Gratis = Nichts wert ?

Von einem englischen Apotheker:

So sehen 131 Viagra 100mg aus – kurz bevor ich sie vernichtet habe. Diese wurden von einem Patient zurückgebracht, der sie nicht haben wollte. Obwohl er sie nicht verwendet hat, hat er sie jeden Monat von seinem Arzt verlangt! Warum hat er das getan? Nun, in England zahlen Leute über 60, Leute mit niedrigem Einkommen und Leute mit speziellen Krankheiten genau Gar nichts an ihre Medikamente. Das resultiert in enormer Verschwendung. Allgemein gesehen schätzen die Leute die Sachen, die sie gratis bekommen sehr gering ein. Totale Kosten der Krankenkasse an diese Episode? Ungefähr 800 Pfund!
Ich sollte noch Dankbar sein, dass sie an uns zurückgegeben wurden und er sie nicht an Freunde verteilt, verkauft oder im Schrank gelassen hat (und ja, ich habe sie wirklich vernichtet und nicht selbst mitgenommen).

Übersetzt von Pharmama – Original hier.

Das ist ein Extremfall – aber ähnliches sehe ich bei uns auch.

Wenn man Medikamente / Leistungen einfach immer bekommt, ohne den Preis / den Wert davon zu sehen, verliert man auch die Wertschätzung dafür. Gratis ist nichts – irgendwer zahlt immer. Das scheint manchen nicht bewusst zu sein.

13 Kommentare zu „Gratis = Nichts wert ?

  1. Hallo Pharmama,

    dies UNBEDACHTE, las ich doch kürzlich schon mal hier –>
    http://www.supernature-forum.de/boardsofa/105833-unabwendbarer-kreislauf.html

    Dieser genau wie DEIN Artikel entsetzt mich gleichermassen.

    Ich bin glücklicherweise in der Situation nur selten Medikamente einnehmen zu müssen!
    Wenn es nicht sein muss (und ich höre schon durchaus auf meinen behandelnden Arzt) lehne ich die meisten Medikamente ab.
    Im letzten Mai habe ich mir die Ferse ‚aufgeschreddert‘ ;-) bei einem kleineren! Unfall. 13 Stiche, die Achillessehne lag frei war aber nicht betroffen. Nachts um 3 habe ich einmal ein Schmerzmedikament genommen – 1 Tbl Novalgin. 3 Jahre alt – ein halbes Jahr über’m Verfallsdatum ;-).
    Die (für den Schmerzfall) verordneten Medikamente habe ich bei dem Arzt abgelehnt. Sowas würde hier nur vergammeln.
    Aber ich sehe oft, daß ich da auch erstaunt angesehen werde.
    Irgendwie scheint das mittlerweile zusammen zu gehören – Arztbesuch und danach Medikamenteneinnahme.

    Du schreibst – so finde ich – sehr toll!
    Sehr engagiert für Menschen und die (Um)Welt.

    vielen Dank für die vielen sehr sehr guten Beiträge

    Gruss
    MadameStahl

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    1. Schmerzmittel sind denke ich nicht das größte Problem – vor allem nicht das, das einfach vermieden werden kann. Nach kleineren ambulanten Eingriffen, wie z.B. beim Zahnarzt ist man wenn man geht ja meist noch lokal betäubt und weder man selber noch der Arzt weiß, ob man noch weitere Medikamente braucht oder nicht, darum denke ich ist das so ein Fall, wo man lieber mehr als weniger verschreiben sollte. Das Problem sind denke ich eher irgendwelche Dauermedikationen , die dann einfach mal abgesetzt oder Antibiotika, die nicht bis zum Ende genommen werden etc..
      Dazu, dass die Novalgin (oh Schreck!) schon abgelaufen war fällt mir nur ein, mal gehört zu haben, dass Medikamente in Tablettenform eigentlich nicht wirklich „schlecht“ werden bzw. nicht so schnell wie auf der Packung steht, wie sieht’s denn da aus? Für imemr haltbar oder nicht?

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          1. Mücken haben mich momentan besonders lieb und ich hatte gerade das dringende Bedürfnus nach meiner „Anti-Juck-Salbe“ (Soventol) zu greifen … dabei musste ich an diesen Beitrag denken … gucke auf Verfallsdatum auf der Tube: 03/2004 !!!
            Der Witz: die „Anti-Juck-Wirkung“ ist immer noch da! Bin mir allerdings auch bewußt, das der Tubeninhalt komplett Placebo sein könnte, solange ich -im Fall der „Anti-Juck-Salbe“- daran glaube, wirkt es auch ;-) …
            Jetzt hoffe ich nur, daß in der Tube nicht mitterweile was giftiges drin ist…

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          2. Gerade bei so einer Salbe könnte ich mir vorstellen, dass es egal ob Wirkstoff oder nicht nicht nur Placeboeffekt ist, Salben oder auch einfach nur Sonnencreme oder Handcreme etc. kühlen ja auch, da kann’s ja noch mit dran liegen.

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  2. Das ist etwas, was ich in vielen Bereichen des Lebens feststelle. Was nichts kostet, ist nichts wert. Manchmal nehme ich Geld für etwas, das ich gerne auch gratis anbieten würde, nur damit es mehr geschätzt wird. Völlig blödsinnig, aber erstaunlicherweise funktioniert es – und sogar noch: je mehr Geld ich nehme, desto mehr wird es geschätzt!

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      1. Genauso: was nichts kostet, kann doch nichts taugen! (mit Erkältung ins Bett legen (kostet keine Euros) kann gar nicht so gut wie ein teures Medikament sein…
        Differenzierung zwischen billig-preiswert-teuer… Wenn ich Produkte als preiswert „im eigentlichen Wortsinne“ beurteile, werde ich auch blöd angeguckt, die meisten setzen preiswert mit billig gleich ;-)
        Inzwischen sag ich mir: „ich bin zu arm, um billig zu kaufen“ ;-)

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  3. Anfang der 90er wurden mir die Weisheitszähne entfernt. Erst die beiden auf der linken Seite: Rezept für 20 Tabl. Paracetamol. Kosten für die Tabletten damals: 3,xx DM.
    Ich dachte nur: bei einem Rezept über 20 Tabl. Paracetamol fallen nicht nur die 3,xx DM an (die die KK irgendwie an die Apo überwies), sondern auch: Druckkosten für das Formular, Kosten beim Arzt für das Bedrucken den Formulars; Lohnkosten u.ä. bei der Apotheke, bei meiner Krankenversicherung und wer weiss, wo sonst noch. Die Gesamtkosten liegen bei Rezeptierung bestimmt höher als die 3,xx DM…
    8 Wochen später, die Weisheitszähne auf der rechten Seite waren dran. Arzt wollte mir das gleiche Rezept nochmal ausstellen. Ich lehnte dankend ab, da die 3,xx DM durchaus in meinem Budget lagen.
    Quasi eine ökonomische Betrachtungsweise, obwohl ich gerade mal Mitte 20 war … ist / war das unnormal? Sollten solche Überlegungen nicht eigentlich normal sein?
    Nur weil ich für eine Leistung nicht zahlen muss, ist sie nicht zwangsläufig kostenlos…

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  4. ja, es gibt einige Zeitgenossen (m/w), die machen keinen Unterschied zwischen „kostenlos“ und „umsonst“ :-(

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