Still-end

Da war letzhin eine Frau in der Apotheke mit einer Frage betreffend Antibiotika während dem Stillen. Während ich sie mit ihrem Problem beriet, hatte ich meine Augen auf einem etwa 2-3 Jährigen Kind, das gerade Anstalten machte, unser Zahnbürsten-Regal auseinander zu nehmen. Erst als die Frau während der Beratung in Richtung Kind nickte realisierte ich, dass das Kind, dass sie stillte DIESES wilde 2-3 jährige war.

Sie glaubte mir auch nicht, dass Stillen mit diesem Antibiotikum zusammen ging. Aber eigentlich dachte ich bei mir: „Wäre es vielleicht nicht auch an der Zeit mit dem Stillen aufzuhören?“

Das Kind war fast 3 Jährig. Wild. Mit Zähnen.

Stillen ist gesund – und am Anfang kann das Baby ja nichts anderes zu sich nehmen als Milch. Und Muttermilch hat die perfekte Zusammensetzung … und ist ideal zur Allergieprävention. Und dann kommt die Zeit, wo man Breis gibt und dann normales Essen … und irgendwie finde ich es seltsam darüber hinaus weiterzustillen.

Und ihr?

23 Kommentare zu „Still-end

  1. vor einigen Jahren führte hier eine Lehrerin einen Prozess. Sie wollte bezahlte Stillpausen vom Arbeitgeber bewilligt haben.

    Das Kind war 8 oder 9 Jahre alt…

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  2. @Michael: 8 oder 9??!? OMG. Das Kind geht schon ein paar Jahre zur Schule … wollte sie da auch Schulpausen haben extra fürs Stillen? Und wie ist das ausgegangen?

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  3. Ich hab da auch mal eine Doku im TV gesehen über eine Deutsche, die ihr 8- oder 9-Jähriges noch gestillt hat… Das ist doch echt widernatürlich, oder? Ganz abgesehen davon muss dies für ein Schulkind doch auch peinlich sein gegenüber seinen Schulkollegen..??!!

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  4. Hej,

    ich hatte mal einen Schulkameraden, der durfte wann immer er wollte an die Brust seiner Mama – egal ob im Restaurant, zum Einschlafen, zum Beruhigen, im Beisein anderer/fremder Menschen…
    Wir waren damals gemeinsam in der Grundschule, keine Ahnung ob der es heute geschafft hat sich abzunabeln mit knappen 30 Jahren :-)

    Lieben Gruss
    Tanja

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  5. Wir hatten auch mal eine Nachbarin, ide ihr damals vierjähriges Kind noch gestillt hat. Fand ich damals ziemlich schräg, konnte es aber nicht weiterverfolgen, da die Familie nicht lange dort gewohnt hat. Aber ich hatte den Eindruck, das das Kind im Verhalten ziemlich „kleinkindhaft“ für sein Alter war.

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  6. Mal eine andere Meinung *g*…

    Nein, ich finde das nicht seltsam. Bei einem 2-3jährigem Kind schon gar nicht. Stillen ist nicht nur Nahrungsaufnahme. Vielleicht stillt das Kind sein Saugbedürfnis nur bei Mama, statt einen Schnuller zu benutzen? Vielleicht sind beide sehr glücklich damit? Ich finde Stillen ok, solange beide das wollen.

    Ich gestehe jedoch, dass ich das auch seltsam gfunden hätte, bevor ich selbst gestillt habe und bis ich mich mit dem Thema Langzeitstillen auseinandergesetzt hatte. Obwohl ich keine Langzeitstillende bin. Das erste Kind habe ich mit Einführung der Beikost abgestillt, weil man das halt so macht (und aus noch einem weiteren Grund). Dabei heißt Beikost Beikost und nicht Ersatzkost. Im Nachhinein tat mir das sehr leid und hat mir gefehlt. Jetzt habe ich wieder ein Baby (9 Wochen alt). Das wird gestillt, solange wir beide es mögen.

    Und ganz theoretisch und unabhängig von meiner persönlichen Meinung die offizielle Empfehlung der WHO: vollstillen bis 6 Monate und danach neben geeigneter Beikost weiterstillen bis 2 Jahre und darüber hinaus (letzteres wird gern ignoriert).

    Liebe Grüße
    Sandra

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  7. Ok, ich find bis 2 ist das jetzt wirklich nichts über das man sich wundern müsste. 3 ist schon etwas anderses… was Ältere angeht da müsste man mal gucken wo das Problem liegt.

