Die Grippe (-Impfung) Saison ist da!

Die Grippe-Impfung Saison ist da! – Zumindest in Amerika ist es so – und zwar schon seit einigen Wochen. Dort dürfen die Apotheker selbst in den Apotheken die Grippeimpfungen durchführen.
Leserin Anne hat mir dazu ein Bild geschickt:

Hier die easy USA-Version, gesehen in Page, Arizona: Man erledigt das vor dem Großeinkauf in der im Supermarkt angesiedelten Apotheke und bekommt Rabatt für die Lebensmittel.

Bei uns ist es noch nicht so weit, dass Apotheker impfen dürfen, auch wenn es in Diskussion ist:  siehe hier und hier.

In Basel gibt es aber schon ein paar Apotheken die Grippeimpfungen durchführen – genauer gesagt, sie holen sich einen Arzt in die Apotheke, der das dann macht, das ist dann aber nur zu bestimmten Zeiten möglich– das  im Unterschied zu Amerika, wo man im Herbst jederzeit reinlaufen kann.

Und dann sollte ich noch den Nationalen Grippeimpftag erwähnen, an der am 4. November eine Menge Ärzte teilnehmen. Info hier.

epic fail photos - Hinting At Something FAIL

Nachdem wir dieses Jahr einmal keine Angstmacherei von wegen Vogel- oder Schweinegrippe hatten, vermute ich mal, dass die Impfbereitschaft geringer sein wird. Dabei vergessen die meisten Leute, dass gerade die „normale Grippe“ – heute gerne „saisonale Grippe“ genannt – nicht ganz so ohne ist. Jährlich müssen allein in der Schweiz 1000-5000 Personen hospitalisiert werden und zwischen 400 – 1500 Personen sterben. Weltweit gehen die Todeszahlen wegen der Grippe in die Abertausende.

Wegen den Statistiken gibt es immer wieder Diskussionen …

Auf den Totenscheinen ist Influenza kaum zu finden, da der Tod fast immer durch Komplikationen wie bakterielle Pneumonien verursacht wird. Verwendet wird daher ein mathematisches Modell. Darin gehen jahreszeitliche Schwankungen bei den Todeszahlen mit ein, ebenso Faktoren wie die Stärke der Influenza-Aktivität und deren Verlauf. Verglichen wird dann die Zahl der Toten, wie sie ohne Influenza sein sollte mit der tatsächlichen Zahl während einer Grippewelle. Die Differenz (Exzess-Mortalität oder Übersterblichkeit) wird der Influenza zugeschrieben.

Quelle: aerztezeitung.de

Für Interessierte gibt es hier ein Factsheet zur Grippe und Impfung: http://www.kollegium.ch/grippe/docs/bag_factsheet.pdf

Aber was ich eigentlich fragen wollte: Was haltet ihr von Impfungen in der Apotheke? Grippe- und andere?

44 Kommentare zu „Die Grippe (-Impfung) Saison ist da!

  1. Da ich wegen meines Jobs „zwangsgeimpft“ werde fände ich es gut, das ich gschwind in eine Apotheke reinlaufen könnte.So muss ich jedes 1/4 Jahr ein Tag opfern(bezahlt :D) um zum Doc zu gehen.

    Ich hab kein Impfbuch mehr sonder ein Impfwälzer :D

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  2. Ich lasse mich jedes Jahr in der Apotheke naher meiner Arbeitsstelle impfen. Die schicken mir einen Erinnerungszettel, sobald sie die Daten haben – man kann sich dann einen Termin reservieren.

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  3. Impfung in der Apotheke fände ich nicht schlecht – da müsste man nicht mehr wegen einer kleinen Spritze die sowieso schon vollen Wartezimmer in den Arztpraxen belasten..

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  4. Also in der Apotheke würde ich sogar hingehen. Beim Arzt kostet mich das immer extrem viel Zeit, und das Geld seh ich so schnell nicht wieder. (Kann erst ab 200 Eur einreichen und bin ansonsten krankhaft gesund.)
    Und Apotheke hätte den zusätzlichen Vorteil, dass ich einfach wieder rausmarschieren kann, wenn die mir unsympathisch vorkommen oder mit Globuli wedeln… Das is beim Arzt nicht ganz so einfach.

