Ist Trauer eine Krankheit? – und: Warum französische Kinder kaum ADHS haben …

Es gibt ja keine gesunden Menschen – nur solche die bisher zu wenig untersucht wurden

Manfred Lütz

Nach einem Blogpost in Pharmagossip – eigentlich ein Thema, über das psychiatrietogo schreiben könnte, aber ich fand es so spannend …

Trauerst Du weil ein guter Freund gestorben ist? Hast Du Probleme altes loszulassen? Du bist ein Kind und widerspenstig und neigst zu Trotzanfällen? – Dann bist Du vielleicht krank.

Demnächst fällt all das zumindest in Amerika unter „Mental Disorder“ also … psychische Störung und wird offiziell diagnostizierbar.

Die American Psychiatric Association hat am 17. Mai ihr neues Diagnose- Handbuch herausgegeben: Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM) .

Das neue DSM hat verschiedenste Ergänzungen: darunter „Oppositional Defiant Disorder“ – (ich traue mich gar nicht das zu übersetzen): wenn ein Kind wiederholt „Nein.“ sagt und sich abwehrend verhält.

„Major Depressive Disorder“ – faktisch nichts anderes als „Trauer“ – und zwar schon pathologisch ab den ersten paar Wochen Dauer.

„Disruptive Mood Dysregulation“ – Tobsuchtanfälle

„Compulsive hoarding“ – da fallen Leute drunter, die wir umgangssprachlich als Messi bezeichnen: Leute, die altes nicht wegwerfen können und ihre Wohnung mit der Zeit zumüllen.

Indem man derartiges in ein Diagnose-Mittel für mentale Krankheiten aufnimmt, „macht“ man es faktisch zu einer Krankheit und damit zu etwas, was mit Medikamenten behandelt werden kann / soll. Und das finde ich teilweise fraglich: Soll man Trauer wirklich pathologisieren und mit Medikamenten behandeln? Ist mein Kind im Trotzalter „krank“?

Zusammengestellt wird das DSM von einem Gremium Experten der Psychiatrie. Viele von diesen sind aber bezahlte Sprecher (und Befürworter) für die Pharmaindustrie und/oder involviert in Forschung, die von der Pharmaindustrie bezahlt wird.

Nicht alle sind mit dem neuen DSM einverstanden: Es erhebt sich ein Protest unter den Psychiatern und Psychologen – über 10'000 haben einen Brief gegen das Einsetzen dieses neuen Handbuchs und Standards unterschrieben.

Obwohl das DSM für Amerika entwickelt ist, hat das weltweiten Einfluss: auch Ärzte in der Schweiz benutzen das als Diagnosegrundlage.

Und in dem Zusammenhang auch ein Artikel aus dem Psychology Today

Warum Französische Kinder kein ADHS haben.

In Amerika ist fast jedes 10. Kind (9%) mit ADHS diagnostiziert, also dem Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom. In Frankreich weniger als 0.5%. Wieso?

Das hat durchaus mit der Diagnosestellung zu tun. Aber nicht nur.

In Amerika wird ADHS als biologische Krankheit angesehen mit biologischen Ursachen: einer chemischen Ungleichgewicht im Gehirn des Kindes. Behandelt wird diese Krankheit mit Psychostimulazien wie Ritalin oder Adderall.

In Frankreich dagegen sieht man es als medizinisches Problem an mit psychologischen und Umwelt/Situations-Einflüssem- Französische Ärzte neigen deshalb dazu die Probleme des Kindes was Aufmerksamkeit und ihr Verhalten betrifft nicht mit Medikamenten zu behandeln, sondern die zugrundeliegenden Probleme, die das Verhalten des Kindes beeinflussen anzugehen. Also neigen sie dazu sich die soziale Umwelt mehr anzuschauen. Behandelt wird zuerst mit Familienberatung und Psychotherapie.

Französische Kinder-Psychiater benützen nicht das gleiche Klassifikationssystem wie ihre amerikanischen Kollegen. Sie benutzen nicht das DSM (siehe oben). Sie haben alternativ (und aus Widerstand gegen das DSM) ein eigenes System entwickelt: CFTMEA (Classification Francaise des Troubles Menteaux de l’Enfant et de L’Adolescent) – auch 2000 zuletzt überarbeitet.

