Schleichend

Auf dem Rezept steht leider nicht die Dosierung des Medikamentes, von dem es verschiedene Varianten gibt, darum sagen wir der Kundin, Frau Merlin: „Wir rufen beim Arzt an, um das abzuklären und bestellen ihnen dann das richtige Medikament.“ 

Sie bekommt einen Zettel mit zum abholen ihres Mittels. Weil wir nicht wissen, welches Medikament es sein wird, schreiben wir halt nur ihren Namen drauf.

Telefon am Mittag. Frau Merlin: „Ich habe da einen Zettel von ihnen, ich glaube, ich sollte ihnen anrufen wegen etwas?“

Pharmama: „Nein, aber wir haben inzwischen dem Arzt angerufen und wissen jetzt, welches Mittel sie bekommen. Sie können es ab 4 Uhr mit dem Zettel abholen kommen.“

(Hmmmm…)

Telefon am Abend. Frau Merlin: „Ich habe da einen Zettel von ihnen – ich glaube ich muss noch etwas bestellen? Was wollten sie von mir wissen?“

Pharmama: „Wir müssen nichts mehr wissen, ihr Medikament ist schon für Sie auf der Seite bereit zum abholen.“

(Ui. das ist nicht gut.)

Am nächsten Tag – noch ein Anruf von Frau Merlin: „Ich habe da einen Zettel von ihnen, aber ich weiss nicht mehr warum?“

Pharmama: „Wir haben etwas für sie bestellt. Sie können es abholen kommen.“

(Wirklich nicht gut!)

Und als sie dann nicht kommt, müssen wir ihr noch ein paar Mal anrufen um sie daran zu erinnern.

So fängt Alzheimer nicht an … das ist schon etwas fortgeschritten. Bisher ist ihr Problem bei uns noch nicht aufgefallen, aber das … ist schon deutlich.

3 Antworten auf „Schleichend

  1. Bei manchen Leuten bemerkt man es auch erst, wenn es um bestimmten Themen geht. Aber das ist echt heftig. Hat die Frau niemanden, der ihr hilft? Das klingt ja schon richtig übel, wer weiß, was sie sonst schon alles nicht mehr richtig organisieren kann.

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  2. Mir kommt das so bekannt vor…und wie oft habe ich dann die Angehörigen meines Kunden angerufen und sie gebeten, ein Auge auf dieses Verhalten zu haben…man fühlt sich halb als Verräter und halb als Beschützer des Kunden. Und oft genug habe ich auch dem Amt Bescheid sagen müssen, weil da keine Angehörigen waren, die sich hätten kümmern können.
    Diese Art Fürsorge gehörte nicht offiziell zu meinem Job, aber wenn ich mich nicht gekümmert hätte und es wäre was passiert, wäre es auf mich zurückgefallen.
    Trotzdem ist es ein fades Gefühl, einzugreifen.

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