte Gruppe.

    Solche Informationen sollten immer allen zugänglich sein. Deren Erforschung wurde ja auch im wesentlichen mit öffentlichen Forschungsgeldern bezahlt. Hier ist es die DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft), in der Schweiz die SNF (Schweizer Nationalfond).

    Was gestärkt werden muss, sowohl bei Patienten als auch bei den Ärzten, ist die Medienkompetenz und auch die wissenschaftliche Kompetenz. Und bei der Medienkompetenz steht immer eine einzige Frage im Mittelpunkt: Wie kann ich gute Quellen von schlechten unterscheiden? Das trifft auch auf Ärzte zu. Oft wird einem im Studium – in Vorlesungen, Seminaren und Praktika – Wissen als „Evangelium“ verkauft. Also als etwas, das so ist, sich nicht ändert und nicht hinterfragt werden muss. Aber auch ein Studium kann eine schlechte oder einfach veraltete Quelle sein… genauso wie ein Fachartikel…

    Dein Geschichte zeigt doch sehr gut wie sowas laufen kann, wenn beide – sowohl Arzt als auch Patientin – Kompetenz mitbringen. Sie hat sich informiert, hat dann den Arzt einfach gefragt, der hat sich nicht in seinem Ego gekränkt gefühlt, sondern nen Test gemacht und alle sind zufrieden.

    Der Patient MUSS auch die Möglichkeit haben sich informieren, entscheiden und handeln zu können. Denn der Patient kennt und lebt ja auch in dem Körper bzw. mit der Psyche die behandelt/versorgt werden muss. Er hat sozusagen die ganzen Insiderinformationen, während der Arzt ja immer nur von außen untersuchen kann. Da sollte er ja auch mitreden/mitentscheiden können. Und das kann er auch nur mit den entsprechenden Informationen.

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    1. Ja, richtig, wer fällt alles unter Fachleute. Und was für Info sollte man da beschränken? Für die Seiten, die über rezeptpflichtige Medikamente informieren ist das schon definiert: medizinisches Fachpersonal = Ärzte und Apotheker.
      Aber wirklich sinnvoll finde ich das nicht. Speziell nicht, weil da ja nicht wirklich nur Dinge, die als Werbung gelten können auf den beschränkten Seiten drauf sind … was ursprünglich ein Grund war für die Beschränkungen: es ist verboten für rezeptpflichtige Sachen Werbung zu machen.
      Und wenn dann alle Fach-Info-Seiten *gesperrt* sind, bliebt nur noch der (Laien und uninformierte) Rest um sich zu informieren?

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  11. …kann den Voredner nur zustimmen! Ein Tipp: Schaut Euch den Betreiber einer Seite an! Selbsthilfegruppe etc. ist o.k. – bei Lobbygruppen, Unternehmen, Heilpraktikern und irgendwelchen esoterischen und weltanschaulichen Vereinen (um nur ein paar Beispiele zu nennen) wäre ich vorsichtig bezüglich des Inhalts. Eigentlich ganz einfach.

    Auf „Fachkreise“ zu bezrezen finde ich Nonsens. Wo ein Wile ist, ist ein Weg. In D versucht man das mit dem „DocChek“ System. Gut, dann bin ich ab heute nebenbei „Medizinjournalist“…

    Oder schicke die Berufsurkunde meiner Mutter selig hin…

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    1. Das DocCheck System ist nicht nur für Deutschland, das gibt’s hier auch. Aber das wird auch bei uns immer schärfer. Demnächst wird auch der Zugang auf unser Standardnachschlagewerk – Documed / Kompendium beschränkt.

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      1. ja, das ist ja gerade der Nonsens! Hier ist die „Rote Liste“ (Arzneimittelverzeichnis) im Net zugangsbrschränkt. Jede Dorfbücherei hat sie gedruckt im Präsenzbestand. Will man da jetzt einen Wachmann daneben stellen…?

