Wer macht sowas?

40irgendetwas jährige Frau mit Ausschlag auf den Augenlidern in der Apotheke.

Frau: „Nun, ich habe versucht es mit Wasserstoffperoxid zu reinigen, aber das hat ziemlich gebrannt in den Augen, dann habe ich es mit desinfizierendem Alkohol versucht, das hat fast noch mehr weh gemacht … Und der Ausschlag ist danach auch schlimmer geworden. Was könnte das sein?“

Ich habe keine Ahnung, ob das was infektiöses ist oder vielleicht eine chemische Kontakt-Dermatitis. Aber die klügste ist sie sicher nicht. Wasserstoffperoxid und Alkoholische Lösung für die Augenpartie?? Aua.

32 Kommentare zu „Wer macht sowas?

  1. Vielleicht hat sie etwas unglaublich fürchterlich Schreckliches gesehen, und musste sich die Augen auswaschen…

    …ansonsten: I dunno…

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  2. Also 3% H2O2 nimmt man ja auch zum fixieren des Augenbrauen/Wimpernfarbstoffs – Kann ja nicht so schlimm sein. Und 70% Isoprop nimmt man ja schließlich auch zum Fenster reinigen – und Augen sind doch die Fenster zur Seele, oder? Wundbenzin wäre auch noch eine Option gewesen, ist schließlich Ausschlag nicht auch ne Form von Wunde?

    Und eigentlich wollte sie doch nur den Ausschlag wegwischen wie MakeUp. Muss doch gehen, ist doch beides „nur Farbe“. Und btw, der beste Nagellackentfernen ist doch immer noch Aceton (auch wenn danach die Nägel wegbröseln wie ein Butterkeks)! Hätte sie mal lieber Acteon genommen, dann hätte es geklappt! Und ich persönlich mache meine Teflonpfanne immer mit Sandpapier sauber, Körnung 160, geht 1A! *duck&cover*

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      1. Klar Sandpapier. Bei hartnäckigen Verkrustungen nach Karamelisierungsgeschichten nehme ich nen Sandstrahler. Nur wenn der Rehrücken angebrannt ist, nehme ichden Metallkugelstrahler von der Werft…

        Und zum Zähne putzen nehme ich nen oszilierenden Delta-Schleifer mit diamantstaub-beschichtetem Blatt. :-P

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  3. Kommt drauf an wo und wie. Ich würde eine kleine (!) wunde Stelle auf dem Lid wohl auch vorsichtig mit einem in Alkohol getränkten Wattestäbchen betupfen (!). Aber sicher nicht mit dem getränkten Wattebausch grossflächig drüberwischen…

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    1. Ich denke aber, dass Du Dich anschließend nicht darüber beschweren würdest, dass es dann „gebrannt“ hat, oder? Alkohol auf Wunde -> brennt. Octinidin auf Wunde -> brennt nicht.

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  4. Autschi… Die ist wahrlich nicht das hellste Licht im Leuchter…😅 Das ist dann auch die, die die Proteinentfernungstabletten für die Kontaktlinsen isst, anstatt sie in den Linsenbehälter zu tun 😆
    @gedankenknick: you made my day! 😂

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      1. Na das hatte eine Pharmaassistentin von mir auch schon. Also – einen Telefonanruf, dass. Und zwar wohl nicht vom Raab.

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  5. Bei solchen Sachen fällt mir immer wieder ein Einstein Zitat ein: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

    Unlängst in einer Diskussion über Wunderkräfte sagte ich, ich wünschte mir, ich könnte Dummheit whe tun lassen. Antowrt, „Das tut sie doch schon in 75% der Fälle“, ich darauf, „Das ist noch nicht genug.“

    Nun denn. Was hat die Pharmama denn geraten?

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    1. Wegen dem Ausschlag? Zum Arzt zu gehen.
      Und in Zukunft am Auge nur Sachen anzuwenden, die auch für’s Auge gemacht wurden.

