Muss man Nicht-Kunden beraten?

Frau in der Drogerie zur Drogistin:

„Könnten sie mich beraten, welches Makeup ich für meine Haut nehmen kann – damit ich es dann bei mir zu Hause in Deutschland kaufen kann. Da bekomme ich die Sachen nämlich günstiger.“

Ja. Ernsthaft – genau so hat es mir die Drogistin gestern wiedergegeben.

Ich: „Aber die hast Du hoffentlich weggeschickt, ja?“

Drogistin (entsetzt): „Das kann ich doch nicht!“

Doch, das kann sie – und in meinen Augen soll sie das auch. Die Frau, die da eine komplette Haut- und Makeup-Beratung von ihr verlangt, sagt nämlich schon, dass sie nichts kaufen wird – dann ist sie auch keine Kundin von uns – und als solche muss sie nicht bedient werden. Das ist nämlich Zeit, die dann bei richtigen Kunden abgeht.

Eure Gedanken dazu?

66 Kommentare zu „Muss man Nicht-Kunden beraten?

  1. „Man kann’s ja mal versuchen…“
    Nee, schon richtig so. Das ist ziemlich dreist, Zeit und Mühe in Anspruch zu nehmen, obwohl von vornerein klar ist, dass sie woanders kaufen wird. :-?
    Entweder ich will eine ausführliche Beratung – dann muss ich auch in Kauf nehmen (haha, Wortspiel!) dass es ein bisschen mehr kostet, oder ich will etwas so billig wie möglich haben und verzichte darauf, persönlich beraten zu werden – mit dem Risiko eines Fehlkaufes.
    Beides zusammen geht halt nicht.

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    1. „Das ist ziemlich dreist, Zeit und Mühe in Anspruch zu nehmen, obwohl von vornerein klar ist, dass sie woanders kaufen wird“

      Mhm… mittlerweile ist das aber fast schon zum Standard geworden. Die Beratung und das „ich schau`s mir mal in echt an“ holt man sich im Laden vor Ort (z.B. die neue Waschmaschine im Elektrogeschäft), gekauft wird dann aber nach ausführlicher Preisrecherche im Internet beim günstigsten Versandhaus….

      Ich sehe das Dilemma und alle möglichen Langzeitfolgen, aber so denkt nun mal ein nicht unerheblicher Teil der Konsumenten…

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  2. Naja, immerhin war sie ehrlich… Genausogut hätte sie sich die Beratung geben lassen können ohne etwas zu sagen – und dann trotzdem woanders kaufen… So kann sich die Beraterin immerhin darauf einstellen, dass es keinen Gewinn zu holen gibt und entsprechend weniger ausführlich beraten bzw. nur, wenn grad kein anderer Kunde in Sicht ist, z.B.

    Ich glaube, ich hätte es von meiner persönlichen Tageslaune und der Menge der noch zu erledigenden Arbeit abhängig gemacht, ob ich sie beraten hätte…. vielleicht wäre sie vom Service so beeindruckt gewesen, dass sie dann doch was gekauft hätte bzw. gerne für andere Einkäufe wiederkommt… wer weiß. Mir geht das manchmal so, dass ich Läden meide, wo ich unfreundlich behandelt werde und lieber in einen Laden gehe, wo ich nett bedient werde (auch wenn das da dann etwas teurer ist), denn grundsätzlich kaufe ich auch eher preisbewusst ein…

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    1. Ich weiss wirklich nicht, ob ich die „Vorankündigung“ nichts kaufen zu wollen, besser finde als wenn sie nichts sagt.
      In dem Moment waren wir übrigens recht beschäftigt und die Nicht-Kundin (nein, sie hat dann tatsächlich nichts gekauft) hat doch immerhin 15 Minuten Arbeitszeit der Kollegin, die sich nicht getraut hat, etwas zu sagen … ich sag jetzt mal „geklaut“.

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  3. Ich stimme Cassa zu. Die meisten sagen Ihre Absicht, danach im Internet/bei billigeren Anbietern zu kaufen nicht so offen sondern konsumieren die Beratung ohne eine Gegenliestung (Kauf, Beratungshonorar) überhaupt auch nur in Erwägung zu ziehen.
    Und denken Sich nur: Hach, im Internet ists ein Schnäppchen, das Geschäft um die Ecke wollte mich ja eh nur abzocken.
    Darum haben gewisse Geschäfte auch für kleine Beratungen bereits eine Grundgebühr eingeführt. Ich kenne ein Geschäft eines Telefonanbieters bei dem man für Beratungen etwas zahlen muss und auch einen Schuhladen wo pro anprobiertem Schuh eine Gebühr fällig ist. In dem Segment ist das lokale Geschäft/Internet Problem anscheinend auch gross.