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  12. Ich nutze das Internet häufig für medizinische Recherchen; sowohl Kinderarzt als auch Hausärztin wissen das und schicken mich durchaus auch mit konkreten Rechercheaufträgen nach Hause – wenn es um ungewöhnliche Dinge geht, die sie auch nicht im Kopf haben, dann ist es einfach besser; ich habe natürlich mehr Zeit um meine eigenen Sachen zu recherchieren.
    Ich beurteile Seiten wie Bücher: Impressum, Geldgeber, Quellenangaben, allgemeine Logik, Eso-Schlagworte oder nicht… und ich suche nach mehreren Quellen. Schade finde ich es, dass oft an die Hardcore-Fachinformation (medizinische Fachzeitschriften) nicht ranzukommen ist.

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  13. Ich schätze es sehr, dass ich über das Internet gerade im Bereich der psychischen Gesundheit und des ja doch eher seltenen Asperger-Syndroms Austausch über meine Probleme finden und auch selbst gestalten kann. Gerade zu der Zeit, als die Autismus-Diagnose bei mir ins Spiel kam, war es für mich unglaublich hilfreich, mich online darüber informieren zu können und inder Diagnostikzeit in Kontakt mit anderen Autisten zu kommen. Allerdings hat auch gerade meine Offenheit im Blog in der letzten Zeit vermehrt zu dem Phänomen geführt, dass ich die Katastrophen-Gläubigen anzog und regelmäßig Vorschläge wie „das ist bestimmt Krebs“ zu lesen bekam ohne auch nur Google bemüht zu haben. Damit, dass Informationen und Ideen im Netz ungefiltert auf einen einprasseln muss man umgehen können, ohne gleich in Panik zu geraten oder sich Sorgen zu machen, ansonsten denke ich, dass die Beschäftigung mit Gesundheitsthemen im Netz schnell zur Belastung werden kann.

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  14. Du fragst, ob man Gesunheitsthemen beschränken solle: Meiner Ansicht nach geht das gar nicht. Das Internet ist ein freies Netz und jeder kann seine Meinung äußern, auch wenn sie sachlich noch so falsch ist. Das ist auch gut so.

    Bedenklich finde ich es nur, wenn Leute ernsthaft bei „werweisswas“ oder „gutefrage“ eine Frage stellen und sich dann eine fachlich fundierte Antwort erhoffen. Da kann man ganz böse reinfallen. Beispielsweise finde ich bei diesen beiden Foren interessant, was alles als Ratschlag zur Pille oder Pille danach gegeben wird. Da fragt beispielsweise ein 16jähriges Mädel danach, ob sie durch einmal ungeschützten Geschlechtsverkehr schwanger werden kann und wird dann durch andere Forenteilnehmer beruhigt, dass das so gut wie ausgeschlossen wäre. Eine andere Person rät dazu, die PiDaNa als normale Alternative zur Pille zu nehmen. Sowas ist einfach fachlich und ethisch fahrlässig einem anderem Mitmenschen gegenüber.
    Im Gegensatz zu Fachpersonen, die um ihre medizinische und ethische Verantwortung wissen, geben bei diesen Foren Laien Ratschläge. Diese Laien sind sich nicht bewusst, dass ihr Geschreibsel ernsthafte Konsequenzen für das Leben anderer Personen haben kann und auch wird. Diese Konsequenzen bekommen sie ja nicht mehr mit.

    Ratgeberseiten können wahrscheinlich hilfreich sein. Aber man muss bedenken, dass manche Seiten bewusst von der Industrie in das Netz gestellt werden. Eine Ratgeberseite zu einer ernsthaften Erkrankung wie Krebs ist beispielsweise dann unglaubwürdig, wenn sich nur durch das Impressum (wenn überhaupt) erschließt, dass dahinter ein Pharmakonzern steht. Umgekehrt gibt es gerade zu diesem Thema interessante Seiten in den USA, bei der Pharmakonzerne offen kommunizieren, dass sie diese Seite betreiben und Hinweise zur Behandlung geben (in D aufgrund des Heilmittelwerbegesetzes nicht möglich). Man muss dann als Patient aber immer mitlesen, dass der Autor die Pharmafirma ist. Das kann aber einem Patienten trotzdem helfen.

