Drama in 5 Akten, oder: eine eher schwierige Kundin

Erster Akt:

Frau Bierfläschchen (bekannt, dass sie viel trinkt, und auch heute schon wieder halbbetrunken) kommt morgens in die Apotheke: „Schreiben Sie mir bitte etwas auf gegen Bluthochdruck. Wissen Sie, mein Blutdruck ist zu hoch, der Arzt hat mir auch etwas aufgeschrieben – Aspirin cardio (?), aber 100 mg sind mir zu viel, mir wird es bei 50  schon komisch und ich kann fast nicht mehr aufstehen.“

Ich versuche zu erklären, dass es sehr viele verschiedene, auch unterschiedlich wirksame Medikamente gibt gegen hohen Blutdruck, aber alle rezeptpflichtig und der Arzt muss abklären, was der Patient jetzt braucht.

Ausserdem ist Aspirin cardio ein Blutverdünner und nicht gegen zu hohen Blutdruck und wenn sie ein normales Aspirin nimmt (was sie gelegentlich macht), das ist 5 mal höher dosiert.

Genauso gut könnte ich mit einer Wand reden – oder einer Bierflasche.

Sie lässt sich nicht überzeugen, sie will unbedingt etwas aufgeschrieben haben, also schreiben wir: „z.B. Beloc zoc.“ Sie zieht glücklich ab.

2. Akt:

1 Stunde später: selbe Frau „Könnten Sie es mir nicht gleich mitgeben, ich bringe dann das Rezept“.

(selbe Erklärung s.o. noch einmal): „Nein, gehen Sie zuerst zum Arzt.“

3. Akt:

Einige Tage später, selbe Frau, wieder angetrunken: „Jetzt habe ich den Zettel verloren, Schreiben Sie mir bitte nochmals etwas auf gegen Bluthochdruck. Wissen Sie, mein Blutdruck ist zu hoch ….“ (selbe Erklärungen wie oben, nützt nichts, nochmals was aufschreiben) sie zieht wieder ab.

4. Akt:

1 Stunde später, selbe Frau: „Ich habe mit dem Arzt telefoniert, er hat gesagt, sie können mir (Blick auf Zettel) Atenolol geben.“

Fragen wir: „Was für eine Dosierung?“

ratloser Blick „Das weiss ich nicht, aber nicht zu viel, wissen sie beim letzten Medikament waren mir 100 mg sind zu viel, mir wird es bei 50  schon komisch und ich kann fast nicht mehr aufstehen.“

Ich erkläre, dass das jetzt ja ein anderes Medikament ist …, und dass wir rasch anrufen werden, um die Dosierung abzuklären.

Das bringt mir einen entsetzter Blick ein: „Aber nicht, dass er ärgerlich wird, wissen sie, er ist etwas hässig bei mir am Telefon“

Das wundert mich nicht, denn der Arzt hat frei und wir müssen ihm (auch) privat anrufen. Schliesslich geht es dann i.o. es handelt sich um Atenolol 25mg, er schickt uns ein Rezept.

Finale: Kundin ist hochzufrieden, da sie endlich ihre Tabletten hat. Sie fragt dann noch: „Soll ich jetzt noch eine Tablette nehmen? Wissen Sie, ich habe heute schon etwas Alkohol gehabt“.

Abspann: Sie hat etwa 2 Tabletten genommen, dann gefunden es wirkt nicht und den Rest der Packung weggeworfen.

Seufz.

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