    Ich hab 3 Kinder. Alle 3 gestillt. Die 1. 4 Monate, nachher bekam ich ne Nierenbeckenentzündung und ich musste abstillen. Das 2 hab ich 2 Jahre gestillt. Versuchte zwar ab 6 Monaten auch mit Brei aber sie wollte von nichts wissen genau sowenig wie vom Schoppen noch von Nuggis, also stillte ich weiter, da darin auch kein Problem und sie gedeite wie verrückt *g* Und den Kleinen hab ich 6 Monate gestillt, dann bekam ich Ne Brustentzündung und Milchstau. Ihm wars egal weil er gerne selber im teller rum mantschte.

    Also, keiner der Kids hat nen Schaden deswegen aber die mittlere, die am längsten gestillt wurde hat keine Allergien noch sonst was. Die naderen beiden haben Neurodermittis und Heuschnupfen.

    Ich würd es heute nicht anders machen.

    Liebe Grüsse
    Alexandra

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  8. Ich schließe mich Wörmchen an:

    ein 4, 5-jähriges mit Schnuller: da wundert sich keiner…

    Die Ausführung zur WHO-Empfehlung hat sie ja auch bereits genannt.

    Mein erstes Kind hab ich ganz „normal“ 6 Monate gestillt, auch wegen Allergieprävention, und dann nach und nach Beikost eingeführt, bis wir mit ca. 15 Monaten „brustfrei“ waren.

    Beim 2. und 3. Kind wollte ich das genauso machen, hatte aber nicht mit dem Dickkopf meiner Mädchen gerechnet: die wollten einfach nix anderes als Mamas Busen, bis sie selbst essen konnten. Die eine 11 Monate, die andere 13 – und teilgestillt bis 2,5 Jahre. Daneben aßen sie bei uns mit, was ging: Nudeln ohne Sauce mit den Händen usw. – den „Matsch“ vom Löffel haben sie verschmäht…

    Und über mangelndes Selbstbewusstsein oder fehlende Abnabelung kann ich mich bei beiden nicht beschweren ;-)

    Zähne sind übrigens beim Stillen kein Problem: saugen und beißen zusammen geht rein anatomisch nicht.

    Liebe Grüße
    Chris

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  9. Zwei Jahre wäre für mich wohl so die Obergrenze. Rein theoretisch ;) Mein 1. Kind habe ich leider nur 3 Monate gestillt, dann mit 20 Monaten die Fasche verbannt. Mein zweites Kind hat sich selbst mit 1 Jahr abgestillt. Wenn ich mal ein Kind bekomme, das sich nicht SELBST abstillt, ändere ich vermutlich meine Meinung noch.

    Wie gesagt, 2 Jahre scheint mir so die Grenze. Aber auch für Schnuller & Flasche.

    Warum ist stillen und Flasche geben in den ersten Monaten angeblich gleichwertig, danach aber ist Stillen dann irgendwann „abartig“, während die Flasche am Abend/Morgen natürlich vollkommen ok ist?

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  10. und irgendwie finde ich es seltsam darüber hinaus weiterzustillen.
    Und ihr?“
    Ich finde es vor allem seltsam, dass sie ihr Kind nicht von dem Regal weggenommen hat.

    Thema Stillen: Müsste man mehr fundiertes Wissen über die psychischen Folgen haben. In der Schule noch stillen halte ich für seltsam, aber vielleicht ist es auch nur ein kulturelles Ding.

    „bis 2 Jahre und darüber hinaus (letzteres wird gern ignoriert)“
    Aber die 2 steht wohl auch nicht grundlos da.

    zu der Vietnamesin: Sexueller Missbrauch?! Ich hoffe das hat sich das Gericht gut überlegt

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  11. Uff, find ich jetzt hart die Aussage.
    Ich finde es seltsam, wie verschrieen es in dieser Gesellschaft ist, sein Kind lange zu stillen, aber wenn ein 2-3 jaehriges Kind noch einen Schnuller hat oder gar aus der Flasche trinkt, sagt kaum jemand was …

    Mein Grosser hat sich mit 2 3/4 abgestillt. Mein Kleiner mit 2 1/2.
    Beide haben weder Flasche noch Schnuller (gehabt). Beide sind gesunde, normal entwickelte Kinder und wir haben alle die Stillzeit genossen. Es war IHRE Entscheidung, wann sie diese besondere Naehe aufgeben konnten. Den Teddy nimmt man ihnen ja auch nicht einfach irgendwann weg. Kein Kampf mit Schnullerfee und Flaschenentwoehnung.

