Wie Detektivarbeit

Manchmal ist unsere Arbeit schon ein bisschen wie Detektivarbeit. Wir versuchen anhand von Hinweisen (Symptomen) und Verhören (Befragen der Kunden) das wirklich geeignete Mittel herauszufinden. Manchmal gibt es dabei auch Überraschungen.

Die Patientin in der Apotheke: „Ich habe bei Euch Colophos geholt, das mir auch der Arzt verschrieben hat. Jetzt habe ich den Beipackzettel durchgelesen und da steht drin, es sei nichts für ältere Leute.“ (Sie ist weit über 80). „Manchmal bin ich verstopft – was kann ich anstelle von Colophos nehmen?“

Die (gute) Pharmaassistentin stellt zur Abklärung die richtigen Fragen – unter anderem: „Welche anderen Medikamente nehmen sie?“

… und dabei kommt heraus, dass die Dame seit ihrem Spitalaufenthalt vor ca. 5 Jahren täglich 1-2 Kapseln nimmt, wie man es ihr da gesagt hat.

Die Kapseln? Imodium !

… also braucht sie gar kein Abführmittel. Es reicht, wenn sie damit aufhört regelmässig das Mittel gegen Durchfall zu nehmen …

Mit dem besten Dank an Leserin Sara für die Geschichte!

9 Kommentare zu „Wie Detektivarbeit

  1. Endlich mal eine Patientin, die sich an die Anweisung des Arztes/des Spitals hält – und dann ists auch wieder nicht recht *g*.

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  2. Jaja, die Dektektivarbeit… Kenne ich nur gut genug… „Die blaue Packung“ und nachher war sie doch gelb.

    Aber mir ist nicht so ganz schlüssig wie das mit dem Immodium passieren konnte. Bei uns in D ist Immodium in kleinen Mengen nicht verschreibungspflichtig und auch ein wenig teuer- da hätte man die Kundin dann mal gefragt ob sie das wirklich so oft braucht oder geraten, vom Arzt doch die verschreibungspflichtige Variante aufschreiben zu lassen. Und spätestens da hätte das dann ja mal auffallen müssen wenn der Arzt auch das Abführmittel verschreibt. Oder?

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    1. Naja, so wie ich deutsche Arztpraxen kenne, wird sich die Dame alle 3 Monate ihr Rezept über das Immodium bei der Sprechstundenhilfe abholen, den Arzt dabei gar nicht sehen und daher gar nicht wissen, wofür das jetzt ist. Es wurde ihr nur damals im Klinikum gesagt, dass sie das jetzt dauerhaft nehmen solle.

      Davon hatte sie Verstopfung bekommen und die Nachbarin hat gemeint, dass hier das Colophos helfen würde. Da hat sie sich bei der Sprechstundenhilfe erkundigt, ob man das „auch auf Kasse aufschreiben könnte“. Der Arzt tut ihr natürlich den Gefallen und seither werden Immodium und Colophos parallel zusammen genommen.

      Ist nur eine Vermutung, kann natürlich ganz anders sein… ;-)

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      1. Die Vermutung dürfte leider sehr nahe an der Realität liegen. Viele Menschen wissen leider gar nicht, wofür oder besser wogegen „die blauen Tabletten in der roten Schachtel“ sind. Da wird halt brav immer weiter genommen, solange der Arzt nicht explizit „Stop“ schreit.

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  3. Kenne so eine ähnliche Geschichte :-)

    Eine Freundin hatte tagelang Durchfall und auf Anraten des Hausarztes Immodium genommen. Es wurde damit nicht besser über Tage. Bis ihr dann mal auffiel, dass da ziemlich viel Laktose drin ist und sie extrem laktoseintolerant ist :-)

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  4. Diese Generation braucht ein persönlichen Gespräch, sogar Angehörige haben Probleme die richtigen Entscheidungen zu übermitteln.
    Mit den besten Wünschen
    Mrs. Jones

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  5. Dass dieser Beruf fast wie Detektivarbeit ist, kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich denke, das macht es aber auch interessant.
    Beste Grüße,
    Jana

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