Nur staunen …

Nie ärgern, nur staunen – wie nicoretta sagen würde.

Bei dem Brief, den mir die Drogistin da gezeigt hat, habe ich ziemlich gestaunt.

Zur Erklärung: Wir verschicken von Zeit zu Zeit Prospekte mit Hinweisen auf laufende Aktionen an unsere Kosmetikkunden. Dies hier war für eine Lauder-Promo. So lange Vorrat bekam man bei einem Kauf eines Lauter Produktes ab 70 Franken ein Geschenk – in dem Fall glaube ich eine kleine Tasche mit sogenannten Luxusmustern – die sind selber auch schon einiges wert. Offenbar hat diese Kundin, die vor ein paar Monaten weggezügelt ist auch so einen Brief bekommen … und jetzt hätte sie gerne das Geschenk!

brief

 

(Was ich noch gelöscht habe vom Brief war nur noch ihre Bemerkung, dass sie uns: Drogerie und Mitarbeiter vermisst)

Die beigefügte Packung hat sie übrigens, wie man am Preisetikett gut erkennen konnte – nicht von uns gekauft, sondern von einer Import Parfümerie. Dafür will sie aber, dass wir ihr das Geschenk schicken. Immerhin ist das ja auch Lauder. Oder?

Ich melde mich wieder, wenn ich meinen Mund wieder zu bekomme. Der steht noch immer offen ob der … Dreistigkeit.

48 Kommentare zu „Nur staunen …

      1. Naja, denen könnte Sie ja auch sagen. „Wie sie sicher noch in ihrem Computer/anhand des Kassenzettels/weil Sie mein Gesicht noch kennen, nachdem Sie mich 2 Stunden lang beraten haben… nachvollziehen können…“

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  1. Ich denke, ich würde da ebenso dreist nicht antworten.

    „Manche Dinge sind es nichteinmal wert, dass man sie ignoriert.“ (Verfasser fällt mir gerade nicht ein)

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  2. Ach so macht man das. Und ich kaufe den Krempel immer vor Ort, um so ein Geschenk zu bekommen, dabei scheint es ja viel einfacher zu gehen. ;)

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  3. Hihi – nicht nur für 0,- Umsatz noch ein Geschenk haben wollen, nein, auch noch Versandtkosten gratis duzu bitte.

    Ich würde da locker flockig schreiben: Sorry, alles alle! Über Versandbutze XY hat bestimmt ein Geschenk für Sie! [Natürlich in höflich mit allen netten Floskeln.] Fertig.

    Pharmama, Mund einfach auf lassen, aber Mundwinkel nach oben und via schnell aufeinander folgender Zwerchfellkontraktionen lachende Geräusche produzieren. ;-)

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  4. Am geilsten ist ja die Überschrift/ der Betreff: „Mein Geschenk von Estée Lauder“
    lol. Einfach lol.
    Ich meine, der Brief ist ja immerhin sehr nett geschrieben, da täte ich mich schwer, eine passende Antwort zu formulieren. Aber muss man ja auch nicht…

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  5. Was mir erst jetzt auffällt: Das beste ist die Betreffzeile des Briefes: „Mein Geschenk von Estée Lauder“. Aha! Die Kundin hat also einen Rechtsanspruch auf das Geschenk, da sie ja offensichtlich bereits EIGENTÜMER des nur in Pharmamas BESITZ befindlichen Geschenks ist. Jaja, Recht ist sowas schönes…
    *Ich kann grad nicht aufhören zu grinsen.*

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      1. Tin@ – soll ich mal mitzählen, wie oft in der Woche bei mir ein ganz höflicher Mensch steht, der nicht etwa „Könnte ich bitte eine Zeitung bekommen?“ sagt, sondern mich anspricht mit „Ich will(!) meine(!) Zeitung!“ ? – Und oft genug ist ein solches GESCHENK sowas von selbstverständlich, dass nicht mal ein „Danke“ Not zu tun scheint…

        Vielleicht habe ich einen Knick zu viel in meinen Gedanken, aber Höflichkeit kostet nur Gute Erziehung, und die wird dabei nicht mal verbraucht…

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        1. aber Tina hat recht: ich glaube so stand es da – und darum hat sie das als Betreff des Briefes genommen. Trotzdem: die Idee und das Anspruchsdenken dahinter … wow.