Ihre Definition von ADHS ist auch nicht so „breit“ wie das der Amerikaner – das auch manches „pathologisiert“ was unter normales Kinder-Verhalten fällt.

In Amerika bekommen also via das DSM viel mehr Kindern die Diagnose ADHD – ohne auf die Ursachen einzugehen. Statt dessen ermutigt man die Psychiater aktiv dazu das mit Medikamenten zu behandeln.

Und das „funktioniert“ – jedenfalls, was die Pharmaindustrie angeht.

Disclaimer: Ich schreibe hier nicht, dass ADHD nicht existiert oder dass das nur eine erfundene Krankheit ist. Das ist es nicht. Auch Frankreich mit seinen ganz anderen / engeren / strengeren Leitlinien hat Kinder, die das offensichtlich haben. Allerdings soll der Artikel zeigen, wie stark eine Diagnose (und dann die Behandlung) von den Diagnoseleitlinien anhängig ist. Je breiter man die Leitsymptome anlegt – desto mehr fallen da drunter. Und werden behandelt – mit Medikamenten vorzugsweise (für die Pharmaindustrie).

Und wenn man jetzt dasselbe macht indem man neue Diagnosen … erfindet aufnimmt … dann kann man auch mit einem höheren Medikamentenabsatz rechnen.

Die Pharmaindustrie ist nicht durchgehend schlecht : wir haben ihr auch viele wirksame Behandlungen zu verdanken! – aber man sollte wissen, dass die derartige Entwicklungen natürlich pushen. Es ist ja definitiv zu ihrem Vorteil.

19 Antworten auf „Ist Trauer eine Krankheit? – und: Warum französische Kinder kaum ADHS haben …

  1. Auf mich wirkt das so, als wäre das grundlegende(re) Problem eher die Frage, WIE man eine Krankheit behandelt, weniger OB etwas schon Krankheitswert hat oder noch „normales“ Verhalten ist. Sprich: Wenn die Amis jedes 10. Kind als hyperaktiv klassifizieren, dann wäre das unproblematisch, wenn man diese Kinder mit ich sag mal „psychologisch-physiotherapeutischen“ Maßnahmen behandelt, sprich: Ihnen täglich zwei mal zwei Stunden freies Toben an frischer Luft und Mannschaftssport sowie Entspannungsmalen „verordnet“… Und erst, wenn das nichts hilft, gehts an die Medikamente.

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    1. Ich sehe das etwas anders. Wenn das Verhalten meines (fiktiven) Kindes Krankheitswert hat, heisst das ja, es ist nicht normal. Krank. In irgendeiner Form behandlungsbedürftig. Das ist ein unschönes Gefühl, das einfach nicht nötig ist. Ausserdem, je mehr man diagnostizieren kann, desto mehr wird man diagnostizieren. Man stelle sich die Krankenkassenrechnungen vor, wenn nun alle Eltern mit Kindern in der Trotzphase zum Psychiater rennen, um sich abzusichern, ob das nun schon eine psychische Störung oder halt nur eine Phase ist. Andererseits, die Psychiater werden sich freuen. Und die Pharmafirmen.

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    2. Merke: was nicht als Krankheit angesehen wird, wird auch nicht behandelt. Oder?
      Aber ansonsten hast Du recht. Aber die „Verordnungen“ die Du ansprichst sind natürlich auch einiges aufwändiger als ein paar Pillen einzuschmeissen. Da musst Du auch die Umwelt erst mal dazu bekommen.