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    1. Das mit den probierten Schuhen ist aber auch eine Frechheit. Ich sehe ja nicht vorher, ob mir der Schuh a) passt und b) bequem ist, da muss man sich ja durchprobieren.

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      1. Hmm, das mit den Schuhen hatte ich noch nie – nicht, dass ich soviele Schuhe kaufe.
        Besser fände ich es dort, dass die Gebühr z.B. nur verlangt wird, wenn dann kein Schuh gekauft wird …

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        1. fände ich aber auch nicht so toll. Ich geh häufig in Schuhläden weil es meistens keine passende Schuhe gibt. ich habe Schuhgröße 35. Frauenschuhe gibt es da in der Regel gar nicht. Und wenn es mal Schuhe gibt in der richtigenGröße und die mir gefallen, sind diese sehr sehr oft zu groß oder zu klein. Ich bin schon manches mal frustriert aus dem Schuhladen wieder raus.

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        2. hmm, aber kann ich etwas dafür, wenn mir keiner passt?? Ich wäre ja überglücklich, würde ich bei jedem Probieren etwas Passendes finden! Aber auch bei Hosen habe ich jeweils nur nur ne Ausbeute von vllt 5%, das käme mich teuer zu stehen mit solchen Gebühren…

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        3. Ich würde einen Schuhladen nicht besuchen, wenn ich für das Anprobieren zahlen müsste. Ich trage Einlagen und von 20 anprobierten Paaren bin ich froh, wenn eins passt. Oft brauche ich mehrere Geschäfte und teils sogar mehrere Anläufe bis ich mal ein Paar finde. Ich finde gerade bei Kleidung gehört Anprobieren dazu.

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    2. Als ich Kind war, stand an vielen Geschäften in Südfrankreich „entrée libre“. Das hieß, man brauchte nichts zu bezahlen, wenn man hineinging…

      der Schuhladen übertreibts meiner Ansicht nach; da vergrault man sich die Kundschaft. Der Telefonanbieter ebenfalls; wer will denn ohne Beratung Verträge abschließen? (Aber die DB AG machts ja auch so…)

      Allerdings kenn ichs auch so, daß man in manchen Geschäften Kataloge kaufen muß, aber den Kaufpreis bei einem Kauf ganz oder teilweise angerechnet bekommt. Finde ich gut. Märklin macht das leider nicht mehr…

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    3. Na super, eine Gebühr pro anprobiertem Schuh… In diesen Laden bekämen mich dann nicht mal 10 Pferde, es sei denn, die haben exakt die Schuhe, die ich gerne hätte und von denen ich weiß, dass sie mir passen.
      Mit meinen Problemfüßen wäre ich da ’ne Menge Geld los, ohne überhaupt einen Schuh gekauft zu haben.

      Was ich allerdings schon gemacht habe: In einem Baumarkt ein Klo-Becken gesucht und gefunden, leider mit der falschen Abflussrichtung. Das gleich Klo mit der für uns richtigen Abflussrichtung sollte statt 89 Euro (das mit der falschen Richtung) gleich mal 189 Euro kosten, Katalogpreis, versteht sich. Wir wollten noch überlegen, weils ja doch eine ganze Stange Geld ist und evtl.wäre es günstiger, den Abfluss einfach zu verlegen… denkt Frau *gg*
      Im Internet wollten wir dann nochmal auf der Seite des Herstellers gucken, ob es bezahlbarere Alternativen gibt und sind bei einem Sanitärgeschäft gelandet, welches das gleiche Klo für 110 Euro inkl. Versand anbot. Da haben wir dann gekauft.

      Ansonsten bin ich mittlerweile vom Spartripp wieder runter und kaufe lieber im Fachgeschäft, wo ich bei Problemen auch schnell mal hingehen kann. Was bringen mir 10 oder 20 Euro Ersparnis, wenn ich bei Reklamationen oder ähnlichem nur Gerenne habe, die Ware wieder zum Anbieter zu bekommen?!

