Kombinatorik in der Apotheke

Es gibt so Menschen, aus denen muss man die Informationen, die man je nachdem braucht regelrecht herauskitzeln. Die treffe ich auch in meinem Job an. Da braucht es Fingerspitzengefühl, Einfühlungsvermögen und manchmal ein bisschen Kombinationsgabe.

Wie hier:

Der Kunde kommt mit reichlich rotem Gesicht und einem Rezept vom Zahnarzt für Dalacin.

Eigentlich dachte ich Anfangs das sei ein Sonnenbrand …

Er war zwar schon bei uns (ist im Computer), aber das letzte mal hat man ihn noch nicht nach den Allergien gefragt, also mache ich das:

Pharmama: „Sind sie allergisch gegen etwas?“

Kunde (grummelig): „Bisher war ich es nicht … „

Pharmama (denkt, da kommt noch etwas…) „… aber?“

Kunde: „Ja, eben.“

Pharmama: ??

hochgezogene Brauen, aber im Moment kommt nichts mehr, also gebe ich das Antibiotikum in sein Dossier ein im Computer.

Aha, er hatte Co-Amoxicillin ein paar Tage vorher!

Er ist recht rot …. es muss nicht zwingend Sonnenbrand sein …

Pharmama: „Sie müssen das Antibiotikum wechseln …“

Kunde: „Ja, Offensichtlich reagiere ich auf Penicillin. Jetzt hat mir der Arzt das hier aufgeschrieben.“

Ah, das war es also! Offensichtlich war er aber auch beim Arzt so … schweigsam, jedenfalls hat er ihm nicht gesagt, dass das ausserdem ziemlich juckt und darum hat der ihm auch nicht ein Antiallergikum aufgeschrieben (wäre noch sinnvoll) – gut sind die auch rezeptfrei.

9 Antworten auf „Kombinatorik in der Apotheke

    1. oder er hat gedacht, was will der Dokter denn da schon machen, kam alleine, geht von alleine.. O_O Solls auch geben *hüst* Genauso wie den einschüchternden Effekt eines weißen Kittels ;)

      LG Elawen

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    2. ähm, ich will ja nix sagen, aber bei einer Penizillinallergie muss es nicht unbedingt jucken. Hatte ich letzten Herbst, war unangenehm. Der minimale Juckreiz kam bei mir aus anderem Grund.
      Ich sah damals nur schrecklich aus :D

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    1. Tut mir leid dich enttäuschen zu müssen, aber erstens beweist du mit deinem Post, dass du was Evolution angeht, soviel Sachverstand hast wie Thilo Sarazzin.

      Zweitens zeigen mehrere Studien, dass die Compliance, also die Mithilfe und Therapietreue des Patienten, bei Männern und Frauen gleichermaßen unbefriedigend schlecht ist.

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      1. Lass mir doch meine Stammtischparolen zu mitochondrialer DNA.

        Wir alle wissen doch schon heute, wie die Welt ohne Männer sein wird: voller glücklicher, dicker Frauen :-)

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  1. Männer hin, Frauen her…ich bin ganz froh, dass wir uns nicht durch Mitose vermehren müssen.
    ;-)
    Mein Mann könnte aber auch so einen Auftritt in der Apotheke hinlegen. Und ich rede mir hier immer den Mund fransig, dass er seine Medikamente denn auch bis zum Ende der Therapie durchnimmt und nicht aufhört, sobald die Beschwerden weg sind.

    Also, der Mann in der Apotheke könnte auch meiner sein. Und das hat auch nichts mit dem IQ zu tun, denn eigentlich ist mein Mann ein durchaus intelligenter Typ!

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  2. Die regelmäßigen Medikamente, wenn er denn welche braucht, nimmt mein sonnensänger auch ohne Schwierigkeiten und seine Allergien/Asthma hat er auch im Griff. Aber wenn aml was unvorhergesehenes anderes um die Ecke kommt (Rückenschmerzen, Ausschlag …) muss ich ihn „treten“ bzw. Schmerzmittel zuteilen oder sowas.

    Aber das ist glaube ich nicht nur mit Medizin und anderen potentiell unangenehmen Sachen so; mein schon immer sehr selbstständiger Bruder „vergisst“ sich regelmäßig und ordentlich zu ernähren, wenn seine Frau mal länger nicht da ist und wird dann irgendwie total erratisch.

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  3. Manches vergisst man auch einfach, ist mir vor einiger Zeit passiert. Ich war beim Dorfarzt, der aber nicht mein bisheriger Hausarzt ist. Beschwerden: hartnäckiger Husten. Ich habe ihm erzählt, dass ich allergisch auf Haselpollen bin und früher erfolgreich Pulmicort verwendet habe. Dummerweise war mir nicht bewusst, dass das vor meiner Diagnose „Morbus Basedow“ war … die ich auch nicht erwähnt habe. Also hat er mir aus seinem Fundus Symbicort verkauft. Tja, Rezept wäre besser gewesen, denn in meiner Stammapotheke hätten sie vermutlich gemerkt, dass das nicht optimal zusammenpasst. (Ich habe immerhin noch am gleichen Tag den Beipackzettel gelesen – aber erst nach der ersten Anwendung).

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