Klagetelefon

Unsere Nicht-Kundin ruft einmal wieder an. „Nicht-Kundin“, denn wir haben mit ihr die Abmachung, dass sie alles in der anderen Apotheke holen soll – das, nachdem sie angefangen hat uns und den Arzt gegeneinander auszuspielen.

Sie braucht unbedingt immer die Apothekerin am Telefon. Heute bin ich das. Seufz.

Nicht-Kundin: „Wenn sie vom Arzt ein Rezept gefaxt bekommen, würden sie dem Kunden dann anrufen?“

Ich werfe einen Blick auf Bestellregal und Fax (in dem Moment beide im Sichtfeld) und sage: „Ah, wir haben nichts gefaxt bekommen …“

Nicht-Kundin: „Aber die andere Apotheke – und die haben nicht mal angerufen!“

Pharmama: „Nun, ich würde sagen, es kommt auf ein paar Dinge an. Zum Beispiel ob die Medikamente auf dem Rezept Dauer-Medikamente sind – dann eher nicht, oder für den Notfall – dann eher schon.“

Nicht-Kundin: „Es war etwas Neues, für einen Notfall“ (Ist es bei ihr aber immer) „Dann war das nicht sehr nett von der Apotheke, oder?“

Pharmama (die absolut keine Lust hat, andere Apotheken anzuschwärzen): „Naja, wie gesagt, es hängt auch davon ab, ob man weiss, dass die Kundin es normalerweise selber holt …“

– und ausserdem: bei der Frau weiss man, dass sie anruft, garantiert.

Als sie das nächste Mal angerufen hat – wieder nur, um sich über die Apotheke zu beklagen, habe ich ihr dann gesagt, dass es gar nichts bringt, wenn sie uns das sagt – besser, sie meldet das bei der anderen Apotheke direkt.

16 Kommentare zu „Klagetelefon

  1. Wir in der Apotheke sind generell zu langsam, zu wenig nett, zu teuer, zu kompliziert, wir haben nie die richtigen Medikamente an Lager, wir rufen nie an, wir haben schlichtweg KEINEN Kundenservice! *Sarkasmus aus* :-)
    Es ist doch immer das Selbe… Und wenn ich bei jedem Kunden, der sagt: „Zu Ihnen komme ich NIE wieder!!“ 2 Franken bekommen würde, wenn er dann wieder da steht, dann wären meine Ferien bereits bezahlt…

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  2. Da hätt ich von Anfang an gesagt, wir haben keine Kundenbeziehung mehr mit Ihnen, regeln Sie das mit Ihrer neuen Apotheke.

    Bei der Frau gilt wirklich: dreist ist einer mehr als zweist…

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  3. Alle Leute ein Jahr in den Verkauf. Am besten mit dreifachem Weihnachtsgeschäft. Dann wird das Benehmen der Leute nochmal kontrolliert. Wenn ihnen danach nicht aufgefallen ist, wie sie sich teilweise daneben benehme, kann man es wohl unter „hoffnungslos“ abhaken ;-)

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    1. Ich hatte mal jemanden in meinem Bekanntenkreis, der arbeitete im Dienstleistungsbereich, war aber als Kunde ein echter Kotzbrocken – das ging teilweise sogar unter die Gürtellinie.
      Seine Begründung: „Meine Kunden behandeln mich ja auch so schlecht“

      Das wäre dann so ein „hoffnugsloser“ Fall – leider.

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      1. Arg… ja so wird die Welt sicher netter. Sorry, aber so eine Einstellung finde ich einfach bescheuert und irgendwo auch traurig. Gerade, wenn man wie dein Bekantner, im Verkauf arbeitet, weiß man ja auch wie man sich als Verkäufer teilweise fühlt, wenn einen ein Kunde angegangen ist. Und was können die Verkäufer dafür, nur weil seine Kunden nicht nett sind? Deshalb muss er denen auch den Tag verderben. Prima Einstellung. :-(

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    1. Bin der selben Meinung. Hat die liebe Frau was geantwortet?
      Ich arbeite bei Versicherungen, aber hilfe der Agenturen mit den Programmen zu recht zu kommen. Oft passiert, dass sie mir Frage stellen, die meiner Kompetenz nicht sind.
      Und sie regen sich schon mal auf, aber irgendwie werden sie ruhiger, wenn ich mal sie frage, ob sie mir mit Bank- und Kontosachen helfen koennen.
      Unter Kollegen wetten wir, wer die schoenste Antwort findet…
      Muss man unbedingt was Lustiges finden…

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  4. Das muss man nicht nachvollziehen können, oder?

