Zwischen allen Stühlen

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Im Moment haben wir einen eher problematischen Fall – eine nicht versicherte Person. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit in der Schweiz–ist doch zumindest die Grundversicherung obligatorisch und gesetzlich vorgeschrieben, dass jeder eine haben muss.

Der Mann hatte auch eine letztes Jahr. Dann hat er festgestellt, dass er Prämien sparen kann, wenn er sich bei einer anderen Kasse versichern lässt und hat sich bei der neuen Kasse angemeldet und bei der alten Kasse gekündet.

So weit so gut – das machen jedes Jahr viele ohne Probleme. Es ist auch nicht so, als ob in der Grundversicherung die Kasse jemanden ablehnen kann, die müssen einen nehmen.

Dementsprechend hat er von der neuen Kasse schon die neue Krankenkassenkarte zugeschickt bekommen. Aber die geht nicht – ich kann die Deckung nicht abrufen, als er bei uns in der Apotheke steht und seine Dauermedikamente beziehen will. Ein Telefon an die Krankenkasse macht das Ganze noch ominöser. Der Mann sei nicht bei ihnen versichert.

Pharmama (verwirrt): „Aber ich habe die neue Krankenkassenkarte in der Hand – die Nummer ist …. „

Kassenangestellte: „Tut mir leid, er ist nicht bei uns versichert. Fragen sie doch bei der alten Krankenkasse nach.“

Was sich –einige Telefone später herauskristallisiert ist, ist, dass da etwas sehr schief gelaufen ist. Das Problem: der Mann hat offenbar bei der alten Kasse einen Teil seiner Prämien nicht rechtzeitig bezahlt. Man darf aber die Kasse nicht wechseln, bis eventuelle Schulden abbezahlt sind. Das hat man damals so bestimmt, damit die alte Kasse nicht auf unbezahlten Prämien von Springern sitzen bleibt.Offenbar hat die alte Kasse der neuen Kasse das so mitgeteilt – worauf die Anmeldung bei der neuen Kasse storniert wurde.

Dann traf die Zahlung bei der alten Kasse ein, die darauf auch die Kündigung annahm. Und volia: der Mann hat weder eine neue noch eine alte Versicherung.

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12 comments on “Zwischen allen Stühlen

  1. Irene sagt:

    Wäre es dann nicht sinnvoller, die Anmeldung quasi nur „auf Eis“ zu legen für eine gewisse Frist, innerhalb der die alten Schulden beglichen werden müssen?

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    • Pharmama sagt:

      Naja, was ich noch vergessen habe zu erwähnen – vor allem, weil das etwas ist, was mir klar ist – ist, dass man die Krankenkasse bis auf wenige Ausnahmen nur auf Ende Jahr künden und dann wechseln kann.
      Da der Mann aber versichert sein *muss*, muss eine Kasse ihn schliesslich nehmen. Die Frage ist nur: welche. Und … wann?

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  2. Ich kann nicht verstehen: sollte eine der Kassen dem Kunden nicht schreiben, es fehlten Zahlungen bei der alten Kasse?
    Ich bin der Meinung, man sollte den Kunden darauf aufmerksam machen.
    (Was bei mir an der Arbeit passiert: ich arbeite bei Versicherungen und im Autobereich. Um sich die Kunden zu behalten, lässt man ganz alte Prämie -ich meine sogar 2 Jahre- nachholen!! Und dann brauchen plötzlich die Kunden den Vertrag sofort! Grrrrrrrrrr)

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    • Pharmama sagt:

      Ich bin sicher, dass der Kunde von der Versicherung über die ausstehenden Zahlungen informiert wurde. Ob er allerdings gewusst hat, dass das ein Hinderungsgrund für einen Wechsel ist, weiss ich nicht.
      Du meinst, ihr habt „Kunden“ bei der Versicherung, die 2 Jahre lang die Prämien nicht bezahlt haben, dann haben sie einen Unfall. Und jetzt ist es ist billiger für sie alle Prämien nachzubezahlen, damit die Versicherung die Kosten des Unfalls jetzt übernimmt? Sind die denn dann überhaupt noch versichert? – vor allem, wenn die Versicherung in diesem Fall wohl nicht obligatorisch ist. Und: gibt es nach so einer „Neuaufnahme“ keine Wartefristen bis etwas übernommen wird?