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  4. ich bin auch der Meinung, dass jede Arbeit ihren Lohn wert ist, aber die „Kundin“ hat immerhin mit offenen Karten gespielt (ist doch auch schon was, in der heutigen Zeit ;-) ).
    Ich hab‘ jedoch einen anderen Gedanken: Vielleicht hat auch der Tourismusverein eine neue Aktion ausgerufen
    .. und Du, liebe Pharmama, hast mal (wieder) nichts mitbekommen :-D

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      1. na ja, die Tourismusvereine sind doch manchmal recht kreativ: „von links nach rechts klöppeln“, „Wasser kochen ohne dass es anbrennt“ etc.
        warum dann nicht auch ein Kurs á la „unser Dorf soll schöner werden“
        Die mitwirkenden Unternehmen werden selbstverständlich beim nächsten „Dorftreff“ lobend erwähnt ;-)

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  5. Ich hätte der „Kundin“ geantwortet, „Dann lassen sie sich doch auch dort beraten!“ Wobei wirklich einfach ist es nicht. Ich erlebe auch so ähnliche Situationen, wenn Interessenten kommen um die Einrichtung anzuschauen, wo ich genau weiss die kommen nicht. Dann erkläre ich auch was vor einem Heimeinzug gemacht werden muss.

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  6. Recht hast Du, Pharmama!
    Eine Beratung für lau GIBT ES NIRGENDS; auch wir in der Apo haben nix mehr zu verschenken.
    Mich ärgert dasselbe:
    nach ausführlicher Beratung von Vor- und Nachteil von Vitamin-,Mineral-,orthomulekularem Gedöns etc. kommt die Preisfrage – dann das entrüstete Erstaunen über unseren Preis – dann der Abgang: “ ich überleg mir das noch mal…“.
    Diese Leute jammern über den Untergang der Tante-Emma-Läden – kaufen aber selber im Center-markt auf der grünen Wiese …

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  7. Den Kunden hätte ich auch in die Wüste geschickt.

    Wobei mir da auch ein ehem. Kollege aus der Apotheke einfällt, der ebenfalls immer darüber geschimpft hat, dass sich die Leute in der Apotheke beraten lassen und danach im Netz bestellen.
    Fünf Minuten später hat er dann erzählt, dass er sich seine Sachen zum Wandern im Outdoorladen in der Innenstadt ansieht und ausprobiert (Wanderschuhe), sie sich dann aber abschließend im Netz bestellt. Der Kollege war da auch ziemlich stolz drauf, da er dadurch ein paar Euro spart.

    Das Phänomen scheint also verbreiteter zu sein.

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  8. Wobei es das ganze auch anders herum gibt.
    Ich gehöre zu den Leuten, die sich gerne über ein Produkt im Internet informieren und dann im Laden kaufen (Ich hasse Lieferzeiten und „Ich will ihnen das mal andrehen, weil sie keine Ahnung haben“- Beratungsgespräche).

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    1. Für mich ist eigentlich der Haupgrund im Laden vor Ort zu kaufen, dass ich beraten werde und mich eben nicht stundenlang im Internet schlau machen muss.

      Dazu suche ich mir dann eben Läden aus, bei denen ich weiß, dass Sie mich beraten und nicht irgendwas andrehen wollen. Und wenn man dann das erste mal in einem Laden kauft, bei dem man das noch nicht weiß, lässt man sich halt beraten, kauft dann nichts, guckt mal was das Internet zu dem empfohlenen Artikel sagt und kauft es dann im Laden oder sucht sich einen anderen Laden.
      Wobei man oft auch schon ohne selbst Ahnung zu haben, während einem Beratungsgespräch merkt, ob das gegenüber einen gut berät.

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  9. Dreist dreist dreist
    Ich kenn das (Reisebüro). Wenn sich Nicht-Kunden schon am Anfang enttarnen schmeiss ich die mittlerweile gnadenlos raus!

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    1. Wie machen das die Leute im Reisebüro? Kommen die ernsthaft rein und sagen: „Beraten Sie mich bitte 1 Stunde zu meiner Urlaubsreise, ich bestelle sie mir dann über TUI direkt.“?

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    2. hmhmhm….was Reisebüro anbelangt, hatte ich neulich ne „tolle“ Beratung, nach der ich mich dann entschlossen habe, selbst im Internet zu buchen.
      Vorgabe: Mallorca, kein Hotelblock (lieber was kleines, evtl. FeWo), Mietwagen, Zeitraum 1 Woche, Wochentage egal (also auch unter der Woche), Budget ca. 1000,- € für zwei Personen.
      Das billigste, was uns angeboten wurde war ein Hotel mit 50 Einheiten von Sa bis Sa um 800,-€ p.P.
      Das habe ich mich geärgert, dass ich extra ins Reisebüro gegangen bin, am Tag vorher noch angerufen habe, um die Wünsche durchzugeben, damit die Dame schon was vorher raussuchen konnte, und noch 1,5 h da saß.

