Kontraindikationen und Schwangerschaft

Weil wir Apotheker nicht (mehr) dazu kommen alle Rezepte selbst auszuführen, haben wir unseren Helferinnen beigebracht, wenn sie uns das Rezept zur Kontrolle zeigen, noch jeweils ein paar Zusatzinformationen zum Patienten zu sagen: Ob er/sie das Medikament schon einmal hatte, falls ja: wann (das ist zurm schauen wegen Missbrauch), angezeigte Wechselwirkungen und -ganz wichtig: Allergien und ob „sie“ schwanger ist.

So bringt mir die eine Pharmaassistentin letzthin ein Rezept für Androcur. Die Frau hatte es schon mehrmals (eine Repetition auf ein Dauerrezept), keine Wechselwirkungen.
Als die Kundin weg ist, kommt die Pharmaassistentin wieder zu mir und sagt: “Als sie wegging … also, ich bin nicht sicher, ob sie nicht etwa schwanger ist.“
Au, Mist! Das Androcur sind Hormone und in der Schwangerschaft darf man sie nicht nehmen. Gut, sie sollte / könnte es wissen, aber sicher können wir nicht sein.

Das gab ein – eher peinliches – Telefon.
Nun gut, lieber so …

Sie war es dann übrigens nicht. Sorry für die Störung!

Puh.

14 Antworten auf „Kontraindikationen und Schwangerschaft

  1. Da wäre es doch eine gute Lösung bei Medikamenten die man keinesfalls in der Schwangerschaft nehmen darf, das immer gleich dazuzusagen, egal ob die Frau schwanger aussieht oder nicht und das entsprechend in der EDV so zu hinterlegen…

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    1. Du bist ein Mann, oder? :-D

      Die Idee ist theoretisch sehr gut und mir persönlich macht die Frage eh nix aus, da sie erstens bei jeder Frau im gebärfähigen Alter berechtigt und zweitens wichtig ist.

      Aber es gibt sensiblere Naturen unter meinen Geschlechtsgenossinnen, die bei einer solchen Andeutung in eine persönliche Lebenskrise geraten… (google mal nach „in apotheke für schwanger gehalten“)

      Ich kann mir auch gut vorstellen, daß das Telefongespräch knifflig war.

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      1. Oh ja, es gibt sensible Personen – da sind die, die eigentlich gerne schwanger werden wollen und es nicht können, die, die denken, es sei eine Anspielung auf ihr Gewicht … usw. dabei wäre es wirklich eine sinnvolle Frage … aber: eben.

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        1. Weiß nicht, was da das Problem sein soll. Zum Beispiel beim Röntgen wird man als Frau ja auch grundsätzlich immer vorher gefragt, ob eventuell eine Schwangerschaft vorliegt. Aus im großen und ganzen genau denselben Gründen. Warum also nicht auch hier?

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  2. Ui, das kann wirklich peinlich werden.
    Mich hat auch mal eine Frau gefragt, ob ich schwanger bin.
    War ich nicht und sie ist im Boden versunken vor Peinlichkeit und sich hundert mal entschuldigt.

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  3. Also, wenn man einfach nur allgemein dazu sagt, dass im Falle einer Schwangerschaft, oder auch nur geplanter Schwangerschaft das Medikament nicht eingenommen werden darf, seh ich da eigentlich kein Problem.

    „ich muss Sie darauf hinweisen, dass Sie dieses Medikament im Falle einer (geplanten) Schwangerschaft nicht nehmen dürfen.“ Da kann sich doch eigentlich keiner drüber aufregen, oder?

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  4. Ich stell mir das Telefonat angenehmer vor als manche zarte Persönchen direkt nach ner Schwangerschaft fragen zu müssen.

    Ein einleitendes „Ich hab sie ja nicht direkt bedient, …“ nimmt viel von aller Leuten Schultern

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  5. Die Frau hatte ein Rezept. Dann hat das doch wohl hoffentlich schon der Arzt abgeklärt? Oder darf sich ein Apotheker darauf nicht verlassen?

    Außerdem gibt es ja auch noch die Gebrauchsinformation. Ich weiß, dass die nicht jeder (vollständig) liest. Ich weiß auch, dass nicht jeder, der sie liest, sie auch versteht. Aber „Im Falle einer Schwangerschaft nicht einnehmen“ – das sollte doch verständlich sein. Und ich könnte mir (als Mann) vorstellen, dass gerade schwangere Frauen besonders auf sich achten.

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    1. Ja, nur: die Frau hatte ein Dauerrezept. Und innert 6 Monaten kann sich doch gelegentlich etwas ändern. Davon, dass die Packungsbeilage gelesen wird, kann leider nicht ausgegangen werden.
      Ich sag mal: better safe than sorry – gilt eben auch für die Apotheke,

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