    Fazit: Es gibt wirklich schlechte Seiten zur Informationsbeschaffung im Netz. Spontan fällt mir da Google ein und nahezu alles, was man über Google zu dem Thema Krankheiten findet.
    Es gibt andererseits wirklich gute Seiten im Netz. Spontan fällt mir da zur Informationsbeschaffung die Wikipedia ein. Eine Fachperson oder ein gutes Lehrbuch kann aber auch diese Seite nicht ersetzen.

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    1. Google ist eine Suchmaschine. Keine „Seite“ in dem Sinne. Und der erste Treffer ist meistens Wikipedia ;-)

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      1. Ist mir klar, dass Google eine Suchmaschine ist. Aber Dr. Google ist kein guter Start, um sich über Krankheiten zu informieren.

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          1. Die meisten ernsthaften Fachartikel sind allerdings leider kostenpflichtig. Hier besteht über Google Scholar die Gefahr, dass man sich nur das herunterlädt, was kostenfrei ist. Eine nicht zu unterschätzende Anzahl der kostenfreien Artikel ist wissenschaftlich grenzwertig. Viele dieser Artikel wurden keinem PeerReview-Verfahren (wissenschaftliche Bewertung durch Fachleute vor der Publikation) unterzogen.

            Besser als Google Scholar finde ich im pharmakologischen Bereich Pubmed: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed
            Die Suche des Verlags Elsevir ist auch ganz gut: http://www.sciencedirect.com/

            Die Suche über diese beiden Suchmaschinen hat den Vorteil, dass man die Anfrage wesentlich besser präzisieren kann und man sich dort die Abstracts (Kurzzusammenfassung) anzeigen lassen kann.
            Die Artikel muss man dann aber über die Unibibliothek seines Vertrauens beziehen, das wird ansonsten zu teuer.

            Ich will Google nicht verteufeln. Ich finde es nur als Ausgangsbasis nicht so toll. Google spuckt halt einfach auch viel Blödsinn aus und sortiert nach Popularität. Und Homöopathie, Bachblüten und Co. sind halt sehr populär.

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  15. Ich hatte letzten Herbst plötzlich wie angeworfen eine Trigeminusneuralgie. Nach einem Tag ging ich zum Arzt, der weiss, das ich oft einen B12 Mangel habe. Er gab mir Trileptal, ich ging nach Hause, las darüber, nahm es nicht. Aber die Schmerzen waren der Horror…deshalb googel und fand Zusammenhang mit B12 Mangel. Darum habe ich am Abend den Notarzt angerufen, das gabs für mich noch nie und meinen Verdacht genannt. Er sagte ich solle gleich kommen er setze mich eine Spritze..
    Einen Tag später war der Horror vorbei, jetzt lasse ich alle 3 Monate die B12 spritzen.
    Hätte mein Hausarzt nicht selber daruf kommen können?

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  16. Ich schliesse mich meinen Vorrednern an und halte es für überaus wichtig, zunächst zu schauen, woher und von wem die Infos kommen, die da so im Internet umher“fliegen“.
    Ich habe einige seriöse Seiten für mich aufgetan, auf denen ich mir Infos einhole – auch einmal zu Hausmittelchen bei „harmlosen“ Sachen wie einer Erkältung oder Regelschmerzen, aber auch zu „knallharten“ medizinischen Themen, wo ich mich ausführlich informieren kann, was das eigentlich ist, was ich da beim Doc diagnostiziert bekommen habe, wo das her kommt etc. pp. Meist hat der Doc ja doch keine Zeit, alles ganz ausführlich zu erklären.
    Persönliche Erfahrungsberichte von Patienten finde ich jedoch auch interessant, gerade z.B. bei Neurodermitis, wo man nicht einfach so pauschal eine Antwort geben kann, was bei wem einen Schub auslöst bzw. auslösen kann. Dies ist von Mensch zu Mensch total unterschiedlich und sicher ist es da hilfreich, zu schauen, was die anderen so für Erfahrungen haben und ob diese oder jene Info vielleicht auch auf einen selbst zutreffen könnte.
    Manchmal machen Erfahrungsberichte auch einfach nur Mut ;-) und das allein ist ja schon ein positiver Effekt.

