Die Augentropfen-Saga, oder: warum es gut ist, eine Apothekerin zu haben?

9

Wir haben da eine Patientin, ältere Frau, multimorbid: wie man so unschön sagt, das heisst, sie hat mehrere gesundheitliche Probleme gleichzeitig, in dem Fall: Asthma und Allergien, Schmerzen, Bluthochdruck, Schilddrüsenprobleme … interessanterweise ist zumindest das Cholesterin und der Blutzucker in Ordnung, trotz ziemlichem Übergewicht.

Frau Duld (Name etc. wie immer geändert) hat ausserdem mich als ihre Apothekerin auserkoren und besteht darauf, dass ich die einzige sei, die sich mit ihren Medikamenten und gesundheitlichen Problemen auskennt. Dafür hält sich mich auch des öfteren mit langen Telefonanrufen auf dem laufenden. Sie meinte auch schon, dass ich hier nie weggehen darf … ansonsten wüsste sie wirklich nicht mehr, was sie machen soll.

Sie hat also eine Apothekerin … und mehrere Ärzte, die sie ausserdem gelegentlich wechselt. Weshalb sie wechselt hat verschiedene Gründe. Häufig ist es so, dass sie sich nach einiger Zeit von einem anfangs vielversprechenden Arzt enttäuscht zeigt. Sie ist ganz sicher nicht die einfachste Patientin, nicht nur wegen ihrer Vielzahl an medizinischen Problemen. Ihre Liste an Allergien oder Sachen, die sie aus verschiedenen Gründen nicht verträgt ist inzwischen eine A4 Seite lang. Ich drucke sie normalerweise aus und gebe sie ihr mit, wenn sie einen neuen Arzt hat. Neue Medikamente zu finden, die sie nehmen kann, kann wirklich eine Herausforderung sein. Aber … ich glaube ihr. Ich höre zu, wenn sie erzählt. Manchmal kann ich auch nichts anderes tun, manchmal allerdings …

Frau Duld hat einen Augenarzt zu dem sie schon länger geht. Vor ein paar Jahren hat er ihr Augentropfen gegen Glaukom aufgeschrieben: Xalatan (Latanoprost). Die hat sie, penibel genau wie sie ist, regelmässig angewendet, auch wenn sie zunehmend Probleme bekommen hat. Beim Augenarztbesuch hat der sich das angeschaut und ihr beschieden, dass sie unglaublich trockene Augen hat, wahrscheinlich wegen den Glaukomtropfen und dass sie zusätzlich befeuchtende Augentropfen nehmen soll. Weil das damit nicht gebessert hat, hat er vermutet, dass sie auf die Glaukomtropfen reagiert (allergisch?) und sie deshalb abgesetzt (ja: nicht ersetzt). Bis zum letzten Besuch (nun 1 Jahr später), wo er fand, sie muss unbedingt etwas gegen den hohen Augendruck unternehmen und dass er ihr etwas dagegen aufschreibt. Frau Duld hat ihn daran erinnert, dass sie auf die letzten Tropfen reagiert hat, was er aber damit abtat, dass da wohl das Konservierungsmittel Schuld war und er ihr deshalb jetzt Einzeldosen ohne das drin verschreibt. Saflutan: Tafluprost als Wirkstoff.

Sie hat das bei uns bezogen und am Abend den ersten Tropfen in jedes Auge gemacht und darauf etwas erlitten, was ich als schwere generalisierte (allergische?) Reaktion ansehe: plötzlich auftretende Übelkeit, Herzklopfen und Brustschmerzen mit Atembeschwerden, Schweissausbruch und Angstzustände … sie wollte aber partout nicht ins Spital (Auch wegen schlechter Erfahrungen), weshalb sie den Rest der Nacht in Angst und aufrecht sitzend am Küchentisch verbracht hat.

Am Morgen rief sie mich dann gleich in die Apotheke an. Inzwischen ging es ihr etwas besser – wiederholen wollte sie die Anwendung begreiflicherweise aber nicht. Ich hatte etwas ein schlechtes Gewissen: war die Reaktion bevorsehbar hervorsehbar gewesen? Hätte ich das wissen können? Eine Kreuzreaktion Latanoprost – Tafluprost? Immerhin hätte sie kaum so stark reagiert bei einem Erstkontakt mit einem Allergen.