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  6. So frech. Da ist man geneigt, kreativ zu werden… liegen noch abgelaufene Traubenzucker von vorletztem Jahr herum?

    Und habt ihr alle verstanden, was die Frau mit „weggezügelt“ meint? :)

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    1. Das mit dem abgelaufenen Traubenzucker ist gefährlich – Ware in Verkehr zu bringen, deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, ist rechtlich eine heikle Geschichte, insbesondere für eine Apotheke. (Ob das Datum SINN macht, ist dabei gar nicht die Frage.)

      „Weggezügelt“ – Beim Reiten keine korrekten Handhilfen gegeben. ;-)

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      1. Mein MHD-Erlebnis:

        Hier hat eine größere Discountsupermarktkette einen WIRKLICH großen Laden eröffnet. Die Kunden am ersten Tag bekamen alle einen Schokoriegel geschenkt. Mein Nachbar ist Diabetiker und hat ihn mir geschenkt. Ich hab mich dann mehr durch Zufall über das leere MHD-Feld gewundert und dann mal genauer geguckt. Da war doch ein MHD, seeehr blass und ein knappes Jahr abgelaufen. Wenn man dann richtig genau hingeguckt hat, konnte man sehen, dass das MHD weggeschabt war mit ner scharfen Klinge oder so. Ist ja nur aufgedruckt. Ich hab den dann nicht gegessen und bin zu meinem Prof gegangen(Hygieniker bei der Behörde) damit. Der hat das weitergereicht und das wurde dann mal kurz durch’s Lokalblatt gereicht. Ich fand das nicht schlimm bei dem ganzen Zucker, aber halt wirklich extrem dreist. Und haben die die Dinger in anderen Filialen gesammelt und dann ewig n paar Azubis da dran gesetzt zum Kratzen? Oder haben die die so eingekauft? Und vor allem warum? Und offenbar war ich die Einzige, die das gemerkt/weitergereicht hat. Waren ja auch nur ein paar tausend Riegel/Kunden.

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        1. grad noch mal gelesen. Eigentlich unglaublich.
          Und übrigens: Zucker ist erst in wirklich hohen Konzentrationen konservierend – vorher ist es eher ein schöner Nährboden…

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  7. Stimmt. Soooo gierige Kunden achten generell nicht auf MHD…

    Andere Idee… man kann sich ja auch mal auf ultrageizig stellen. Zurückschreiben, dass man die Versandkosten bei auswärtigen Kunden leider nicht übernehmen kann. Einzahlungsschein beilegen. 20 Franken verlangen.

    Bei erfolgter Einzahlung das weitere Vorgehen mit dem anderen Apo-Personal besprechen…

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    1. Turtle, des DOOM steht ja im Namen drin, aber glaube mir bitte: Es bringt einfach nichts außer zusätzlichen Ärger. Höflich darauf hinweisen, dass die Aktion schon lange vorbei ist, dass deswegen keines der Geschenke „solange der Vorrat reicht“ übrig ist, und an den Versender verweisen, der sicherlich noch ein Geschenk übrig hat für die nette Kundin. „MfG Pharmama“. Fertig.

      Alles mehr ist A) vergebene (Liebes-)Mühe, und macht B) im Zweifelsfall nur einen schlechten Ruf.

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      1. Hm, damit verweist man die Kundin doch nur an die Firma, die dann den Ärger bzw. die Kundin zu spüren bekommt… und ausserdem ist das ja langweilig.

        Wenn jemand schon um Schläge bettelt, kann man sie doch wohldosiert austeilen. Das ist echter Service.

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        1. Wenn die werte Dame so versand-affin ist, warum soll denn dann der ach so preiswerte Versand nicht auch was für sein Geld tun? Denn genau von dieser Bearbeitung lebt der Versand: billig kann er – den kostenlosen Service macht jemand anderes (vom dem der Versender natürlich keine Rechnung zu erwarten hat).

          Für treue Kunden reiße ich mir gern mal den Popo auf – Leuten vom Stamme „Nimm!“, immer nur auf ihren eigenen offensichtlichen und kurzfristigen Vorteil bedacht, schenke ich auch gerne etwas: Ein Lächeln.

