Das Wort zum Sonntag …

Keine Angst, ich gehe nicht unter die Wanderprediger. Mir ist da nur eine Geschichte eingefallen, die schon etwas älter ist.

Ich versuche ja, Religion aus der Apotheke herauszuhalten. Meiner Meinung hat sie da nämlich nichts zu suchen. Das gilt für Apotheker, die sich aus religiösen Gründen weigern Verhütungsmittel oder die ‚Pille danach‘ zu verkaufen, genauso wie für Kunden. Ich mag es zum Beispiel gar nicht, wenn jemand versucht mich zu bekehren, zuhause nicht und noch weniger am Arbeitsort.

Das gilt auch für die Zeugen Jehovas, die da manchmal ziemlich aktiv sein können. Wie die nette ältere Dame mit der deutlich sichtbaren „Keine Blutspende!“-Karte im Portemonnaie.

Dass mein Arbeitsort nicht der richtige Platz für ein glauben sie an Gott?“-Gespräch ist, sieht die liebe Frau mit Mühe noch ein. Aber mir dann nach meiner eher ablehnenden Haltung noch demonstrativ ein Exemplar vom „Wachtturm“ hinzulegen ….

Ich beachte das Heft erst mal nicht, kassiere ein und frage freundlich: „Möchten sie noch eine Tasche?“

„Ja, bitte.“

…ich habe die Broschüre dann mit ihren Sachen in die Tasche gepackt.

Ui, gab das einen bösen Blick.

:-)

29 Kommentare zu „Das Wort zum Sonntag …

    1. Ich sollte vielleicht noch schreiben: sie hat denselben Stunt bei anderen Mitarbeitern auch schon gemacht. Es war also nicht das erste Mal und ich etwas „vorgewarnt“.

      … Danach hat sie dann damit aufgehört. Und sie kommt immer noch in die Apotheke.
      :-)

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  1. Gut gemacht. Du drückst ihr auch nicht eine „Zeitschrift“ Deiner Religion in die Hand.

    Ich finde das Verhalten langsam unverschämt. Soll doch jeder glauben, an wen er / sie mag. Aber man muss doch andere nicht bekehren wollen. Zudem eh jede Religion meinte, ihre ist die einzig richtige.

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    1. Und gerade weil die entsprechenden Personen denken, ihre Religion wäre die einzig richtige, haben sie ein Interesse daran, andere auf den „richtigen“ Weg zu bringen.

      Das kann man ja noch nett finden, wenns ne einfache Frage ist, ob man was erzählt bekommen will – immerhin wollen die einem ja nur etwas (aus ihrer Sicht) Gutes damit.
      Aber wenn bei einem „Nein“ auf irgendwelche abenteuerlichen Weisen weitergemacht wird, ohne das „Nein“ zu akzeptieren, ist das in der Tat lästig und unverschämt.

      Wenns nicht gerade ein Selfmade-Guru ist, der von seinen Bekehrten unmittelbar leben will, haben diese „Evangelisten“ selten einen unmittelbaren persönlichen Vorteil davon, Leute anzuquatschen (und sich teilweise ziemlich böses Zeug anzuhören).

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  2. Am Arbeitsort im Kundenkontakt finde ich solche Gespräche noch penetranter, weil man sich nicht entziehen kann. Überall anders kann man auf Distanz gehen. Super Reaktion das Traktat mit einzupacken.

    @Rose: Das Vorurteil, jede Religion würde meinen die einzig richtige zu sein, ist zwar sehr verbreitet aber dennoch falsch.

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    1. Ändern wir es doch in: Die Menschen, die einen bekehren wollen, sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon überzeugt, dass ihre Religion die einzig Wahre ist.
      Mich hat zumindest noch nie ein Zen-Buddhist genervt.

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  3. Auf der anderen Seite wenn einem die Religion, welche es auch immer sein mag, Jeden Morgen, bei jedem Wetter von 0800-1200 an der Ecke zu stehen und wie ne Statue seine Heftle in der Hand zu halten.

    Irgendwie nötigt sowas einem doch Respekt ab.