Eine Woche später ging sie noch einmal zum Augenarzt. Der wollte das kaum glauben, dass das von den Augentropfen kommt, hat ihr aber ein neues Rezept ausgestellt für andere Tropfen. Auf dem Rezept: Latanoprost Mepha Augentropfen, im Fläschchen. Vielleicht dachte er, weil sie das das letzte Mal „vertragen“ hat?

Ich bin … nicht ganz so optimistisch. Und Frau Duld, als ich ihr erkläre, was das ist auch nicht. Sie nimmt zwar das Fläschchen mit, aber am Ende traut sie sich nicht, das auszuprobieren. Auch nicht mit einem einzigen Tropfen in Anwesenheit einer anderen Person. Ich rate ihr, doch noch einmal mit dem Augenarzt Kontakt aufzunehmen. Sie will aber nicht – vielleicht ihn nicht enttäuschen? Vielleicht glaubt er ihr auch einfach nicht?

In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an ihren Hausarzt, ob der nicht für sie beim Augenarzt anfragen kann wegen anderen Tropfen? Oder vielleicht grad selbst etwas aufschreiben? Der ist anfangs ziemlich abgeneigt, da er von Augen nicht so viel Ahnung hat – aber er schickt uns dann doch ein Rezept in die Apotheke.

Für Arteoptic Augentropfen. Das ist ein Betablocker. Frau Duld hat Asthma (sollte der Hausarzt eigentlich wissen) … und Betablocker (auch in Augentropfen) sind bei Asthma Kontrainduziert. Gut … er hat ja gesagt, dass er sich nicht so auskennt.

Ich komme nicht dazu das richtig anzusehen noch zurückzurufen, da kommt schon das nächste Fax für Frau Duld.

Sie hat nämlich in der Zwischenzeit doch noch beim Augenarzt angerufen und auch der schickt einen Fax mit Rezept.

Für Monoprost Augentropfen in Einzeldosen.

Und das ist der Moment, wo ich mir in der Apotheke wirklich an den Kopf fasse.

Wieso???? Das ist schon wieder das Latanoprost, nur halt diesmal in Monodosen Form. Will er denn so unbedingt, dass sie genau das nimmt? Oder hat er nicht zugehört und ist bei seiner Theorie mit dem Konservierungsmittel zurück?

Ich meine … es ist ja nicht so, als ob die ganzen –Prost (Prostaglandin-Analoga) und Betablocker die einzigen Mittel gegen Glaukom sind.

Am Ende frage ich dann selber beim Augenarzt an, ob irgendetwas dagegen spräche, das mit einer Alternative wie zum Beispiel Azopt zu versuchen? Und bekomme ein Rezept dafür geschickt.

Das vermerkt man im PC übrigens mit „Therapievorschlag für Arzt erarbeitet“ …

Nachtrag: Damit scheint es jetzt zu funktionieren.

Frau Duld beim letzten Telefongespräch: „Wir zwei könnten wirklich ein Buch schreiben …“

Wirklich.

Advertisements

Wenn Ärzte Mittel verkaufen …

14

Wenn Ärzte Mittel verkaufen … ich meine jetzt nicht mal Medikamente in den Kantonen wo die Selbstdispensation erlaubt ist, sondern von etwas, das bei manchen Ärztegruppen offenbar auch in der Schweiz seit neuerem eingesetzt wird, um ihr Einkommen aufzubessern.