    Bisher hab ich mich nie (gegen Grippe) impfen lassen, auch nicht gegen Schweinegrippe. Aber man wird halt älter… :D

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  5. „Guten Tag, bitte zwei Duftkerzen, eine Grippeschutzimpfung und einmal Kräutershampoo. Und gibt es hier auch frische Brötchen?“ – Nein danke!
    (Randbemerkung aus der anderen Fraktion: Im Tierimpfstoff-Beipackzettel steht drin, dass nur gesunde Tiere geimpft werden dürfen. Ein Tier ist für mich nur dann gesund, wenn Schleimhäute, Fell/Haut, Puls, Herz, Lunge, Temperatur normal sind. Kann doch für Menschen nicht ganz anders sein…)
    Eine Allgemeinuntersuchung gehört für mich zur Impfung dazu! Wenn das zukünftig auch der Apotheker machen soll, läuft da meiner Meinung nach was schief.

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    1. Hier macht das ja ein Arzt in der Apotheke – man füllt einen Fragebogen aus, wird nach Krankheiten und Allergien gefragt.
      Pro Impftermin sind 15 Minuten vorgesehen, ich brauche 3 Minuten für den Fragebogen, 1 Minute für die Impfung selber und 1 Minute für den Smalltalk mit dem Doc. Soviel Fachkenntnis, den Fragebogen zu interpretieren und die Spritze zu verabreichen würde ich auch dem Apotheker zutrauen.
      Wenn ich da jedes Mal auch noch einen Check-up einplanen müsste, das würde mich ziemlich nerven. Denn dann wäre das kein Termin rasch abends nach der Arbeit, sondern entweder muss ich frei nehmen oder extra am freien Tag als Gesunde mitten in der „Rotz-Saison“ stundenlang im Wartezimmer Viren einfangen.

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    2. Wie Irene schreibt: da wird vorher abgeklärt, ob man impfen darf – bei Fieber zum Beispiel nicht, auch nicht bei bestimmten Allergien und Medikamenten.
      Der Arzt klärt vor der Impfung auch nichts anderes ab.

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    1. Nein, Grippe ist kein Tragödie. Es landen nur auch oft genug junge sonst vollkommen gesunde Menschen auf der Intensivstation damit.
      Abgesehen davon finde ich es fahrlässig durch die Welt zu laufen und eventuell jemand weniger gesunden mit einer so gefährlichen (und ja Grippe ist extrem gefährlich auch wenn viele es mit einem grippalen Infekt verwechseln) Krankheit anzustecken, nur weil ich zu faul war zu Arzt (oder zur Apotheke zugehen).
      Abgesehen davon finde ich die Idee Apotheker impfen zu lassen echt gut. Vielleicht sollte man es erst mal ausprobieren an der Grippeimpfung und vielleicht auch nicht wenn es die erste überhaupt ist, also quasi bei Routine Sachen um zu sehen wie es läuft, aber so würden sich auch sicher mehr Menschen impfen lassen. Ich finde die Idee super!
      (Zu dem Punkt, dass nur gerade kerngesunde geimpft werden dürfen hier ein Zitat eines Dozenten „Wer eigenständig in die Praxis laufen kann, der kann auch geimpft werden!“ (das war die Antwort auf die Frage ob man bei Erkältungen geimpft werden darf, bezieht sich jetzt also auch auf solche Erkrankungen.))

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  6. Bei Pharmacy Chick kann man nachlesen, das diese Impfungen in der Apotheke in den USA keineswegs mal eben so nebenbei gemacht werden.
    Die Leute dort müssen sich ebefalls mindestens 15 Minuten Zeit nehmen und müssen meistens auch noch einen Termin dafür vorher vereinbaren.

    Ich persönlich finde die Idee nicht schlecht, bin mir aber unsicher, ob ich diese Leistung in der Apotheke in Anspruch nehmen würde.