    Soweit ich weiss, empfiehlt die WHO auch das Stillen ueber den 6. Monat hinaus. Das erste Essen ist eh eine BEIkost und keine ERSATZkost.
    Auszug der WHO: „WHO strongly recommends exclusive breastfeeding for the first six months of life. At six months, other foods should complement breastfeeding for up to two years or more.“

    Soweit mein Wort zum Dienstag

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  12. [Nachtrag: Als mein Kleiner knapp 10 Wochen zu frueh geschluepft ist, musste ich mir im KH auch unqualifizierte Kommentare dazu anhoeren, dass ich meinen Grossen noch stille und es doch an der Zeit waere, damit aufzuhoeren.
    Das hoerte schlagartig nach dem ersten Abpumpen auf. Waehrend andere Fruehchenmamas auf der Station zu kaempfen hatten, ihre Milchproduktion in Gang zu kriegen, konnte mein Zwerg nach einer Woche in Milch fast baden. Ich musste dann wegschuetten, weil sie keinen Platz mehr in meinem Gefrierfach hatten.

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  13. Ich habe auch gestillt und mein Sohn ließ sich dann nur widerwillig abstillen.
    Die WHO empfiehlt ja mittlerweile das frau 2 Jahre stillt.
    Ich musste nie Angst vor den Zähnen meines Kindes haben, aber hat mal irgendeine dieser Mütter an die Zahngesundheit ihres Kindes gedacht?
    Wenn frau ein dreijähriges Kind zum Einschlafen noch stillt, na dann mal Guten Tag Karius und Baktus.
    Mein Sohn wurde wie gesagt gestillt und hat trotzdem Neurodermitis, Hausstaubmilbenallergie und reagiert allergisch auf manche Pollen.
    Das nächste Kind wird trotzdem gestillt, aber mit 12 Monaten ist dann endgültig Schluß.

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  14. kleine anmerkung zum thema zahngesundheit: weder stillen noch schnuller noch flasche jenseits des 2.lebensjahres ist für die zähne sonderlich förderlich – zahnfehlstellungen, karies usw. sind vorprogrammiert.
    es störe sich keiner, wenn 4 jährige noch einen schnuller oder eine flasche haben??? aber hallo!!!
    der saugreflex lässt natürlicherweise im laufe des ersten lebensjahres nach – und wird durch alle saug-anreger (schnuller, flasche, brust) künstlich aufrechterhalten.

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  15. „es störe sich keiner, wenn 4 jährige noch einen schnuller oder eine flasche haben??? aber hallo!!!“

    Ich nehme an, das bezieht sich auf meinen Kommentar. Aber das habe ich nicht geschrieben. In dem Eintrag ging es um ein 2-3 jaehriges Stillkind und in meinem Kommentar um ein 2-3 jaehriges Kind mit Schnuller. Klar, bei 4 Jahren kommen dann schon oefter Kommentare. Aber so viele 2-3 Jaehrige, wie ich noch mit Schnuller sehe … Das ist eher akzeptiert und da wird seltener was gesagt. ICH finde es schlimm, tagsueber ein so grosses Kind (aelter als 2) mit Schnuller im Mund zu sehen. Aber letztendlich muss Jede/r das selbst entscheiden. Ebenso wie beim Stillen.

    Mein Grosser (inzwischen fast 5) hat perfekte Zaehne ;) – super Zahnstellung (bis auf einen doppelten Zahn, aber dafuer kann das Stillen nix) und null Karies, mein Kleiner geht in 2 Monaten das erste Mal zum Zahnarzt. Aber auch bei ihm ist alles bestens von der Zahnstellung her.

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  16. Och joa, jedem/r das seine/ihre.

    Auf die Stillpause pochen wenn das Kind 8-9 ist? NoGo! Da hängt dann aber auch die Mama mehr am Stillen als das Kind, oder?

    Meine Cousine hat ihrem 2. Sohn gesagt, dass er ab dem 4. Geburtstag nicht mehr gestillt wird. Das war für ihn so beruhigung wie für andere Kinder der Schnuller oder das Kuscheltier. Zu seiner Oma sagte er nach diesem Ultimatum: „da rede ich mir Mama nochmal drüber, mindestens Viereinhalb muss drin sein“ :D

    Ich sehe das ganz relaxed, würde aber wohl ein älteres Kind (2+) nur noch zum Stillen zuhause auffordern. Wenns nicht mehr der Nahrungsaufnahme gilt, kann man da schon ein paar Grenzen setzen, auch damit man nicht mehr mit 5-6 stillt. Das wird ja dann auch langsam peinlich fürs Kind, wenns in die Schule geht und die anderen das mal mitbekommen.

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  17. Hallo zusammen =)

    Ich habe eine kurze Zwischenfrage, wie lange kann man denn bitte stillen?
    Also 8 oder 9 Jahre kommt mir ziemlich lang vor …
    Das die Mutter dann noch Milch bilden kann…?

    Grüße

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  18. Solange die Nachfrage da ist (lies: Milch abgepumpt oder abgesaugt wird) fliesst die Milch auch. Also ist die Grenze nach oben ziemlich offen.

