Mini-Urkundenfälschung

Ich bekomme von der Stammkundin ein Rezept von der Ärztin in der Nähe mit 3 verschiedenen Schriften drauf … von 3 verschiedenen Stiften: 2 blaue Kugelschreiber, 1 schwarzer.

Die eine Schrift ist die Praxisassistentin (die kenne ich gut) die zweite Schrift ist die Ärztin (habe ich auch schon gesehen), die dritte …. so wie ich die Kundin kenne, denke ich, das war sie selbst.

Sie hat wohl vergessen bei der Ärztin alle Vorbezüge anzugeben und gedacht, sie ergänzt das gleich selbst, weil sie wegen „dem Bisschen“ nicht noch einmal zurück will.

Ich frage sie darum höflich, ob es ihr das Wert ist, wegen einem Mittel gegen Magensäure eine Anzeige wegen Urkundenfälschung zu riskieren. Denn das ist es, wenn sie selbst etwas aufs Rezept schreibt.

Don’t do it!

(Nein, natürlich zeige ich sie nicht an, aber ein bisschen erschrecken tut der Kundin gut, dann weiss sie wenigstens, um was es geht).

20 Kommentare zu „Mini-Urkundenfälschung

  1. in deutschalnd passiert das auch regelmässig. auch die sogenannten „aut-idem“-kreuze stetzt der patient gerne.

    persönlich bekomm ich ja die kriese, wenn das arme rezept gelocht, als einkaufszettel missbraucht, zerfleddert oder mirco-origamimässig mit zierrissen gefaltet wird.

    es ist eine urkunde. niemand würde das mit seinem personalausweis oder gar mit geld tun! (zumal die rezepte damit, wenn man es ganz streng sehen würde, sogar ungültig werden!)

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    1. Oja, das mit den Kreuzen kenne ich nur zu gut …

      Apotheke: „… Sie benötigen das aut idem-Kreuz, um genau das Medikament zu bekommen, das aufgeschrieben ist …“

      Patient(in): „Haben Sie mal einen Kugelschreiber für mich, ich mach’s selbst drauf !“

      Apotheke: „?!!!!“

      HEY, wie dreist kann man sein ?! Und auch nach meiner Erklärung, das ginge nicht und das wäre Urkundenfälschung usw. usw. kam dann noch:

      Patient(in):“ Dann mach ich’s nachher zu Hause, wenn Sie das hier so stört.“

      Äa, nein, so funktioniert das nicht. Erst der Hinweis, wir würden dann wohl mal in der Praxis Bescheid geben müssen, hat diesen Menschen (vorläufig ?) gestoppt. Und, ja, er beehrt uns weiter mit seinen geschätzten Besuchen. Und wir schauen GANZ genau hin …

      *kopfschüttel*

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      1. Sag denen einfach:
        „Sehr gut soweit! Jetzt brauche ich beim Kreuz nur noch Datum, Stempel und Unterschrift von Ihrem Arzt.
        Danach bekommen Sie das Arzneimittel sofort!“

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        1. Klaro …. ;-)

          Patient(in): „Aber dann muss ich ja noch mal in die Praxis *erschreckt guck* … ne, das geht ja gar nicht, weil ich hab ja überhaupt keine Zeit, ich muss noch zum Kaffeeklatsch und zum Shoppen und … und …. und …. “

          Tatsächlich setzten die Ärzte am Ort schon die „Kreuzchen“, manchmal muss man dafür eben noch mal hin.
          Und das ist den meisten zu lästig oder aufwändig !

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    2. Und niemand denkt an uns – die Rechenzentren! Die Rezepte werde in Geschwindigkeiten von mehreren 1000 pro Minute gelesen und gescannt. Solche Faltenmuster, Dreck etc. fühtren zu Maschinenausfällen und gaaaanz viel Handarbeit imm Nachgang!!!!

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  2. Was es nicht alles gibt.
    Sowas habe ich mit Physio-Rezepten noch nie erlebt.
    Auch nicht gelocht oder sonst wie mißbraucht.

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  3. Ach ja, und dann war da noch das halb aufgeweichte Rezept für Stomabeutel mit undefinierbaren braunen Flecken drauf …

    Ekel pur.

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    1. Bäh.

      Bei mir hat sich ein Patient mal beschwert, daß die Beinbeutel im volllaufen.
      Ja, was sollen sie denn sonst tun?