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      1. Gute und schlechte gibt es überall. Ich hab mich auch schon über so einige Apotheken hier aufgeregt weil die echt (sorry) dämlich waren.
        Also nix pauschalisieren. Ich mach meinen Job schon n paar Jahre und hab viele glückliche Stammkunden :-)

        Ja es gibt wirlich Leute die reinkommen und direkt sagen das sie nur mal gucken wollen. Buchen würden sie dann aber woanders. Am besten noch irgendwo, wo es Rabatte gibt.
        *argh*

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        1. Naja, gegen „Gucken“ spricht ja eigentlich nichts. In die Apotheke kommen ja auch öfters mal Leute, die sich einfach nur mal im Sortiment umsehen wollen und dann wieder gehen. Dafür steht das Zeug ja in der Freiwahl.
          Dürfte ja mit Euren Prospekten ähnlich sein, oder?
          Assig würde ich es nur finden, wenn ich nen Reiseberater eine Stunde in Anspruch nehme und mir dann dasselbe im Netz bestellen würde. Der arbeitet schließlich auch auf Provisionsbasis.

          Allerdings hatten wir (meine Freunding und ich) es auch schon, dass der Mann im Reisebüro trotz gründlicher Recherche nichts passendes für uns gefunden hatte. Dann fühle ich mich da jetzt auch nicht verpflichtet, eine Reise zu buchen, nur damit der jetzt auch zufrieden ist.

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    3. Finde ich schwierig – stehe gerade selber vor der Situation: Reiseland steht fest, aber keine Ahnung, welche Angebote es dafür gibt. Da würde ich mich schon gerne in einem Reisebüro beraten lassen – und was ist, wenn es nichts gibt, was mir zusagt? Dann würde ich schon gerne ohne schlechtes Gewissen haben zu müssen wieder gehen dürfen…
      Schliesslich gibt es diese Kunden in meiner Apotheke auch: Beratung aufgrund eines akuten Problems, und die Beratung ergibt dann, dass entweder der Kunde/Patient doch lieber zum Arzt gehen sollte, oder dass wir ihm nicht helfen können.

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      1. Hmmm … aber Du gehst dann ja nicht mit der Einstellung ins Reisebüro: „Ich lass mich mal hier beraten, aber kaufen tue ich hier nichts“ – sondern Du willst ja etwas kaufen – wenn es dann aber nichts passendes hat, ist das nicht unbedingt dein Problem …

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  10. … und dann über Servicewüste und sinkende Reallöhne meckern.

    Wenn ich in ein Geschäft gehe, um mich beraten zu lassen, dann zahle ich diesen Mehrwert auch.

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    1. Das sehe ich grundsätzlich auch so, es kommt aber auch auf die Proportionen an. Beispiel Kameras: Wenn ich im Internet eine Kamera für 2000€ bestellen kann, die im Laden 3000€ kostet dann finde ich das nicht im Verhältnis zu der Beratung, und sei sie noch so gut. Eine Möglichkeit wäre dann vielleicht, wenigstens Zubehör im Laden zu kaufen.

      Geht es aber wie hier um Kosmetikprodukte dürfte sich die Differenz ja in Grenzen halten?

      Ein weiterer Punkt ist aber auch die Qualität der Beratung. Ich bin allerdings auch schon einige Male aus meiner Sicht schlecht beraten worden, weswegen ich dann von einem Kauf abgesehen habe oder es mir tatsächlich noch einmal überlegen und vielleicht auf anderem Wege Informationen einholen. Auch hier das Beispiel Kameras. Ich bin gerade auf der Suche und in einem Fachgeschäft hatte ich mehr Ahnung als der Verkäufer. Das ist dann auch nicht im Sinne des Erfinders…

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      1. Was für Dich die 1000 Euro Preisunterschied sind, sind in der Apotheke manchmal 50 Cent, die der Versandhandel billiger ist.

        Wenn die Kamera im Netz 2000 Euro kostet und beim Händler 3000 Euro, wäre es eine Idee, sich den Netzpreis auszudrucken und damit beim Händler aufzutauchen, der einen beraten hat (falls die Nummer kompetent war). Das sollte eine Grundlage für einen Preisnachlass sein.
        Man sollte sich da bei etwa 2300-2400 Euro treffen. Und hat den Vorteil, dass man mit einem Experten spricht, wenn dann mal Probleme auftauchen und nicht mit einer Hotline abgefertigt wird.