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    3. Naja, KRANK ist ja nun mal wirklich eine Frage der Definition, gerade im seelisch-psychischen Bereich… und ein und das selbe Verhalten kann – ja nach Zeit und Gesellschaft – als völlig normal oder höchst krankhaft eingestuft werden. Worauf ich hinaus wollte ist, dass es mir weit wichtiger scheint, eine situationsangemessene „Behandlung“ für unerwünschtes Verhalten o.ä. zu wählen. Pillen für alle Kinder, die starken Bewegungsdrang haben ist ebenso unangemessen wie eine Magenverkleinerungs-OP für alle, die ein paar Kilo zu viel auf den Rippen haben. Das meinte ich mit „das grundlegendere Problem“. Natürlich ist es auch ein weiteres Problem, wenn sämtliches von der Norm abweichende Verhalten als krank eingestuft wird – dann sind wir, wie das Eingangszitat so schön ausdrückt, eigentlich alle krank und es entsteht ein gewisser Uniformitätsdruck, alle irgendwie zu behandeln statt indivuduelle Unterschiede im Verhalten als gegeben zu akzeptieren und darüberhinaus als normale Vielfalt anzuerkennen.

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  2. Schön gesagt, Pharmama. Psychiatrie neigt imho einfach gern dazu, alles zu überpathologisieren. Schönes Beispiel finde ich die „Anpassungsstörungen“. Eine Frau hat einen Autounfall und danach schläft sie schlecht, ist oft müde und fühlt sich generell nicht so gut. Bäng, psychische Störung. Kann ja nicht sein, dass es normal ist, dass man sich nach grösseren Ereignissen ein Weilchen schlecht fühlen kann, nein, das braucht eine KVT. Oder Asperger-Syndrom. Weils ja gleich pathologisch sein muss, wenn sich das Sozialverhalten etwas in Grenzen hält.

    ADHS ist auch eine lustige Sache. Manche Eltern gehen auf die Barrikaden, wenn sie das Wort „Ritalin“ irgendwo riechen. Andere gehen zur Lehrerin und fragen, ob das Kind denn nicht Ritalin nehmen könne, es mache ja so ungern Ufzgi und schaue lieber aus dem Fenster. Immer muss alles schwarz-weiss sein. Kann ja nicht sein, dass manche Kinder von Ritalin tatsächlich profitieren, während es bei anderen einfach fehl am Platz ist. Nein, verteufeln oder vergöttern, Punkt. Argh.

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    1. Es ist auch ein bisschen so, dass wenn man etwas ein „Label“ aufdrücken kann (oder in dem Sinn eine Diagnose) – das von der Umwelt auch anders angesehen wird. Ah, er verhält sich so (für uns) seltsam, weil er XYZ hat.
      Muss aber auch nicht immer gut sein (selbsterfüllende Prophezeiungen und so).

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  3. Menschen leiden verschieden stark unter verschieden starken Ausprägungen derselben Erscheinungen. Es gibt z.B. durchaus Menschen, da hat das Müllhorden alle Anzeichen einer schweren Zwangsstörung. Sollen die als Kranke erntsgenommen werden und nach Möglichkeit behandelt werden? Ja bitte. Sollen deswegen alle Teenager, die ihre Dreckwäsche regelmäßig nicht in den Wäschekorb packen als psychisch gestört gelten? Nein.
    Es ist immer noch Sache des Arztes zu entscheiden, ob ein Verhalten oder eine Reaktion normal ist oder krankhaft, ob es das Leben eines Patienten einschränkt oder er vielleicht nur dem Umfeld ein bisschen zu sehr auf die Nerven fällt. Man muss nicht immer alles gleich mit Medikamenten betäuben, und der Widerstand der Ärzte legt nahe, dass viele das auch nicht vorhaben, aber es ist wichtig, dass jemand, der mit seiner Trauer z.B. nicht fertig wird und deswegen seinen Alltag nicht mehr geregelt kriegt auch ernstgenommen wird, und das erreicht man, indem man das Problem in einen solchen Katalog aufnimmt. Nicht nur in den USA, wo Krankenversicherungen ein Luxus sind ist es wichtig, dass solche Probleme als Krankheiten gelten damit die nötigen Maßnahmen auch von den Kassen übernommen werden. Denn wenn dann mal jemand in der Praxis sitzt und darunter leidet, sein Temperament, seine Sammelsucht oder seine Verlustängste nicht unter Kontrolle zu haben dann will ihm sein Arzt sicher auch helfen.