Ich komme darauf, das zu schreiben, weil ich grad gestern eine Kundin hatte, die mir von ihrem letzten Arztbesuch berichtet hat. Sie ist sicher nicht die einfachste Patientin, hat sie doch eine Menge dokumentierter Allergien – tatsächlich hat sie sich von mir eine Liste zusammenstellen lassen, damit der neue Hautarzt den sie besucht die Info auch hat. Ihr momentan akutes Problem ist eine schlecht heilende Wunde, die ihr letzter Hautarzt bei der Entfernung eines möglichen weissen Hautkrebses im Gesicht hinterlassen hat. Deshalb wollte sie nicht mehr zu dem und hat sich einen neuen gesucht, der auch die verschiedenen sonstigen Probleme (sie ist sehr sensibel und hat auch gelegentlich juckende Ausschläge) wieder einmal anschauen sollte. Nun … das hat er nicht wirklich. Sie war wohl bei ihm und hat ihm die Probleme geschildert, aber angeschaut hat er nichts. Ihre Hautausschläge hat er als normales Problem wegen trockener Haut abgetan und ihr ein rückfettendes Duschmittel und Bodylotion aufgeschrieben – beides mit Polidocanol als juckreizstillendem Mittel drin. Nun, zumindest für einmal nicht Cortison … das wäre sonst die Standardverschreibung vom Hautarzt. Auf der Kopfhaut hat sie auch immer wieder Ausschläge, was er auf dasselbe zurückgeführt hat, obwohl sie rasch fettiges Haar und auch fettige Schuppen hat (wie gesagt, angeschaut hat er nichts) – für das hat er aber nichts aufgeschrieben, sondern ihr in der Praxis ein Shampoo von Eucerin verkauft. Sie war nach 7 Minuten wieder draussen – und das bei einem Erstbesuch. Sie meinte auch, dass die Praxis gut besucht war und die Patienten vor ihr auch nicht länger hatten.

Meine Kundin / Patientin war also ziemlich irritiert vom Arztbesuch … und hat sich beim Eucerin gefragt, ob sie das eventuell schon mal hatte, da ihr der Name bekannt vorkam. Nun, wir haben die Produkte ja auch hier, kein Wunder kommt ihr die Marke bekannt vor. Als sie mich aber gefragt hat, weshalb er ihr nichts verschrieben hat, da … habe ich sie darüber aufgeklärt, dass man das Shampoo auch ohne Rezept bekommt – tatsächlich hat das keine „Listung“, das bedeutet es ist freiverkäuflich eigentlich überall … also auch beim Arzt.

Sie fand das nicht so toll, denn wenn sie das gewusst hätte, hätte sie das kaum beim Arzt bezogen. Immerhin hatte sie auch keine Möglichkeit zu überlegen, ob sie das wirklich will.

So etwas kommt aber immer häufiger vor, gerade Hautärzte nehmen  bei sich ein Zusatzsortiment auf von Hautpflegenden Medizinalprodukten, die sie dann selber an die Patienten verkaufen  (dürfen).

Die andere Ärztegruppe, bei denen ich das sehe, sind die Augenärzte. Mein Mann war letztens beim Augenarzt mal wieder den Augendruck messen – und hat dabei wieder eine Packung befeuchtende Augentropfen einfach in die Hand gedrückt bekommen. Er habe trockene Augen. (Wer nicht?). Die Packung des OTC Produktes, das auch nur eine Zulassung als Medizinalprodukt hat (und satte 21 Franken kostet)  musste er nicht gerade dort bezahlen, aber sie fand sich dann in der Abrechnung des Arztes, die wir zugeschickt bekommen separat wieder.

Damit bin ich auch nicht wirklich glücklich. Die (oder ähnliche) hätte er via mich sogar günstiger bekommen … und so wie ich ihn kenne, benutzt er die sowieso nicht. Also habe ich ihm dringend geraten, beim nächsten Mal zu sagen, dass er die nicht will.

Aber ich sehe schon das Problem: Wer „getraut“ sich schon beim Arzt (immer noch dem Halbgott in weiss) zu sagen, wenn der einem etwas „empfiehlt“ (was das Verkaufen ja auch ist, egal ob direkt oder auf Rechnung): „Nein, damit warte ich noch.“ Oder vielleicht: „Gibt es da nicht etwas, das von der Krankenkasse übernommen wird?“ Oder: „Das hole ich lieber in der Apotheke, wenn ich es brauche?“

Ein bisschen ist das ausnützen der Situation.

Und das kommt immer mehr. Offenbar verdienen die Ärzte zu wenig. Wird das jetzt noch schlimmer, mit der neuen Tarmed?

