Für was brauchen Sie schon meinen Namen??

Ja, tut mir leid, aber wenn Sie mir ihre Angaben nicht geben – und damit meine ich mindestens den Namen und das Geburtsdatum, dann bekommen Sie auch das Medikament nicht von mir. Ich bin vom Gesetz verpflichtet die Abgabe aller rezeptpflichtigen Medikamente festzuhalten und da können sie auch nicht kommen mit „Sie verletzen meine Privatsphäre“ oder „Datenschutz“. Ja, das ist auch so, wenn Sie ihr Medikament gleich bezahlen.
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Dass das „noch nie von mir verlangt wurde in einer Apotheke!“ kann ich auch nicht glauben. Selbst wenn Sie etwas im Internet bestellen bei einer Versandapotheke, müssen Sie das angeben.
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Ihre Daten sind bei uns sicher – und ehrlich, aus meiner Erfahrung ist es so, dass die Leute, die am meisten einen Aufstand machen wegen ein paar Angaben, die sind, wo nachher irgendetwas nicht koscher ist.
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Also ich überlass es Ihnen: Wollen Sie das Medikament jetzt oder nicht?

(War das unbedingt nötig, heute?)

27 Kommentare zu „Für was brauchen Sie schon meinen Namen??

  1. Ja, macht absolut Sinn, wobei ich mich nicht daran erinnernkann, jemals nach Namenund Adresse explizit gefragt worden zu sein, ich nehme an dass das auch von der Krankenkassenkarte entnommen werden kann? Aber nachdem ich da auch kein Problem mit hätte, habe ich es einfach gar nicht gemerkt…

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    1. Auf der Krankenkassenkarte ist die ganze nötige Info ja auch drauf. Das Problem stellt sich im Moment nur, wenn es ein Selbstzahler ist, der die Karte nicht zeigt.

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  2. Nachdem ich in DE öfter mal Medikamente für meine Todkranke Nachbarin geholt habe, weiss ich dass hier im Prinzip jeder ein normales Rezept einlösen darf ohne dass der Name festgehalten wird.

    Das Rezept bekommt man nachdem es abgestempelt wurde auch wieder, ich weiss nicht in wie weit da meine Daten erfasst werden, da ich auch ohnehin selbstzahler bin (PKV).

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      1. Wobei sich in diesen Dingen die Regelungen zwischen Deutschland und der Schweiz offensichtlich ganz erheblich unterscheiden. Du hast, Klappern gehört ja zum Handwerk :-) schon so manche Geschichte hier damit bestritten hast, daß Dein Beruf die Funktion einer Kontrollinstanz übernimmt, weil Du einen Überblick über die gesamte Medikation hast, und mit Deinem Fachwissen offensichtliche Konflikte verhindern konntest.

        Damit hast Du in der Schweiz eine deutlich wichtigere Stellung als an vergleichbarer Stelle in Deutschland. Allerdings auch: Vertrauensstellung.

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      2. Das habe ich ja nciht in abrede gestellt…. Mir ist schon bewusst, dass du in der Schweiz arbeitest.

        Ich wundere mich nur immer wieder über eure „skurilen“ Gesetze, nicht nur in Bezug auf die Apotheke.

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    1. Hallo Fingerhut,
      Da die Nachbarin vermutlich häufiger Medikamente benötigt, ist die Dame in der Apotheke vermutlich bekannt (?)
      Wenn Sie eine Kundekarte hat, und nur dann, werden die Medikamente unter Ihrem Namen gespeichert..
      Bei Ihnen wird nichts gespeichert.
      Fragen Sie mal in der Apotheke nach, wie es läuft.
      Liebe Grüsse
      Boreal

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      1. Bekannt ist sie nicht, da ich in einer Großstadt wohne wo es in ~ 10 Minuten Fußentfernung an die 30 Apotheke gibt, gehe ich fast immer zu einer anderen, je nachdem welche gerade am nächsten ist.

        Eine Kundenkarte habe ich / sie auch nicht, da diese meiner Meinung nach nur der Kundenbindung an einen Laden dient und der Kunde entweder mit lächerlichen Werbegeschenken aus China oder billigen 2 % Rabatt oder irgendwlechen dämlichen Sammelaktionen abgespeist wird.

