Meist weiss ich, wer alleine hier ist, oder wer mit jemandem zusammen ist, auch wenn ich die Leute nicht herein kommen gesehen habe. Das zeigt die Körpersprache. Aber es gibt Ausnahmen.
Bei denen hat mich die Körpersprache getäuscht:
Wenn Sie in knapp 20 cm Entfernung neben der anderen Person stehen und mich nicht anschauen, dann nehme ich an, dass sie zusammen hier sind. Woher soll ich wissen, dass Sie auch ein Rezept haben und überhaupt nichts mit der anderen Person zu tun haben? (Und wieso reagiert die überhaupt nicht, wenn sie so nahe dran stehen??)
… auf der anderen Seite: Wenn Sie mit jemandem zusammen sind, der ein Rezept abgibt, dabei aber über Einen Meter weiter hinten stehen und Sie ängstlich den Apotheker anstarren, dann denken wir, dass sie ein weiterer Kunde sind.
Entsprechend wird gefragt (oder, wie im ersten Fall – nicht).
Mir ist schon klar, dass das je nachdem unterschiedlich sein kann. Persönlichkeit und kulturelles Umfeld spielen da eine Rolle.
Wieviel „persönlicher Abstand“ braucht / verträgt ihr? Bei Freunden? Bei Kunden? Bei Fremden?
Ich bin definitiv nicht so der „Nahe“ Typ. Ich bin oft froh um die Theke zwischen mir und Kunde – vor allem, wenn das jemand ist, der mir nicht nur in meinen persönlichen Bereich (der ca. eine Armlänge um einen herum misst), sondern in meinen „Intimen Bereich“ eindringt.
Billdquelle: Libb Thims via wikipedia

Ich brauch auch ziemlich viel Abstand. Wenn mich das mal nicht stört wenn jemand mir so nahe kommt, dann will das echt was heißen.
Die Grafik ist gut, die speicher ich mal!
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Ich bin auch auf der Arbeit oft froh über die Theke. Bei uns herrscht auch das ungeschriebene Gesetz, dass die Gäste nicht über die gedachte Linie am dem mir zugewandten Ende der Theke kommen dürfen. Für die meisten ist das absolut kein Problem, aber manche beugen sich WEIT darüber hinaus. Denen wird aber sofort die rote Karte gezeigt.
Wenn der Laden voll ist, muss ich mich durch die Menge durchquetschen und beim Aufnehmen der Bestellungen kommen mir manche Leute so nah, dass ich den Kopf wegdrehen und die Zähne zusammenbeißen muss. Die merken das meistens nicht mehr, weil sie betrunken sind…
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Ja, Betrunkene „Nähern“ sicher noch gerne.
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Mich stört es bei der Arbeit gar nicht mal so – wie auch, meistens begegne ich Leuten am Telefon oder per E-Mail.
Aber ich kann es nicht ab, wenn mir die Leute beim Einkaufen in der Schlange vor der Kasse so dicht auf die Pelle rücken.
Gut ein halber Meter Abstand sollte da schon drin sein. Und wenn nicht, müssen die auf-die-Pelle-rücker auch schon mal damit rechnen, leicht schräg von der Seite angepflaumt zu werden.
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Das find ich auch immer extrem lästig! vor allem – schneller geht’s deswegen auch nicht…. ich bin dann meist froh wenn ich eine grosse Sporttasche oder so dabei hab, die ich grosszügig über die Schulter ‚werfen‘ kann und die somit ‚Puffer‘ zwischen mir und dem/der DränglerIn ist…. ;-)
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Auch nicht schlecht – sollte ich vielleicht auch mal machen. Bis jetzt waren die Drängler zum Glück friedlich. Wär ich aber auch, wenn ich mich an mich randrängeln würde ;-)
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Ich hab den Einkaufswagen immer hinter mir in der Reihe. Ist einfacher zum Ausladen und hält die Nachrückenden vom Leibe.
