Künstlich gegen natürlich

Es gibt ja inzwischen eine ganze Menge Tränenersatzpräparate – was nicht wirklich erstaunt, wenn man an Bildschirmarbeit in Kombination mit Klimaanlagen denkt.

Jedenfalls kommt ein junges Pärchen in die Apotheke.

Er streckt mir einen Zettel hin, auf den (wohl der Augenarzt) Tränenersatz geschrieben hat. „Ich brauche das hier.“ sagt er.

Ich zeige ihnen die gängigsten Produkte: Augentropfen in Fläschchen und in Einzeldosen.

Pharmama: „Das hier sind die meistgebrauchten künstlichen Tränen zur Augenbefeuchtung.“

Da mischt sich die junge Frau ein: „Wir möchten aber nicht etwas künstliches. Gibt es da nicht auch natürliche Tränen?“

Meine erste Reaktion konnte ich zum Glück herunterschlucken, trotzdem habe ich das gesagt: „Menschliche Tränen kann man nicht sammeln oder ernten, da müssen wir sie halt nachmachen und das in Fläschchen abfüllen …“

Immer dann, wenn man denkt, man hat schon alles gehört …

8 Kommentare zu „Künstlich gegen natürlich

  1. Pruuuust, oh maaan
    „Gibt’s da nicht auch was von Ratiopharm?“

    Und dann noch das wir… „Gell Schatzi, wir schauen gerne Rosamunde Pilcher Filme…“

    Manche Leute, nenene

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  2. ch nehm an, du brauchst so was nicht.
    Wenn man sowas hört, kommen einem automatisch die Tränen – vor lachen oder auch nicht…

    //*muss ihren Lachflash auskosten

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  3. Hihi, schön!

    Es gab da so eine Filmszene, ich glaube, es war der alte Schinken „Quo Vadis“ mit Peter Ustinov als völlig debilem Nero. Da fängt er irgendwann an zu weinen und sofort muss ein Untergebener ihm einen Glasflakon reichen, in dem seine Tränen aufgefangen werden, um sie der Nachwelt zu erhalten. Vielleicht ist da ja noch was übrig, für die Herrschaften. :D

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  4. @Andreas: du kannst das ja mal vorschlagen – wobei eben: weder in globuli noch in alkoholischer Lösung sind sie direkt für’s Auge geeignet.

    @Polly: ja, das „wir“ war wichtig!

    @Michaela: nein, mit trockenen Augen habe ich im Normalfall keine Probleme – das „auf die Zunge beissen“ hat manchmal den Nebenffekt.

    @Zimtapfel: gute Idee! Und wenn nicht Nero, die von Sir Ustinov lassen sich sicher verkaufen …

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  5. @homöopathopath / pharmama

    Kann man denn die Globuli nicht einfach in Wasser auflösen? Das müsste – zumindest bei ordentlichem Schütteln – die Wirkung doch gleich noch einmal potentieren und das Kratzen bzw. Brennen auf den Augen deutlich verringern.

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  6. … aber nur, wenn das Wasser steril ist und man beim schütteln positiv eingestellt ist …
    Nein, Augentropfen zu machen ist eine ziemliche Kunst, weil man die isokryoskopie berechnen muss, je nachdem was man rein macht, damit es den gleichen osmotischen Druck wie die Tränenflüssigkeit hat und nicht reizt.

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