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    2. In D werden Patientendaten bei der Abgabe von Arzneimitteln nicht erfasst, da alle abrechnungsrelevanten Daten im Rezeptkopf vom Arzt eingedruckt sind / sein müssen. Viele Apotheken bieten Kundenkarten an, um eine Medikationsdatei zu führen, Wechselwirkungen zu prüfen, Sammelquittungen auszustellen etc.- wenn der Kunde so etwas haben möchte, muss er eine Einverständniserklärung unterschreiben, dass die Apotheke diese Daten speichern darf.

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  3. Pharmama, das sind dich die Selben, die sich auch in sozialen Netzwerken herumtreiben und dort (selbstverständlich nur für ausgewählte Personen ;-) ) alle mögilchen und unmöglichen Informationen preisgeben.

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  4. Ich habe in einer Apotheke jedenfalls noch nie meinen Namen angegeben! Ich bin mir ja nicht einmal sicher, ob ich schon je in einer Apotheke drin war? Ich mag keine Schlangen anschauen.

    Oder hab ich das jetzt verwechselt? Ich glaub ich meine die Vinothek…

    liebe Grüsse vom Muger

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  5. „Ihre Daten sind bei uns sicher“ – da gehen dann erstmal alle roten Lichter an, denn solche Sprüche hat man zu oft gehört, auch wenn man es schon besser wußte, und nach dem großen Knall taten alle Beteiligten furchtbar überrascht.

    Nicht persönlich nehmen, ich weiß ja nicht, wie Ihr damit umgeht. Nur allgemein: Wenn ich sehe und erfahre, wie unbekümmert auch und gerade im medizinischen Bereich mit Kundendaten umgegangen wird, und eben auch noch sehr intime Daten – auf Rechnern mit Internetzugang, wo dann so nebenbei privates Zeugs gemacht wird … kurz gefaßt: Es sollte niemanden überraschen, wenn ein Jahr nach Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in Deutschland fünf bis zehn Prozent der Patientendaten frei im Netz herumfliegen. Das hätte man durch bessere Konzpierung vermeiden können, aber billiger wäre das Projekt dadurch nicht geworden.

    Nur mal so zum Thema „Das war eigentlich schon vorher völlig klar“.

    Und, zurück zu dieser Geschichte, eigentlich sähe man gerne bei jedem Arzt, bei jeder Apotheke eine Zertifizierung über Verarbeitung der personenbezogenen Daten – wenn man nicht wüßte, wie es beim Zertifizieren zugeht.

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    1. *unterschreib*

      Die Aussage „Ihre Daten sind bei uns sicher“ ist im Allgemeinen der beste Beweis für mangelnde Kenntnisse in Informationssicherheit.

      (Dass die Dokumentation von Medikamentenbgaben grundsätzlich sinnvoll ist, stelle ich überhaupt nicht in Frage. Und dass es viele Bekloppte mit eigenartigen Auffassungen von Datenschutz gibt, auch nicht.)

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    2. Die Apotheke in der ich arbeite ist zertifiziert nach DIN ISO und wir haben einen Datenschutzbeauftragten.
      Jeder darf gerne fragen, was mit seinen Daten passiert.

      Ich finde eher die Kunden interessant, die automatisch davon ausgehen, das Sie bei uns gespeichert sind.
      Sind Sie aber nicht, denn dann brauche ich erstmal eine Zustimmung zur Speicherung der Daten.
      Und diese „verkaufen“ wir auch nicht weiter.
      LG
      Boreal

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      1. Verkaufen? Nie!
        Wir haben eine Menge Sicherheitssysteme in Betrieb. Benutzen ein Linux System, Firewall, Zertifikate und bei der Übermittlung wird noch verschlüsselt. Hundert pro Sicher ist gar nichts, aber bis jetzt habe ich noch nie von einem Leck gehört, das von der Apothekenseite ausging.
        Und die Privatsphäre ist uns auch wichtig. Wir haben einen Schredder, wo alles drin landet, wo Adressen, Namen etc. drauf ist. Sogar die Druckerrollen werden separat gesammelt und vernichtet.