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  7. Ich glaube nicht, dass das eine all zu gute Idee ist. Bei der Apotheke bekomme ich viel eher was „aufgeschwatzt“, was eigentlich überflüssig ist. Diverse Mittelchen gegen Erkältung, Halsweh, Mückenstiche oder gar nutzloser Kram wie Globuli und Bachblüten, Multivitaminpräparate etc.pp, je teurer desto besser. Versteh ich ja auch in sofern, als dass Apotheker vom (möglichst hohen) Umsatz leben. Ärzte hingegen schauen immer aufs Budget und verschreiben nur, wenn wirklich nötig (meiner zumindest). Daher würde mir wohl der Apotheker fleißig zur Schutzimpfung raten, auch wenn ich evtl. gar nicht zur Risikogruppe gehöre, kerngesund und im besten Alter bin. Mein Arzt wägt da eher ab und sagt „bei Ihnen überwiegen die potentiellen Risiken den zu erwartenden Nutzen“.

    Das ist so ein generelles Problem bei Apothekern: In welche Richtung wollen/sollen Sie sich entwickeln/orientieren? Eher Richtung Wellness und Lifestyle (mit diversen Lutschpastillen, Bachblüten, Creme und Pflegeprodukten) oder klassisch Richtung Heilberuf mit Konzentration auf Kernkompetenzen (d.h. man empfiehlt mir auch mal, auf Medikamente zu verzichten und den Körper in Ruhe seine Selbstheilungsarbeit tun zu lassen, ohne das ständige Medikamente einwerfen zu kultivieren). Beide Richtungen bedienen zu wollen ist schwierig, bzw. sich auf die Kernkompetenzen zu beschränken noch viel schwieriger – da kenn ich quasi keine Apotheke, die mir von diversen überflüssigen aber „harmlosen“ Mittelchen abrät, wenn ich danach frage…

    Wenn ich so überlege, sind Krankenhausapotheken die einzigen, die „wirklich“ als echte Apotheken arbeiten und nicht noch als halber Wellnesstempel ihre Mittelchen an den Mann bringen wollen… die haben nämlich auch ein beschränktes Budget und verdienen nicht am Verkauf.

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    1. Ich gehe regelmässig in Apotheken – meine Stamm-Apotheke für mein Dauermedikament, und bei akutem Bedarf (evtl. auch nur an Reinigungsbenzin zum Etiketten-Entfernen ;-)) in mindestens 4 verschiedene andere. Noch nie ist mir etwas angepriesen worden, wonach ich nicht verlangt habe. Manchmal bekommt man ein Produktmuster, aber das kann ich ja auch ablehnen oder wegwerfen.
      Zumindest in der Umgebung meines Wohnortes und in der Stadt, in der ich arbeite habe ich nie so etwas erlebt.

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  8. Ein Impfangebot der Apotheke fände ich großartig und würde es angesichts des vernachlässigbaren Impfrisikos auch nutzen.

    Bei meiner deutschen Hausärztin wird die Impfung durch Hilfskräfte erledigt, einen approbierten Arzt sieht man zu diesem Termin nicht. Der gesamte Impftermin dauert dann auch keine fünf Minuten. Dass keine Risiko-Aufklärung stattfindet, ist im Zweifel das Problem der Praxis, wenn die Klageschrift des Impfgeschädigten zugestellt wird…

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  9. Laut Wikipedia ist diemal die WHO-Empfehlung genau die selbe wie in der Vorsaison. Warum soll ich mich dann noch impfen lassen?

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    1. Vielleicht, wenn du viel Kontakt mit (kranken/alten/jungen) Menschen hast? Oder weil Du keinen Krankheitsausfall haben willst diesen Winter, oder weil du zu einer Risikogruppe gehörst?

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        1. Ah, jetzt verstehe ich dich – Du meinst, weil dieses Jahr tatsächlich die gleichen Virenstämme drin sind wie letztes Jahr?
          Das finde ich ziemlich erstaunlich. Und einmal impfen sollte da wirklich genügen.

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          1. Nanu -ich habe geglaubt es werden jedes Jahr die „gerade aktuellen“ Grippestämme in der Impfung verwendet (oder doch wenigstens die, die vermutet werden). Ist das nicht so?!
            Dann könnte ich mir dieses Jahr ja wirklich die Impfung sparen..

