Innovativ-provokatives Packungsdesign

Pregnadel ist keine existierende Pille – es ist ein imaginatives Packungsdesign von Sergii Llin. Aber eigentlich wäre es ideal für die „Pille danach“ – z.B. Norlevo. Das ist nämlich auch nur eine einzige Tablette.

The goal was to develop packaging that will be noticeable on the pharmacy shelf, self-illustrative, and have a bit of social message, kind of ‘Think before you do’.

Provokativ? Und wie. (Man achte auch auf die Tablette selbst: x_x)

Aber auch auffällig und kreativ – und man „sieht“ gleich, was die Pille denn macht.

Was haltet ihr davon?

31 Kommentare zu „Innovativ-provokatives Packungsdesign

  1. Verständlich. Witzig. Provokativ auf jeden Fall, aber ich denke bei dem Thema ist das okay.
    Also mir gefällts :-)

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  2. Scheußlich!

    Das Design ist ja witzig, aber bitte nicht bei dem Thema. Das setzt ja die „Pille danach“ mit Abtreibungen gleich. Widerlich!

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    1. Die Pille danach ist streng genommen eine Abtreibung und verhindert die Einnistung der bereits befruchteten Eizelle.

      Die Pille danach ist also keine Verhütungsmethode.

      Also ist das Packungsdesign schon ganz richtig.

      Ich kann mir das insbesondere in Ländern der Welt vorstellen, in denen es eine hohe Analphabetenquote gibt.

      Schliesslich hat das Symbol „nicht in der Schwangerschaft einnehmen“ (Frau mit dickem Bauch, durchgestrichen) in Brasilien dazu geführt, dass Analphabetinnen gedacht haben, Thalidomid/Contergan sei ein Abtreibungsmittel.

      Für ein „Think before you do“ ist es dann aber schon zu spät.

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      1. Hmm… mir hat letztens jemand erklärt, dass heutzutage die meisten ganz normalen Pillen auch „nur“ die Einnistung verhindern, nicht die Befruchtung selbst – die Erklärung war wohl, dass ersteres mit geringeren Hormon-Dosierungen erreicht werden kann. (Falls das nicht stimmt, widersprecht mir, bitte.)

        Insofern wäre nach deiner Argumentation, KS, auch die ganz normale „Pille davor“ eine (potentielle) Abtreibung.

        Trotzdem finde ich die Idee „erst denken, dann handeln“ gut – gerade beim Thema Sex und Verhütung. Durch die Leichtigkeit von Verhütung und Abtreibung ist das aus der Mode gekommen… und letztlich sind es ja die Kinder, die es ausbaden müssen, auf die eine oder andere Weise.

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        1. sorry, finde auf Anhieb die passenden Links nicht und hab keine Zeit zum Suchen, daher nur ganz billig:

          http://de.wikipedia.org/wiki/Nidationshemmung#Hemmung_der_Nidation

          Das Thema ist also ziemlich umstritten, aber: Würde die „normale Pille“ ausschliesslich nidationshemmend wirken, gäbe es viel mehr Eileiterschwangerschften. (Über den Anteil von Extrauteringraviditäten an allen Schwangerschaften liesse sich die einnistungsverhindernde Wirkung der jeweiligen Verhütungsmethoden „ganz einfach“ bestimmen. Theoretisch zumindest…)

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        2. Die normale Pille enthält einen Gestagenanteil. Dieser verdickt den Cervicalschleim und verringert die Wahrscheinlichkeit der Penetration der Spermien. Grob und kurz zusammengefasst.

          Also ist die Wahrscheinlichkeit der Befruchtung schon mal geringer (=Verhütung). Sollte die Befruchtung trotzdem stattgefunden haben, ja, dann wird die Einnistung einer bereits befruchteten Eizelle verhindert.

          Dessen sollte man sich klar sein. Trotzdem ist die normale Pille eher eine Verhütungsmethode als die „Pille danach“

          Ich bin übrigens für Abtreibung/Pille/Pille danach. Aber man muss sich dessen bewusst sein. Gegen Abtreibung zu sein, aber die Pille danach zu befürworten ist Doppelmoral, meiner Ansicht nach.