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  6. Ich möchte an dieser Stelle mal einwerfen, dass das nichts mit Dummheit sondern eher mit Unwissenheit zu tun hat. Die gute Frau weiß einfach nicht was Peroxid eigentlich ist, oder das es durchaus heftige Reaktionen mit Alkohol eingehen könnte. (Entstehendes Ethanal könnte durchaus den Ausschlag noch schlimmer machen.)

    Für jemanden mit null naturwissenschaftlichen Hintergrundwissen sind das einfach zwei klare Flüssigkeiten die „irgendwas“ bewirken oder „gut für…“ sind. Für diese Menschen ist das „wie“ diese Flüssigkeiten funktionieren wohl sehr mystisch… im schlimmsten Fall halt einfach schwarze Magie. Die können sich auch nicht vorstellen, dass das Anwenden oder gar das Mischen dieser beiden Flüssigkeiten (ohne magischen Zauberspruch) böse Enden könnte, weil die sind ja „gut für…“. *seufz*

    Ein gutes Beispiel dafür, warum es mehr Naturwissenschaften (insbesondere die „böse“ Chemie) in der Schule geben sollte – und nicht nur in besonderen Zweigen wie es hier bei uns in Deutschland ist. Wie das in der Schweiz ist, weiß ich nicht, aber wohl ähnlich?

    Zusammenfassend: Mehr Bildung! :)

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    1. „Bildung“ muss man aber verstehen… und sich dafür interessieren, damit man sich das auch über den einen Test hinweg auch merkt.
      Wenn ich bedenke, dass mich ein Frau mit bayrischem Abitur, Anfang der Siebzigerjahre geboren, ernsthaft gefragt hat „auf welcher Seite stand eigentlich Holland im 2. Weltkrieg?“ und mir dann bestätigte, dass sie zwar „Anne Frank“ in der Schule gelesen haben, sie das aber nie in Zusammenhang gebracht hat…
      Bildung allein bringt es leider auch nicht. Da brauchts auch noch Interesse.

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    2. Pfeffer und Salz sind auch gut für irgendwas (in dem Fall für den Geschmack vom Essen). Kippe ich mir aber deswegen doch auch nicht auf eine Wunde… Wenn man weiß, dass man es nicht (genau) weiß, sollte man einfach VORHER fragen? ;-)

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      1. Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich, oder so ;)

        Der Punkt ist, dass sowohl Peroxid als auch Alkohol zur Desinfektion eingesetzt werden. Wenn man das als Richtilinie verinnerlicht hat, dann ergibt es schon „Sinn“ das einfach mal auf seinen Ausschlag zu kippen.

        Oder anders gesagt: Du benutzt offensichtlich auch Salz und Pfeffer einfach so zum Essen würzen. Beides ist aber in hohen Konzentrationen/Dosen bzw. falsch angewendet auch schädlich bis tödlich. Machst Du Dir deshalb tagtäglich Gedanken darum?

        Nicht falsch verstehen: Ich möchte nicht die „dumme“ Handlung der Frau entschuldigen, nur die Perspektive darauf mal gerade rücken.

        Wenn man selbst gebildet ist, dann wirkt oft der „Fluch des Wissens“: Man weiß selbst nicht mehr wie es ist, etwas nicht zu wissen. Paradox!

        Nehmen wir als viel trivialeres Beispiel vielleicht mal das „Lesen“: Wir können das offensichtlich alle, denn wir kommentieren einen Blogeintrag. Aber ich bin mir sehr sicher, dass sich niemand hier mehr richtig vorstellen kann wie es ist NICHT lesen zu können. Erahnen vielleicht, aber vorstellen oder wissen, nein. Auf Buchstaben zu starren und deren Bedeutung nicht zu kennen bzw. zu Erkennen, dass es Buchstaben, Zahlen sind und dass sie eine Bedeutung haben (das ist übrigens nicht vergleichbar mit dem „nicht-können“ einer anderen Sprache bzw. eines anderen Schriftsatzes!).