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  17. Ich nutze das Netz wie die beschriebene Patientin. Ich informiere mich, achte dabei eigentlich auch immer darauf, wer die jeweilige Seite betreibt. Und bringe dem Arzt dann gewissermassen die Selbstdiagnose mit *g*. Also zB. letztes Jahr – 4 Tage Fieber, so hoch wie sonst nie, keine Erkältungs- oder Grippesymptome. Aber 2 Wochen vorher 4 winzige Zecken vom Bauch gezupft… Also FSME und Borreliose gegoogelt, festgestellt, dass das Fieber zu beidem passt.
    Und gleich zum Doc…
    Die Wanderröte kam erst über 2 Monate später.
    Aber dank der Kombi-Information aus Roche Lexikon, Kursbuch Gesundheit und Internet bin ich dann auch schneller zum Arzt gegangen, als wenn ich einfach weiter gehofft hätte „war wohl nichts Schlimmes, ist ja wieder weg“.

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  18. Ich bin selbst der Meinung, dass die Informationen im Internet teils zwar irreführend sind, aber für viele wichtig. Ich habe eine Erkrankung über die bei den Ärzten versch. Ansichten herrschen. Durch Rechereche im Internet, Chats mit Mitpatienten etc. kann ich für mich leichter entscheiden was mir gut tut und was für mich richtig ist. Und dies dann mit dem behandelnden Arzt absprechen. Ohne das würde ich viele Informationen vom Arzt gar nicht bekommen – weil er es teils gar selbst nicht weiß -. Folglich: Ich bin gern aufgeklärter Patient ;)

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  19. So habe ich herausgefunden das ich Endometriose habe.
    Ich hatte immer schlimmer werdende Regelschmerzen. Mein Gyn fand das nicht weiter wild.
    Ich konnte in der Zeit teilweise nicht richtig sitzen. Nur im liegen und stehen war es auszuhalten. Es war ein Gefühl als würde mir jemand ein Messer Recktal in den Körper stoßen und umdrehen.
    Einmal ist mir beim Einkaufen schwarz vor Augen geworden weil eine Schmerzwelle so heftig war.
    Dann habe ich auch mal einfach die Symptome bei Goggle eingegeben und bin bei der Endometriose liga gelandet. Hatte von der Krankheit noch nie was gehört.
    Als ich dann anfing zu lesen, ging bei mir keine Leuchte an sondern die gesamte Ikea Lampenabteilung + alle Ikea Kerzen und Teelichter.

    Ich habe da auch schon seit Jahren mit
    Durchfall zu tun gehabt. Habe es auf Glutamat und co. geschoben und versucht so etwas zu meiden.
    Ausserhalb essen war wie Russisch Roulette, ich musste mich immer absichern eine Toilette in der Nähe zu haben.
    Auch diese Symptome passten in das Bild der Endo.

    Ich bin dann mit der Vermutung und dem Wunsch nach Klärung, also einer Bauchspiegelung zu meinem Gyn gegangen. Der hat gleich abgwewiegelt und mich aks Hypochonder hingestellt.

    Total am Boden, da er mir nicht geglaubt hat und sich auch noch über mich lustig gemacht hat bin ich zu meinem HA. Der kennt mich ubd hat mit mir schon einiges durch.
    Er hat mir geglaubt und mich an die nächste Klinik überwiesen.

