Da fehlt eine Tablette!

Reklamation der Kundin mit Utrogestan: „Die letzte Packung war defekt. Da hat es nicht alle Tabletten drin. Das ist jetzt schon das zweite Mal, dass das passiert ist. Das sollten Sie der Firma melden!“

Das hatte ich schon einmal, dass ein Kunde dachte das sei so … und es ist auch diesmal wieder das Problem. Wenigstens war sie einiges ruhiger.

Pharmama: „Das muss so sein. Da ist in einem Abteil absichtlich keine Tablette drin. Trotzdem sollte die Packung die richtige Anzahl Tabletten enthalten.“

Ich nehme eine neue Packung Utrogestan aus der Schublade.

Darauf steht 15 Tabletten Darin sind 2 Blister mit je 8 „Löchern“ einer ist ganz gefüllt und beim anderen ist ein Loch nicht ausgefüllt, also 7.

8+7 = ?

Ja, 15. Also stimmt es.

Aber ich muss der Kundin recht geben. Das sieht seltsam aus.

fehlendeKapsel

25 Antworten auf „Da fehlt eine Tablette!

  1. Das gleiche Problem hatte ich die Tage erst mit einer Packung Antibiotika. Und die anschließende Frage des Kunden, warum unsereins Müll vermeiden soll und die Pharmafirmen welchen produzieren dürfen. Darauf wusste ich dann auch keine wirkliche Antwort…

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    1. Das verstehe ich jetzt nicht so ganz. Die Alternative in diesem Fall wären vermutlich 3 Blister á 5 Tabletten – das wäre doch mehr Müll als ein Blister mit einem leeren Feld???

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      1. Je nachdem, wie die Papierpackung geformt ist, könnte man auch einen Blister mit 3x5er-Reihen anfertigen etc. Müllsparen kann man immer, egal welche Anzahl man hat, die Packung muß eben gut geplant sein. Wahrscheinlich entspricht die aktuelle Version dem Produktionsstandard und läßt sich am kostengünsigsten neben den anderen Pillen produzieren. Zumindest könnte die Firma auch beim jetzigen Schema das Blister so anpassen, daß ein Freifeld entsteht (z.B. mit Stempel) und kein ungefülltes Fach, dann wäre es aber eine Sonderform und kostet die wahrscheinlich extra… So sieht es in der Tat sehr seltsam aus.

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  2. Als pharmazeutisch Unbeteiligter: Gibt es einen sinnvollen Grund warum man das Zeug nicht einfach in 16er Packungen verkauft? Produktionstechnisch wär das wohl eher billiger…

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    1. Die Anzahl ist zumindest in Deutschland, mit Sicherheit auch in der Schweiz, normiert.
      Und wenn die nächsten Größen alle Vielfache von 8 enthalten, macht es sicher vom Kostenfaktor mehr Sinn bei einer Größe eine Tablette heraus zu lassen, als dafür eigene Blister herzustellen.

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    2. das hat etwas mit planung zu tun und zwar von anfang an. das liegt nicht jedem. ;-)
      es gibt schon gründe. der wichtigste grund: wirkstoff/wirkstärke/gesamtdosis sind bei der markteinführung registriert (bei den behörden hinterlegt) sind. eine änderung des registrierungsdossiers wäre gerade auch bei einem solchen präparat sicher möglich, aber teuer und der regulatorische/klinische aufwand wäre unverhältnismässig, nur damit der blister symmetrischen füllgrad erreicht. zwar sind auch verpackung, schachtel, blister etc. registriert aber eine technische änderung zB nur des blisters wäre einfacher/günstiger. für einen 7er blister gibt es zahlreiche ideen wie man das besser lösen könnte.

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      1. Ah ja, „das zu ändern wäre zu teuer/zu aufwändig/zu …“ klingt plausibel. In meinem Bereich (Elektronikbauteile für Auto etc.) ist es auch gängig einen irren Aufwand zu treiben nur um nicht an der falschen Stelle was ändern zu müssen.

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  3. zusätzlich: mit der farbe der verpackung kann ich ja noch leben, das ist halt geschmacksache (meinen trifft sie eher nicht). aber die ungünstige wahl der grotesk schriftart und dann noch über die ganze länge, der tippfehler, die übertriebene unterschneidung und der unnötige versatz? zudem noch die unstimmige grössenabstimmung und der text-/grafiksatz allgemein? da ist es ja eigentlich nur konsequent, wenn sich das fragwürdige design in der schachtel selbst fortsetzt. blisterleerstellen gehen gar nicht! grundregel! und sie führen immer zu reklamationen, sprich aufwand für alle! welcher lehrling wurde denn da ans design gelassen? ich schreibe gleich mal der frau cronin von vifor.

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      1. nickel: chamemache! zumindest designtechnich. grundsätzlich ist das nur eine transparenz der schriftfarbe und somit stimmig fürs gesamtdesign, aber die 100% schrift dann vollständig in die transparenz setzen ist… naja anfängerpech!

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  4. Bin ich die Einzige, für die die Vorteile von der Herangehensweise überwiegen? Gut, es wäre schön, wenn auf der bedruckten Folienseite ein dickes X wäre an der Stelle, um zu verdeutlichen, dass das richtig ist, aber selbst wenn alle Leute einmal nachfragen, ist das immernoch ressourcenschonender.

    Bei dem unfassbar hässlichen Design glaube ich aber nicht, dass die Firma ein X hinkriegen würde.

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  5. Zum Thema Anzahl Tabletten in einem Blister:

    HF Studierende wundert sich warum gewisse Blister 10 und andere Blister ausgerechnet 7 Tabletten beinhalten.
    Meine augenzwinkernden Frage war : „Was hat dann sonst noch genau 7….?“
    Erröten…….und ein Licht ging auf :)

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  6. Von wegen Kostensparen bekomme ich mit Erinnerung an den Herrn Vasella und seinen Bonus das Gefühl, das für sowas gespart wird. Da wäre die Farbe für ein x oder so ja echt zu teuer..

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  7. Ich hab heute in London ein Medikament kaufen müssen (jaja Fotos der Apotheke werden noch folgen ;) ) und da waren auch manche Blister leer. Ich habe mich sofort an deinen Post hier erinnert.
    Was ich sagen wollte: Da steht nett drauf
    „Empty supporting blisters
    For technical reasons only“

    Wäre es so schwierig sowas ebenfals drauf zu schreiben? Ich kannte mich gleich aus und es räumt die Frage eines Fehlers aus dem Weg.

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    1. Sowas wird nicht gelesen. Wer die Anzahl der Tabletten nicht liest, liest auch den Hinweis nicht. Und gerade Beipackzettel lesen viele bewusst nicht, weil sie gar nicht wissen wollen, was sie davon alles für Nebenwirkungen kriegen können…

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  8. Sowas wird nicht gelesen. Wer die Anzahl der Tabletten nicht liest, liest auch den Hinweis nicht. Und gerade Beipackzettel lesen viele bewusst nicht, weil sie gar nicht wissen wollen, was sie davon alles für Nebenwirkungen kriegen können…

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