Geduld ist eine Tugend

Geduld ist eine Tugend  … die manche Patienten nicht haben (dabei heisst doch im Englischen ‚patient‘  genau das…).

Die Pharmaassistentin ruft mich, weil ein Kunde ein Problem hat mit seiner Medikation. Ich habe ein längeres Gespräch mit ihm über die Anwendung seiner Medikamente, bei dem auch die Pharmaassistentin noch etwas gelernt hat. Das dauert aber natürlich ein paar Minuten, in der Zwischenzeit tigert ein anderer Kunde böse Blicke auf uns werfend ein paar Meter entfernt umher.

Als wir fertig sind, kommt er zur Theke und beklagt sich: „Ich bin sicher, das war ein faszinierender Typ, aber sie müssen lernen mit ihrer Zeit umzugehen und solche Leute abzuklemmen! Ich habe gewartet!“

Pharmama: „Ja, das haben sie, aber es ist meine Aufgabe den Patienten über die richtige Anwendung seiner Medikamente aufzuklären und zu beraten und ich bin dafür hier, seine Fragen zu beantworten. Es tut mir leid, dass sie warten mussten, dafür bin ich jetzt für sie hier.“

 

Denkt ihr, dass die Vor-Weinachtszeit die Leute nervöser macht als sonst?

18 Kommentare zu „Geduld ist eine Tugend

  1. Ich glaube schon dass die Zeit vor Weihnachten die Menschen nervöser und ungeduldiger macht. Erfahrungsgemäss sind alle Geschäfte überfüllt, Hektik macht sich breit. Hab ich auch alles? Bekomme ich dieses oder jenes noch? Wer weiß, vielleicht denkt der ein oder andere, wenigstens in der Apotheke sollte es schneller gehen? Wie dem auch sei, deine Reaktion war vorbildlich.
    Weiterhin eine schöne Vor-Weihnachtszeit wünsch ich dir.

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  2. Hm, also wenn ich warten muss, aber absehbar ist, dass es gleich weitergeht, dann bin ich sehr geduldig. Aber ich hasse es wenn der Arzt jeden Patienten nur abfertigt und man trotzdem 1 Stunde nach Termin erst drankommt. Weil dann sehe ich nicht, wofür er die Zeit braucht….
    In deinem Fall wäre ich geduldig, solange der Kunde der vor mir dran ist nicht das Modell:“ Ich frage 10mal die gleiche Frage und höre die Antwort nicht“ ist.

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  3. Nachdem ich letzte Woche mit einer Mittfünfzigerin diskutieren musste, ob sie sich jetzt BITTE endlich mit in die Reihe vor der Kasse stellt und sich nicht vordrängelt? Die sich dann auch noch lautstark beschwerte, weil ich dann den nächsten Wartenden aufgerufen habe?

    Ja. Die Vorweihnachtszeit macht die Leute definitiv nervöser. Irgendwie scheint das Fest der Ruhe und Liebe den Egozentrismus geradezu zu beflügeln.

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  4. Moin!
    Ja das tut sie!
    Das Fest der Hiebe oder wie war das noch.
    Mirmirmirmir ichichich, haben haben haben
    Mir fällt das auch immer mehr auf. Neulich wurde sogar meine 2-jährige im Laden von einer Pelzmanteldame mit Pradatasche umgeschubst.
    Viele Leute nehmen nichts mehr wirklich wahr.
    Echt schade. GRADE jetzt aber eigentlich auch das ganze Jahr.
    Liebe Grüße
    Die NähMa!

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  5. Mir gehen bei solchen „VIP-Kunden“ immer die drei Musketiere durch den Kopf:

    „All for One – but None for All“

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  6. Nervöser als sonst ist seeehr vorsichtig ausgedrückt, gereizter trifft es eher.
    Jeder schleppt sein eigenes Päckchen „ich MUSS noch dies und ich MUSS noch das“ mit sich herum und gerade in der Weihnachtszeit herrscht nur noch Ellenbogenstimmung.
    ICH-ICH und ICH sind die wichtigsten Begleiter. Jeder ist sich selbst am nächsten.

    Ich arbeite im Einzelhandel und jeder vierte Kunde lässt seine miese Laune an mir aus.
    Keine Ahnung, wie ich es schaffe immernoch zu sagen, dass es trotzdem Spaß macht.

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  7. Selbst schuld, wer sich stressen lässt. Ich hab zwar auch noch nicht alle Geschenke, mach mir aber keinen Stress draus. Auch nicht, ob sonst irgendwas noch fertig wird. Muss ja nicht alles sofort und jetzt passieren.

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  8. Ist es nicht immer wieder erstaunlich wie plötzlich Weihnachten auftaucht? Ist ja nicht so das es immer am 24 Dezember ist. Nein nein! Das ist immer ganz plötzlich da!

    Und ja, die Leute sind nervöser, ungeduldgier, frecher, unverschämter als sonst schon. Mir tun immer die Leute im Verkauf furchtbar leid.
    Die meisten Weihnachtsgeschenke hab ich immer schon im November, aber vorplanen ist anscheinend bei den meisten nicht.
    In den letzten 3 Tagen vor Weihnachten kaufe ich immer nur was ich eben an frischem Zeug brauche und habe dann auch für die Verkäuferinnen, die ich immer sehe, auch einen kleinen Schokoweihnachtsmann dabei. Ihre Freude und die dummen Blicke der Mitkunden sind immer wieder erstaunlich.

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    1. Der kann dann in jede andere Apotheke gehen, ist also wiederum geschäftsschädigend.
      Da würde ich eher etwas sagen im Sinne von: „Wenn Sie vor dem Einkauf noch Zeit zum Diskutieren haben kann es nicht so schlimm sein …“
      Dominik

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      1. Kann er, das ist richtig. Und er kann sogar noch Multiplikator sein, das wäre noch viel schlimmer.

        Mit „abklemmen“ meinte ich dann natürlich auch freundlich. Vielleicht auch mit dem direkten Hinweis, ob er das genau so gemeint hätte. Und mit einem Lächeln.

        Manchmal muß man auch Kunden aufzeigen, dass und wo sie Grenzen haben. Kundenfreundlich bedeutet nicht „sklavisch Untertan“ sein. Auch wenn das einige Kunden so sehen. Aber die werden auch anderswo nicht froh. Und merken das dann auch irgendwann.

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  9. Kann es sein, das der Kunde danach zu mir gekommen ist und darum sauer wieder gegangen ist, weil er auch bei mir kurz warten musste? Just in dem Moment, in dem ich dann Zeit für ihn gehabt hätte…
    Na ja, die Vorweihnachtszeit stresst viele Leute sehr, vor und hinter der Ladentheke.
    Schon Komisch, die Emotionen
    wie sie sein sollten: Vorfreude-Liebe-Besinnlichkeit-glücklich sein-Harmonie-Freude auf das nächste Mal
    und wie sie wirklich sind: Stress- schlechte Laune-Ungeduld-Depression-Ärger-Enttäuschung-Erleichterung dass ‚Es‘ vorbei ist.

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  10. Ich merke solche Dinge immer bei der (stets überfüllten) Post. Leute vor mir werden gut und ausführlich beraten, und andere Leute gehen fast an die Decke, weil sie warten müssen. Wenn ich dann sage, hier werden Leute beraten, wenn nötig, sogar Sie – schauen manche, als habe sie plötzlich der Blitz der Erkenntnis getroffen, aber die meisten finden, das, was drei Meter vor ihnen und für sie unhörbar stattfindet, kann nur ein Kaffeeklatsch sein.

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