    Dort wurde dann die Bauchspiegelung gemacht mit dem Ergebniss Endometriose.
    Auf Darm, Blase, Gebärmutter hatten sich Endoherde angesiedelt. Es gabe Verwachsunge.
    Alles wurde abgetragen und gelöst und ich bekam noch die zusätzliche Diagnose das ich wohl auf natürlichem Weg keine Kinder bekomnen könne.

    Zum Glück war ich zwei Jahre später dann doch einfach schwanger. Wir haben uns schweren Herzens wegen der Finanziellen Mittel gegen den künstlichen Weg
    entschieden.

    Bei dem Gyn war ich nie wieder.

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    1. Sind deine Beschwerden denn jetzt weg? Also haben sie äh… Alles erwischt? Wenn nicht und du immernoch andere Probleme/Problemchen hast, als „nur“ (leichtere) Schmerzen: ich hab von einem Hilfsstoff in den Schmerztabletten Durchfall bekommen und von der nächsten Sorte dann Hautausschlag, weil da auch wieder was falsches drin war. Mittlerweile habe ich aber eine Sorte gefunden, die ich vertrage. Alles der gleiche Wirkstoff. Falls du da noch irgendwelche kleineren Sorgen hast, wäre das vielleicht einen Versuch wert.

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      1. Nach der Bauspiegelung waren die Beschwerden weg. Auch meine „Lebensmittelubfertraeglichkeiten“ waren fast alle weg.
        Ich habe damals trotz heftiger Schmerzen keine Schmerzmittel genommen, ich dachte immer das ist halt so.
        Jetzt nach der Geburt, fängt es langsame wieder an das ich während der Regel Schmerzen bekomme.
        Aber das die Endo wieder kommt bei einigen wusste ich.
        Irgendwann werde ich wohl wieder unter das Messer müssen.

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  20. In den vergangenen Jahren habe ich das Internet als medizinische Informationsquelle sehr schätzen gelernt, weil ich erst bei meinen Eltern und letztendlich auch bei mir selbst ne hübsche Summe weniger hübscher Krankheiten kennenlernen durfte.
    Ich habe für mich festgestellt, daß man als Laie von einem erschreckend hohen Prozentsatz zumindest der Krankenhausärzte grundsätzlich erstmal eher als störendes Nebengeräusch denn als informationsbedürftiger Angehöriger / Patient wahrgenommen wird. Wenn man aber im Gespräch recht bald durchblicken lässt, daß man ein gewisses Maß an Ahnung von physiologischen Zusammenhängen, der Erkrankung und den Therapieoptionen hat ist man auf einmal ein würdiger Gesprächspartner.
    Außerdem gibt es mir selbst viel mehr Sicherheit im Gespräch, wenn ich mich vorher über Hintergründe informiert habe.
    Ich mag keine Medizinforen und lese nicht darin, auch wenn da sicher nicht nur Mist drinsteht. Aber Blogs – auch dieses ;-) – nutze ich durchaus mal als Informationsquelle bzw. als Anstoß, an einer bestimmten Stelle weiterzurecherchieren.
    Ansonsten lese ich Fachartikel, Wikipediaeinträge, (Auszüge aus) Doktorarbeiten, Studien, Veröffentlichungen von Pharmafirmen etc.
    Ich will nicht davon abhängig sein, ob der mich behandelnde Arzt gerade nen guten Tag hat. Ich will beurteilen können ob er wirklich kompetent und interessiert an mir und meinem Problem ist, denn ich habe gerade erst am eigenen Leib erfahren wie hilflos und aufgeschmissen man ist, wenn das eben nicht der Fall ist. Wenn ein Arzt nicht weiß was zu tun ist finde ich das (bei etwas ungewöhnlicheren Dingen oder Sachen jenseits seines Fachgebiets) völlig in Ordnung – solange er die Größe hat das zuzugeben, BEVOR er zwölf „könnte klappen“-Optionen an mir durchgespielt hat. Da viele Ärzte die eigene Fehlbarkeit allerdings als nicht gegeben annehmen bin ich lieber gut informiert, in der Lage, nach Alternativen zu suchen und das auch fundiert zu begründen.