    Ich könnte das nicht

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      1. Fanatismus – warum nicht? Es gibt schlechte Ausprägungen, aber deren Problem ist nicht der Fanatismus.

        Es gibt genügend fanatische Fussballfans. Einige davon leisten sich dann Schlägereien (und sind teilweise nur wegen dieser im fussballnahen Umfeld), andere investieren viel Zeit und Geld in Jahreskarten, Bahnfahrten zu den Spielen und „Fanartikel“.

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        1. Ich behaupte jetzt einfach mal die Schläger fallen nicht unbedingt unter Fussballfans. Vielleicht sollte man sie Schlägerfans nennen?
          Und ich glaube, es gibt einen Unterschied zwischen „Fan“ und „Fanatismus“ – und der nennt sich *Religion* ?

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          1. Interessante Definition von Fanatismus: Religions-Fan ;-)

            Nein, ernsthaft: Es gibt ja auch verschiedene Sorten Fans (auch im nicht gewalttätigen Bereich, der in der Tat ggf. aus der Gruppe der Fans ausgeschlossen werden sollte).
            Jemand kann ein Fan sein und alle Heimspiele angucken, oder sein halbes Einkommen (oder mehr) auf oben beschriebene Weise in den Verein stecken und bei jedem Training im Stadion rumlungern – letztere würde ich schon als fanatisch bezeichnen.

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  4. Deine Reaktion finde ich super. Besser kann man das stressfrei gar nicht machen.

    Was die Zeugen angeht… eine meiner besten Freundinnen ist auch Zeugin.. und vor ihr habe ich wirklich Respekt. Denn sie versucht niemanden damit zu bekehren. Im Gegenteil, sie hat es mir erst nach Monaten erzählt und für sie war es quasi ein Schritt zur „echten“ Freundschaft. Sie spricht nur auf Nachfrage drüber – weil es mich echt interessiert – und sagt sonst gar nichts dazu. Es ist ihr auch absolut egal was ich glaube/nicht glaube.
    Vllt. macht es aber auch einen Unterschied ob man in diesen Glauben herein gewachsen ist oder sich so wie sie – als junge Erwachsene freiwillig dafür entschieden hat.

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    1. Da gebe ich Dir recht. Ich hab nichts gegen Zeugen Jehovas. Die sollen ihren Glauben leben und ich den meinen.

      Schwierig finde ich es aber dann, wenn die Jungs versuchen, mich bekehren zu wollen.

      Und die beiden Jungs an der Haustüre oder in der Fußgängerzone kennen wir wohl alle…

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        1. Das hat mit Kontrolle möglicherweise weniger zu tun – da geht es mehr darum, dass man sich gegenseitig den Rücken stärken kann.
          Bei dem, was die Zeugen den Legenden nach an der Tür so alles zu hören bekommen, kann ich das auch ganz gut nachvollziehen. Es vereinfacht die Analyse in der Betreuung/Seelsorge, wenn man zwei Personen hat, die einen Sachverhalt schildern können.

          Außerdem scheint auf der Schiene deren Schulungsprogramm für Missionseinsätze zu laufen (hatte häufiger den Eindruck, das ist ein Erfahrener, ein „Schüler“)

          Ansonsten haben die Zeugen möglicherweise auch einfach ein Motiv aus der Bibel übernommen: Die sagt, dass Jesus seine Jünger auch in Zweiergruppen durch die Lande schickte.

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  5. Bei mir hat letztens am Wochenende ein vormittägliches Türklingeln den (nicht vorhandenen) Wecker ersetzt -.- Als ich dann beim zweiten Aufwachen aufgestanden bin, fand ich zwar keinen „Wachturm“/“Erwachet“, aber ein kleines Faltblatt vor der Wohnungstür (!): „Warum man der Bibel Glauben schenken muss“ (sinngemäß) vom selben „Verein“. Einer der Nachbarn musste denen schon geöffnet haben.

    Irgendwer sollte denen aber mal sagen, dass die das „Erwachet!“ nicht zu wörtlich nehmen sollten, denn so bekommen die kaum mehr Sympathien ;) Mehr hab ich mit denen aber auch noch nie zu tun gehabt.