          Und das Packungsdesign für die Pille danach wird nicht zum „Erst nachdenken, dann handeln“ führen.

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      2. Gilt das nicht auch für spiralen? Die verhindern doch auch nur die einnistung und nicht die befruchtung.

        *Abtreibungsbefürworter*

        kristin

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      3. Unsinn, die Nidationshemmung ist zu vernachlässigen, wenn überhaupt vorhanden. Die Pille danach verzögert den Eisprung, mit Abtreibung hat das schon mangels Befruchtung oder gar Nidation nichts zu tun.

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        1. Pharmama, kannst du mal die Wirkweise der Pille danach aufklären?
          Ich kenne es auch nur so, dass die Pille danach eine Einnistung verhindert.

          Benedicta: Die normale Pille (davor) verhütet gleich mehrfach: Durch die enthaltenen Hormone wird dem Körper eine Schwangerschaft vorgegaukelt: der Eisprung wird verhindert, der Zervixschleim verändert und eine Einnistung verhindert. Die letzten beiden Punkte sind das Sicherheitsnetz, bei korrekter Einnahme (regelmäßig, keine wechselwirkenden Medikamente, kein Durchfall oder Erbrechen) werden die nicht gebraucht.

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        2. Es ist kein Wunder, dass es hier Diskussionen gibt und Unstimmigkeiten über die Wirkungsweise der „Pille danach“. Ich darf hier den Kompendium-eintrag von Norlevo zitieren:
          „NorLevo Uno ist ein orales Kontrazeptivum zur Schwangerschaftsverhütung in Notfällen. Die genaue Wirkungsweise ist nicht bekannt.

          Es wird angenommen, dass Levonorgestrel bei dem verwendeten Dosierungsschema die Ovulation unterdrückt und somit eine Befruchtung verhindert, wenn der Geschlechtsverkehr in der präovulatorischen Phase stattgefunden hat.

          Es könnte ebenfalls die Befruchtung und Implantation verhindern.

          NorLevo Uno ist nicht wirksam, wenn der Implantationsprozess begonnen hat.“

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  3. „…noticeable on the pharmacy shelf,…“
    Damit fällt das doch bestimmt für die Hälfte aller Länder flach (zumindest für de & ch), weil es doch bestimmt ein verschreibungspflichtiges Produkt ist, dass nicht beworben werden darf.

    In dem gleichen Kontext lautet die „social message“ wohl eher: Ist doch eh sch*** egal, gibt ja diese tolle Pille die ich letztens in der Apotheke gesehen habe….

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    1. In der Schweiz ist die Pille danach nicht verschreibungspflichtig. Man bekommt sie nach einem etwa 10 Minütigen Beratungsgespräch mit der Apothekerin.
      Allerdings steht sie auch nicht offen sichtbar im Regal … von daher erübrigt sich die auffällige Verpackung.

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  4. Ohne weitere Informationen, nur die Verpackung betrachtend, hätte ich eher angenommen: Pille nehmen -> dicken Bauch kriegen, also schwanger werden.

    KS:
    Wenn aber das Ei noch garnicht eingenistet ist, wie kann die Frau dann schwanger sein?
    Als ich vor Jahren mal die „Pille danach“ bekam, wurde erst ein Schwangerschaftstest durchgeführt. Wäre der positiv gewesen, hätte ich die „Pille danach“ nicht einnehmen dürfen. Hab ich damals abgetrieben?

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    1. Der alte Streit mal wieder… Rechtlich ist es erst eine Abtreibung, wenn die Einnistung stattgefunden hat – punkt.
      Wenn man unbedingt die Befruchtung verhindern will, dann sind eben „Pille danach“, Kupferspirale und in geringerem Masse die Minipille keine geeigneten (Notfall-)Verhütungsmittel.