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      1. Vollaufen ? – Is ja ein Ding … kam denn noch nie die Frage, wie oft man die wiederverwenden kann ?! (Nach gründlichem Spülen mit Spüli und so …)

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    1. Nun, als Anspielung würde ich das nicht mehr bezeichnen, meine (Re)Aktion war ja ziemlich direkt. Ich wusste aber auch bei ihr, dass ich da direkt sein muss, weil die Info sonst nicht ankommt und sie das dann weiterhin machen würde. Es war ihr leicht peinlich. Ich habe ihr angeboten, dem Arzt zu telefonieren damit ich das ergänzen darf (ich durfte) und von ihr habe ich das Versprechen eingeholt, dass sie das nicht mehr macht.
      Alles in Ordnung!

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  4. Ich glaubte eigentlich meinen Kommentar schon heute Morgen abgegeben zu haben, aber offensichtlich sollte ich nichts Wichtiges vor der ersten Tasse Kaffee machen –
    Also noch einmal: Guten Morgen!
    Die erwähnten Lochungen finden wir bei uns in der Apotheke in der Regel bei jenen Rezepten, die wir hernach noch für die Beihilfe kopieren müssen.
    Die diversen Ergänzungen der Patienten auf den Rezepten sind wirklich Urkundenfälschungen und rechtlich etwa dem Verändern von Schecks gleichzusetzten (ach Gottchen die zwei, drei Nullen mehr merkt doch keiner) und wenn es hart auf hart kommt wird von dritter Seite bestimmt die Apotheke beschuldigt mal wieder schamlos betrogen zu haben. Richtig ärgerlich werde ich jedoch bei der Manipulation von BTM- oder Tilidinrezepten.
    Was den rein hygienischen Zustand einiger Rezepte angeht gab es in einer Apotheke, in der ich früher gearbeitet habe eine bestimmte Patientin deren Rezepte jedes Mal ein wenig vorverdaut aussahen. Dies war umso bemerkenswerter, als die Arztpraxis im selben Haus war und die Patientin das Rezept höchstens zwei Minuten in der Hand hatte. Nachdem ich dem Praxisteam dann einmal ein solches Rezept gezeigt waren wir übereingekommen, die Rezepte direkt in die Apotheke zu senden. So jetzt noch mal einen Schluck Kaffee und dann den Absendenbutton suchen – so, genau zielen – ja (ich kann es also doch)

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    1. Ja, schön sind auch die, wo aus einer 30 er Packung (XXX) auf einmal 60 werden (XXXXXX) … Nur sollte man wissen, dass der Arzt das nie so schreiben würde. LX lässt sich daraus halt nicht so einfach machen …

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  5. witzig von einem spezialisten (davon gibt es viele … alle die scannen und grafikprogramme einigermassen bedienen können) würde niemand die fälschung erkennen. insofern stellt sich die frage: wieviele unerkannte rezept-fälschungen gibt es?
    oder andersrum: wieviele plagiats-apotheker gibt es?
    oder weiter gefragt: wieviele plagiats-ärzte standen schon vor mir?

    mmhhhh zum glück habe ich einen sehr guten arzt … ;-)

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      1. ich denke falsche diplome entstehen weniger bei computergrafikern, die enstehen eher als plagiate à la Guttenberg oder von ghostwritern. die sind dann zwar nicht falsch als papier aber irgendwie halt doch gefälscht. wenn ich an den Guttenberg denke, dann lässt sich mit fälschen, faken, schummeln in unserer gesellschaft ganz gut leben.

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  6. Seitdem ich deinem Blog lese, Pharmama, bin immer wieder erstaunt, zu was Menschen fähig sind.
    Glauben diese Menschen denn tatsächlich, dass sowas nicht auffällt?
    Ich wüsste, ehrlich gesagt, gar nicht, was die einzelnen Kreuze auf Rezepten zu bedeuten haben. Das einzige Feld, das ich kenne, ist das Befreiungsfeld. Da achte ich immer sehr genau drauf, dass es angekreuzt ist. Und wenn das mal nicht der Fall sein sollte, kann ich in der Apotheke immer noch meinen Befreiungsausweis vorzeigen und muss das Kreuz nicht selbst setzen.

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  7. Ich denke es liegt zum Großteil daran das „Otto Normalo“ nicht weiß das ein Rezept eine Urkunde ist.
    Bevor ich diesen Blog entdeckt habe wußte ich das auch nicht und ich nehme seit meiner Kleinkinderzeit Medikamente.
    Weder die Ärzte noch die Apotheken haben je erwähnt das es eine wichtige Urkunde ist, woher soll man es also wissen?
    Nichtmal in der Lehre zur Zahnarzthelferin kam das vor, vermutlich weil wir ja eher selten Rezepte ausstellen.

    Okay, ich kam auch nie auf die Idee da was rumzukritzeln und bevor ich die Praxis verlasse gucke ich drauf ob alles so da steht wie ichs brauche, aber dann stopf ich es halt in die Jackentasche… Gesagt hat noch keiner was.

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