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  10. Oh je, also spätestens wenn mich der Tod zum Impfen auffordert, würde ich dann schon zum Arzt gehen ;-) Apotheken haben bei uns leider oft so eine Art Drogeriemarkt-Image (gerade in den großen Städten), deswegen lasse ich mich lieber beim Arzt impfen, aber gegen Grippe? Nööö, wenns mal zu stressig wird, kommt die doch wie gerufen, blöd nur, wenn man ein gutes Immunsystem hat :D

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    1. Hattest du schomal Grippe? Also keine Erkältung aka grippaler Infekt oder „Magen-Darm-Grippe“ sonden die richtig echte Influenza? Dann solltest du vielleicht dein Stresslevel hinterfragen…

      http://de.wikipedia.org/wiki/Erk%C3%A4ltung#Differenzierung_zur_echten_Grippe_.28Influenza.29

      Ich habe die Grippe einmal erwischt, und Erholung ist echt was anderes; insbesondere, weil ich zwar nach einer guten Woche gesund, aber erst nach einem Monat wieder richtig fit war.

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      1. Danke für dein Interesse an meiner Krankheitsgeschichte! Mir ist zwar nicht klar, weshalb du grippalen Infekt mit Gastroenteritis und Influenza in Zusammenhang bringst, aber das ist deine Sache. Mein Stresslevel muss ich übrigens genauso wenig hinterfragen (Der Satz war ironisch gemeint- ich dachte Smiley versteht jeder?), wie mir Wikipedia nicht sagen kann, bei welcher Krankheit ICH mich wie fühle. Wie du selbst schreibst, hat dich die Influenza ziemlich mitgenommen, mich aber nicht. Man kann also nicht immer alles verallgemeinern.

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        1. Ich hatte gehofft, dass eine ironische Antwort auf eine ironische Bemerkung richtig verstanden würde — vielleicht hätte ich einen Smilie setzen sollen ;-). Die Bezeichnung aller möglichen Erkrankungen als Grippe erscheint mir recht verbreitet, daher bin ich grundsätzlich misstrauisch, egal ob jemand heldenhaft „seit drei Tagen Grippe hat und trotzdem im Büro ist“, oder sich ebenso heldenhaft „gegen so’n bisschen Halsweh doch nicht impfen lässt“. Dass eine hübsche Wikipedia-Tabelle über das Krankheitsempfinden einer konkreten Person ebenso wenig aussagt wie die Erfahrungen eines anderen ist mir auch klar; schon grammatikalisch habe ich versucht, das rüberzubringen („ich“ statt „man“).

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  11. Okay, ihr dürft impfen, wenn ich Medikamente rausgeben darf … schwierige Frage, man müsste sich an einen Tisch setzen, um die Kompetenzen von Ärzten und Apothekern nochmals neu zu definieren. Warum nicht?
    Der Sensenmann auf dem Foto, war das der impfende Doc?

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    1. Müsste man fast, nicht? Ich wäre nicht ganz abgeneigt, wenn die Ärzte z.B. bei Hausbesuchen das erste Medikament für den Notfall abgeben dürfen (Schmerzmittel, Antibiotikum …), oder auch Ärzte, wo die Apotheke sehr weit entfernt ist …. dafür möchte ich dann impfen dürfen. Auch die für Reisen und Auffrischimpfungen.
      Was meinst Du?

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  12. In Anbetracht der Tatsache, dass Apotheker die Fachleute für Arzneimittel und Ärzte die Fachleute für das Therapieren sind, wäre ich auch als Apotheker fachlich dagegen, dass in Apotheken geimpft wird. So etwas sollte weiterhin der Arzt erledigen, da sollten wir uns nicht einmischen (genausowenig wie Ärzte dispensieren sollten). Als weitere Begründung nenne ich auch noch gerne die Nummer, dass der Nadelstich eine Körperverletzung darstellt. Und wer zahlt den Schaden, wenn der Patient eine Impfreaktion hat und ex geht? Der Arzt hat eine Berufshaftpflicht, wir Apotheker normalerweise nicht.