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  6. Mir fällt gerade eine Lady ein, die ich vor kurzem bei meinem Hausarzt erlebt habe. In seinem Vorzimmer ist es ein bisserl eng und so blieb mir gar nix anderes übrig, als direkt neben ihr zu stehen, als ich kam.

    Sie war vor mir dran. Die sehr freundliche Sprechstundenhilfe meines Docs reichte ihr einige Papiere über die Theke und sagte dann: „Wenn Sie bitte noch mal einen Moment im Wartezimmer Platz nehmen würden, Frau Habichschonwiedervergessen? Der Doktor muss Ihre Überweisung an den Gynäkologen erst unterschreiben.“
    Anstatt nun ihren knochigen Hintern (der in etwas steckte, was für mich verdächtig nach Biobaumwolle aus dem Dritte Welt Laden Welt aussah) ins Wartezimmer zu verbringen, brach Frau Habichschonwiedervergessen in eine empörte Rede darüber aus, dass sie es einfach „unsensibel“ und „empörend“ findet, wie in der Praxis unseres gemeinsamen Arztes mit persönlichen Daten umgegangen werde. Da könne jeder auf die Bildschirme sehen (huchzi? Vorne am Empfang ist ein Tresen, der so hoch ist, dass ich mit meinen immerhin 173 cm mich bequem mit den Ellbogen drauflehnen kann. Der Bildschirm steht in der Ecke darunter. Um ihn zu lesen, müsste ich mich mit dem Oberkörper auf den Tresen hängen! Ansonsten stehen in jedem Behandlungszimmer Bildschirme und ja, wenn man da wartet, kann man in zwei von vier Zimmern auf den Bildschirm sehen – und anhand der Bildschirmschoner ausmachen, dass offenkundig jemand in der Praxis verspielt ist. Da sind blubbernde Fischchen drauf. Wenn der Doc bei einem ist, sieht man dann wirklich was auf dem Bildschirm – die eigene Krankenakte), da würde über „intimes“ (hallo? Ist eine Überweisung an den Gyn schon „intim“? Oder hat mein Gehör den Zusatz „… den Gynäkologen wegen Abnutzungserscheinungen, verursacht durch HWG…“ überhört?) laut gesprochen. Sie erbitte sich etwas mehr Respekt vor ihrer Privatsphäre und ihren medizinischen Daten!

    Die Sprechstundenhilfe sagte betreten „Entschuldigung“ und wandte sich mir zu.

    Zwei Tage später stolperte ich in einem Forum zufällig über einen Eintrag einer „L. Habichschonwiedervergessen“, die zudem unter ihrem Namen als Ortsangabe noch unsere gemeinsame Heimatstadt stehen hatte. Die ließ sich da in epischer Breite darüber aus, dass sie sich jedesmal, wenn sie in eines der Mineralbäder unserer Heimatstadt geht, eine übel juckende Infektion in der südlichen Region abholt (jup, habe ich auch schon erlitten), dass ihre (wahrscheinlich völlig unsensible, respektlose) Gynäkologin die mit böser, böser Chemie behandeln wollte, obwohl sie doch extra betont hat, dass sie was „natürliches“ will und sie sich nun Sorgen darüber macht, dass sie beim Sex eventuell ihren Partner ansteckt und blubs-blabber-labber-schwätz.

    In einem anderen Eintrag der Dame auf demselben Forum erfuhr ich dann, dass sie Gymnasiallehrerin ist und zum Glück nur einen kurzen Weg zur Arbeit hat (womit ich als Einheimische wusste, dass sie nur an einer bestimmten Schule sein kann – an der die Mutter einer Freundin von mir ebenfalls unterrichtet) und dass ihr Partner an einer Berufsschule „in der Nähe“ (ich vermute, es ist die, zu der ich von meiner Stadtwohnung aus rüberspucken kann) unterrichtet.