    Mein früherer (evangelischer) Religionslehrer war sehr locker drauf und meinte zu denen an der Tür, dass das Gespräch bei ihm als Religionslehrer zwecklos sei, die Hefte könnten sie aber gerne abgeben, das wäre prima Unterrichtsmaterial zum Thema „Gefährliche Sekten“. Danach hatten die sich aber leider nicht mehr blicken lassen :D

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  6. Ich oute mich dann auch mal als Mitleser – zwar erst seit ein paar Wochen, hab mich aber von vorne bis hinten durchgelesen. :D Sehr amüsant und auch informativ, dieser Blog.
    Ich schließe mich den anderen an, die Reaktion war goldrichtig. Ich find’s – grad im Berufsalltag, so solche Dinge nichts verloren haben – sehr schwer, auf noch höfliche Weise klarzumachen, dass ich davon nichts hören will. Von daher.. super gemacht. ;)

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  7. Unsere damalige Religionslehrerin hatte beim Thema „Sekten“ mal 2 Schüler unseres Gymnasiums eingeladen, die „Zeugen Jehovas“ waren. Die Jungs waren da auch sofort bereit dazu, ist ja ihre Aufgabe, zu missionieren.

    Die Meinungen der beiden hatten mich ziemlich erschreckt. Die Jungs konnten auf jede Nachfrage zu ihrem Glauben ganze Bibelstellen rezitieren. Persönlich hatte ich den Eindruck, dass man dort ziemlich gezielt darauf geschult wird, was man auf welche Frage denn so genau antwortet.

    Persönlich erwarte ich (als Christ) eine derart genaue Rezeption der Bibel von einem Priester, aber bei einem Laien erschien mir das ziemlich suspekt.

    Ich hab mich inzwischen sowohl an der Haustüre als auch in der Fußgängerzone schon ein paar Mal auf Diskussionen eingelassen. Sympathisch wird mir die Truppe wohl nie werden (insbesondere nicht Samstag morgen um 9 Uhr).

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    1. Ja, allerdings – sie kennen die für ihre Dogmen relevanten Bibelstellen ganz genau. Interessant wird es, wenn man sie mit anderen Bibelstellen in Frage stellt, die ihre Dogmen nämlich erschüttern. Die kennen sie nicht, und da wechseln sie ganz schnell das Thema.

      Richtig lustig ist, daß sie so ungefähr alle acht Monate mal am Pfarrhaus (!!!) schellen. Letztes Mal habe ich ihnen den Gemeindebrief mitgegeben; da werde ich ihnen vorschlagen, wenn sie nächstes Mal kommen, doch darüber z diskutieren.

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  8. @Pharmama Ich bin ja dafür das du dir ein gut sichtbares Schildchen mit dem Aufdruck „Blut spenden rettet Leben!“ ansteckst. Einerseits um auf die Problematik von zu wenig Spenderblut hinzuweisen, andererseits ist das auch immer ein wenig unterschwelliges Gestichele in die Richtung der Zeugen. ^^

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  9. Das hat mich gerade an Michael Mittermeier erinnert… „Guten Moooorgen! Dürfen wir mit Ihnen über Gott und die Welt reden?“ – „Nein, aber gleich über dein DEIN Leben nach dem Tod!“ :D

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  10. super reagiert… hatte grad letzte Woche ein nettes Briefchen von den Zeugen im Briefkasten, da ich glücklicherweise nicht zu Hause war….

    haha @ Mittermeier :)

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  11. Bei uns tauchen die Plagegeister nicht mehr auf, seit ich ihnen freundlich aber bestimmt gesagt habe, dass sie mir keine Lektüre dalassen sollen, weil die gleich in dem grossen blauen „Ordner“ (=Altpapier) abgelegt wird :-P
    I(st es eigentlich schon Gotteslästerung, wenn ich aus dem Wachtturm einen Papierflieger falte? *grins*)

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    1. Nur dann, wenn Du es in einer Art und Weise machst, die dazu geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören (deutsches Recht).

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