        Das hier ist ähnlich. Die Frau hat nur das bisschen „Hausfrauenwissen“ (ich nenns jetzt einfach mal so) und nicht mehr. Hier fehlt Bildung.

        Und Bildung bedeutet eben auch, dass man jemanden dafür begeistern kann, sich Wissen anzueignen und Zusammenhänge herzustellen bzw. diese zu vermitteln. Bildung ist doch nicht nur Schulbücher oder Lektüren in Kinder reinzuprügeln, oder sieht das jemand so?

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        1. Nö, ich bin nicht böse, und ich wollte an der Perspektive einfach mitrücken. Um beim Vergleich zu bleiben: Ja, ich benutze Pfeffer und Salz in passenden Grenzen durchaus unvoreingenommen. (Sowas kann übrigens auch schief gehen, wenn man zum falschen Gefäß greift und über den Reibekuchen einen Esslöffel der falschen weißen Kristalle verteilt… Ist mir trotz profunder chemischer Grundkenntnisse auch schon passiert.) Weswegen meine Kochkünste wohl kaum zum Betrieb eines Genusstempels ausreichen dürften. Dies ist mir aber bewußt. Wenn ich dann aber mit Muskatnüssen um mich schmeißen soll/will, mache ich mich aber VORHER schlau. In einem Kochbuch, oder eben bei einem Koch. ;-) Das sehe ich als Analogie zum Problem: „Alkohol und H2O2 werden ja irgendwie zum desinfizieren genommen.“ -> Wenn ICH so relevante Dinge (in diesem Fall am Auge!) eben nicht genau weiß, frage ICH tatsächlich vorher. (Oder ärgere mich hinterher über meine EIGENE Dummheit, wenn es schief gegangen ist.)

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          1. Aber das ist doch genau der Punkt:

            Die Frau ist sich NICHT bewusst, dass sie etwas NICHT weiß! Sie hat keine Unsicherheiten. Ihr ist es also gar nicht möglich (bewusst) „dumm“ zu handeln!

            Nur die außenstehende Bewertung unsererseits – den „Wissenden“ (oder Besserwissenden – Wise guys) – kommt zu diesem Schluss, weil wir komplett andere Maßstäbe anlegen (können).

            Worauf ich hinaus will: Ich (persönlich) finde es nicht richtig, sie so (ab) zu bewerten, nur aufgrund von Unwissen ihrerseits. Man sollte sich da nicht so drüber stellen und die Nase rümpfen. Viel eher sollten man sein Wissen und Erfahrung in so einer Situation weitergeben und Bildungslücken schließen!

            Viele Kollegen hier (Dozenten, Praktikumsassistenten) vergessen das leider auch ab und zu. Leider weiß der Chemiestudent im 1. oder 2. Semester nunmal auch nicht alles…

            Das Beispiel von Irene ist z.B. sehr gut: Ne wahnsinnig gute Gelegenheit eine Bildungslücke zu schließen UND die Leute für Geschichte zu begeistern! Indem man z.B. von der kontroversen Situation (einerseits wollten niemand die Nazis, andrerseits war wirklich aktivier Widerstand auch nicht da) in Holland berichtet, dem Parteienverbot, etc Das alles noch ein bisschen spannend erzählt… super! Find ich zumindest. Besser als Naserümpfen, denn das können auch alte Tratschweiber ;)

            Ich hoffe ich hab meinen Punkt klar gemacht
            :)

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            1. Ich widerspreche noch einmal, und versuche nochmals, das Geschehen in meine Richtung zu relativieren. Wenn „lerning by doing“ tatsächlich funktioniert, haben wir – so denke ich – folgende Konstellation:
              1) Ich habe keine Ahnung und mache etwas.
              2) Ich mache es (trotzdem), das geht gehörig schief.
              3) Ich gestehe mir NICHT ein, dass ich offensichtlich keine Ahnung habe (denn es ist beim ersten Mal offensichtlich komplett schief gegangen), deswegen
              4) Mache ich noch einen (anderen) Versuch, und der geht genauso schief.
              5) Ich beklage mich über die mir widerfahrene Unbill bei einer Person, die sich zumindest teilweise damit auskennt.
              Bei dieser Konstellation hat es für mein Empfinden einen Versuch zu lange gebraucht, bis die Erkenntnis eingesetzt hat. Erkenntnisgewinn setzt nicht Bildung voraus – umgekehrt gilt dieser Satz wohl auch.

