Wahrscheinlich muss ich noch dankbar sein

Also Situation ist wie folgt: mein Mann ist selbstständig erwerbend in unserem Wohn-Kanton, ich arbeite in einem anderen Kanton. Seit Anfang dieses Jahr gilt die Gesetzesänderung, nach der die Familienzulage nicht wie bisher über meinen Arbeitgeber ausbezahlt wird, sondern via die Familienausgleichskasse bei der mein Mann ist. Grund: Weil ich nicht in dem Kanton arbeite, in dem wir wohnen, aber mein Mann schon.

Und das ist ein Problem, denn die Kasse lässt sehr lange auf sich warten mit der Auszahlung (jetzt, Mitte Jahr bekommen wir die erste Auszahlung – nicht mehr monatlich) .. und ich feststellen darf, dass es einiges weniger ist wie vorher.

Da habe ich gedacht, es sei jetzt Schweizweit so, dass die Familie für das Kind eine Familienzulage von (mindestens) 200 Franken pro Monat bekommt.

Aber nach dem was auf dem Schein von der Familienausgleichskasse jetzt steht sind es insgesamt 1700 Franken im Jahr (und nicht 2400 Franken).

Ja was jetzt?

Der Grund liegt darin, dass mein Mann selbständig erwerbend ist.

Und als solcher hat er nicht mal in allen Kantonen ein Anrecht auf Kinderzulage.

Wir wohnen aber in einem Kanton, in dem er einen Anspruch geltend machen kann – wahrscheinlich muss ich noch sagen „zum Glück“. Allerdings ist das an das Einkommen gebunden – und da er weniger verdient als ich – eben; gibt es halt nicht 200 Franken im Monat.

Und als Selbständigerwerbender muss er natürlich selbst Beiträge in die Familienausgleichskasse einzahlen. Bei seinen Einkünften etwa 1000 Franken im Jahr.

Also bleiben im Jahr 1700 – 1000 = 700 Franken statt 2400 (respektive 1400). Ehrlich, auch das merkt man.

Aber das Beste: Wenn er gar nicht arbeiten würde (und weniger als 41’000 Franken verdienen würde im Jahr- und das tut er jetzt schon, arbeitend) – dann hätten wir Anspruch auf die vollen 200 Franken pro Monat / 2400 Franken im Jahr.

Toll.

Jetzt weiss ich wieder, warum ich arbeite. Nämlich nicht nur, weil ich es so interessant ist.

Sorry. Fertig gejammert.

5 Kommentare zu „Wahrscheinlich muss ich noch dankbar sein

  1. Also wenn meine Frau mehr verdienen würde als ich, würde ich ohne mit der Wimper zu zucken zuhause bleiben :-D

    Ich war von ein paar Monaten für ein paar Monate arbeitslos und habe die Zeit als Hausmann total genossen… :-)))

    auch unsere zwei kleinen haben es total lässig gefunden dass ich mich um sie gekümmert habe :-D

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  2. Zu de Zulageregelungen… ich dachte immer die deutschen Bundesländer würden schon schreckliches Chaos und Ungerechtigkeiten verbocken, aber das Kindergeld ist bei uns zumindest Bundesweit einheitlich, so dass man da sicher rechnen kann.

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  3. Du hast eine gute Nachricht nicht gesehen: Ihr habt beide Arbeit.

    Das ist doch wundervoll und Ihr könnt Euch eine Menge leisten.

    Ihr habt ein glückliches, gesundes Kind und könnt Euch Urlaub leisten. Wie schön.

    Ich erziehe meinen Sohn allein und bekomme aufgrund meines Alters keine Arbeit mehr. Das macht mich traurig und depressiv, obgleich ich einen qualifizierten Beruf hatte und wirklich gern arbeite.

    Das Geld, das mir und meinem Sohn zum Leben übrig bleibt, beträgt nicht mal mehr 350,– Euro. Für alles, was ausgegeben werden muss. Unterhalt für meinen Sohn bekomme ich nicht mehr, er ist 19 und geht noch zur Schule. Ich kann ihm gar nichts schenken und er ist ein so toller Mensch.

    Ich beneide Dich dafür, wie gut Du es hast und dass Du einen so tollen Beruf hast.

    Was sind da schon 200,– irgendwas.

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  4. Oha, auch ich beruhigt es irgendwie, dass es in anderen Ländern auch nicht anders ist – bzw. gar schlimmer. Hier in unserer tollen Bundesrepublik Deutschland ist zumindest das Kindergeld (keine 200 Franken, sondern – lass mich nicht lügen, ich krieg ja leider keins – 164 €) bundeseinheitlich geregelt und wird einkunftsunabhängig gezahlt. (Nur den Ärmsten, also den HartzIV-Beziehern wird’s auf ihr „Einkommen“ angerechnet. *vogelzeig* )
    Aber mit den Schulen ist das der gleiche Förderalismus-Mist.

    PS: Wikipedia (nicht, dass man der imer glauben sollte) sagt, dass die Schweiz 165 Franken für ein Kind zahlt. Kommen bei deiner Rechnung noch andere Familienzulagen dazu? Ihr scheint ja mehrere zu haben. Bei uns gibt’s nur das Kindergeld und den Steuerfreibetrag. Ich dachte die hiesige Bürokratie wäre schlimm, aber ich sehe: es geht noch schlimmer. Gut, ich werde NICHT in die Schweiz auswandern.
    Kennt jemand ein Land wo die Steuererklärung WIRKLICH auf den berühmten Bierdeckel passt? Ich glaub, da will ich hin.

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  5. Hallo leocat. 164 Euro entsprechen 248 Franken.
    Schön, nicht? – Im Moment bekommen wir wenn mans rechnet 58 Franken im Monat.
    Nein, auch in der Schweiz kommt ausser Kindergeld und (auch) Steuerfreibetrag keine anderen Familienzulagen dazu.

    Das gemeine ist, dass mein Mann trotz lebenslanger Arbeit wenn er sein Geschäft irgendwie verlieren würde (Krankheit, Unfall, Wirtschaft) er kein Arbeitslosengeld bekäme. Er wäre laut Gesetz sofort ein Sozialfall – und ich dürfte dann wohl als Frau auch für ihn aufkommen. Nun gut. Jammern ist überflüssig. Im Moment gehts uns gut und wir sind ja beide sehr „gschaffige“.

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