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  21. hehe… als sie mir letztens bei der Diagnostik im KH (da kam was exotisches raus…) einen Ausdruck der Wikipedia gezeigt haben, konnte ich mir nicht verkneifen zu fragen, ob sie denn keine Fachliteratur mehr hätten :D
    (Die Docs nahmen das mit Humor. Zum Glück *g*)

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  22. Ich finde ebenfalls die Informationen im Internet hilfreich. Man muss eben schauen aus welcher Quelle die Informationen stammen und ich bemühe mich so viel wie möglich zu finden um dann einen guten „Schnitt“ an Informationen zu erhalten.

    Es geht mir besser damit, so viel wie möglich über Krankheit und/oder Behandlung zu wissen – ich habe dann weniger Bedenken etwas zu nehmen. Ich lese auch die Beipackzettel durch und habe danach _kein_ Problem mit eingebildeten Nebenwirkungen. ;D

    Dank des Internets habe ich bei mir vor Jahren selber Migräne diagnostiziert. Vorher habe ich die schlimmen Kopfschmerzen, Übelkeit, etc. nur als Begleiterscheinung der Periode wahrgenommen und mich dann gewundert als es auch ohne Periode auftrat.
    Ich war SEHR erleichert als ich auf Informationen über Migräne stieß und dann erkannte: GENAU das ist es!

    Außerdem half mir die im Internet erhaltene Information über Triptane sehr, als ich meinen Hausarzt um Medikation bzgl. Migräne bat. Er schlug sofort Triptane vor :
    a) ich wusste gleich dass er sich bereits mit dem Thema beschäftigt hatte und
    b) Er musste mir nicht lange erklären was das soll (ich hätte mich unwohler gefühlt wäre ich nicht vorher informiert gewesen)

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  23. Ich glaube, in Deutschland zumindest gibt es bereits gewisse Beschränkungen.

    Jedenfalls habe ich in einem Kombucha-Forum gelesen, dass das Admin abgemahnt wurde, weil ein User etwas über eine mögliche gesundheitsförderliche Wirkung des Kombucha-Getränks schrieb.

    Die genaue Rechtslage dazu kenne ich aber nicht, ich habe nur von diesem Fall gehört.

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  24. Ich denke es bedarf da vor allem eines reflektierten, kritischen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet. (Wobei, mit Ärzten ja eigentlich auch, da sollte man meiner Erfahrung nach eben leider auch nicht immer alles einfach glauben, sondern durchaus mal eine 2. Meinung einholen.) Man muss eben hinterfragen, ob das tatsächlich so wahrscheinlich ist und ggf. den Arzt konsultieren, leider manchmal auch auf Untersuchungen beharren, aber kann nicht einfach selbst und unumstößlich diagnostizieren „das habe ich“.

    Zusätzlich denke ich aber auch, dass man Laien gar nicht verbieten kann, im Internet über Gesundheitsthemen zu schreiben, eben weil es ja oft auch einfach Erfahrungsberichte und -austausch ist, quasi ein bisschen eine Online-Selbsthilfegruppe. Das ist aber natürlich auch ein Unterschied zu fragwürdigen Platformen und Ratschlägen, wie es sie auch oft genug gibt.

