Sp(r)itze Premiere!

Nicht lachen bitte, aber heute hatte ich eine Premiere: ich habe das erste Mal eine Spritze gegeben. Einem Menschen, nicht dem Übungskissen.

Eine Kundin kam ziemlich verzweifelt, sie brauche die Thrombosespritze- sie fliegt heute nachmittag, kann es aber nicht selber machen. Das kann ich gut nachvollziehen, bei mir selber habe ich es damals in der Schwangerschaft auch nicht geschafft. Mein Mann musste es dann machen.

Nun, der Mann der Kundin kann das offensichtlich auch nicht … ob ich nicht, bitte, bitte, Bitte?!

Es hat etwas Überwindung gekostet, aber da ich weiss, dass ich da nicht viel falsch machen kann, – und immerhin habe ich es den Kunden mit Thrombosespritzen schon ein paar hundert Mal erklärt- und da … habe ich es dann gemacht.

Im Nachhinein kann ich sagen: Es ist kein Problem. Stelle desinfizieren, Hautfalte zwischen Finger nehmen, Spritze reinstecken, langsam runterdrücken, einen Moment warten, rausziehen, fertig.

Ahhh! Erfolg.

Und sie hat nicht mal gezuckt :-) Guten Flug, dann!

13 Kommentare zu „Sp(r)itze Premiere!

  1. Herzliche Gratulation!
    Ich bin froh, habe ich das gelernt als ich noch nicht einmal 20 war. Jetzt, doppelt so alt, würde ich mich bei meiner ersten Spritze wohl zieren schöner nützti nüüd.

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  2. Gratuliere zur Premiere. Ich könnte es nicht. Es hat mich ja vor 2 1/2 Jahren viel Überwindung gekostet meiner Tochter eine Insulinspritze (Pen) zu geben. Wir Eltern sollten es auch können. (War in der Kinderklinik). Ich kann nicht mal Blutzucker bei mir messen.

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  3. Ich muss mich seit 2 Jahren selbst spritzen, im Moment mit einem Pen, vorher mit einer Spritze. Ich zucke immer noch, setze an, überlege, finde diesen und jenen Grund, es gerade jetzt nicht zu tun, setze wieder an – und irgendwann muss es dann sein :-)

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  4. Ich muss mich Rose anschließen… habe seid meiner Kindheit eine Phobie vor Spritzen und Nadeln… ich krige deshalb auch immer Magenschmerzen, wenn ich zum Arzt muss(obwohl ich meinen Kunden immer erzähle, dass das gar nicht schlimm ist)! Respekt an alle, die das jeden Tag tun, egal ob bei sich selbst, oder bei anderen!

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  5. Ich habe mir schon selbst eine Venenverweilkanüle am rechten Arm (Armbeuge) gelegt. D.h. alles nur eigenhändig mit der linken Hand (bin Rechtshänder) ausgeführt. Bisschen Sauerei gemacht, bis der Mandrin zur Hand und eingefädelt war, aber es saß beim ersten Mal einwandfrei und gab keinerlei Komplikationen, nicht mal ein kleines Hämatom war hinterher zu sehen. Dabei hab ich das nie gelernt.
    Großen Respekt hätte ich bei Zugängen in Herz, Leiste, Hals, am Rückenmark, intraartikulär usw.
    Aber s.c.-Injektionen sind ja nun wirklich oftmals ein Klacks.
    Und das Punktieren schmerzt auch nicht, wenn man es richtig macht, die Nadeln sind heutzutage so extrem scharf und gleitfähig, dass man sie fast überhaupt nicht merkt, besonders bei den sehr feinen und kurzen s.c.-Kanülen. Wenn eine Mücke ihren Rüssel in die Haut sticht, tut das mehr weh.
    Ist aber auch eine Frage der Technik, besonders zögerliches, langsames ‚Eindrücken‘ kann schon unangenehm sein. Bei ängstlichen Patienten z.B. Kindern soll es helfen, wenn man sie auffordert, mal ‚künstlich‘ zu husten und in dem Moment zusticht, oder wenn man zeitgleich ein bisschen wo anders in die Haut ‚zwickt‘.

    Außerdem immer das alkoholische Desinfektionsmittel üppig auftragen, dabei mit einem Pad die Haut richtig ‚rubbeln‘ (tief in die Hautoberfläche einarbeiten quasi), und lange genug einwirken lassen. Darauf sollte man als Patient mit achten, manche ‚Fachkärfte‘ wischen nur mal ganz leicht drüber oder reiben es sofort nach dem Aufsprühen mit einem trockenen Tupfer wieder runter. Das ist ganz schlecht, damit ist keine ausreichende Keimreduktion gewährleistet, ein Spritzenabszess oder anderweitige Infektion droht. Dazu sollte das alkoholische Desinfektionsmittel auch wirklich vollständig verdunstet sein, bevor eingestochen wird, sonst gelangt es mit in den Stichkanal und brennt höllisch.