      Das Tabletten- und Verpackungsdesign gefällt mir, aber ich erachte es als unpassend. Medikamente sollen nicht witzig sein; die „Pille danach“ schon gar nicht. Andererseits fände ich eine laienverständliche, einfachere Unterscheidbarkeit von Medikamenten gar nicht schlecht. „Wieso soll ich diese Pille mit Herz drauf gegen meine Kopfschmerzen nehmen?“.

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    2. Also ich finde die Packung logisch: dicker Bauch, bis die Pille (mit xx Gesicht) herausgedrückt wird – kein dicker Bauch = nicht (mehr) schwanger.

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  5. Über die Pille danach mag man streiten, aber ich finde das Design ganz gut. Es weckt Gefühle. Babymädchenpink weckt doch positive Gefühle…und dann drückt man die Pille heraus und macht das heile Bild kaputt. Das soll doch Frauen/Mädchen bewußt werden.

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    1. Es gibt sicherlich Frauen, die einen verantwortungsvollen Umgang mit ihrer Sexualität nicht gelernt haben – und die werden auch durch so eine Medikamentenverpackung nicht nachdenken. Bei allem Pessimismus bin ich mir aber sicher, dass dies eine Minderheit der Konsumentinnen ist (@Phamama, wie ist da deine Einschätzung?). Und der eigentlich verhüten-wollenden oder gar vergewaltigten Frau dann zu suggerieren, dass sie ihr Baby umbringt, finde ich geschmacklos, menschenfeindlich, frauenfeindlich. (Und in der guten alten Tradition, dass Frauen sich für Sex schämen und schuldig fühlen sollen – sind wir da noch nicht drüber weg.)

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      1. Zum Glück ist das tatsächlich die Minderheit – oder aber ich habe die fast nie in der Apotheke.
        Und eine Frau die abtreibt, die weiss im Normalfall was sie tut – und hat sich Gedanken gemacht über die Konsequenzen. Die meisten machen das nicht leichtfertig. Nein.

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  6. Ganz nüchtern betrachtet finde ich das Design gut. Es ist witzig, intelligent und „mit message“.

    Aber ich habe Bauchschmerzen dabei. Wenn ich mir vorstelle, ich bräuchte die Pille danach, sei es wegen einer Gummipanne, sei es wegen etwas schlimmeren, dann wäre das letzte, was ich in dieser Situation möchte, der moralische Zeigefinger (und sei er noch so witzig verpackt) einer Tablettenpackung.

    Es mag ja sein, daß es Frauen gibt, die die Pille danach als Verhütungsmittel sehen. Ich nicht. Ich bin mir sehr bewußt, daß es eine Notfalllösung mit Nebenwirkungen ist. Ich weiß auch, daß ich damit im Falle eines Falles einen Embryo am Einnisten hindere, der andererseits ein Baby geworden wäre. Aber dafür brauche ich keine Verpackung, die mir das nochmal unter die Nase reibt.

    Gibt es irgendwo eine Statistik, warum die Pille danach verschrieben wird, bzw. wieviel Frauen sie als Verhütungsmittel sehen? Darunter sind doch bestimmt auch Gewaltopfer, für diese wäre das Design doch mehr als zynisch, oder?

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  7. da bin ich ziemlich ganz genau der meinung von anna, in allen punkten.

    das packungsdesign für präparate mit derartigen indikationen – und da zähle ich irgendwie alle verhütungsmittel etc. dazu – lässt mich an „und treiben mit entsetzen scherz“ denken, für mich hat das einen ziemlich schalen beigeschmack.

    medikamente sollten grundsätzlich nicht verniedlicht werden, weder in form, noch in farbe oder (packungs)design.

    psychologisch könnte sowas auch ordentlich in die hose gehen. stellen wir uns einmal vor, wir liegen im krankenhaus und sollen eine infusion bekommen. und dann kommt eine schwester mit einer flasche in der sich regenbogenfarbene oder goldglitzernde flüssigkeit befindet. so gut wie jeder patient wäre auf der stelle mobilisiert und auf der flucht – na gut, das könnte die indikation sein: spontanheilung.