    Nene, das ist Sache des Arztes!

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    1. Hmmm, angesichts der Tatsache, dass sie gerade in den USA (die ja sehr Klagefreudig sind) bisher keine Probleme in die Richtung hatten, hätte ich da nicht so sehr Angst rechtlich gesehen. Aber Deine Argumente habe ich von anderen Apothekern auch schon gehört.
      Nur … wenn man immer so sehr vorsichtig ist, geht man keinen Schritt vorwärts – aber die Welt um uns verändert sich trotzdem ständig weiter.

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      1. Das rechtliche Argument war eigentlich gar nicht mal das ausschlaggebende in meinem Statement.
        Sondern eher das „Schuster bleib bei deinen Leisten“. Wir Apotheker wollen nicht, dass Ärzte dispensieren, da sie das fachlich nicht drauf haben. Wir sollten aber auch ehrlich sein, dass wir Apotheker auch nie an der Uni gelernt haben, subkutane Injektionen zu geben.
        Sicherlich stellt das jetzt nicht das ultimativ ärztliche KnowHow da, den Nadelstich kriegt auch ein Affe hin. Aber wir dürfen von unserer Profession her nicht therapieren, das ist uns untersagt. Und die Injektion stellt genau das da.
        Das Argument mit den Schadensersatzforderungen bei einer Impfreaktion ergibt sich daraus zweitrangig und zwangsläufig.

        Weiterhin sollte man noch bedenken, dass eine mögliche Impfreaktion bei der Injektion eines fremden Proteins ein anaphylaktischer (= allergischer) Schock ist, wenngleich der selten auftritt. Das ist ja der Grund, weswegen man nach einer Impfung noch ein paar Minuten beim Arzt wartet. Wir müssten dann als Apotheker umgehend Cortison und Antihistaminika intravenös dagegen injizieren, da in einer Apotheke ja kein Arzt anwesend ist. Mit aller Liebe zu meiner Profession sehe ich spätestens da eine Ausübung der Heilkunde, die wir nicht tun sollten und die uns zu Recht untersagt ist.

        Ich will mich aber der Sache nicht vollständig verschließen. Interessant wäre es, über Studien zu untersuchen, ob man bei Impfungen über Apotheken eine deutlich höhere Durchimpfrate erreichen würde, als bei alleinigen Impfungen über den Arzt (infolge einer niedrigeren Hemmschwelle). Dann lasse ich da mit mir reden.
        Allerdings wäre dann die Voraussetzung, dass die Impfung nur durch den approbierten Apotheker erfolgen darf und keinesfalls durch die PTA. Der Grund dafür ist, dass ich keine Lust habe, meine Approbation abzugeben, wenn die PTA, für deren Handlungen ich verantwortlich bin, Blödsinn baut.

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        1. Studien würde ich begrüssen :-)
          Zum „Schuster bleib bei deinen Leisten“ … wir haben bei uns auch die Selbstdispensation … also, wenn die Ärzte auch nicht bei ihrem Kerngebiet bleiben, weshalb müssen wir das dann?
          Und natürlich könnte man auch darüber diskutieren, ob eine Impfung jetzt Therapie oder Prophylaxe ist …
          Zur anaphylaktischen Reaktion: Nach meinen Info sind in den Impfapotheken Adrenalin-Pens für eben den Fall vorhanden. Da ist also auch vorgesorgt …
          Das grösste Problem wären ja bereits allergische Personen – und in der Vorbereitung wird nach Allergien gegen bisherige Impfungen und Hühnereiweiss gefragt.
          Meine Meinung: Wenn das richtig gelernt wird und richtig durchgeführt wird (und beides ist durch Apotheker gut machbar) ist das eine gute und mögliche Sache.

