Dauerrezepte und Vorbezüge

Dauerrezepte und Vorbezüge gibt es zum Beispiel in Deutschland  ja gar nicht. Man mag das jetzt gut finden oder nicht … jedenfalls sind solche Dialoge wie der gestern dann auch nicht möglich:

Pharmama: „Ihr Dauerrezept für das Blutdruckmittel ist vor knapp 3 Monaten abgelaufen.“
Patient: „Wie kann das sein? Der Arzt hat gesagt, ich muss die Medikamente wahrscheinlich mein Leben lang nehmen!“
Pharmama: „Das ist schon möglich, aber das heisst nicht, dass das einmal dafür ausgestellte Rezept für den Rest ihres Lebens gültig ist. Sie müssen von Zeit zur Zeit zur Kontrolle zum Arzt, auch ob die Medikamente auch so wirken wie sie sollen.“
Patient: „Aha. Und jetzt?“
Pharmama: „Wenn sie jetzt gar keine Medikamente mehr haben, kann ich ihnen einen Vorbezug machen, aber sie müssen zum Arzt und mir ein Rezept bringen.“
Kunde: „Ist es ok, wenn das Rezept in 3-4 Monaten kommt?“
Pharmama: „Äh, nein. Sie haben 2-3 Wochen Zeit es zu besorgen.“

16 Kommentare zu „Dauerrezepte und Vorbezüge

  1. Was passiert denn, wenn sie es in 3 Wochen nicht bringt?

    Ich finde es schade, dass es Dauerrezepte in Deutschland nicht gibt. z.B. für die Anti-Baby-Pille wär das super- Natürlich auch für die ganzen Chroniker die hier so leben.

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    1. Hmm, was „passiert“ schon?
      Wenn ich ein Vorbezug mache, dann ist das ein Vertrauensvorschuss. Im Normalfall mache ich keinen Vorbezug, wenn die Person nicht schon (guter) Kunde bei uns ist – und sicher nicht, wenn sie das Medikament bei uns noch nicht gehabt hat. Für das gibt es ev. andere Möglichkeiten (Arzt anrufen etc). … aber: wird das Rezept nicht innert nützlicher Frist gebracht, gibt es erst mal ein Telefon an den Patient – und wenn das nichts nützt – an den Arzt. Und in Zukunft gibt es dann einfach keinen Vorbezug mehr.

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  2. Sehe ich auch so. Ich brauch nur ein wirklich niedrig dosiertes SD-Medikament, muss auch nur einmal im Jahr kontrollieren lassen – aber jedes Quartal stiefele ich zum Arzt wegen des Rezeptes (nur an die Theke) und bleche 10 € Praxisebühr und 5 € in der Apotheke für’s Rezept. Vermute sowieso, dass das Medikament an sich billiger ist – was kostest Thyronajod?). Das ist also 3 X unnötig. Manchmal habe ich Glück und kann mir ein Quartal sparen und hole im selben einfach 2 Rezepte. Und dann muss ich prompt wegen was anderem im eigentlich gesparten Quartal zum Doc – Knöchel böse verstaucht oder tief geschnitten oder so. Grrrrr…

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    1. Frag doch Deinen Arzt, ob er Dir nicht einfach 4 Rezepte (bzw. ein Rezept mit 4 Packungen) Thyronajod ausstellen kann und hol Dir einmal im Jahr Deinen Jahresvorrat in der Apo ab. Sollte doch eigentlich kein Problem sein, wenn Du eh nur ein einmal im Jahr zur Kontrolle bist.

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      1. In der Regel soll aber gerade bei der Schilddrüse eine engmaschige Kontrolle erfolgen, so dass es nicht sinnvoll ist, gleich einen Jahresvorrat abzuholen. Was, wenn nach 7 Monaten die Dosierung geändert werden muss?

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      2. Das wird der Arzt doch wohl kaum machen. Ist er doch auf Patienten angewiesen, die ihre Versichertenkarte abgeben, um ein Rp zu bekommen aber nicht in die eigentlich Sprechstunde gehen. Sonst kommt er doch finanziell gar nicht über die Runden.

        LG caro

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      3. Die Ärzte dürfen nur mit Begründung für einen längeren Zeitraum aufschreiben (z:B. längerer Urlaub).

        Der Vertretungsarzt darf sogar nur für den Vertretungszeitraum verschreiben, also meistens nur N1-Packungen.

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        1. Gilt das auch für Privatrezepte, dass der Arzt nur für den 3 Monatszeitraum aufschreiben darf oder geht es hier um die Erstattungsfähigkeit der Krankenkasse?

          Bei einem Packungspreis von 17 Euro ist es doch eigentlich für den Patienten finanziell egal, ob er jetzt 4 mal im Jahr den Arzt aufsucht und eh nur bei der Sprechstundenhilfe landet, dort 4 * 10 Euro Praxisgebühr bezahlt, dann in die Apotheke geht, dort 4*5 Euro Zuzahlung hinlegt, insgesamt also 60 Euro bezahlt oder ob er einmal im Jahr den Arzt aufsucht (10 Euro) und dann 1 Kassenrezept mit 5 Euro Zuzahlung und dann 3 weitere Privatrezepte zu je 17 Euro (=51 Euro) erhält, insgesamt also 66 Euro bezahlt…

          Ist zwar 6 Euro teurer, aber wenn man mal die Spritkosten mit reinrechnet…

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    1. in diesem Fall gibt mir „die Apothekerin meines Vertrauens“ (in D) das Medikament auch ohne Rezept und holt sich das Rezept nach dem Urlaub des Hausarztes auf dem kurzen Dienstweg
      Danke dafür!

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  3. Viele Ärzte bieten an, das Rezept, abhängig vom Medikament (also ob man es schon mal hatte und ob während der Einnahme irgendwelche regelmässigen Untersuchungen nötig sind), nach Hause zu schicken, ohne dass man einen Termin machen muss. Bei meinem ehemaligen Hausarzt ging das dann so, dass ich der Sprechstundenhilfe am Telefon (oder per Mail) sagte, was ich brauche, sie schrieb das Rezept, der Arzt unterschrieb es und so bekam ich es dann. Also wenig Aufwand für den Arzt – er hat die Medikamente nämlich nie kontrolliert; einmal hatte mich die Sprechstundenhilfe falsch verstanden und was aufgeschrieben, was gar nicht existiert. Trotzdem bekam ich das so auf dem Rezept; der Arzt hat also offenbar nicht nachgeschaut, was ich da bestelle.

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    1. … na, das kann aber auch übelst daneben gehen …

      (Ich weiß jetzt nicht, ob ich das so toll finden würde.)

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    2. Also telefonisch bestellen kann ich bei meinem Arzt auch. Und zwar die Medikamente, die ich regelmäßig bekomme. Nichts desto trotz muss ich dennoch einmal im Quartal dafür persönlich ( zumindest am Empfang ) erscheinen, damit meine Versichertenkarte eingescannt werden kann und ich muss natürlich die 10.00 € Praxisgebühr bezahlen.

      LG Caro

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    3. Und wie haben die deine Versicherungskarte ins System gekriegt? hast du die dafür hingeschickt und sie haben die zurück geschickt? und Praxisgebühr überwiesen?

      Hmm ich glaube die Sprechstundenhilfen von meinem Hausarzt würden da total den Überblick verlieren. Riesenpraxis, viele Patienten und dann auch noch Extrawürste für Frau S., das käm nicht gut.

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