              Ich rümpfe nicht die Nase, ich wundere mich. Das Augen und deren Umpartie empfindlich sind, sollte jeder wissen, der schon mal kräftig an ihnen gerieben hat, als sie z.B. gejuckt haben. Auch gechlortes Schwimmhallenwasser macht auf Augen vieler Menschen durchaus „Eindruck“. Dass es vielleicht nicht die aller cleverste Idee ist, da beliebige Desinfektionsmittel dran/drum/rein zu tun, hätte man eventuell mit dem ersten Versuch mitbekommen können. Allein wegen der Schmerzen. Auch wenn ich zynisch und vielleicht manchmal auch hämisch rüber komme, bin ich das eigentlich gar nicht. Und zugegeben, ich habe auch schon genug Böcke (privat) geschossen, wo sich Leute, die sich damit von Berufswegen besser auskennen, erst halb tot gelacht und dann gefragt haben, warum ich niemanden frage, der sich damit auskennt. Aber ich versuche zumindest nach dem ersten Fehlversuch schlauer zu werden. (Und ich versuche, es mit Humor zu nehmen. Den hat man angeblich ja, wenn man trotzdem lacht. ;-) ) Und diesen Anspruch stelle ich eben auch an meine Mitmenschen – ob mit Abitur- oder Grundschulabschluss…

              Btw: Ich bezweifel, dass ich das so der fraglichen Person (direkt) mitgeteilt hätte – dann hätte diejenige nähmlich auch und wieder keinen Lerneffekt. Insofern sind wir gar nicht so weit auseinander. Aber die (wahrscheinliche) Abwesenheit der fraglichen Person z.B. bei so einem Blogbeitrag verleitet wohl auch dazu, seine Gedanken herauszuposaunen. Insofern bin ich wohl schuldig im Sinne der Anklage…

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      2. Ich muss jetzt leider hier weiterkommentieren, weil mir weiter unten keine „Kommentiere“-Buttons mehr angezeigt werden und das Layout schon sehr eng wird (ist das nur bei mir so?).

        Ich beziehe mich aber auf deinen Post weiter unten. Jetzt verstehe ich Dich schon etwas besser. Du siehst die zwei Handlungen verknüpft und erwartest deswegen einen Lerneffekt bei der Frau.

        Wenn man aber beide Aktionen – also Peroxid auf Ausschlag und Alkohol auf Ausschlag – getrennt sieht, dann erwartet man auch nicht unbedingt einen Lerneffekt. Wir sehen aber auch nur deswegen den Zusammenhang, weil wir beides als Chemikalien einstufen und beide Chemikalien auch einordnen können (also was die können und wofür die benutzt werden).

        So würde ich das sehen, wenn ich mich hineinversetze. Also dass einfach das Wissen des Zusammenhangs fehlt bzw das Wissen da einen Zusammenhang herzustellen. Ich bin mir auch fast sicher, dass sie nur in die Apotheke gegangen ist, weil ihr die Sachen zum drüberschütten ausgegangen sind und sie neue gebraucht hat – nicht weil es einen Lerneffekt gab.

        Auf keinen Fall wollte ich Dich aber anklagen, nur ne andere Perspektive aufzeigen :)

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  7. Hm vielleicht steht sie auf Schmerzen? Gibt ja heute alles mögliche und unmögliche.
    @gedankenknick: Danke für die Witze, hab immer noch Tränen in den Augen.

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