Apotheken aus aller Welt, 326: Hongkong, China

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und noch mal von Daniel:

Die Bilder entstanden in Hongkong, Anfang August.
Hier dominieren die Kettenapotheken, meistens auch recht ordentlich gestaltet. Ich hab mir sagen lassen, als Ausländer müsste man nur irgendwas auf ein Stück Papier krakeln und es würde als Rezept akzeptiert. Zur Not geht man kurz zu irgendeinem Arzt und lässt sich das schnell umschreiben.

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Hochinteressante Werbung. In Asien scheint Werbung für Säuglingsnahrung/Milch nicht reglementiert zu werden. Schön zu beobachten, wie auf die engagierten jungen Eltern immenser Druck aufgebaut wird – wenn das Kind etwas werden soll, fütter unser Produkt! Nahrungsergänzung ist eh der absolute Renner in Hongkong. Auch auf den anderen Bildern sieht man oft entsprechende Werbung.

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Das nächste Bild ist in einem Supermarkt aufgenommen (SevenEleven?). Unter ‚family planning‘ gibts die Hormonpräparate ohne Rezept. Männervitamine hab ich allerdings keine entdeckt, nur die traditionellen Kräuter aus den Quecksilberdeltas des Jangtse. 🙂

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5 comments on “Apotheken aus aller Welt, 326: Hongkong, China

  1. gedankenknick sagt:

    Also diese aggressive Baby-Nahrungs-Werbung finde ich ja schon extrem. Insbesondere, wenn man sich erinnert, was da vor einiger Zeit mit dem Milchpulver in China los war (und Hong-Kong gehört ja nun seit 1997 angeblich wieder zu China).

    Eher erstaunt hat mich der Marken-Wiedererkennungswert in dem Family-Planning-Regal. Durex, KY – sowas ist auch in unserer Weltecke bekannt.

    Das mit der hormonellen Verhütung ist allerdings in Ost-Asien so ein eigenes Ding. In Japan wird (bzw. wurde) (angeblich) die Pille so selten verschreiben, da die ja „ach so viele unschöne Nebenwirkungen hat“. Deshalb haben da sehr viele Frauen sehr viele Abtreibungen mitgemacht (mit Alter von 35 Jahre im Durchschnit angeblich 5) – und das ist natürlich für einen Mediziner passender Fachrichtung ein ganz anderer Vedienst als alle 1/4 oder 1/2 Jahre ein Rezept. (Diese Info ist zwar schon ca. 15 Jahre alt, aber stammt aus der Zeit, bei der ich in einer großen Pharmabutze gearbeitet habe, die sich viele Jahre auf Hormonprodukte spezialisierte, und die in Asien nicht wirklich einen Absatzmarkt sah. Sollte sich das in der Zwischenzeit verändert haben, bitte ich diese Information als „historisch“ zu betrachten.) Hinzu kommt, dass in China die Ein-Kind-Ehe propagiert wird – und die Strafparagraphen auf folgende Kinder meines Wissens nach bisher nicht außer Kraft gesetzt wurden, auch wenn sie vielleicht nicht mehr so rigoros geahndet werden.

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    • Pharmama sagt:

      Das mit dem Milchpulver ist noch gar nicht so lange her. 2008 – mit fast 300’000 erkrankten Babies und X Toten.
      … und dann wurde 2010 nochmals Melamin im Milchpulver gefunden. Wieder in China.
      Das landet da nicht zufällig drin, nicht mal wegen Mängel in der Herstellung. Das landet da drin, weil es einen höheren Proteingehalt vortäuscht bei Tests … und man findet es nur, wenn man gezielt danach sucht.

      Das mit den Abtreibungen … wow.

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  2. Rose sagt:

    Hier in Deutschland empfinde ich es auch so, dass manche „Folgemilch“-Hersteller ihr Produkt als super-toller Nachfolger der Muttermilch beschreiben. Wenn mein Kind die Muttermilch akzeptiert (das Stillen klappt ja leider nicht immer bei allen Frauen, warum auch immer), warum soll ich dann nach kurzer Zeit auf „Fertignahrung“ umsteigen?

    Gestern kam auf einem deutschen Fernsehsender ein Bericht über Apotheken in z.B. der Türkei. Wie problemlos der Reporter an Anabolika und Männerpotenzmittel kam. Ohne Nachfragen oder Rezept. In einer Apotheke wurde auch erklärt, wie man sich selbst eine Anabolikaspritze setzt. Schockierend, in meinen Augen.

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    • Pharmama sagt:

      Dort bekommst Du alles – wenn Du zahlen kannst. Ein Grund dafür ist sicher, dass die Apotheken auch dort ums Überleben kämpfen. Dabei aber derart die Berufsethik wegzuwerfen finde ich übel.

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  3. Stöber sagt:

    Diese Werbeverbote (auch für rezeptpflichtige Arzneimittel etc) fallen einem im Alltag hierzulande einfach nicht auf.
    Erst im Vergleich mit dem Ausland kann man den Sinn und (Schutz-)Zweck dieser Beschränkungen nachvollziehen.

    Und in noch größerem Ausmaß gilt das natürlich für die Rezeptpflicht selbst.

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