        Eine Kamera in dieser Preisklasse würde ich jetzt aber wirklich nur beim Fachhändler vor Ort kaufen oder bei einem privat bekanntem und 100% seriösem Versender. Ich glaube, in dieser Preisklasse kann man im Netz ziemlich auf die Schnauze fliegen. Ohne mich mit Kameras im Detail auszukennen: Irgendwie sind mir in der Preisklasse die 1000 Euro suspekt, da muss ein anderer Hacken noch dran sein. Stellt man leider immer erst fest, wenn man das Ding schon bezahlt hat.

        Was die Qualität angeht: Diese Pseudo-Beratungen kenne ich aus den Elektronikdiscountern bei Handy, Kamera und Co. Dort passierte mir das regelmäßig, dass die Beratung mies ist und ich selbst mehr weiß als der Verkäufer. Daher kaufe ich dort auch nicht mehr.

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        1. Das mit den Kameras kenn ich aber. Im Laden für 900 euro und im Netz für knapp 500. Selbst 100 euro preisuntershcied find ich da heftig, ich hab als Studentin ja nicht sooo viel Geld. Wenn man im Internet bei diversen Händlern kauft, fliegt man eigentlich nicht auf die Nase z.B. Am**on direkt oder diveres Elektrohändler. Und ja ich schau mir die Kamera auch davor im Mediamarkt an, verlang aber keine Beratung, da frag ich lieber Bekannte, die sich damit auskennen und keine Verkäufer. Die Kameratasche hab ich dafür im Laden gekauft (kostet 5 Euro mehr als im Internet), dafür weiß ich, dass ich sie ausprobieren konnte und sich die Verkäufer Zeit genommen haben, die richtige zu finden.

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          1. „Und ja ich schau mir die Kamera auch davor im Mediamarkt an, verlang aber keine Beratung,“

            Die Chancen wären eh sehr schlecht eine gute Beratung zu bekommen, selbst wenn du sie verlangen würdest. Da arbeitet doch recht selten fachkundiges Personal.

            Wobei ich zugeben muss, dass ich da von der Beratung beim Mediamarkt hier vor Ort doch recht positiv überrascht wurde. Die sind mich dann allerdings auf anderem Wege als Kunden wieder losgeworden.

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  11. Wegschicken würde ich nicht. Prinzipiell steht vor einem ein Kunde, der prinzipiell kaufbereit ist.

    Wenn Zeit übrig ist, hat man hier doch gute Gelegenheit, ein Verkaufsgespräch zu üben, möglicherweise unter Einbeziehung des eigenen (Nachwuchs-)Verkaufspersonals (PTA?)?

    Nachfolgend ein paar Ideen hierzu:

    Wen die Kundin noch keine genauen Vorstellungen hatte, was sie wollte, wieso wusste sie denn schon vorab, dass es in D preiswerter ist? Ist sie mit der Beratungsqualität in D nicht zufrieden? Warum glaubt sie vor Ort besser beraten zu werden?

    Konvertierung zum Doch-Kaufen: Gerade bei Kosmetika hat man doch die Möglichkeit, ein „attraktives Gesamtpaket“ zu schnüren, korrekt?
    „Das bekommen, Sie so nur bei uns…“. „Als Bonus gebe ich Ihnen noch…“.

    Cross-Selling, Cross-Selling, Cross-Selling: „Bei Ihrem Hauttyp und dem momentanen Wetter würde ich Ihnen übrigens noch empfehlen… Das könnten Sie auch direkt auftragen…“

    Gruß und viel Spaß beim Verkaufsgespräch wünscht

    Jürgen Osterberg,
    PlanetApo, SocialMediaPortal für Apotheker
    http://www.planetapo.de

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    1. Das sind gute Tipps, allerdings denke ich nicht, dass sie nach *der* Ankündigung dann trotzdem etwas gekauft hätte.
      Warum sie wusste, dass es in D preiswerter ist? Sie kommt von dort und die meisten Sachen sind tatsächlich günstiger.

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  12. so aber ’ne Frechheit!
    ich haette sowas geantwortet: vielleicht waere besser, wenn sie sich direkt in ihrer lieblingsapotheke anwenden und beraten lassen, wahrscheinlich sind produkte und gesetze anders als hier. auf wiedersehen (und waere einfach weg).

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  13. ist schon irgendwie eine frechheit auchnoch zu sagen das man sich die sachen billiger in D kaufen will, aber hier gratis beraten werden.
    sie kann das zeug ja zb. einmal hier und jetzt kaufen und danach zu hause, oder sich gleich zu hause beraten lassen…

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  14. In dem Fall ist es auf jeden Fall recht eindeutig kein Kunde, da sie ja in Deutschland wohnt und dementsprechend auch für andere Dinge sicher nicht in eure Apotheke kommt.

