Rezepteinlösen kompliziert gemacht

Frau kommt mit Rezept in die Apotheke.

Apothekerin: „Haben sie schon  einmal ein Rezept bei uns eingelöst?“

Frau: „Ja.“

Apothekerin: sucht im Computer „Ich kann sie nicht finden. Haben sie den Namen gewechselt oder haben sie ihren mittleren Namen als Vorname angegeben?“

Frau: „Nein.“

Apothekerin: schaut noch mal, diesmal schaut sie nach der Adresse „Nein, sie sind noch nicht im Computer.“

Frau: „Mein Mann war schon einmal hier.“

Apothekerin: „Aber ich muss das Rezept unter ihrem Namen eingeben, weil es für sie ist.“

Frau: „Mein Sohn hatte auch schon Rezepte hier.“

Apothekerin: … (siehe letzte Zeile)

Frau: Sehr verwirrt: „Was machen wir jetzt?“

Apothekerin: „Ich muss sie nur erst in den Computer eingeben, kein Problem.“

Apothekerin gibt die Adressdaten ein und die Krankenkasse, dann kommt sie zu den allgemeinen Fragen:

Apothekerin: „Sind sie allergisch auf irgendein Medikament?“

Frau: „Penicillin … und der Arzt sagt, sie sollen nachschauen, ob ich das Medikament auf dem Rezept schon gehabt habe und es nehmen kann.“

Apothekerin: „Ich kann nicht nachschauen, weil sie bisher noch nie mit einem Rezept hier gewesen sind! Haben sie denn eine andere Apotheke, wo sie regelmässig gehen?“

Frau: „Nein, ich war schon seit Jahren nicht mehr krank.“

Ok, und wieso soll ich sie dann schon im Computer haben?

Manche Kunden / Patienten haben den Eindruck, dass wenn sie in einer Apotheke ihre Daten angeben, sie dann einfach in eine andere Apotheke gehen können und diese dann die Informationen auch abrufen können. Dem ist aber nicht so. Die meisten Apotheken haben Systeme, die in sich abgeschlossen sind. Was Apotheke X im System hat, kann Apotheke Y nicht abrufen. Weder Adressdaten noch ehemalige Medikamente. Das kann nur die Apotheke, in der man gewesen ist. Darum ist es auch wichtig, dass man sich eine Stammapotheke (Hausapotheke tönt so seltsam) sucht und dort bleibt: dann hat man viel weniger Probleme wenn man mal die Krankenkassenkarte vergessen hat oder eine Frage wegen Medikamenten auftaucht (neuen oder alten).

Nochmals zu dem mit den Daten: nicht mal in Apothekenketten können die einzelnen Mitglieder untereinander ins System schauen – mit Ausnahme vielleicht der Lagerbestände. Es gibt aber inzwischen Systeme, wo die Gesundheitsdaten eines Patienten zentral gespeichert werden und Apotheken (verschiedene) und Ärzte Zugriff haben können, aber der Patient muss der Apotheke / dem Arzt eine Bewilligung unterschreiben, dass die das dürfen. Aber diese Systeme sind bis jetzt noch sehr selten und kaum bekannt.

Im Prinzip fände ich eine Karte noch gut, die man mitnimmt, auf der alles gespeichert ist- vielleicht Passwortgeschützt?- dann kann man ziemlich sicher sein dass nur Personen (Apotheke oder Arzt oder Spital) Zugriff darauf haben, wenn man das selbst will.

Aber das ist noch Zukunftsmusik.

4 Kommentare zu „Rezepteinlösen kompliziert gemacht

  1. Guten Morgen ;)

    Das find ich interessant, denn ich wurde noch nie gefragt ob ich schon mal ein Rezept eingelöst habe oder nicht. Aber die Idee ist an sich ja nicht schlecht…

    Wünsch noch nen guten Start in den Tag ;)
    Nyx

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  2. Naja, solche Karten gibt’s ja schon von den Krankenkassen. Auch vorgesehen um Krankheiten, Allergien und Blutgruppe zu speichern. Allerdings wurde das bisher noch nicht umgesetzt.

    Pirmin Besserwisser

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  3. Sunstore im Welschland sagt, sie könnten von jeder Filiale auf das Kundendossier und die gescannten Rezepte zugreifen. Aber diesseits des Röstigrabens sind die mehr als dünn gesäht.

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    1. Sunstore ist eine Discountkette und gehört (auch) der Galenicare/Amavita/Coopvitality-Gruppe an. Und ich frage mich, wie sich das rechtlich verhält, wenn Apotheken, die nicht direkt Kontakt (und einen Auftrag) mit dem Patient haben da Zugriff haben?

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