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  4. Wer als erwachsener Mensch selbst keine Hilfe sucht und keine so massive Problematik hat, dass er irgendwann dazu gezwungen ist, sich einem Arzt anzuvertrauen, wird auch keine derartige Diagnose bekommen. Die Diagnosenerweiterung für Erwachsene sehe ich darum als eher unproblematisch an und gerade die Aufnahme des Messi-Syndroms als durchs positiv. Gezahlt wird im Allgemeinen ja von den Krankenkassen nur, was auch unter einer Diagnose gefasst werden kann. Natürlich konnte man bisher in solchen Fällen zu Zwangsstörungen als Diagnose greifen oder sich auf eine zugrunde liegende Diagnose wie zB eine Depression beziehen, die Problematik ist aber oft sehr komplex und die bewilligten Therapiestunden abhängig von der Diagnose. Warum also nicht die Möglichkeit schaffen, gezielt die Störung zu diagnostizieren, wegen der jemand Hilfe sucht, statt auf eine ungenauere Diagnose zurück greifen zu müssen?

    Problematischer finde ich die Erweiterung der Diagnoseoptionen für Kinder und die weitere Pathologisierung kindlichen Verhaltens. Kinder können nicht selbst entscheiden, wann sie Hilfe brauchen, Eltern haben nicht immer den besten Blick dafür, ob das Verhalten ihres Kindes normal ist und Ärzte leider auch mal die Tendenz, mehr auf die Eltern als auf das Kind zu hören.

    Übrigens, btw… Asperger ist mehr als ein sich etwas in Grenzen haltendes Sozialverhalten, nur mal so angemerkt.

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    1. Im Prinzip jar. Asperger gehört schon zu Recht zu den ASS. Aber gerade in den USA ist die Tendenz ganz klar – was früher einfach ein Kellerkind war, das vielleicht gern Computerspiele spielt oder sich eben in sozialen Situationen nicht so wohl fühlt, kann da gleich sagen, „Ich kann halt nicht anders, ich hab halt Asperger.“ Es ist dasselbe, wie nicht jedes Kind ADHS hat, nur weil es sich nicht gut konzentrieren kann – auch gelangweilte Kinder oder Kinder mit somatischen Beschwerden können so auffallen. Trotzdem werden diese dann fehldiagnostiziert.

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  5. Liebe Pharmama!
    Du schreibst mir absolut aus der Seele. Es gibt auch jetzt schon – völlig unabhängig vom Diagnosesystem – eine große Neigung, die ganz normale Lebensbewältigung gleich als Depression zu behandeln, jede Sorge zur Angststörung zu machen und jedes Gefühl außer Zufriedenheit gleich zur Impulskontrollstörung zu machen, und natürlich sofort nach einer Tablette dagegen zu schreien. Das neue DSM steht hier in der Gefahr, eine Pseudoobjektivität zu schaffen. Es liegt in der Verantwortung der diagnostizierenden Ärzte, eben nicht jedes Wehwehchen überzudiagnostizieren, sondern nur die Beschwerden zu Krankheiten zu erklären, die das auch wirklich sind. Und wir wissen: Das wird nicht jeder verantwortungsvoll tun. Aber das ist ein vom Diagnosesystem eigentlich getrennt zu sehendes Problem…
    Beste Grüße,
    Dein Psychiatrietogo

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  6. Argl – ich kann gerade nicht glauben, was ich bei dir gelesen und dann noch überprüft habe! Ich bin Diplom-Psychologin und kann gar nicht fassen, dass man den Prozess der „normalen“ Trauer als Krankheit definieren will. Dabei sollte man doch meinen, dass eher umgekehrt ein Schuh draus wird: Zum Problem wird doch viel eher, wenn ich einen geliebten Menschen verliere und nicht trauere…
    Ich arbeite ja an der Uni. Da muss ich doch morgen mal schauen, ob jemand mehr darüber weiß, wie es zu solch einer Auslegung kommen konnte.