    Gibt aber sicher auch andere Fälle, wo es evtl. sinnvoll sein kann, den Nichtkunden zu beraten. Habe auch schon einmal Beratung in Anspruch genommen und vorher dazu gesagt, dass ich es nicht dort kaufen werde.

    Geht um einen kleinen Elektronikfachmarkt, bei dem ich schon diverse Kleinteile und auch ein Elektrogroßgerät gekauft habe und auch in Zukunft vorhabe dort zu kaufen.

    Dabei ging es dann um eine Beratung für ein Geburtstagsgeschenk für meinen Vater, da meine Eltern allerdings gute 500km entfernt wohnen, habe ich gleich dazugesagt, dass es dann vermutlich auch dort gekauft wird. Ich wollte eigentlich nur eine grobe Preiskategorie, da es ein Geschenk mit mehreren Personen werden sollte und hätte es durchaus verstanden, wenn ich keine Beratung bekommen hätte.

    Ich habe dann eine sehr ausführliche Beratung bekommen und das als in diesem Fall Nichtkunde. Und das war dann einfach ein Service, bei dem man dann beim nächsten nötigen Einkauf gerne wieder hingeht.

    Ich denke also der Nichtkunde hat generell keinen Anspruch auf Beratung und muss sich auch mit einem Nein abfinden. Im Einzelfall kann die Beratung eines Nichtkunden aber durchaus auch verkaufsfördernd sein. Und die Ausnahmen bringen dann natürlich auch gute Mundpropaganda.

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  15. Ein Weg um dieses Problem teilweise zu umgehen könnte die Einführung eines (moderaten) „Beratungshonorars“ sein. Der Apotheker ist nämlich der einzige, mir bekannte, intellektuelle Beruf wo es Beratung umsonst gibt. Der Apotheker trägt nämlich auch die Verantwortung für seine Beratung.
    Versteht mich nicht falsch: „Wir beraten täglich Kunden die nachher nichts kaufen. Dagegen ist, per se, nichts einzuwenden. Wenn es aber von vornherein klar ist, dass die Artikel nacher irgendwo bestellt werden wo es billiger ist, dann ist das nicht mehr korrekt.
    Die Apotheken bezahlen hoch qualifiziertes Personal und können (und wollen) nicht mit dem Discounter um die Ecke mithalten. Nächstes mal kann ja vielleicht die nette Kassiererin aus dem Discounter Rat geben…

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  16. Ich glaube das sie nicht in der Schweiz kaufen wollte liegt einfach daran, das die Schweiz ihre Steuern hauptsächlich über den Handel „reinholt“. Eure Mehrwertsteuer (heißt bei euch anders) ist ungefähr doppelt so hoch wie unsere und dadurch werden die Preise höher, grundsätzlich. Das hat nix mit Euch zu tun…

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    1. Nein, bei uns sind die Preise (und die Lebenserhaltungskosten) einfach allgemein höher. Im Moment ist es sogar noch extremer, weil der Euro so tief ist.
      Die MWSt … was Medikamente angeht ist die in Deutschland viel höher als bei uns (2.5% hier) – oder irre ich da?

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    2. Standardsteuersatz: 19% D, 8% CH
      reduzierter Satz: 7% D, 2,5% CH

      Es gibt viele Gründe für die „teure Schweiz“ — der Steuersatz gehört nicht dazu. Am spürbarsten ist derzeit der Eurokurs, vor zwei Jahren lag er noch bei 1.60 Franken, inzwischen bei 1.10 Franken.

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  17. Ich vermute mal, der hohe Schweizer Franken macht Euch gerade zu schaffen. Ich habe gerade gelesen, dass diverse grenznahe Händler in der Schweiz darunter leiden, dass ein Großteil der Kaufkraft ins deutsche Nachbarland abfließt, weil es durch den Wechselkurs im Moment soviel billiger ist als sonst.

    Ihr habt in der Schweiz das höhere Lohnniveau, die besseren Jobs, die höhere Lebensqualität, sauberere Luft – aber auch das höhere Preisniveau. Dafür haben wir Deutschen den Euro mit all den tollen Ländern, die jetzt unterm Schutzschirm kauern…so hat jeder sein Päck zu tragen und Abwägen, wer nun das bessere Ende von der Wurst abbekommen hat, ist für mich als Norddeutsche ohne Umsiedelungswunsch ohnehin müßig. Neiddiskussionen sind nicht mein Fall.