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      2. Finde ich auch die beste Reaktion. Klar ist es dreist von der (Nicht-)Kundin, aber blossstellen muss man sie trotzdem nicht. Höflich aber bestimmt ablehnen und eine Alternative anbieten, damit stehen am Schluss alle am besten da.

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        1. Was wir dann auch getan haben: das hab ein sehr nettes Telefon, dass das Produkt leider nicht geschickt werden kann, sie aber eingeladen ist, bei der nächsten Aktion vorbeizukommen, dann bekommt sie zu ihrem Einkauf ausser der Beratung auch gerne Muster und gegebenenfalls Geschenk mit.
          … oh ja : und ihre Adresse haben wir aus dem Verteiler der Angebote gestrichen …

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  8. Ich wurde noch nie zitiert; zuviel der Ehre! ;-)

    Schade, dass der Satz eigentlich nicht von mir stammt, sondern ich den von einer Pharma-Assistentin geklaut habe… :-D

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  9. An die verschiedenen Mitkommentierer:

    Ich finde es keine gute Lösung, wenn Pharmama zurückschreibt, die Aktion sei leider beendet, oder das Geschenk sei nicht mehr vorrätig. Es geht ja gar nicht darum, dass diese Frau etwas erhalten möchte – sondern darum, dass sie mit einem Anspruch hereinstürmt.

    Im Idealfall kann man diese Frau zu einem verständnisvolleren Verhalten bewegen (was man mit meinen fiesen Tricks zwar auch nicht zustandebringt), aber etwas zu heucheln… nein.

    Wenn eine mail so klingt, als hätte ein Grosskotz sie geschrieben gehe ich auch nicht unbedingt auf die Sachebene ein. Sondern möchte zuerst klären, warum es zu diesem Tonfall gekommen ist. Es wäre ja sehr doof, wenn die Person meint, sie hätte sich anständig verhalten, und dann ein paar Monate später auch wieder mit so einem Brief kommt.

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    1. Wieso heucheln? Also ich interpretiere Pharmamas Text dahingehend, dass die Aktion schon beendet zu sein scheint. (Kommt bei mir einfach so rüber.) Auch der Satz im Kundenbrief „Ich komme hoffentlich nicht zu spät, um…“ deutet für mich darauf hin, dass die Aktion schon länger her ist. Also peil ich mal, dass weder die Aussage „schon vorbei“ als auch die Aussage „alles alle“ nicht gelogen und nicht geheuchelt ist – sondern einfach nur die Wahrheit widergibt.

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      1. Dass die Frau schon vor einigen Monaten weggezogen ist, ist mir auch klar (dann muss die Aktion stattgefunden haben, gerade als oder grad bevor sie weggezogen ist). So oder so ist das „Geschenk“-Angebot einige Monate herumgelegen…

        Zu sagen, die Aktion sei leider schon vorbei ist schon ehrlich. Es entspricht den Fakten. Aber nur darauf einzugehen wäre aber nicht ehrlich gegenüber mir selbst.

        Man darf doch wohl noch schreiben dürfen, dass so ein Brief eine Frechheit sondergleichen ist – dazu noch, wenn der Einkauf gar nicht bei Pharmama selbst getätigt wurde. Hey, ich möchte da gerne etwas absahnen…

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  10. oh man ^^ Ich frag mich nur, ob sie auch so dreist gewesen wäre, wenn sie noch dort leben würde. Wäre sie wirklich mit einem woanders gekauften Produkt in die Apotheke gegangen und hätte das Geschenk verlangt? Oder ob sie nur so dreist war/ist, weil sie niemanden in die Augen sehen musste.