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Offenbar gibt es da Kompensierungstechniken :-)
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Mir fällt öfter auf, dass dieser Abstand zwar bei Erwachsenen mehr oder weniger geachtet wird, aber bei Kindern oft überhaupt nicht. Das fängt mit der Oma an, die ihren Rüssel in den Kinderwagen steckt oder das Kind gar ungefragt antatscht und geht bis zum Kunden im Supermarkt, der meint, einen Fünfjährigen darf man einfach mal so unter den Armen nehmen und zur Seite schieben. Hallo? Man kann da was sagen, wie bei einem Erwachsenen auch.
Ich persönlich finde Nähe nicht unangenehm, so lange sie sich nicht vermeiden lässt. In der dichtgepackten Straßenbahn stört es mich nicht, in Fühlkontakt mit dem Nebenmann zu sein, aber wenn alles leer ist, muss man sich nicht gerade auf den Sitz neben mich quetschen, bitte, das ist aufdringlich.
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Das fängt bei manchen schon vorher an: Bei den Schwangeren: „Darf ich mal?“ und schon hat man eine Hand auf dem Bauch. Ummm … nein?
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Argh, das hatte ich schon wieder verdrängt. Manche Zeitgenossen fanden es auch irre interessant, zu gucken wie mein Kind da so im Tragegurt sitzt. Mit ihrer Nase in meinem Dekolleté. Danke.
Von den guten Ratschlägen die man dabei noch gratis mitkriegt („Sie dürfen sich die Augen nicht so dunkel schminken, da kriegt Ihr Kind doch Angst!“) wollen wir mal lieber gar nicht erst anfangen.
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Ahhh, das hatte ich letztens. Ich saß allein in der zweitletzten Reihe hinten im Bus, ansonsten waren noch gut zehn Doppelsitze frei, aber das hat zwei Typen nicht davon abgehalten, mir auf die Pelle zu rücken. Der eine setzte sich hinter mich auf die Rutsche, was ja okay ist, aber der andere wollte wohl nicht direkt neben ihm sitzen und pflanzte sich deswegen neben mich.
Ich war an dem Tag sowieso schon schlecht drauf, aber die Vorstellung, den Rest der Fahrt (mehr als eine Stunde) mit meinem Rucksack auf dem Schoß und nem fremden Typen direkt neben mir verbringen zu müssen, hat mir dann endgültig den Rest gegeben. Leider hab ich mich gerade deswegen nicht getraut, was zu sagen – in dieser Stimmung bin ich oft etwas undiplomatisch… keine Ahnung, was da eigentlich raus gekommen wäre, wenn ich sie gebeten hätte, sich einen anderen Platz zu suchen.
Sie schienen es aber irgendwie zu merken, denn nach einer Viertelstunde suchten sie sich einen anderen Platz.
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Ausser es ist sonst reichlich Platz hat der Rucksack eigentlich kein Recht auf einen Sitzplatz.
In Wien wird in Bussen durchaus auch mal vom Fahrer darauf aufmerksam gemacht.
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Ich hab doch geschrieben, dass noch reichlich Platz war?!
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Ich haße es, wenn Menschen während eines Gespräches immer näher kommen und man nur noch Augen oder Nase sieht.
Sowas von unangenehm.
Gar nicht so leicht, solche Leute in die Schranken zu weichen.
Wenn ich mal Mutter bin, dann werde ich wohl viele Leute und Verwande verstören!
„Nein, du darfst das Kind nicht küssen und in die Wange kneifen, Tante die nur einmal im Jahr kommt.“
Und dem Kind natürlich bei bringen, dass es „Nein“ sagen darf, wenn ein Erwachsener zu nahe kommt.
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Das ist sowieso wichtig.
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Komplette Distanzierung ist bei miener Arbeit schwierig, stört mich da aber auch nicht soo. Anders z.B. in (vollen) Bussen und Zügen, wenn die Nähe aber vermeidbar wäre. Da bin ich auch immer über meine volle Tascxhe als Notfall-Abstandhalter froh :). Wenn ich jemanden in ein Geschäft begleite, halte ich allerdings auch Abstand, ich bin ja nicht der Kunde und muss direkt im Geschehen sein. Ich stelle mich dann immer in irgendeine Ecke, und hoffe, nicht im Weg zu stehen….