 

Kontakt(linsen)-Probleme in der Apotheke

21

Ich habe ja eine Brille, gelegentlich trage ich auch Kontaktlinsen, allerdings hauptsächlich in den Ferien, wo die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist und ich sie auch nicht mindestens 8 Stunden drin haben „muss“, was ich als ziemliche Qual empfinde, da sie meine Augen sehr austrocknen. Diese Ferien habe ich es wieder mal versucht – hauptsächlich weil ich im Pool und Meer nicht gut die Brille anhaben kann – und auch diesmal musste ich sie nach kurzer Zeit wieder abziehen. Was … mir bei der einen mehr Probleme bereitete, als gewohnt. Die eine wollte einfach nicht. Immer wieder „flutschte“ sie in Form und aufs Auge zurück. Ziemlich nervig, vor allem wenn man bedenkt, dass sie erst nicht rein wollte und das schon ein paar Versuche gebraucht hat.

Aber … ich habe sie rausbekommen. Und mich dabei an die Frau erinnert, die ich vor den Ferien in der Apotheke hatte. Wie konnte ich die Begegnung vergessen?

Eine Frau, Mitte 20 mit patsch-rotem Auge, in dem so ziemlich jedes Äderchen sichtbar ist kommt in die Apotheke.

Frau: „Könnten Sie mal schauen ob meine Kontaktlinse noch drin ist? Ich weiss es nicht.“

Der Lehrling zieht mich bei – ich werfe ein Blick auf das rote Auge und beschliesse, dass das einiges über das herausgeht, was man noch mit unseren Mitteln behandeln kann. Ich schaue auch genau in ihr Auge, aber ich sehe ausser rot gar nichts.

Pharmama: „Tut mir leid, ich kann nicht sehen, ob da noch eine Kontaktlinse drin ist oder nicht, aber mit der Entzündung würde ich das jemandem zeigen, der mit professionellen Mitteln ins Auge schauen kann.“

Frau: „Was das sehen sie nicht? Das kann man sehen, wenn man genau hinsieht. Im anderen Auge habe ich eine Linse drin, die sehen Sie ja auch!“

Pharmama: „Ja, die sehe ich – im anderen Auge sehe ich nichts, das ist wahrscheinlich zu rot. Wissen Sie denn nicht selber, ob da eine drin ist oder nicht?“

Frau: „Nein. Am Anfang dachte ich nicht, aber nach einer Weile hatte ich das Gefühl als ob, wenn man blinzelt und so tut das fast weh … können sie das nicht sehen?“

Pharmama: „Nein, wie gesagt. Ich würde damit auch zum Arzt gehen. Jetzt. Die Linse kann auch nicht mehr vorne sein, die kann sich verschoben haben unter die Augenlider. Und wie gesagt, das rot sieht gar nicht gut aus. Gehen sie zum Arzt das zeigen.

Frau:„Ach, das ist nur rot, weil ich darin herumgegusselt habe um die Linse eventuell zu finden. Könnten Sie mir nicht versuchen das rauszunehmen?“

Pharmama: „Ich sehe sie nicht. Ich werde ihnen sicher nicht auch noch ins Auge fassen, vor allem wenn ich nichts sehe. Ausserdem sieht das auch nach einer grösseren Entzündung aus.“

Frau: „Sie sind auch gar keine Hilfe. Haben Sie mir dann vielleicht ein paar lindernde Tropfen?“

Sie ist wirklich der Typ, wo man besser nichts gibt, weil sie ansonsten nicht zum Arzt geht. Also …

Pharmama: „Wenn Sie dafür ein Rezept vom Arzt bringen.“

Frau: „Aber ich bin zu ihnen gekommen, weil ich nicht zum Arzt will.“

Pharmama: „Und ich sage ihnen, es ist nötig, dass sie gehen. Gleich.“

Ich weiss nicht, ob sie dann gegangen ist. Ich hoffe es. Es gibt beim Auge Infektionen, die sehr schnell verlaufen können und bei denen man tatsächlich blind werden kann, wenn man nichts macht.

Ich hab‘ da was im Auge!

9

Ohne Apotheke_r(3)

Andreas hat folgendes Erlebnis zur Blogparade beizutragen:

Ich bin seid etwa einem Jahr Brillenträger, freiwillig, keiner der gezwungen werden musste 😉 Da ich ab und an gerne auf Festivals gehe, dachte ich dass für diese Kontaktlinsen eine bessere Alternative wären. So eine Brille wird einem ja schon mal von der Nase gehauen im Gedränge vor den Bühnen.