    Der Wechselkurs ist ja auch nur das Hintergrundproblem.
    Das Hauptproblem ist die Geizgeilheit der Leute und die Kurzsichtigkeit, mit der sie um ein paar ersparter Münzen willen riskieren, dass der Fachhandel mit seiner guten Beratung langsam aber sicher ausstirbt.
    Man wird nicht für dumm verkauft – die Kunden kaufen sich selbst dumm durch ihre geschäftsschädigende Taktik.

    Jeder Virus, jeder Parasit „weiß“ durch die Evolution, dass er sich nur dann effektiv vermehren kann, wenn er seinen Wirt nicht umbringt, sondern ein produktives Miteinander ausbalanciert.
    Die Kunden ignorieren die Folgen ihres Verhaltens total. Ist ein Virus also schlauer konzipiert als der Mensch?

    In der Bankenbranche ist es auch so: Die Leute beschweren sich, dass die kleinen kostenintensiven (und daher unwirtschaftlichen) Filialen geschlossen werden, aber gleichzeitig wird in jedem Beratungsgespräch damit argumentiert, dass die Direktbanken ja mehr Zinsen geben und in allem anderen billiger sind.

    Klar können die billiger, die leisten sich ja auch keine Berater mehr! Komischerweise können die Kunden bei Direktbanken dann auch Onlinebanking machen, während sie sich in der Dorfbank furchtbar darüber mokieren, dass sie Ihre Überweisungen selbst schreiben müssen. „Ja aber früher ging das immer!“ – „Früher haben hier auch noch 12 statt 2 Angestellter gearbeitet und das Konto kostete 12 DM im Monat, heute ist es kostenlos – da muss man eben Abstriche bei den Extras akzeptieren – oder dafür zahlen.“

    Es ist wie mit dem Aussterben der kleinen Tante-Emma-Lädchen. Jeder beklagt, dass es sie nicht mehr gibt – und wo stehen sie, sich zu beklagen? Am Kaffeetresen im größten Supermarkt der Nachbarstadt, weil man da ja so toll und billig einkaufen kann und eine viel größere Auswahl vorfindet als bei Tante Emmas Lädchen daheim. Da wird dann nur noch die vergessene Zeitung und die Zigaretten gekauft. Und hinterher gejammert, wenn man den Laden geschlossen vorfindet.

    Die Leute sind doof.
    Ist das ansteckend?

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  18. @Pharmama: MwSt in Deutschland auf Medikamente: volle 19%.

    @Liz: Danke, die Tante-Emma-Läden wären auch mein Argument gewesen!
    Bin weder sicher, was Beratungsgebühren angeht, noch was das Rausschicken von Kunden angeht – da wär ich wahrscheinlich auch zu ängstlich…gehemmt…wie auch immer ich das ausdrücken soll. Bin eigentlich sogar jemand, der durchaus unfreundlich werden kann, wenn es sein muss (und ja, manchmal muss es sein!!!).

    Wenn es um Kosmetika geht, ist das son Grenzgänger…mein Problem liegt wirklich eher beim Medikamentenverkauf im Netz. Da kriegt man einen Prospekt von Netto, schlecker, dm, rossmann und co. – und drunter steht „Bitte fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ – mal davon abgesehen, dass die Leute eh immer die PTA fragen ;-) wieso bin ich zuständig für die Aldi-Schlecker-etc.-Kundschaft? is doch ätzend.

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    1. Das kenne ich vom Shopblogger – aber da wissen die Leute ja auch, wo sie hinmüssen. Ich denke nicht, dass sie das bei jeder Apotheke in der Deutschschweiz durchprobiert … oder?
      Muss mal rumfragen :-)

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      1. Also wenn ich in der Schweiz in eine Apotheke müsste, würde ich wohl drauf lauern, obs diese ist, die ich im Begriff bin zu betreten.

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  19. Also, ich hätte Dich gern als Apothekerin. Weil ich merke, dass Du Dir wirklich Gedanken machst und den Kunden als Menschen siehst.
    Weil ich spüre, dass Du sehr gut informiert bist auf fachlichem Gebiet – und kein seelenloser Verkäufertyp, sondern eine Beraterin mit Herz.
    Bei solchen Leuten fühle ich mich einfach wohlgeborgen.