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          1. Dann muss aber erst mal eine gründliche Gesetzesänderung her. In Deutschland ist es einem Apotheker untersagt, den Adrenalinpen zu applizieren (wobei Cortison und Antihistaminika sinnvoller sein dürften). Man darf ja nicht mal einem Asthmapatienten mit akutem Anfall, der sein Salbutamolspray daheim vergessen hat, ein Salbutamol-Spray aushändigen, da kein Rezept. Gleiches gilt für für das Nitrolingualspray bei dem akutem AnginaPectoris-Anfall oder die Applikation des (nicht vom Arzt verschriebenen und nicht mitgeführten) Notfallsets bei einer anaphylaktischen Reaktion auf einen Bienenstich.
            Was Deine Unterscheidung zwischen Therapie und Prophylaxe betrifft, ist der Unterschied eigentlich irrelevant. Beides ist Heilkunde und das dürfen in Deutschland nur Ärzte (und Heilpraktiker, seufz), keine Apotheker.

            Wie gesagt: Diskutieren darf man das Thema gerne. Die Idee an und für sich finde ich selbst spannend. Und bei ner vernünftigen Studienlage kann man da vielleicht auch die Ärzteschaft überzeugen (von deren Seite hier deutlicher Gegenwind kommen dürfte). Aber wenn man die Durchimpfrate durch Impfungen in Apotheken nicht deutlich erhöhen kann, sollten wir die Nummer den Ärzten lassen.

            Was das Vorbereitungsgespräch betrifft: Man sollte bedenken, dass wir hier in Deutschland kein Dossier über den Patienten führen dürfen wie es Ärzte haben und uns auf das verlassen müssen, was der Patient erzählt. Und der dürfte nicht unbedingt immer parat haben, ob er bereits auf manche Medikamente allergisch reagiert hat. Das hat er seinem Arzt erzählt, der es in die Akte aufgenommen hat und nicht der Apotheke.

            Das Argument „Ärzte dispensieren in der Schweiz schließlich auch, also wollen wir auch impfen“ halte ich in dem Zusammenhang für eher weniger zweckdienlich, das sehe ich eher als eine Art Trotzreaktion nach dem Motto „Wie Du mir, so ich Dir“.

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  13. Ich hatte noch nie eine Influenza, wieso also sollte ich mich dagegen impfen lassen..
    Als ich nach Indien ging, hab ich beim Arzt angerufen und einen Termin abgemacht. Die Dame sagt, sie wisse nur so ungefähr, was sie impfen soll. Also hab ich ihr gesagt, was ich will und was nicht (Info aus Tropimed). Das Malaria-Medikament hab ich mir auch selbst ausgesucht, sie wollte mir das geben, was gerade am Lager war. Ich hab darauf bestanden, dass sie mir ein anderes bestellt. Einen Arzt hab ich keinen gesehen..
    Und nein nicht alle Ärzte schauen aufs Budget, bzw. doch aber auf ihr eigenes. Mein Vater, der noch immer glaubt, dass es billiger sei, bei einem Arztbesuch noch den Medischrank nachfüllen zu lassen, bekommt auch gerne mal statt einem gewünschten Rennie (für den Notfall) eine Packung Antramups (auch wenn es ein halb so teures Generikum gegeben hätte).

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    1. Ich hatte noch nie einen Autounfall, warum sollte ich mich anschnallen?

      Bei mir hat’s noch nie gebrannt, warum sollte ich Rauchmelder installieren?

      Hm, vielleicht weil es morgen passieren könnte?

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      1. Nun, da ich mich guter Gesundheit erfreue, keine chronischen Erkrankungen habe und auch nicht mit Menschen in Kontakt komme die akut gefährdet sind, wäre das nicht weiter schlimm..
        Im folgenden Jahr könnte ich mich ja dann impfen lassen. Bis dahin halte ich mein Immunsystem in Schuss (nein nicht mit Globuli, mit evidenzbasierter Phytotherapie, gesunder Ernährung, Bewegung und frischer Luft) und versuche es nicht soweit kommen zu lassen..

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        1. wenigstens noch jemand die gleich denkt wie ich…
          (ebenfalls keine chron. Erkrankungne, kein Kontakt mit akut gefährdeten …)

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        2. Ist schon klar, dass man sich nicht unbedingt impfen lassen muss, gerade wenn man keine besondere gesundheitliche Belastung hat.