    Allein auf die Idee zu kommen, in Apotheke B anzurufen, um zu fragen, ob Apotheke A das anders macht als B…

    Ich verstehe das nicht. Da bin ich wohl zu direkt für.

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  5. Ich käme auch nicht auf die Idee, bei der einen Apotheke anzurufen und sowas nachzufragen. Jede Apotheke arbeitet doch irgendwie anders. Und wenn ich nicht den Mut habe, mich bei der im Moment zuständigen Apotheke zu „beschweren“, dann muss ich es sein lassen. Oder bildet sie sich ein, dass Pharmama das für sie regelt?

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  6. Eine Freundin von mir ist in der Bank. Auch so eine Branche, die ständig unter Beschuss steht – ob nun zu Recht oder zu Unrecht. Beschwert wird sich aber grundsätzlich bei den niederen Domestiken am Schalter, denn die sind zwar nicht verantwortlich für die Fehler – aber sie sind (an)greifbar und können sich nicht wehren.

    Meine Freundin hat jetzt eine neue Masche im Privatleben. Fragt sie jemand auf einer Feier, was sie arbeitet, dann sagt sie nur noch „im Büro, was kaufmännisches“.
    Denn gibt sie zu, dass sie Bänker ist, dann darf sie sich wieder den ganzen Abend von irgendjemandem anhören, wie unzufrieden er mit seiner Sparkasse ist und wie blöd die alle sind. Und wenn sie dann sagt, dass sie ja gar nicht bei der Sparkasse arbeitet, sondern ganz woanders, und deswegen herzlich wenig an seinen Problemen ändern könne, dann werden diese Labertypen häufig auch noch pampig!

    Nachdem ihr solche Leute ein paarmal eine nette Feier ruiniert haben, arbeitet sie offiziell nur noch im Büro. Sicher ist sicher.
    Seitdem hat sie Ruhe.

    Bin ich froh, kein Mediziner zu sein oder einen Doktortitel für irgendwas zu tragen. Sonst müsste ich mir auf irgendwelchen Familienfeiern ständig irgendwelche Krampfadern, Ekzeme und sonstige Unappetitlichkeiten angucken. Ein Bekannter ist Doktor der Physik, dem wurde kurz nach seinem Zuzug in unserem Dorf auch gleich irgendein Ekzem beim geselligen Beisammensein vorgeführt. Das hat etwas gedauert, bis er diesen Leuten beigebracht hatte, dass es eben auch noch andere Doktoren als die der Medizin gibt.

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  7. Das ist aber eine wirklich dreiste Kundin. Am liebsten hätte sie wohl eine persönliche Apothekenfachkraft, die rund um die Uhr für blöde Fragen erreichbar ist??
    Dann auch noch mit der anderen APotheke zu vergleichen. Wenn diese nicht anruft, dann stimmt eben in ihren Augen der Service nicht. Dann soll sie doch zu euch kommen. :)

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  8. Gleich nach „Aber die andere Apotheke – und die haben nicht mal angerufen!“ gäbe es nur eine richtige Antwort, nämlich: „Dann klären Sie das bitte mit der anderen Apotheke, auf Wiederhören“.

    Denn: Die Zeit, die du mit der Nicht-Kundin verplemperst, stiehlst du nur deinen wirklichen Kunden (und dir natürlich)!

    Denn die falsche verstandene Höflichkeit gegenüber der Nicht-Kundin ist reale Unhöflichkeit gegenüber deinen echten Kunden und dir selbst….

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