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  11. Das ganze erinnert mich an einen Kunden, der im NOTDIENST! Babynahrung kaufte und mir dann am nächsten Tag zurückgeben wollte – ohne meinen Apothekenaufkleber, aber dafür mit einem Preisschild von einer Drogerie….
    Inzwischen habe wir selbst im Notdienst keine Babynahrung mehr da, weil die Retourenquoten brutal sind.
    Der „Dame“ tät ich zurückschreiben, zuckersüß, daß die Aktion leider leider schon vorbei ist, sie aber einen Gutschein über x Franken bekommt, den sie dann, wenn sie wieder in der Nähe ist bei uns einlösen kann. Der Gutschein gilt dann sechs Monate und nur bei einen Einkauf über siebzig Franken, nicht übertragbar und nicht per Versand einlösbar…
    Gruß aponette

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      1. Man braucht sie Sonntag nacht, will sie aber erst Montag mittag billig kaufen. Also zum Notdienst… teuer „gemietet“… Montag billig nachgekauft.. und dann die Mietkaution bitteschön zurückerstattet bekommen!

        Im Zeitalter von „Ich geb immer alles ohne Grund zurück und erhalte den vollen Preis inklusive Notdienstgebühr wieder!“ ist das doch eine ganz tolle Lösung. Nur dass man als Händler nicht zur grundlosen Rücknahme von Waren verpflichtet ist. Kaufvertrag ist Kaufvertrag.

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  12. sehr gut. falls du noch was an luxusproben übrig hast: meld dich. meine adresse teil ich dir gerne mit. ;)

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  13. Ich wage es mal die gute Dame nicht als dreist zu empfinden – solange ich das Werbeschreiben nicht gesehen habe :D
    Manchmal juckt es mich auch in den Fingern so nen Text zu verfassen, allein weil die Werbung durch Formulierung und Kleingedrucktes suggeriert man bekäme wirklich etwas geschenkt…
    Nicht böse sein Pharmama, ich denke nicht, dass Du Deine Kunden in die Pfanne hauen willst und zu fiesen Tricks bei der Werbung greifst! Aber wenn das Werbeschreiben schon lautet „Ihr Geschenk von Lauder“… na, dann will ich doch auch wirklich was geschenkt bekommen :D)))

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  14. Ich muss mal die Kundin verteidigen… Kann es sein, dass sie eure Werbeaktion einfach ein bisschen falsch verstanden hat?
    Es gibt ja häufiger Aktionen, die von den Herstellern ausgehen. „Probieren sie unser Produkt, wenn sie 3 Deckel einschicken bekommen sie das und das“. Vielleicht ist die davon ausgegangen, dass die Aktion direkt von Estee Lauder kam und nicht von euch ausgegangen ist? Der Firma ist es ja egal, wo ich ihr Produkt gekauft habe…

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    1. Da bleibt nur noch die Frage, warum sie es dann von uns haben will – und nicht direkt von der Firma.
      Die Bedingungen sind wie bei so Promos üblich auch auf dem Prospekt gestanden. Im Sinne von: Kommen sie vorbei während der Aktionszeit. Beim Kauf eines Produktes ab 70 Franken erhalten sie ein Necessaire mit Luxusmustern im Wert von …
      Das mit der Firma … das funktioniert glaub bei keiner Kosmetikfirma so (man korrigiere mich) – aber wir hatten ja auch schon jemanden der bei uns ein Geschenk (auch von Lauter) umtauschen wollte – die Freundin hat das in Paris gekauft. Sie wollte was anderes. Warum sollten wir das nicht umtauschen? Ist ja die gleiche Firma, die sie auch haben, oder?

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  15. Huh, bei dir schneits ;-D
    Mist, das war ja jetzt gar nicht Konstruktives zu deinem Beitrag. Hm ok…
    Mich erinnert das an die netten Kunden (also keine wirklichen Kunden sondern Gratisgedönsabholer) die immer wollten, dass ich die monatlich erscheinende (und kostenlose) Zeitschrift zuschicke. Das ganze aber bitte auch kostenlos.

    Ich glaub bei manchen Menschen setzt das Gehirn aus sobald sie „Kostenlos“ lesen!

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  16. Gier frisst Hirn!
    So auch hier. Discounter verkaufen Hustensaft und ähnliches mit dem Aufdruck „….. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.“
    Der befreundete Apotheker berichtet ab und an von Kunden von FeinkostAlbrecht, die mit dem dort gekauften Saft in die Apotheke kommen und sich Infos holen wollen. Steht ja drauf, dass man fragen kann!

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    1. War so. Ist so. Bleibt so. Leider. Volle Zustimmung zu diesen Sätzen, obwohl sie mich traurig zurücklassen.

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