Aber doch nicht einfach so!

Kundin: „Ich habe da am Zeh plötzlich so einen schwarzen Fleck bekommen. Was könnte das sein?“
Pharmama: „Naja, es ist etwas schwierig zu beurteilen, wenn sie den Schuh nicht abziehen wollen und mir den Zeh zeigen, aber … im besten Fall ist es ein Bluterguss unter der Haut, weil man ihn angeschlagen hat … es könnte aber noch einiges anderes sein.“

Kundin: (im weiteren Gespräch) „Und morgen gehe ich zum Arzt …“
Pharmama: „Wenn sie zum Arzt gehen, können sie ihm den Zeh ja auch zeigen.“
Kundin: „Nein das will ich nicht.“
Pharmama:„Aber … dafür ist der Arzt doch da.“
Kundin: „Wissen sie, ich bin nicht jemand, der einfach dem Arzt etwas zeigt! Ich gehe dahin, weil ich einen Termin habe für die Kontrolle vom Herz und dem Blut, nicht um ihn meinen Zeh zu zeigen.“
Pharmama: „Und wie wollen sie dann wissen, was genau das ist?“

Übrigens: bevor das Diskussionen gibt: wir Apotheker in der Schweiz dürfen sagen, was wir vermuten, wenn wir einen Diagnose-Verdacht haben, allerdings ist das etwas schwierig, wenn ich es nicht einmal anschauen darf. – Da dürfte auch der Arzt noch Probleme bekommen …

23 Kommentare zu „Aber doch nicht einfach so!

  1. Oh man -.- Ich möchte nicht wissen, wie die Wartezeiten aussehen würden, wenn sich alle für jedes Fitzelchen einen separaten Termin geben lassen würden.

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  2. Wenn ich mir unsicher bin, zeig ich das doch meinem Arzt. Dafür ist er ja da. Von solchen Leuten kommen auch die Meldungen „gestern wurde gesagt, er hat Krebs und heute isser tot“. Dass der Krebs schon länger da war aber nicht entdeckt wurde, sagt keiner.

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  3. man kann die sache mit dem zeh aber auch so sehen: ist es nur ein bluterguss, wird es von selber wieder gut.

    ist es z.b. ein diabetisches gangrän, fällt der zeh irgendwann demnächst von selber ab und man muss, um ihn vorzuzeigen, den schuh nicht mehr ausziehen.

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    1. kelef, beim Lesen hatte ich eine ähnliche Therapie im Auge
      .. sag‘ mal, liebe pharmaman habt Ihr auch Skalpelle? ;-)

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      1. hat sich doch ein „n“ eingeschlichen :-D
        sorry, zur Übung:
        pharmama, pharmama, pharmama, pharmama, pharmama, pharmama, pharmama, pharmama, pharmama, pharmama,
        das muss reichen :-)

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        1. ach Eva, als multi-lingualer Mensch weiss ich das sehr wohl, aber ich bin’s halt gewohnt, das Original so zu benennen wie es heisst ;-)
          Sch.. Perfektionist :-(

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      2. Jaaa, ich komme auch an Skalpelle (einmal habe ich ein Pack gebraucht um meinen Teppich zu rasieren …. lange Geschichte). Aber ich bin eigentlich nicht so der Typ für impromptu Operationen….

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        1. Ja? *lächel* Das klingt sehr interessant, die Sache mit dem Teppich, ich bin ganz Oh^w^wAuge. *aufforderndkuck* *blinzel*

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    2. Lange her, meine Deutsch-LK-Klausur über
      „Betrachtet die Fingerspitzen! Wenn sie sich schwarz färben, ist es zu spät.“ (Gedicht von Günter Eich)

      Kann man die Bilder bei Wikipedia eigentlich im Vorfeld abschalten? Habe Gangrän angeschaut, dort sind genau die Pestfinger, die Eich meint. Urgs.

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      1. Da hatte Wikipedia vor ca. 1 Jahr noch was:
        Der „Artikel des Tages“ war „Vulva“, den hat also jeder gesehen, der an diesem Tag die Hauptseite angesteuert hat. Illustriert wurde das Ganze mit einem Bild einer Vulva, in Nahaufnahme (keine Zeichnung, sondern ein Foto)…

        War jetzt nicht so schön, besonders wenn ich mir denke, dass auch kleine Kinder Wikipedia ansteuern…

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        1. Au ja, /das/ Argument, wenn man eigentlich keine hat — die armen Kinder… (Nix für ungut, aber mit diesen Abbildungen haben Erwachsene ein Problem, nicht Kinder. Die akzeptieren in einem Lexikon mit Abbildungen von Ohren und Blinddärmen auch eine Vulva. Und wenn die nicht mehr ganz so Kleinen kichern und rotwerden, interessieren sie sich eh für das Thema, und man sollte dafür sorgen, dass sie sachliche Informationen und realistische Darstellungen zu Gesicht bekommen.)

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        2. @Anna:
          zu dem Argument „die armen Kinder“ und das das kein Argument wäre:
          Wenn ich in den Pschyrembel (medizinisches Lexikon) sehe, dann sehe ich da unter Gangrän einen abgestorbenen Zeh, unter Nekrose halt eine Nekrose, unter Pocken halt einen Patienten, der Pocken hat.
          Alles irgendwie etwas eklig, aber da hab ich als Apotheker eher weniger Probleme damit (man sieht da schlimmeres…).

          Deswegen würde ich meinem Kind den Pschyrembel auch nicht unbedingt unkommentiert als Einschlaflektüre hinlegen.

          Wenn ich aber auf die Hauptseite der Wikipedia gehe, erwarte ich jetzt nicht unbedingt, dass mir eine weibliche Vagina in Großaufnahme spontan auf eben dieser Hauptseite entgegenspringt. Hab ich auch schon mal in Natur gesehen, schon klar…
          Wenn Du ein 10jähriges Kind hast, das speziell den Begriff auf Wikipedia sucht, kein Problem… (obwohl ich auch da mit mir streiten lasse, ob man z.B. beim Begriff „Penis“ unbedingt einen errigierten Penis zeigen muss).

          Aber ich finde es verdammt intolerant, auf die Hauptseite eines Lexikons ein Bild zu legen, welches fakulativ auf ein Kind verstörend wirken kann…

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        3. Gangrän, Nekrose, Pocken, Vagina — nette Aufzählung.

          Verstörender als normale, nackte Körperteile sind doch wohl „Sendlinger Mordweihnacht“, „Tötungsdelikte an der Startbahn West“, „Dachau-Hauptprozess“, also Wikipedia-Artikel-des-Tages des vergangenen Monats. Das Internet ist kein Bällchenbad, auch nicht Wikipedia.

          Und das Argument „wegen der Kinder“ kann ich auch anbringen: Wäre doch nett, wenn die folgenden Generationen Vagina und Vulva auseinanderhalten könnten.

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        4. Ich kann Deine Argumente, die ja sachlich sind, nachvollziehen.
          Dennoch sind wir beide da einfach unterschiedlicher Meinung. Ich denke, wir sollten es dabei belassen.

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      2. Ich empfehle Nekrose. Noch schlimmer. Das Gangrän siehr wenigstens irgendwie unwirklich aus. Man kann bei den meisten Browsern die Anzeige von Bildern ausschalten. Aber da müsste man vorher damit rechnen…

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