Liebe Grüße
Andrea
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Aber dann schaust Du wahrscheinlich auch nicht gerade erwartungsvoll die Verkäufer an, oder?
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Theken sind etwas wunderbares ;-)
Ich frage allerdings oft, wenn Leute nah hintereinander anstehen und nicht offensichtlich miteinander hereingekommen sind „Gehören Sie zusammen?“. Ich habe nämlich gemerkt, dass manche zB. nur deshalb so nah aufrücken, weil sie jemandem hinter ihnen Platz gemacht haben, damit der durchgehen kann, und danach den vorherigen Abstand nicht wieder herstellen.
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Das ist möglich, ja.
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Da gab es doch mal den wundervollenn aber tragischen Fall einer Terasse eines Clubs (Reitclub?) in Brasilien, wo öfters mal ein Besucher über das Geländer fiel – und das waren immer Nord-Amerikaner oder Nord-Europäer…
Bei einer Untersuchung kam man auf die Lösung:
weil der persönliche Abstand der „Nord-Bewohner“ grösser war als jener der Südamerikaner, wichen sie bei einem Gespräch so lange zurück, bis sie über das Geländer fielen… Das Geländer wurde dann erhöht.
Solche Unterschiede gibt es nicht nur beim persönlichen Abstand:
Die U.S.-Regierung untersuchte nach dem 2. Weltkrieg den Umstand, warum es überdurchschnittlich viele Kinder zwischen U.S.-Soldaten und britischen Frauen gab – die Lösung war ein kleiner Kultur-Unterschied:
Ein Kuss bedeutete in Amerika nicht viel und Küsse wurden grosszügig von den Soldaten verteilt…
In England war der Kuss jedoch ein sehr intimer Akt…
Die geküssten Engländerinnen hatten also das Gefühl quasi nur folgende Wahl treffen zu können: Ohrfeige oder Sex – daher die vielen unehelichen Kinder! :-)
Und stellt euch den Blick der GIs vor, wenn die Frau nach dem Küsschen gleich loslegt… ;-)
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Ich kann’s mir Bildlich vorstellen: während die Nordener versuchen, die Distanz wiederherzustellen, rücken die Südener nach .. bis … plumps! :-)
Das zweite … ähm, halte ich vielleicht für *etwas* übertrieben?
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Die folgende Seite erklärt das Phänomen der GIs und der brittischen Frauen sehr schön:
Klicke, um auf watzlawick_ab4_axiome.pdf zuzugreifen
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Gnihihi, die erste Geschichte ist klasse, das ist ja fast filmreif! :-) So gefährlich können interkulturelle Kontakte also sein. Bisher dachte ich, man tappt eher in Fettnäpfchen, wenn man versehentlich etwas Ungehöriges macht, wie in Japan Stäbchen in den Reise stecken oder in Saudi-Arabien einer Frau die Hand geben. Dass es gleich lebensgefährlich werden kann…
Beim zweiten Beispiel würde ich mal vermuten,dass ein spannendes Abenteuer mit einem US-G.I. doch seinen „exotischem“ Reiz hatte.
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Der Armlängen-Abstand ist für mich bei allen, die ich nicht zu meinem persönlichen „inneren Kreis“ zähle, in Ordnung. Ansonsten gibt es ganz schnell und deutlich die „rote Karte“. Ausnahmen machen alle, die diesen Abstand überschreiten, weil sie etwas dazu zwingt (z.B. wenn sie jemandem anderen Platz machen müssen, in einem Menschengedrängel oder in Not sind) – dann hat das nichts mit mir zu tun und macht mir nichts aus.
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mindesten zwei armlängen bei jedem, der nicht mit mir näher befreundet ist. ganz schlimm sind fremde, die sich beim sprechen mit dem kopf so annähern, dass man angst habe muss. ogott, gleich küsst er sie/mich… *schüttel*
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Zwei Armlängen sind aber ganz schön weit. Da gibt es doch viele gesellschaftliche Situationen, wo es Dir schnell sehr unangenehm wird, oder?