          Allerdings unterschätzt man eine echte Grippe vielleicht, wenn man noch nie eine hatte. Das ist echt kein Spaß, und die Erholung dauert eine ganze Weile. Aber die meisten überleben es. Die anderen haben halt Pech.

          Und eine gesunde Lebensweise, die das Immunsystem unterstützt, ist natürlich immer gut.

          Ich fand bloß die Argumentation „ich hatte es noch nie, warum sollte ich mich impfen lassen“ so völlig hanebüchen.

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  14. In Deutschland wurde immer behauptet, diese Grippeschutzimpfung solle erst ebi gesunkenen Temperaturen durchgeführt werden. In den USA habe ich bei jedem Walgren’s (Pharmacy + Supermarkt) im August das Schild gesehen und in Arizona war es 43° C heiss. Hat das was mit den Lieferungen oder Aufbewahrung der Impfdosen zu tun?

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  15. An all die, die sagen, sie hätte keinen Kontakt zu Gefährdeten: Wie schafft man es überhaupt gar keinen Kontakt zu über 60 jährigen oder kleinen Kindern zu haben? Wirklich gar keinen? Nicht beim Bäcker, nicht in der Bahn, nicht bei der Arbeit, nicht indirekt über Kollegen, die Kinder haben etc..
    Die Influenza ist zur Zeit die einzige Krankheit, die ein Pandemie Potenzial hat. Das heißt es gibt keine andere Krankheit die sich so schnell und so weit ausbreiten könnte. Da zu sagen, dass man ja keinen Kontakt hat (wahrscheinlich, weil man niemanden in der Familie oder im engsten Freundeskreis hat) ist schon reichlich naiv.

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  16. ich persönlich hätte nix dagegen, allgemein von Apothekern geimpft zu werden. In der Apotheke werde ich grundsätzlich gut beraten und man nimmt sich die Zeit für mich, die das Gespräch nunmal in Anspruch nimmt ohne dass ich das Gefühl habe, abgespeist zu werden. Das sind die Punkte, die ich beim Arzt kritisiere und weswegen ich nix dagegen hätte, wenn das impfen in die Apotheken ausgelagert werden würde.
    Ich verstehe aber auch den Einwand „Schuster bleib bei deinen Leisten“ und die Argumente von chefarzt sind auch nicht verkehrt.

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  17. Zur Info: In den USA impft seltenst der Arzt. Das darf hier eine Krankenschwester machen. Es gibt i.A. verschiedene „Abstufungen“ in der Ausbildung von Krankenschwestern und -pflegern. Die mit der hoechsten Ausbildung impfen, geben Spritzen, nehmen Blut ab. In einer amerikanischen Pharmacy gibt es oft eine eigene kleine Praxis, die mit einer Krankenschwester mit Zusatzausbildung besetzt ist und die bestimmte Krankheiten behandeln darf (Harnwegsentzuendungen abklaeren, Streptokokkentests, sowas halt). Das wird oft mit einer Pauschale abgegolten, das ist wichtig, weil es eben in den USA jede Menge Menschen gibt, die keine Krankenversicherung haben und dadurch bei den Aerzten Mondpreise bezahlen muessen (keine Verhandlungsmacht einer grossen KV im Ruecken). Da impft also nicht die Apothekenfachkraft (studierte Pharmazeuthen sind oft nur die Chefs der Apotheke), sondern die bereits erwaehnte Krankenschwester mit Zusatzausbildung. Die sind dann natuerlich versichert.

    Eine Grippeimpfung kostet rund 25 Dollar, die von der Krankenkasse bezahlt wird – so man denn eine hat. Hier kann sich kaum einer leisten wegen einer Grippe nicht zur Arbeit zu koennen. Der amerikanische Arbeitnehmer hat nur 3 Krankentage – mit Glueck – sonst oft gar keine! Und wenn die Krankentage sogar noch bezahlt werden, ist das wie ein kleiner Lottogewinn…

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  18. Vom Apotheker impfen lassen?
    Kommt auf die Hygiene in der Apotheke. In der Apotheke meines Vertrauens würde ich mich auch impfen lassen, ansonsten bevorzuge ich dann doch eher meinen Hausarzt.

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