    bei einer verpackung wie der gezeigten wird das thema viel zu sehr verharmlost, es suggeriert eine selbstverständliche fröhlichkeit die einfach nicht angebracht ist, sogar wenn nur von „gedankenlosen“ patientinnen ausgegangen wird.

    der moralische zeigefinger ist für mich nicht wirklich klar ersichtlich, und ja, binE, in manchen fällen wäre diese aufmachung nicht nur zynisch, sondern ziemlich menschenverachtend.

    dazu kommt noch eines: woraus setzt sich der anwenderkreis zusammen? ein grossteil junge, uninformierte patientinnen, ein teil pechvögel, ein teil arme schweine. den ersteren sollte man den ernst der lage näherbringen – und das geht sicherlich nicht mit rosa hihihi, und die anderen sollte man doch bitte nicht mit lustigem design unterhalten wollen, die können in dem moment nämlich weder lachen, noch einen erhobenen zeigefinger gebrauchen.

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  8. Ich glaub ich bin die einzige Frau hier, die keine tiefsinnigen Interpretationen eines Stück Plastiks anstellt. Ich schäme mich.

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  9. Clara, ich denke da bist du nicht die einzige.

    Wenn man mal in Aufklärungsforen schaut, gibt es erschreckend viele Mädchen und Frauen, die schon mehrfach die Pille danach genommen haben. Man KANN man Pech haben aber wenn ich da an den Fall vor ein paar Tagen bei der Heldin im Chaos denke:
    http://heldinimchaos.wordpress.com/2010/05/11/neulich%c2%a0dienstnacht%e2%80%a6/
    Dann halten viele die PD für ein geeignetes Verhütungsmittel.

    An meiner Uni waren auch einige Mädels, die man eigentlich für helle Köpfe halten sollte (nicht nur, weil sie überhaupt studieren sondern ganz allgemein) aber wenn dann Sätze fallen wie „ich musste mal wieder ins Krankenhaus für die PD, die kennen mich deswegen dort auch schon beim Vornamen“ dann stellen sich mir die Nackenhaare auf.
    Vordergründig finde ich das ein teures Hobby/Verhütungsmittel und davon ab denken die irgendwie nie daran, welche Hormonbomben die sich reinföhnen. Und das offensichtlich regelmäßig.

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  10. Vielleicht ist sowas praktisch nicht so gut, aber als Bild z.B. in einer Ausstellung ist es eine sehr treffend verbildlichte Aussage. Ich verstehe das Bild eher als „Kunstwerk“ denn als ernstgemeinten Vorschlag für eine Pille.

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  11. Haha, ich finds lustig.

    Allerdings ist gerade die Pille danach ja keine Pille, die man „aus Spaß“ nehmen sollte. Und solche lustigen Verpackungen (wenn auch mit ernstem Hintergrund) machen dann Spaß am Einnehmen, find ich.
    (ICH würd so eine wohl mit besserem Gewissen nehmen, als die karg weiß verpackte, einsame, lieblose, einzelne Unofem, zb).

    Momentan grüble ich, ob die sonstigen Pillenverpackungen ihre Daseinsberechtigung haben.
    Ist das bei Euch in der Schweiz auch so?
    Hier gibt es auf den Packungen Blümchen, Herzchen, Glitzer, und sooo bunte Deko, wow. Und dazu von manchen Herstellern auch Extras, wie Etuis, Schlüsselbänder, Kugelschreiber, Mäppchen, Schminksets, etc.

    Ganz besonders nett ist das „Pink Pack“ von „Liebe ist Pink“ (einfach mal googlen, sponsored by Stada). Mit Lippenpflegestift, Nagelfeile, Kondom, Blister-Schutz-Pappe, eine (bestimmt sehr objektive) Infobroschüre und sogar ein 10 Euro Musik-Download Gutschein.
    Wenn DA die Einnahme nicht Spaß macht ;-)

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