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  7. Das gezeigte Trauer und Schmerz etwas behandlungswürdiges ist, ist gerade bei Hausärzten wohl schon länger verbreitet.
    Ich erinnern mich schon vor einigen Jahren die Aussage eines Priesters gelesen zu haben, das der Hausarzt, der ja den Tod feststellen muß, den trauernden Angehörigen sofort Beruhigungsspritzen anbot…

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  8. Huhu!

    Will meinen Senf auch noch dazu abgeben ;-)

    Verstehe die Problematik, andererseits ist die Psychiatrie ein Teil der Medizin und somit eine Art Naturwissenschaft (bzw. bedient sich der naturwissenschaftlichen Fächer) – dazu gehört eine Einteilung, Kategorisierung, Aufzählung.

    Ein halbwegs vernünftiger Mensch/Arzt/Ärztin wird hoffentlich den Unterschied zwischen „normaler“ Trauer und einer Depressio (er)kennen, und nicht leichtfertig Medikamente verschreiben, so sie nicht gebraucht werden.

    Liebe Grüße!

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  9. Hm. Dafür habe ich einen Katechumenen, der in Deutschland vielleicht ADS (ohne H) diagnostiziert bekäme, ich halte ihn schlicht für verträumt… der hat eine Diagnose „Autismus, leichte Form“ bekommen. Vielleicht kann das helfen, daß erst mal akzeptiert wird, der ist einfach so und kann nicht anders, statt ihm vorzuhalten, daß er nicht nach Schema F funktioniert. Aber auf lange Sicht halte ich es für bedenklich. Denn autistisch ist der Junge garantiert nicht, er hat weder physisch noch sozial Kontaktschwierigkeiten. Er ist halt nicht normgerecht…

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    1. Tagträumer? Ich frage mich heute gelegentlich, was die Lehrer wohl bei mir gedacht haben. Ich war in den Stunden zwar anwesend, habe aber oft meine Bücher vollgemalt … Und kaum was gesagt. Notenmässig hat es grad gereicht, trotzdem.

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  10. Bei psychischen Erkrankungen geht es ja auch viel um Leidensdruck. Ich denke, dass man sich auch daran orientieren sollte.
    Kinder können sich dahingehend zwar meist noch nicht so klar äußern, aber ich glaube schon, dass man als Eltern merkt, ob sein Kind leidet.
    Bei Kindern äußern sich grade psychische Erkrankungen oft ganz anders als bei Erwachsenen, weshalb sie leicht übersehen oder „falsch diagnostiert“.
    Z.B. haben Kinder mit Depressionen oft somatische Beschwerden, wie Bauchschmerzen.

    Netdoktor erklärt es, wie ich finde, ziemlich gut: http://www.netdoktor.de/krankheiten/depression/depressionen-bei-kindern-und-jugendliche/#TOC2

    (Ich hoffe es ist okay, dass ich den Link poste.)
    Das Gefährliche dabei ist, dass Kinder sich immer mehr zurückziehen, dieses diffuse Etwas, was sie oft nicht benennen können, mit sich alleine ausmachen und es ihnen dadurch immer schlechter geht.
    Auch Schulkinder können schon Suizidgedanken und -pläne haben. Ich weiß wovon ich rede, ich habe nämlich genau dieses Spiel „Kind einfach nur bockig oder schon krank? Und wenn krank, wie damit umgehen?“ seit ich ca 5 Jahre alt war, mitgemacht. Mir ging es ganz ähnlich, wie in oben beschriebenem Link.
    Ignorieren, weil man nicht weiß, wie man damit umgehen soll, dass das eigene Kind eben etwas „anders“ ist (grad im Sozialverhalten), ist jedenfalls keine gute Idee.
    Und wenn sogar die Kindergärtnerin es schon merkt und einen eingehenden Brief an die Eltern schreibt, sollte man sich so langsam doch ein wenig Gedanken machen.
    Das kann sonst sehr böse enden.

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  11. Die USA sind da auch wirklich ein Extremfall und ich habe auch schon von Eltern gehört, die eine ADHS-Diagnose forcieren, damit sie ihrem Kind die entsprechenden Medikamente verabreichen können, damit dieses besser in der Schule wird, weil das Medikament die Konzentrationsfähigkeit fördert.

    Traurig aber war.

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