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      • In Wirklichkeit meine ich:

        Kraftfahrtversicherung – Bescheinigung bei Versichererwechsel

        Jedes Jahr hat man eine „Klasse“: desto braver Du bist, desto geringer wird diese Klasse. Jährlich geht die Zahl von 14 mit einem Punkt nach unten (man bezahlt weniger). Wenn Du einen Unfall hast, dann geht es mit 2 Punkten nach oben (man bezahlt mehr).

        Der Kunde braucht die alte Prämie zu bezahlen, um, eine bessere Bescheinigung zu bekommen. (Man darf die Bescheinigung in der Familie benützen)
        Wenn es Unfälle in den nichtversicherten Jahren gab, bezahlt die Versicherung nichts.
        Den Kunden ist die Bescheinigung wichtig

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  3. Hektorchen sagt:

    Tja, und gäbe es nur eine einzige Krankenkasse, in der alle versichert sein müssen, gäbe es alle diese Probleme nicht…

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    • Irene sagt:

      Dann hätten alle die Schulden bei der gleichen Kasse, meinst du… Nenn mir ein einziges Land mit Einheitskrankenkasse, in dem das Gesundheitswesen wirklich gut ist (ich gebe zu, ich kenne nicht viele davon, aber zB. in Grossbritannien wartet man locker 6-18 Monate auf eine lebensrettende Krebsoperation – lebensrettend, wenn sie innerhalb weniger Wochen nach Diagnosestellung erfolgt… – wer reich ist, lässt sich privat, evtl. sogar im Ausland, behandeln).

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  4. Nina sagt:

    In Ö gibt es zwar mehr als eine, aber ich finde unsere System auch entspannter als in der Schweiz.

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  5. Blogolade sagt:

    Immerhin war es am Ende nur ein Kommunikationsproblem, was gelöst werden konnte. Wenn ich dran denke, dass mein Ex solange ich ihn kannte, nicht versichert war und es sicherlich heute (also seit 12 Jahren) auch noch nicht ist…
    Aus der Arbeitslosigkeit heraus (da zahlte das Amt die Versicherung) hat er sich selbstständig gemacht und hätte sich dann um eine private Versicherung kümmern müssen. Tat er aber nicht, er hatte das Geld schlichtweg nicht übrig. Es gabs eine Gesetzesänderung und Selbstständige konnten sich auch bei gesetzlichen Kassen anmelden aber er gab sein Geld lieber für Partys aus. Wozu auch versichern, er hatte eine gewisse Ähnlichkeit zu seinem (versicherten) Bruder, da konnte er einfach dessen Karte nehmen und zu einem anderen Arzt gehen.

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  6. Franzi sagt:

    Oh man, dieses Problem kenne ich auch. Ich war auch schon öfter mal nicht versichert, weil es Probleme mit der Krankenkasse gab. Nicht wirklich schön (vor allem, wenn man chrnonisch krank ist).
    Ich bin wirklich froh, dass ich dieses Problem nun nicht mehr habe, weil ich selbst versichert bin.
    Mein Sohn war auch schon in so einer Situation. Ich war noch familienversichert und mein Sohn sollte von seinem Vater versichert werden. Dieser wollte aber nicht. Dementsprechend war mein Sohn nicht versichert und es musste gerichtlich geklärt werden.

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    • Jetzt ist es mir wieder eingefallen: 1997-1998 habe ich meine 12. Klasse in Bayern verbracht, ich war erst 17. Ich musste zur Versicherung, bin dort, habe alles erledigt (es hat eine Weile gedauert bis ich die Karte bekam). Der Angestellte gab mir 2 verschiedene Karten, Sept.97-Dez.97 und Jan.98-Juli 98. Erst im Juli habe ich gemerkt, derTyp hatte zwei Mal die selbe Karte gemacht. Also war ich 1998 nicht versichert!!
      Meine Mutter war so sauer auf mich… Es war nicht ganz meine Schuld…

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