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  6. Gratulation!!!

    Ich hab in meiner letzten Schwangerschaft einmal pro Woche Progesteron gespritzt bekommen (17.-34. Woche). Eigentlich wollte ich dafuer immer zum Doc, aber 1 1/2 Stunden nur fuer so eine Spritze, die ein paar Sekunden dauert?
    Mein Mann hat sich dann ueberwunden. ICH haette es wohl nicht gekonnt.

    Und meinem ersten Fruehchen musste ich im Krankenhaus zweimal EPO spritzen. Sonst wollten sie ihn nicht entlassen, wenn wir das nicht selbst koennen. Autsch, das tat in der Seele weh. Und dann haben sie ihn entlassen und gemeint, das mit dem EPO sei nicht mehr noetig. Danke auch *aechz*.

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  7. warum erinnert mich das an Jürgen von der Lippe:
    “ .. rollt sie nach links, ist alles in Ordnung, rollt sie nach rechts, ist’s auch nicht schlimm, nur wenn sie ganz ruhig liegen bleibt, dann ist der Wurm drin ..“ :-)
    (sorry, Jürgen, für die Verunglimpfung!)

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  8. Ich möcht ja nicht schimpfen – es ist beim ersten Mal eh schwer genug – aber bitte das Aspirieren nicht vergessen!
    Heißt: Hautfalte bilden -> reinstechen -> Spritze kurz aufziehen und schauen ob Blut kommt -> Spritze um 90° drehen -> nochmal aspirieren -> kommt kein Blut, dann Spritze langsam leeren.
    Ich glaube das ist gerade bei so Sachen wie Thromboseaggegrationshemmern usw. wichtig, dass sie nicht mit einem Mal im Blut landen sondern langsam ans Blut abgegeben werden.
    Lg

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    1. Bei den Fertigspritzen mit den niedermolekularen Heparinen (Fragmin, Fraxiparin, Clexane, …) muss man wirklich nur zustechen und den Kolben in die Stritze drücken. Durch die richtige „Faltung“ der Haut soll gewährleistet werden, dass man am richtigen Ort trifft; das sagte auf jeden Fall der Professor, der es uns beigebracht hat.
      Übrigens: Hut ab vor Pharmama! Ich hätte das nicht gekonnt!! Ich habe schon bei mir selbst Mühe; bei jemand anderem könnte ich es gar nicht… :-(

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    2. Nein, bei Fertigspritzen muss man wirklich nicht aspirieren. Die haben eine so kurze und dünne Nadel, dass man da kaum woanders als im Unterhautfettgewebe landen kann – v.a. wenn man noch vorschriftsgemäss eine Hautfalte macht und die Person nicht gerade magersüchtig ist.

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      1. Lustigerweise hatte ich vor 2 Tagen das nette Vergnügen, bei einer adipösen Patientin trotz Hautfalte und flachem Einstich in einem Blutgefäß zu landen.
        Vielleicht habe ich mich aber auch einfach nur selten dämlich angestellt. :)

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    3. Ich habe gelesen, _gerade_ bei Heparin-Injektionen s.c. soll man _nicht_ aspirieren, weil das die Mikrotraumata bei der Punktion vergrößert und zu mehr Komplikationen führt!
      Aber ja, es gibt sehr viele Substanzen und Injektions-Arten (gerade auch i.m.), bei denen Aspirieren Pflicht ist!

      BTW: Heute hat mir eine Ärztin Blut abgenommen, das Desinfiziens auch korrekt einigermaßen lange einwirken lassen, dann hat sie es aber (wie es leider oft gemacht wird) mit einem üblichen unsterilen(!) Tupfer abgewischt, um es schneller trocken zu bekommen und außerdem beim Ansetzen vom Butterfly die Punktionsstelle wieder mit ihren Fingern berührt. Hatte sie noch darauf hingewiesen, was sie aber ignorierte und bevor ich weiter reagieren konnte, hatte ich auch schon die Nadel drin :/
      Offenbar herrscht da auch bei Leuten mit größerer Ausbildung und Erfahrung eine Betriebsblindheit vor. Nur weil es fast nie tatsächlich Folgen hat (selbst „Junkies“, die richtig schmuddelig arbeiten, bekommen dafür erstaunlich wenig Abszesse u.ä.), heißt das nicht, dass man es sich erlauben kann, so zu schludern. Eine Venenpunktion ist schließlich doch ein relativ heikler körperlicher Eingriff und eine Körperverletzung!

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