Also ging es auf zum Optiker zur Beratung.
Die erste Erkenntnis war dass ich sehr trockene Augen habe, und daher spezielle Linsen bräuchte. Diese wurden mir dann als Tageslinsen zur Probe bestellt, kostenlos.

Als sie ankamen ging es zum Linsen-einlege-Kurs, damit ich lerne mit denen umzugehen.
Nach gefühlt 20 Stunden hatte ich endlich beide Linsen drin. Zwei unterschiedliche Hersteller um zu sehen welche ich besser vertrage. Ich sollte die Linsen noch mindestens 4 Stunden drin behalten, und bekam noch eine Packung von beiden kostenlos zum Zuhause Üben mit.

Ja … ich wurde darauf hingewiesen mit diesen nicht zu schlafen, aber aus irgend einem Grund bin ich Zuhause K.O. ins Bett gefallen.
Stunden später wieder aufgewacht. PANIK:“Was ist mit den Linsen?“ Sofort zum Spiegel im Bad und die erste Linse heraus genommen.
Das klappte wunderbar. Die zweite Linse jedoch wollte aufs Verrecken nicht raus kommen.
Der Optiker hatte an dem Nachmittag zu, die ganzen Augenärzte in der Gegend anscheinend auch. Also wohin?

Ab ins Klinikum. Dort die Ernüchterung, es ist kein Arzt anwesend der das machen könnte, und wir werden bloss dafür auch keinen unserer Augenärzte anrufen.
Schön sch… dachte ich mir. Auf dem Heimweg kam mir der Gedanke „Hey unsere Stammapotheke hat ja heute länger auf, vielleicht wissen die wo ich noch hin könnte?“
Gedacht getan, auf zur Apotheke.

Der Apotheker war erst mal ein wenig verblüfft dass man mir nicht helfen wollte im Krankenhaus. Wusste aber eine Lösung für mein Problem.
Die Linse war zu trocken, durch das schlafen. Also hab ich erst mal mein Auge mit einer Augenspülung eingeweicht bekommen.
Die Linse hab ich noch immer nicht heraus bekommen, aber es fühlte sich besser an als vorher.
Dann zückte er seine Wunderwaffe. Eine kleines Pümpelartiges Dingens mit Abstandhaltern und sonstigem, dass gemacht ist um Kontaktlinsen aus dem Auge
zu fischen.
Erst im Selbstversuch, klappte nicht, ich war zu zittrig.
Also hat er es versucht während ich mit einer Hand meine Augenlieder offen hielt.
Es hat beim ziehen ein wenig weh getan, aber weit weniger als das herum gewurste mit meinen Fingern. Die Linse kam endlich heraus!

Was wollte er dafür? Nur die 5€ für das Linsendingens weil er es gebraucht nicht weiter verkaufen kann.
Dafür bekam die ganze Apotheke am Nächsten Tag dann auch noch einen Kuchen von mir 🙂

Ohne meinen Apotheker, wer weiß, ich hätte die Linse heute noch drin.
Ok vermutlich nicht, am nächsten Tag hätte sich ein Arzt gefunden, aber das Ding noch 12 Stunden im Auge haben wäre gewiss nicht förderlich gewesen.

Das mit den trockenen Augen und Kontaktlinsen kenne ich … ich selber trage deshalb immer gerne meine Brille und praktisch ausschliesslich im feuchttropischen Klima (lies: Ferien) Kontaktlinsen. Rausnehmen finde ich übrigens einiges einfacher als reinmachen … 🙂 Aber am Anfang ist beides schwierig. Das Linsendingens kannte ich noch nicht – bei uns sind die offenbar nicht so geläufig, da bist Du grad an die richtige Apotheke geraten 🙂

Rezept für … was?

23

Es dürfen auch die Deutschen und Österreicher Apotheker mitspielen … das Medikament gibt es mit dem selben Namen weltweit.

rpallergie

Hinweis 1: es ist ein aktuelles Rezept

Hinweis 2: es sind Augentropfen

Nach dem hatte ich eine Vermutung, was es sein könnte – aber ich wollte trotzdem die Bestätigung vom Arzt. Es war dann auch das, nach was es „nicht“ aussieht auf dem Rezept. (O-Ton: ich wusste nicht genau, wie man das schreibt).