    Ich konnt’s mir nicht verkneifen, beim nächsten samstäglichen Treffen auf dem Wochenmarkt der Mutter meiner Freundin davon zu erzählen, worauf die extrabreit grinste und meinte, ja, die Lady kenne sie. Die würde immer mächtig einen auf „Schutz ihrer Privatsphäre“ machen, weil sie als Lehrerin ja sonst von ihren Schülern „ausspioniert und gestalkt“ werde.

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    1. Ja, man kann schon so einiges über die Leute herausfinden im Netz. Lustig, dass sie da offenbar mit 2 verschiedenen Ellen messen, was die Information angeht, die herausgeht.

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  7. Mir fällt dazu der Arztbesuch ein, bei dem ich allein im Besprechungszimmer wartete, während direkt vor mir die Krankenakte einer fremden Frau lag – gut lesbar ausgefüllt…
    Nein, ich habe nicht drin gelesen. Aber ich weiß schon, warum ich im Zweifelsfall meine Daten schütze. Im Internet – egal wo – gebe ich, wo immer möglich, leicht verfälschte Daten an (wenn man dann die Geburtstagsgrüße irgendeines Werbeverteilers ein paar Tage zu früh bekommt, weiß man auch, dass und wo es ein Datenleck gegeben hat…).
    Und gegen ein Patientendossier in der Apotheke habe ich mich auch noch immer gesträubt. Allerdings würde sich das vielleicht ändern, wenn ich mal einen Nutzen davon hätte, der über 3% Rabatt auf Kosmetikartikel hinausgeht.

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    1. Der Nutzen ist schon da, nur nicht in Monetärer Form: Wenn die Apotheke deine Daten sammeln darf, muss sie nicht jedesmal aufs neue fragen. ob (und was) du für andere Medikamente nimmst, ob Du allergisch bist und gegen was, wie das Medikament dosiert war das letzte Mal – und wenn das geändert hat, sieht man das…. durch unser System erkenne ich täglich dutzende Wechselwirkungen, Dosisänderungen (manchmal vom Arzt nicht mal gewollt) und teilweise auch Probleme wegen Allergien etc. Ohne mein Dossier müsste ich bei jedem einzelnen Patient jedes einzelne Mal wieder von vorne anfangen mit den ganzen Fragen und Abklärungen. Da fehlt inzwischen auch einfach die Zeit.
      Für mich ist das ein Sicherheitssystem, das gut funktioniert – und bei uns ist die Aufnahme der Patientendaten auch vorgeschrieben deshalb.
      Natürlich kann der Patient jedesmal wieder in eine andere Apotheke gehen – und die muss dann halt das obige auch machen, aber besser (aus gesundheitlicher Sicht) wäre sicher die Hausapotheke, wo die Daten dann sind.

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      1. Das habe ich mit dem Nutzen schon gemeint (denn wegen dem monetären gebe ich eben gerade keine Daten preis – auch wenn er höher ausfallen sollte).
        Ich bin nicht allergisch, habe keine Vorerkrankungen und nehme keine regelmäßigen Medikamente. Wenn sich eine dieser Vorbedingungen ändert, dann werde ich mir überlegen, ob ich nicht ein Dossier anlegen lasse.
        Dass die Apotheke in jedem Fall von den Dossiers profitiert (und sei es nur, weil die Mitarbeiter sich dann das zeitintensive Nachfragen ersparen), glaube ich wohl. Aber da fällt, ehrlich gesagt, meine Abwägung von Apothekenwohl und Datenschutz dann doch zugunsten des Datenschutzes aus.

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  8. Also zumindest bei uns in Deutschland gewinnt das Thema Datenschutz in Apotheken immer mehr an Bedeutung: http://www.recht-freundlich.de/datenschutzrechtliche-aspekte-in-der-apotheke-bdsg

    Dies mag auch an der mittlerweile „sensibilisierten“ Öffentlichkeit liegen. Wer hat schon Lust darauf, dass die eigenen hochpersönlichen Daten in falsche Hände geraten? Erst kürzlich wurde offiziell bemängelt, dass in den Abrechnungszentren, derer sich viele Apotheken bedienen, die Kundendaten nur unzureichend anonymisiert werden. Hier scheint also Nachholbedarf.

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