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  20. Könnte man bei einer solchen Kundin nicht einfach Finalgon extra stark empfehlen? „Und schön dick auftragen!“ :-)

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  21. Ich hätte nicht „nein“ sagen können. Ich hätte die Frau beraten, da ich ehrlich gesagt mein Wissen einfach gern weitergebe. Andererseits… kommen manchmal zu mir ins Fotostudio Menschen mit analogen Kameras, wo der Film klemmt oder ähnliches und nachdem ich ihn mühselig in der Dunkelkammer herausgepopelt habe, frage, ob er auch entwickelt werden soll, heisst es „Nee, aber Danke. Zum Entwickeln gehe ich rüber zu Rossmann“ Aaaargh. Denke ich mir dann. Manche Leute nutzen manches schon ziemlich aus.

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    1. … das wäre so ein Fall, wo es überlegenswert wäre beim nächsten Mal zu sagen: „Natürlich hole ihnen den Film gerne heraus, wenn ich ihn auch gleich für sie entwickeln darf.“

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  22. Hallo da draussen,

    das ist ja bei mir ind er Computer-/TK-Branche genauso. Wenn
    mir allerdings gleich jemand zu Gesprächsbeginn sagt, das er
    eh nichts kauft… Dann antworte ich: Tut mir leid, dann kostet
    diese Beratung xx,-€/Stunde …

    Gruss Woody

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  23. Meine Frau arbeitet in einem kleinen Geschäft, Zeitschriften, Schreibwaren und unter Anderem auch Schulranzen. Da kommen doch Leute rein, die sich alle Sorten vorführen und erklären lassen und dann noch sagen sie wollen sich nur erkundigen und dann über das Internet kaufen. Da opfert man die Zeit und die wirklich kaufenden Kunden müssen warten. Da kann man doch nen Rohr kriegen.

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  24. Hallo, ich sage mal wenigstens ehrlich. Ich hätte die Frau aber auch weggeschickt. Ich finde gute Beratung ist eine Menge wert, gerade in der heutigen Zeit, wo in vielen Branchen kein Mensch mehr vernünftig berät. Ich finde, wer die Beratung eines Geschäftes in Anspruch nimmt, sollte gefälligst auch dort kaufen.

    Gruß Sigi

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  25. vor ein paar stunden passiert: bin zum arzt wegen mein ohrschmerzen gegangen und sofort danach zur apotheke der praxis gegenueber.
    hab‘ mir alles geholt (tropfen und tabletten) und zuhause verstehe ich, dass ich eigentlich nicht weiss, wieviel antibiotiker (ciprofloxacina, 250 mg) nehmen soll. ich rufe zum arzt aber er antwortet nicht; rufe die apotheke und die frau (ich mag sehr die apothekerinnen drinnen, dazu muss man sagen, der arzt hat die tochter vom apotheker geheiratet) sagt mir, dass man normalerweise 3 pillen pro tag nimmt, aber sie hat mich beraten, besser es mit dem arzt zu besprechen.
    ich werde die erste tablette zum fruehstueck nehmen, dann hoffe mit dem arzt endlich sprechen zu koennen…
    ich hatte noch vergessen, entzuendugshemmer zu kaufen, aber ich war schon unterwegs nach hause und es waere zu peinlich gewesen, in eine apotheke zu treten und fragen, ob sie was passendes zur schon in einer anderen apotheke gekauften ware hatten…

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  26. Ich haette sie wohl nur beraten wenn im Laden gar nichts los waere oder gegen eine kleine Gebuehr. Die Ansage der Kundin war ja schon sehr frech aber immerhin ehrlich.

    Ich muss allerdings gestehen, dass ich auch ab und zu in Laeden gehe um mir ein Produkt anzuschauen und dann aber doch im Internet einkaufe. Das gilt vor allem fuer Elektrogeraete, wenn der Preisunterschied ausreichend gross ist (mein Handy z.B. im Laden 250 Euro, im Netz 160 Euro). Allerdings nehme ich dann nie Beratung durch den Verkaeufer in Anspruch.
    Grundsaetzlich kaufe ich aber lieber im Laden vor Ort, allein schon weil es weniger Stress ist, wenn mal was kaputt ist oder nicht in Ordnung ist, und ich eben Beratung bekomme.

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  27. Ich würde mal sagen, das ist respektlos! Jeder hat die Freiheit, zu leben entsprechend seinen Werten. Und hat dann gefälligst mit den Konsequenzen klar zu kommen. Wegschicken – Punkt!
    Ich kaufe übrigens nicht in der Online-Apotheke, sondern bei der freundlichen Apothekerin um die Ecke. Lächeln und smalltalk inclusive. schönen Sonntag.

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