Eine ziemlich typische Situation heute. Auf dem Rezept ist nicht mehr nur ein Schmerzmittel, sondern (fast automatisch) auch noch der Magenschutz dazu.
Ja, Schmerzmittel gehen auf den Magen – und wenn man sie eine Zeitlang nimmt, macht es Sinn, da den Nebenwirkungen vorzubeugen. Das scheint bei den meisten Ärzten ziemlich „drin“ und „in“ zu sein.
Was noch nicht so angekommen ist, ist, dass man das auch bei den Antibiotika könnte: die machen so oft Durchfall, dass es da Sinn machen könnte auch gleich ein Probiotika aufzuschreiben (vorzugsweise nicht eins auch auf Bakterienbasis …). Das würde vielleicht auch noch ein paar Leute mehr dazu bewegen, das Antibiotikum auch wirklich lange genug zu nehmen. Bei wie vielen höre ich nachher: „Ich habe das Antibiotikum XYZ nicht vertragen.“ – da denken einige sie hätten eine Allergie, dabei ist es eine gewöhnliche (und häufige) Nebenwirkung. Unangenehm zwar, aber nicht bedrohlich.

Ich hab vor einiger Zeit ein Medikament bekommen, das ohne Packungsbeilage war. (War eine Dose) Zwei mal täglich 1 Teelöffel voll war die Anweisung. Ich hab Blähungen bekommen wie sonstwas. Da die Dose nichts angabe, hab ich eine Suchmaschine im Internet bemüht, was denn so als Nebenwirkungen angegeben ist. Tatsächlich sind Blähungen Nebenwirkungen. Beim nächsten Arztbesuch habe ich die Nebenwirkungen angegeben. Sollte dann nur noch 1 x täglich einnehmen.
Gut, ich lese auch nicht immer die Nebenwirkungen durch. Würde mir aber etwas „auffallen“, schaue ich im Beipackzettel nach oder würde dann in meine Apotheke gehen und mal nachfragen, ob das „normal“ ist. Zur Not könnte man ja auch den Doc dazu befragen.
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Gibt’s das noch? Richtige Medikamente sollten eine Packungsbeilage haben – bei Dosen machen sie es heute oft so, dass sie entweder am/im Deckel klebt, oder unter dem Etikett ist.
Und wenn das Ballaststoffe waren, die du hattest: Da sind Blähungen (v.a. am Anfang) auch typisch und häufig.
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Ich frag mich ja warum es nicht schon Ibuprofen-Omeprazol Kombi-Präparate gibt. Liese sich doch bestimmt gut (und teuer) verkaufen und der Patient müßte ne Pille weniger schlucken.
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Das kommt wahrscheinlich schon noch irgendwann – obwohl …. hierzulande ist man gar kein so grosser Fan von Kombinationspräparaten.
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Die generelle Kombination von Schmerzmittel und Magenschutz in einer Tablette ist meiner Meinung keine so gute Idee.
Der Magenschutz mag notwendig sein aber in einer Dauertherapie erhöht er auch das Risiko eine Nahrungsmittelallergie zu entwickeln. Das zeigt sich schon darin dass für Tiermodelle der Nahrungsmittelallergie die Tiere praktisch immer mit diesen Medikamenten „vorbehandelt“ werden um die Reaktionen auslösen zu können.
Link: https://www.sozialversicherung.at/mediaDB/543529_med%20info%204-2009%20Apr-2009.pdf
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Aber es gibt auch Leute, die keine Nebenwirkungen spüren, die brauchen keine Kombipräparate.
Ich hatte noch nie MD-Probleme bei Ibuprofen oder Antibiotika…
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So gehts mir mit Antibiotika und Pilzinfektionen: Können gleich auf dasselbe Rezept geschrieben werden, weil ich sonst eine Woche später mit dem nächsten Problem beim Arzt auftauche.
Noch so ein Klassiker bei mir:
Amoxicillin + Hxdrocortison. Ich bin nämlich allergisch drauf und bekomm Nesselfieber. Darum vermeide ich das Zeug, wo ich nur kann.
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Oh ja, das mit den Pilzinfektionen habe ich auch. Und eine Allergie gegen Amoxillin (ebenfalls Nesselsucht, sehr lustig unter der Geburt), Arilin und Ampecillin *seufz*. Wenn ein Antibiotika auf -in endet werde ich schon mißtrauisch *g*.
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Amoxicillin wie auch andere Penicillin-/Cephalosporin-Antibiotika zeigen recht häufig Allergien. Das ist fast schon „normal“ und betrifft deshalb recht viele Menschen, die solche Präparate einnehmen.
In Fällen von Allergien weicht man als Arzt normalerweise auf ein Alternativ-Antibiotikum aus und gibt dem Patienten nicht zusätzlich Corticoide. Hatte es einen speziellen Grund, warum der Arzt trotz bekannter Allergie Amoxicillin aufgeschrieben hat?
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Oh ja, das wollte ich auch fragen.
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Dass nicht automatisch ein Probiotikum aufgeschrieben wird, könnte natürlich auch daran liegen, dass die Wirkung da nicht so nachgewiesen wurde …
einen (zumindest) marginalen positiven Effekt hat man zwar gesehen, wenn man es bei Kindern bei Antibiotika-assoziiertem Durchfall gibt, d.h. eine Reduktion des Durchfalls von durchschnittlich 5.9 Tagen auf 4.7 Tage … (ach sind Fortbildungen nicht was schönes, da bekommt man soviel Info, dass man gar nicht weiss, wohin damit).
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