Gemein, nicht?

Wer macht sowas?

32

40irgendetwas jährige Frau mit Ausschlag auf den Augenlidern in der Apotheke.

Frau: „Nun, ich habe versucht es mit Wasserstoffperoxid zu reinigen, aber das hat ziemlich gebrannt in den Augen, dann habe ich es mit desinfizierendem Alkohol versucht, das hat fast noch mehr weh gemacht … Und der Ausschlag ist danach auch schlimmer geworden. Was könnte das sein?“

Ich habe keine Ahnung, ob das was infektiöses ist oder vielleicht eine chemische Kontakt-Dermatitis. Aber die klügste ist sie sicher nicht. Wasserstoffperoxid und Alkoholische Lösung für die Augenpartie?? Aua.

Ich hatte sie schon einmal!

1

Die ältere Frau in der Apotheke zu mir: "Ich hätte gerne Augentropfen."

Pharmama: "Gerne – und wie heissen die?"

Frau: "Ich weiss nicht. Aber ich hatte sie schon einmal."

Pharmama: "Für was für Augenprobleme waren sie denn?"

Frau: "Das weiss ich auch nicht mehr – aber sie waren so in einer Schachtel."

Pharmama: "Hmmm. Wie hat die Schachtel ausgesehen?"

Frau: "Sie war so eher flach. Und drinnen waren so Plastikdinger!"

Pharmama: "Ah, dann waren es also Einzeldosen. Brauchen sie die Augentropfen denn gegen Allergien? Oder gegen trockene Augen?"

Frau: "Ich weiss nicht mehr, aber die Tropfen haben geholfen. Das waren so Plastikröhrchen in einer Schachtel."

Das schränkt das natürlich enorm ein … auf nur noch so etwa 20, die ich da habe oder so /Ironie aus.

Ich ziehe nach Zufall eine Schachtel mit Augentropfen Monodosen aus der Schublade.

Pharmama: "Waren es die?"

Frau: "Nein, die waren es nicht. Die Schachtel sah anders aus."

Pharmama: "Wie anders? Was waren die Farben darauf?"

und denke: Bitte sag nicht 'blau' – 90% der Augentropfen sind in irgendwie blauen Packungen ….

Frau: "Das weiss ich nicht mehr. Aber ich hatte sie schon einmal von hier."

Ich versuche was anderes und hole von den Similasan Augentropfen.

Frau: "Ja, solche waren es. Genau!"

Jetzt ist es aber noch nicht ganz ausgestanden, denn …

Pharmama: "Davon gibt es aber auch verschiedene Sorten. Gegen Trockene Augen, gegen Allergien, gegen Augenreizungen … welche waren es denn?"

Frau: "Ich weiss nicht mehr. Sehen die alle gleich aus?"

Pharmama: "Ähnlich."

… am Schluss hat sie die gegen trockene Augen genommen. 

Das war dann hoffentlich das, was sie auch schon einmal hatte …

Augentest für Apotheker

Augentest für Apotheker

Augentest für Apotheker

Man schicke den Lehrling …

11

Besten Dank an Elawen für’s Aufmerksam machen:

In meinem Beruf ist es durchaus Usus, die neuen Auszubildenden am ersten Tag zu veräppeln 🙂 Diesmal in Zusammenarbeit mit einer Apotheke.
(ich durfte das Augenmaß holen 😉 )

kammerwasser kammerwasser2

Original hier auf Facebook: https://www.facebook.com/DingeDieEinOptikerAugenoptikerNichtSagt

Aber Optiker sind nicht die einzigen, die ihre Lehrlinge auf unmögliche Missionen schicken:

siehe Mission impossible !

Alles Tropfen

8

Eine ältere Frau kommt in die Apotheke und will wissen, ob das für ihre Augen sehr schädlich sei: sie hat die Augentropfen mit den Vitamin D Tropfen verwechselt (den öligen) und die statt ins Essen ins Auge getropft … da hat sie kurzfristig nichts mehr sehen können, weil alles unscharf war.

Kann ich mir vorstellen – wer einmal Milch ins Auge bekommen hat, weiss, dass das eine ganze Zeitlang dauert, bis das wieder wird. Aber gefährlich ist es eher nicht.