    Ich persönlich habe selbst seit 2004 ständig Bauchschmerzen gehabt und anhaltende Verstopfung und war bei diversen Ärzten, habe das Internet durchforstet und kam einfach nicht weiter. Mein Verdacht auf Lebensmittelunverträglichkeiten wurde von sämtlichen Ärzten ungetestet abgeschmettert mit Meinungen zwischen „Das ist sehr unwahrscheinlich.“ und „Das ist vollkommen ausgeschlossen!“ und auch das Internet half mir bei der Fülle der Probleme nicht wirklich weiter. Es hat aber auf jeden Fall meinen Horizont erweitert und mich gelehrt, dass es nicht nur Gluten- und Laktoseintoleranz gibt, sodass ich im Endeffekt genauer formulieren konnte, ob nicht eventuell Fruktose oder Histamin das Problem sein könnten (nachdem eine Überdosis Erdbeeren mir mal wieder eine besonders schlimme Nacht beschert hatte), während ich vorher zwar einen Zusammenhang zum Essen vermutete, aber eben 1. das Problem nicht genauer benennen konnte als „Ich bekommen von ALLEM Bauchschmerzen, egal was ich esse.“ (im Nachhinein kein Wunder) und 2. ja nicht ernst genommen wurde (von „das bilden Sie sich nur ein“ über „Dann nehmen Sie halt 3 Movicol am Tag“ nach einer Darmspiegelung bis schließlich hin zu „Nehmen Sie doch mal Venlafaxin, das köööönnte unter Umständen ganz eventuell ihre Schmerzen lindern.“ – klar, Antidepressiva gegen Bauchschmerzen?!)
    Es brauchte dann leider immer noch die deutsche Klinik für Diagnostik (die zumindest auch noch ein zusätzliches organisches Problem feststellte, das operiert werden sollte, aber nicht zwangsläufig die Schmerzen lindern würde) und ein auf-den-Tisch-hauen meinerseits, bis 2012 (!!! also nach über 8 Jahren Schmerzen!) endlich die entsprechenden Unverträglichkeitstests gemacht wurden – aber auch das wie gesagt nur, weil ich mich weigerte, bis zur OP 1 Jahr lang mal auf Verdacht Venlafaxin zu nehmen um „wenigstens alles ausprobiert zu haben“ und dann auf den Tests bestand. (Für die versprach! der Arzt mir übrigens großkotzig, dass da sowieso nichts bei rumkommen werde.) Tja, und so wurde nach über 8 qualvollen Jahren endlich festgestellt, dass ich eben DOCH Fruktosemalabsorber bin. Obwohl man mir ja versprochen hatte, da werde nichts bei rumkommen. Hätte ich nicht auf den Test bestanden würde ich jetzt womöglich trotz OP munter Antidepressiva fressen (oder hätte es zumindest eine Weile getan) und trotzdem Schmerzen haben. Ich wäre froh gewesen, wenn das Internet mir den Verdacht der FM schon früher aufgetischt hätte…
    Aber auch nachdem ich endlich die Diagnose hatte war das Netz und der Erfahrungsaustausch mit ebenfalls betroffenen für mich doch deutlich hilfreicher als die kurze Ernährungsberatung im Krankenhaus. (Und ganz nebenbei fand ich noch heraus, dass meine Verstopfung in Kombi mit meiner Schilddrüsenunterfunktion sogar ein relativ häufiges Symptom bei FM ist, auch wenn bei den Ärzten offenbar immer nur „Unverträglichkeit –> Durchfall!“ abgespeichert war.)

    Und weil es hier erwähnt wurde: auf Endometrioseverdacht bin ich auch nur durch’s Netz gekommen. Habe ich zwar im Endeffekt nicht, aber als ich sie drauf ansprach fand die Gyn den Verdacht dann doch nicht so vekehrt – ohne hätte sie aber wohl auch nichts getestet bzw. die klärende Bauchspiegelung angeordnet, obwohl ich seit meiner ersten Periode immer starke Schmerzen, oft mit Übelkeit und Schwindel/Ohnmacht hatte und deshalb mehrfach bei ihr war.

    Übrigens sind medizinische Ratschläge glaube ich vielfach (zumindest durch Forenadmins, die ggf. dafür gerade stehen müssen) verboten, aber das ist ja noch mal was anderes als Selbsthilfegruppen oder Symptombeschreibungen etc., die einen darauf bringen, was es vielleicht sein könnte.

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