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sind zwei armlängen viel? ich hab nichts gegen nebeneinander stehen, also was nomale distanz. ich weiß nicht, wie mans am besten ausdrücken soll – ich brauch abstand zwischen köpfen. also im gespräch kann ich es nicht ab, man glaubt kaum wieviele leute im wahrsten sinne versuchen, die köpfe zusammen zustecken. klingt bisschen komisch, oder? (zwei armlängen sind vielleicht wirklich bisschen viel – aber ich hab ja auch kurze arme ;-))
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*seufz* So oder ähnlich in unserem Geschäft:
„Gehören Sie zusammen?“ – „Neinnein.“ *nicht von der Stelle weich* – „Aha, Sie kuscheln nur gern mit fremden Leuten.“ – *stehenbleib*
Umgerannte Diskretionsaufsteller, drängelnde, kuschelnde Kunden, die einem schon das Rezept rüberreichen, wenn der andere noch nicht mal eingepackt hat, stöhnen, Augenverdrehen, meckern… manche haben es etwas eiliger. Brauchen dann aber ein äußerst ausführliches Beratungsgespräch.
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Sagst Du das? :-D
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So ähnlich hat das mal ne Kollegin gesagt. Normalerweise folgt auf „Gehören Sie zusammen?“ nur ein nein, worauf die Kunden aber trotzdem stehen bleiben oder einem dann doch zur nächsten Kasse folgen.
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ich frag mich wieso die Leute oft sagen das ihnen der Abstand wichtig ist und dann aber bei Tieren gar nichts machen zb bei Hunden die dann gleich mal angestürmt kommen und hoch springen oder Pferde welche einfach so nah kommen. Wenn man seinen persönlichen Raum auch bei Tieren „verteidigt“ kommt meistens auch von den Tieren ein Respekt zurück, vielleicht nicht sofort aber wenn man sich ein bisschen mit den Viechern befasst dann schon.
Erinnert mich nauch so n bisl an die Aufzüge. Im Aufzug wo man ja nicht den Platz um zu weichen oder seinen Raum zu verteidigen schaut man sich meistens nicht wirklich direkt an ausser man kennt sich.
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Wie hat es Martin Rütter so schön ausgedrückt, wenn der Hund einen ungefragt anspringt: „Der pöbelt rum!“
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Ich gehöre auch zu denen, die viel Abstand brauchen. Ich fühle mich schnell unwohl, wenn sich jemand nicht dran hält und klebe in der Öffentlichkeit nicht mal unbedingt nah an meinem Partner. Es kam schon unheimlich oft vor, dass man uns für zwei Kunden gehalten hat, weil ich halt irgendwas im Regal anschaue, während er sein Rezept einlöst. Ich sehe die Notwendigkeit nicht, direkt neben ihm zu stehen, während er das tut, wir sind ja beide schon groß… andersrum kann ich aber sehr, sehr direkt und unhöflich sein, wenn Menschen mir zu nah kommen und zB in der Kassenschlange fast in meinen Hacken hängen. Ich meine das dann gar nicht wirklich böse, brauche nur unbedingt meinen Wohlfühlabstand um mich herum. Das ist allerdings deutlich mehr als eine Armlänge und oft ein Problem…
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Ein Erlebnis aus einer sächsischen Apotheke:
Die sächsischen Damen sind sehr neugierig und hängen einem dementsprechend auch in der Apotheke im Rücken.
Die Hexenmama hat sich mittlerweile angewöhnt, am Tresen zuerst etwas lauter nach Läusemittel zu fragen. Wenn die Omas dann vom Rücken runtergeklettert sind, kann die Hexenmama ihr Anliegen in Ruhe mit dem Apothekenpersonal besprechen.
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Diesen Trick würde ich mich aber nicht in der nachbarschaftsnahen Apotheke trauen, obwohl mir Meinungen der Nachbarschaft eher egal sind.
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