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  19. hätt da noch ne andere frage: wie vereinbart oder organisiert ihr das ‚langzeitstillen‘ mit eurem eigenen leben?

    sprich ich muss 70% arbeiten und würde nach 9monaten echt gerne mal wieder eine gute flasche wein zu mir nehmen und nicht weitere 4jahre oder so meine ernährung anpassen… ;-)

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  20. Ich habe selbst drei Kinder. Erstes wurde 1 Jahr gestillt. Zweites über 2 Jahre weil er sich immer geweigert hat Schnuller oder Flasche zu nehmen. Drittes Kind bis 2 1/2 Jahre. Obwohl ich so lange gestillt habe finde ich alles was über 1 Jahr hinausgeht einfach zu viel. Man hat dann den „Absprung“ nicht geschafft und lässt sich vom Kind „ausnutzen“. Ich würde niemanden raten oder empfehlen länger als 1 Jahr zu stillen.
    Wegen den Zähnen-> diese merkt man nicht. Kinder beissen ihre Mutter in der Regel nicht =)

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  21. Ich habe meinen Sohn bis knapp unter 2 Jahre gestillt.

    Das kam so: Er ist als höchstgefährdetes Frühchen auf die Welt gekommen mit 1800 Gramm Körpergewicht und nur eine Notoperation wegen seiner Darmverschlingung konnte sein Leben retten.

    Er hat lange im Inkubator gelegen und die einzige Möglichkeit, ihm Urvertrauen zu geben und ihn Wärme und Zuwendung spüren zu lassen, war die Chance, ihn zu stillen. (Ich will hier gar nicht davon reden, WELCHE Schwierigkeiten die Schwestern versucht haben mir zu machen, weil sie einfach zu FAUL waren, sich mit abgepumpter Muttermilch während meiner Abwesenheit zu beschäftigen, ich rede auch nicht darüber, dass ich scheinbar ENTGEGEN allen Wünschen der Schwestern das KÄNGURUHING eingeführt habe, weil ich/wir permanent und ärgerlich beharrlich für die Schwestern darauf bestanden haben, meinen/unseren Sohn trotz seiner vielen Schläuche auf und an den Bauch zu legen, damit er Vertrauen und Zuwendung erfährt. Für die Schwestern waren wir sehr unbequem. Arbeitsintensiver als einschüchterte Mütter, die nicht erfahren genug sind, sich zu wehren.

    Das zitternde, schubweise Luftholen auf dem Bauch und die intensivste Beruhigung des Kerlchens gaben uns die absolute Gewissheit, es richtig gemacht zu haben. Keiner kann sich vorstellen, wie unglaublich ein Kindchen diese Liebe in sich aufnimmt…fast wie trinken von Gefühlen, die es für seine Entwicklung so wichtig braucht. Wir hatten das Gefühl, wenn er an seinen Schläuchen auf dem Bauch oder auf der Brust lag, dass er versucht hat, in uns hineinzukrabbeln, dass wir ihn ganz umschliessen konnten mit unserer Liebe. Unser Hände auf seinem Rücken haben ihn geschützt – er hat sich hineingesuhlt – wenn Ihr versteht, was ich meine. Er trug im Krankenhaus immer nur eine Windel, so konnte der Körperkontakt ganz intensiv sein – als er spärlich bekleidet wurde, haben wir ihn ausgezogen.

    Ich habe ihn mit einem Säckchen auf dem Bauch für 6 Monate nach Hause bekommen, bevor der Darm zurückverlegt werden konnte, das ich und mein Mann ständig neu kleben mussten (er hätte auch GERN das halbe Jahr in der Klinik bleiben dürfen…..)

    So habe ich ihn also gestillt, damit er keinen Schaden nimmt. Er hat niemals einen Nucki oder Daumen gebraucht und der Kinderarzt sagte wörtlich, als ich das bei einer Untersuchung anmerkte: “ Was für ein glückliches Kind“.

    Und das ist er noch heute. Er hat sehr viel Zuwendung bekommen und das Urvertrauen konnten wir ihm geben. Er raucht nicht, er trinkt nicht und er nimmt keine Drogen, hat aber alles „mal probiert“.

    Soviel ich weiss, trägt das hauptsächliche Stillen im 1. Lebensjahr auch dazu bei, dass ein Kind nicht dick wird.

    Es konnte also gar nicht besser laufen und unter solchen Voraussetzungen würde ich immer die gleiche Entscheidung treffen.

    Wenn er allerdings 3 oder 4 Jahre alt gewesen wäre und ich hätte erst dann mit dem Stillen aufgehört, hätte ich mich fragen müssen, ob vielleicht ICH EINEN KNALL HABE.

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